国芳多语对照文库:[德英汉三语对照]《浮士德》(歌德) Faust by Goethe
  
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解密目标语言:德语
Language to be decoded:  German

解密辅助语言:英语
Auxiliary Language :  English

解密文本:《浮士德》  [ 德国 ]   歌德 著

Faust

Johann Wolfgang von Goethe

  Faust
by Johann W. Goethe
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Erster Teil

 

PART ONE

Zueignung. Dedication
Vorspiel auf dem Theater Prelude at the Theatre
Prolog im Himmel. PROLOGUE IN HEAVEN
Nacht. I. NIGHT
Vor dem Tor II. BEFORE THE CITY-GATE
Studierzimmer III. THE STUDY
Studierzimmer IV. THE STUDY
Auerbachs Keller in Leipzig V. AUERBACH'S CELLAR IN LEIPZIG
Hexenküche. VI. WITCHES' KITCHEN
Straße (I) VII. STREET
Abend.  VIII. EVENING
Spaziergang IX. PROMENADE
Der Nachbarin Haus X. THE NEIGHBOR'S HOUSE
Straße (II) XI. A STREET
Garten XII. GARDEN
Ein Gartenhäuschen XIII. A GARDEN-ARBOR
Wald und Höhle  XIV. FOREST AND CAVERN
Gretchens Stube. XV. MARGARET'S ROOM
Marthens Garten XVI. MARTHA'S GARDEN
Am Brunnen XVII. AT THE FOUNTAIN
Zwinger XVIII. DONJON
Nacht.  XIX. NIGHT
Dom XX. CATHEDRAL
Walpurgisnacht XXI. WALPURGIS-NIGHT
Walpurgisnachtstraum XXII. WALPURGIS-NIGHT'S DREAM
Trüber Tag. Feld XXIII. DREARY DAY
Nacht, offen Feld XXIV. NIGHT
Kerker XXV. DUNGEON



Zueignung.

Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten,
Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt.
Versuch ich wohl, euch diesmal festzuhalten?
Fühl ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt?
Ihr drängt euch zu! nun gut, so mögt ihr walten,
Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt;
Mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert
Vom Zauberhauch, der euren Zug umwittert.

Ihr bringt mit euch die Bilder froher Tage,
Und manche liebe Schatten steigen auf;
Gleich einer alten, halbverklungnen Sage
Kommt erste Lieb und Freundschaft mit herauf;
Der Schmerz wird neu, es wiederholt die Klage
Des Lebens labyrinthisch irren Lauf,
Und nennt die Guten, die, um schöne Stunden
Vom Glück getäuscht, vor mir hinweggeschwunden.

Sie hören nicht die folgenden Gesänge,
Die Seelen, denen ich die ersten sang;
Zerstoben ist das freundliche Gedränge,
Verklungen, ach! der erste Widerklang.
Mein Lied ertönt der unbekannten Menge,
Ihr Beifall selbst macht meinem Herzen bang,
Und was sich sonst an meinem Lied erfreuet,
Wenn es noch lebt, irrt in der Welt zerstreuet.

Und mich ergreift ein längst entwöhntes Sehnen
Nach jenem stillen, ernsten Geisterreich,
Es schwebet nun in unbestimmten Tönen
Mein lispelnd Lied, der Äolsharfe gleich,
Ein Schauer faßt mich, Träne folgt den Tränen,
Das strenge Herz, es fühlt sich mild und weich;
Was ich besitze, seh ich wie im Weiten,
Und was verschwand, wird mir zu Wirklichkeiten.


            

Dedication

Again ye come, ye hovering Forms! I find ye,
As early to my clouded sight ye shone!
Shall I attempt, this once, to seize and bind ye?
Still o'er my heart is that illusion thrown?
Ye crowd more near! Then, be the reign assigned ye,
And sway me from your misty, shadowy zone!
My bosom thrills, with youthful passion shaken,
From magic airs that round your march awaken.

Of joyous days ye bring the blissful vision;
The dear, familiar phantoms rise again,
And, like an old and half-extinct tradition,
First Love returns, with Friendship in his train.
Renewed is Pain: with mournful repetition
Life tracks his devious, labyrinthine chain,
And names the Good, whose cheating fortune tore them
From happy hours, and left me to deplore them.

They hear no longer these succeeding measures,
The souls, to whom my earliest songs I sang:

Dispersed the friendly troop, with all its pleasures,
And still, alas! the echoes first that rang!
I bring the unknown multitude my treasures;
Their very plaudits give my heart a pang,
And those beside, whose joy my Song so flattered,
If still they live, wide through the world are scattered.

And grasps me now a long-unwonted yearning
For that serene and solemn Spirit-Land:
My song, to faint Aeolian murmurs turning,
Sways like a harp-string by the breezes fanned.
I thrill and tremble; tear on tear is burning,
And the stern heart is tenderly unmanned.
What I possess, I see far distant lying,
And what I lost, grows real and undying.




Vorspiel auf dem Theater

Direktor. Theatherdichter. Lustige Person:

DIREKTOR:
Ihr beiden, die ihr mir so oft,
In Not und Trübsal, beigestanden,
Sagt, was ihr wohl in deutschen Landen
Von unsrer Unternehmung hofft?
Ich wünschte sehr der Menge zu behagen,
Besonders weil sie lebt und leben läßt.
Die Pfosten sind, die Bretter aufgeschlagen,
Und jedermann erwartet sich ein Fest.
Sie sitzen schon mit hohen Augenbraunen
Gelassen da und möchten gern erstaunen.
Ich weiß, wie man den Geist des Volks versöhnt;
Doch so verlegen bin ich nie gewesen:
Zwar sind sie an das Beste nicht gewöhnt,
Allein sie haben schrecklich viel gelesen.
Wie machen wir's, daß alles frisch und neu
Und mit Bedeutung auch gefällig sei?
Denn freilich mag ich gern die Menge sehen,
Wenn sich der Strom nach unsrer Bude drängt,
Und mit gewaltig wiederholten Wehen
Sich durch die enge Gnadenpforte zwängt;
Bei hellem Tage, schon vor vieren,
Mit Stößen sich bis an die Kasse ficht
Und, wie in Hungersnot um Brot an Bäckertüren,
Um ein Billet sich fast die Hälse bricht.
Dies Wunder wirkt auf so verschiedne Leute
Der Dichter nur; mein Freund, o tu es heute!

DICHTER:
O sprich mir nicht von jener bunten Menge,
Bei deren Anblick uns der Geist entflieht.
Verhülle mir das wogende Gedränge,
Das wider Willen uns zum Strudel zieht.
Nein, führe mich zur stillen Himmelsenge,
Wo nur dem Dichter reine Freude blüht;
Wo Lieb und Freundschaft unsres Herzens Segen
Mit Götterhand erschaffen und erpflegen.

Ach! was in tiefer Brust uns da entsprungen,
Was sich die Lippe schüchtern vorgelallt,
Mißraten jetzt und jetzt vielleicht gelungen,
Verschlingt des wilden Augenblicks Gewalt.
Oft, wenn es erst durch Jahre durchgedrungen,
Erscheint es in vollendeter Gestalt.
Was glänzt, ist für den Augenblick geboren,
Das Echte bleibt der Nachwelt unverloren.

LUSTIGE PERSON:
Wenn ich nur nichts von Nachwelt hören sollte.
Gesetzt, daß ich von Nachwelt reden wollte,
Wer machte denn der Mitwelt Spaß?
Den will sie doch und soll ihn haben.
Die Gegenwart von einem braven Knaben
Ist, dächt ich, immer auch schon was.
Wer sich behaglich mitzuteilen weiß,
Den wird des Volkes Laune nicht erbittern;
Er wünscht sich einen großen Kreis,
Um ihn gewisser zu erschüttern.
Drum seid nur brav und zeigt euch musterhaft,
Laßt Phantasie, mit allen ihren Chören,
Vernunft, Verstand, Empfindung, Leidenschaft,
Doch, merkt euch wohl! nicht ohne Narrheit hören.

DIREKTOR:
Besonders aber laßt genug geschehn!
Man kommt zu schaun, man will am liebsten sehn.
Wird vieles vor den Augen abgesponnen,
So daß die Menge staunend gaffen kann,
Da habt Ihr in der Breite gleich gewonnen,
Ihr seid ein vielgeliebter Mann.
Die Masse könnt Ihr nur durch Masse zwingen,
Ein jeder sucht sich endlich selbst was aus.
Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen;
Und jeder geht zufrieden aus dem Haus.
Gebt Ihr ein Stück, so gebt es gleich in Stücken!
Solch ein Ragout, es muß Euch glücken;
Leicht ist es vorgelegt, so leicht als ausgedacht.
Was hilft's, wenn Ihr ein Ganzes dargebracht?
Das Publikum wird es Euch doch zerpflücken.

DICHTER:
Ihr fühlet nicht, wie schlecht ein solches Handwerk sei!
Wie wenig das dem echten Künstler zieme!
Der saubern Herren Pfuscherei
Ist. merk ich. schon bei Euch Maxime.

DIREKTOR:
Ein solcher Vorwurf läßt mich ungekränkt:
Ein Mann, der recht zu wirken denkt,
Muß auf das beste Werkzeug halten.
Bedenkt, Ihr habet weiches Holz zu spalten,
Und seht nur hin, für wen Ihr schreibt!
Wenn diesen Langeweile treibt,
Kommt jener satt vom übertischten Mahle,
Und, was das Allerschlimmste bleibt,
Gar mancher kommt vom Lesen der Journale.
Man eilt zerstreut zu uns, wie zu den Maskenfesten,
Und Neugier nur beflügelt jeden Schritt;
Die Damen geben sich und ihren Putz zum besten
Und spielen ohne Gage mit.
Was träumet Ihr auf Eurer Dichterhöhe?
Was macht ein volles Haus Euch froh?
Beseht die Gönner in der Nähe!
Halb sind sie kalt, halb sind sie roh.
Der, nach dem Schauspiel, hofft ein Kartenspiel,
Der eine wilde Nacht an einer Dirne Busen.
Was plagt ihr armen Toren viel,
Zu solchem Zweck, die holden Musen?
Ich sag Euch, gebt nur mehr und immer, immer mehr,
So könnt Ihr Euch vom Ziele nie verirren
Sucht nur die Menschen zu verwirren,
Sie zu befriedigen, ist schwer--
Was fällt Euch an? Entzückung oder Schmerzen?

DICHTER:
Geh hin und such dir einen andern Knecht!
Der Dichter sollte wohl das höchste Recht,
Das Menschenrecht, das ihm Natur vergönnt,
Um deinetwillen freventlich verscherzen!
Wodurch bewegt er alle Herzen?
Wodurch besiegt er jedes Element?
Ist es der Einklang nicht, der aus dem Busen dringt,
Und in sein Herz die Welt zurücke schlingt?
Wenn die Natur des Fadens ew'ge Länge,
Gleichgültig drehend, auf die Spindel zwingt,
Wenn aller Wesen unharmon'sche Menge
Verdrießlich durcheinander klingt-
Wer teilt die fließend immer gleiche Reihe
Belebend ab, daß sie sich rhythmisch regt?
Wer ruft das Einzelne zur allgemeinen Weihe,
Wo es in herrlichen Akkorden schlägt?
Wer läßt den Sturm zu Leidenschaften wüten?
Das Abendrot im ernsten Sinne glühn?
Wer schüttet alle schönen Frühlingsblüten
Auf der Geliebten Pfade hin?
Wer flicht die unbedeutend grünen Blätter
Zum Ehrenkranz Verdiensten jeder Art?
Wer sichert den Olymp? vereinet Götter?
Des Menschen Kraft, im Dichter offenbart.

LUSTIGE PERSON:
So braucht sie denn, die schönen Kräfte
Und treibt die dichtrischen Geschäfte
Wie man ein Liebesabenteuer treibt.
Zufällig naht man sich, man fühlt, man bleibt
Und nach und nach wird man verflochten;
Es wächst das Glück, dann wird es angefochten
Man ist entzückt, nun kommt der Schmerz heran,
Und eh man sich's versieht, ist's eben ein Roman.
Laßt uns auch so ein Schauspiel geben!
Greift nur hinein ins volle Menschenleben!
Ein jeder lebt's, nicht vielen ist's bekannt,
Und wo ihr's packt, da ist's interessant.
In bunten Bildern wenig Klarheit,
Viel Irrtum und ein Fünkchen Wahrheit,
So wird der beste Trank gebraut,
Der alle Welt erquickt und auferbaut.
Dann sammelt sich der Jugend schönste Blüte
Vor eurem Spiel und lauscht der Offenbarung,
Dann sauget jedes zärtliche Gemüte
Aus eurem Werk sich melanchol'sche Nahrung,
Dann wird bald dies, bald jenes aufgeregt
Ein jeder sieht, was er im Herzen trägt.
Noch sind sie gleich bereit, zu weinen und zu lachen,
Sie ehren noch den Schwung, erfreuen sich am Schein;
Wer fertig ist, dem ist nichts recht zu machen;
Ein Werdender wird immer dankbar sein.

DICHTER:
So gib mir auch die Zeiten wieder,
Da ich noch selbst im Werden war,
Da sich ein Quell gedrängter Lieder
Ununterbrochen neu gebar,
Da Nebel mir die Welt verhüllten,
Die Knospe Wunder noch versprach,
Da ich die tausend Blumen brach,
Die alle Täler reichlich füllten.
Ich hatte nichts und doch genug:
Den Drang nach Wahrheit und die Lust am Trug.
Gib ungebändigt jene Triebe,
Das tiefe, schmerzenvolle Glück,
Des Hasses Kraft, die Macht der Liebe,
Gib meine Jugend mir zurück!

LUSTIGE PERSON:
Der Jugend, guter Freund, bedarfst du allenfalls,
Wenn dich in Schlachten Feinde drängen,
Wenn mit Gewalt an deinen Hals
Sich allerliebste Mädchen hängen,
Wenn fern des schnellen Laufes Kranz
Vom schwer erreichten Ziele winket,
Wenn nach dem heft'gen Wirbeltanz
Die Nächte schmausend man vertrinket.
Doch ins bekannte Saitenspiel
Mit Mut und Anmut einzugreifen,
Nach einem selbstgesteckten Ziel
Mit holdem Irren hinzuschweifen,
Das, alte Herrn, ist eure Pflicht,
Und wir verehren euch darum nicht minder.
Das Alter macht nicht kindisch, wie man spricht,
Es findet uns nur noch als wahre Kinder.

DIREKTOR:
Der Worte sind genug gewechselt,
Laßt mich auch endlich Taten sehn!
Indes ihr Komplimente drechselt,
Kann etwas Nützliches geschehn.
Was hilft es, viel von Stimmung reden?
Dem Zaudernden erscheint sie nie.
Gebt ihr euch einmal für Poeten,
So kommandiert die Poesie.
Euch ist bekannt, was wir bedürfen,
Wir wollen stark Getränke schlürfen;
Nun braut mir unverzüglich dran!
Was heute nicht geschieht, ist morgen nicht getan,
Und keinen Tag soll man verpassen,
Das Mögliche soll der Entschluß
Beherzt sogleich beim Schopfe fassen,
Er will es dann nicht fahren lassen
Und wirket weiter, weil er muß.

Ihr wißt, auf unsern deutschen Bühnen
Probiert ein jeder, was er mag;
Drum schonet mir an diesem Tag
Prospekte nicht und nicht Maschinen.
Gebraucht das groß, und kleine Himmelslicht,
Die Sterne dürfet ihr verschwenden;
An Wasser, Feuer, Felsenwänden,
An Tier und Vögeln fehlt es nicht.
So schreitet in dem engen Bretterhaus
Den ganzen Kreis der Schöpfung aus,
Und wandelt mit bedächt'ger Schnelle
Vom Himmel durch die Welt zur Hölle.


            

Prelude at the Theatre

MANAGER DRAMATIC POET MERRY-ANDREW

MANAGER

You two, who oft a helping hand
Have lent, in need and tribulation.
Come, let me know your expectation
Of this, our enterprise, in German land!
I wish the crowd to feel itself well treated,
Especially since it lives and lets me live;
The posts are set, the booth of boards completed.
And each awaits the banquet I shall give.
Already there, with curious eyebrows raised,
They sit sedate, and hope to be amazed.
I know how one the People's taste may flatter,
Yet here a huge embarrassment I feel:
What they're accustomed to, is no great matter,
But then, alas! they've read an awful deal.
How shall we plan, that all be fresh and new,--
Important matter, yet attractive too?
For 'tis my pleasure-to behold them surging,
When to our booth the current sets apace,
And with tremendous, oft-repeated urging,
Squeeze onward through the narrow gate of grace:
By daylight even, they push and cram in
To reach the seller's box, a fighting host,
And as for bread, around a baker's door, in famine,
To get a ticket break their necks almost.
This miracle alone can work the Poet
On men so various: now, my friend, pray show it.

POET

Speak not to me of yonder motley masses,
Whom but to see, puts out the fire of Song!
Hide from my view the surging crowd that passes,
And in its whirlpool forces us along!
No, lead me where some heavenly silence glasses
The purer joys that round the Poet throng,--
Where Love and Friendship still divinely fashion
The bonds that bless, the wreaths that crown his passion!
Ah, every utterance from the depths of feeling
The timid lips have stammeringly expressed,--
Now failing, now, perchance, success revealing,--
Gulps the wild Moment in its greedy breast;
Or oft, reluctant years its warrant sealing,
Its perfect stature stands at last confessed!
What dazzles, for the Moment spends its spirit:
What's genuine, shall Posterity inherit.

MERRY-ANDREW

Posterity! Don't name the word to me!
If _I_ should choose to preach Posterity,
Where would you get contemporary fun?
That men _will_ have it, there's no blinking:
A fine young fellow's presence, to my thinking,
Is something worth, to every one.
Who genially his nature can outpour,
Takes from the People's moods no irritation;
The wider circle he acquires, the more
Securely works his inspiration.
Then pluck up heart, and give us sterling coin!
Let Fancy be with her attendants fitted,--
Sense, Reason, Sentiment, and Passion join,--
But have a care, lest Folly be omitted!

MANAGER

Chiefly, enough of incident prepare!
They come to look, and they prefer to stare.
Reel off a host of threads before their faces,
So that they gape in stupid wonder: then
By sheer diffuseness you have won their graces,
And are, at once, most popular of men.
Only by mass you touch the mass; for any
Will finally, himself, his bit select:
Who offers much, brings something unto many,
And each goes home content with the effect,
If you've a piece, why, just in pieces give it:
A hash, a stew, will bring success, believe it!
'Tis easily displayed, and easy to invent.
What use, a Whole compactly to present?
Your hearers pick and pluck, as soon as they receive it!

POET

You do not feel, how such a trade debases;
How ill it suits the Artist, proud and true!
The botching work each fine pretender traces
Is, I perceive, a principle with you.

MANAGER

Such a reproach not in the least offends;
A man who some result intends
Must use the tools that best are fitting.
Reflect, soft wood is given to you for splitting,
And then, observe for whom you write!
If one comes bored, exhausted quite,
Another, satiate, leaves the banquet's tapers,
And, worst of all, full many a wight
Is fresh from reading of the daily papers.
Idly to us they come, as to a masquerade,
Mere curiosity their spirits warming:
The ladies with themselves, and with their finery, aid,
Without a salary their parts performing.
What dreams are yours in high poetic places?
You're pleased, forsooth, full houses to behold?
Draw near, and view your patrons' faces!
The half are coarse, the half are cold.
One, when the play is out, goes home to cards;
A wild night on a wench's breast another chooses:
Why should you rack, poor, foolish bards,
For ends like these, the gracious Muses?
I tell you, give but more--more, ever more, they ask:
Thus shall you hit the mark of gain and glory.
Seek to confound your auditory!
To satisfy them is a task.--
What ails you now? Is't suffering, or pleasure?

POET

Go, find yourself a more obedient slave!
What! shall the Poet that which Nature gave,
The highest right, supreme Humanity,
Forfeit so wantonly, to swell your treasure?
Whence o'er the heart his empire free?
The elements of Life how conquers he?
Is't not his heart's accord, urged outward far and dim,
To wind the world in unison with him?
When on the spindle, spun to endless distance,
By Nature's listless hand the thread is twirled,
And the discordant tones of all existence
In sullen jangle are together hurled,
Who, then, the changeless orders of creation
Divides, and kindles into rhythmic dance?
Who brings the One to join the general ordination,
Where it may throb in grandest consonance?
Who bids the storm to passion stir the bosom?
In brooding souls the sunset burn above?
Who scatters every fairest April blossom
Along the shining path of Love?
Who braids the noteless leaves to crowns, requiting
Desert with fame, in Action's every field?
Who makes Olympus sure, the Gods uniting?
The might of Man, as in the Bard revealed.

MERRY-ANDREW

So, these fine forces, in conjunction,
Propel the high poetic function,
As in a love-adventure they might play!
You meet by accident; you feel, you stay,
And by degrees your heart is tangled;
Bliss grows apace, and then its course is jangled;
You're ravished quite, then comes a touch of woe,
And there's a neat romance, completed ere you know!
Let us, then, such a drama give!
Grasp the exhaustless life that all men live!
Each shares therein, though few may comprehend:
Where'er you touch, there's interest without end.
In motley pictures little light,
Much error, and of truth a glimmering mite,
Thus the best beverage is supplied,
Whence all the world is cheered and edified.
Then, at your play, behold the fairest flower
Of youth collect, to hear the revelation!
Each tender soul, with sentimental power,
Sucks melancholy food from your creation;
And now in this, now that, the leaven works.
For each beholds what in his bosom lurks.
They still are moved at once to weeping or to laughter,
Still wonder at your flights, enjoy the show they see:
A mind, once formed, is never suited after;
One yet in growth will ever grateful be.

POET

Then give me back that time of pleasures,
While yet in joyous growth I sang,--
When, like a fount, the crowding measures
Uninterrupted gushed and sprang!
Then bright mist veiled the world before me,
In opening buds a marvel woke,
As I the thousand blossoms broke,
Which every valley richly bore me!
I nothing had, and yet enough for youth--
Joy in Illusion, ardent thirst for Truth.
Give, unrestrained, the old emotion,
The bliss that touched the verge of pain,
The strength of Hate, Love's deep devotion,--
O, give me back my youth again!

MERRY ANDREW

Youth, good my friend, you certainly require
When foes in combat sorely press you;
When lovely maids, in fond desire,
Hang on your bosom and caress you;
When from the hard-won goal the wreath
Beckons afar, the race awaiting;
When, after dancing out your breath,
You pass the night in dissipating:--
But that familiar harp with soul
To play,--with grace and bold expression,
And towards a self-erected goal
To walk with many a sweet digression,--
This, aged Sirs, belongs to you,
And we no less revere you for that reason:
Age childish makes, they say, but 'tis not true;
We're only genuine children still, in Age's season!

MANAGER

The words you've bandied are sufficient;
'Tis deeds that I prefer to see:
In compliments you're both proficient,
But might, the while, more useful be.
What need to talk of Inspiration?
'Tis no companion of Delay.
If Poetry be your vocation,
Let Poetry your will obey!
Full well you know what here is wanting;
The crowd for strongest drink is panting,
And such, forthwith, I'd have you brew.
What's left undone to-day, To-morrow will not do.
Waste not a day in vain digression:
With resolute, courageous trust
Seize every possible impression,
And make it firmly your possession;
You'll then work on, because you must.
Upon our German stage, you know it,
Each tries his hand at what he will;
So, take of traps and scenes your fill,
And all you find, be sure to show it!
Use both the great and lesser heavenly light,--
Squander the stars in any number,
Beasts, birds, trees, rocks, and all such lumber,
Fire, water, darkness, Day and Night!
Thus, in our booth's contracted sphere,
The circle of Creation will appear,
And move, as we deliberately impel,
From Heaven, across the World, to Hell!




Prolog im Himmel.

Der Herr. Die himmlischen Heerscharen. Nachher Mephistopheles.
Die drei Erzengel treten vor.

RAPHAEL:
Die Sonne tönt, nach alter Weise,
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.
Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
Wenn keiner Sie ergründen mag;
die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.

GABRIEL:
Und schnell und unbegreiflich schnelle
Dreht sich umher der Erde Pracht;
Es wechselt Paradieseshelle
Mit tiefer, schauervoller Nacht.
Es schäumt das Meer in breiten Flüssen
Am tiefen Grund der Felsen auf,
Und Fels und Meer wird fortgerissen
Im ewig schnellem Sphärenlauf.

MICHAEL:
Und Stürme brausen um die Wette
Vom Meer aufs Land, vom Land aufs Meer,
und bilden wütend eine Kette
Der tiefsten Wirkung rings umher.
Da flammt ein blitzendes Verheeren
Dem Pfade vor des Donnerschlags.
Doch deine Boten, Herr, verehren
Das sanfte Wandeln deines Tags.

ZU DREI:
Der Anblick gibt den Engeln Stärke,
Da keiner dich ergründen mag,
Und alle deine hohen Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.

MEPHISTOPHELES:
Da du, o Herr, dich einmal wieder nahst
Und fragst, wie alles sich bei uns befinde,
Und du mich sonst gewöhnlich gerne sahst,
So siehst du mich auch unter dem Gesinde.
Verzeih, ich kann nicht hohe Worte machen,
Und wenn mich auch der ganze Kreis verhöhnt;
Mein Pathos brächte dich gewiß zum Lachen,
Hättst du dir nicht das Lachen abgewöhnt.
Von Sonn' und Welten weiß ich nichts zu sagen,
Ich sehe nur, wie sich die Menschen plagen.
Der kleine Gott der Welt bleibt stets von gleichem Schlag,
Und ist so wunderlich als wie am ersten Tag.
Ein wenig besser würd er leben,
Hättst du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben;
Er nennt's Vernunft und braucht's allein,
Nur tierischer als jedes Tier zu sein.
Er scheint mir, mit Verlaub von euer Gnaden,
Wie eine der langbeinigen Zikaden,
Die immer fliegt und fliegend springt
Und gleich im Gras ihr altes Liedchen singt;
Und läg er nur noch immer in dem Grase!
In jeden Quark begräbt er seine Nase.

DER HERR:
Hast du mir weiter nichts zu sagen?
Kommst du nur immer anzuklagen?
Ist auf der Erde ewig dir nichts recht?

MEPHISTOPHELES:
Nein Herr! ich find es dort, wie immer, herzlich schlecht.
Die Menschen dauern mich in ihren Jammertagen,
Ich mag sogar die armen selbst nicht plagen.

DER HERR:
Kennst du den Faust?

MEPHISTOPHELES:
Den Doktor?

DER HERR:
Meinen Knecht!

MEPHISTOPHELES:
Fürwahr! er dient Euch auf besondre Weise.
Nicht irdisch ist des Toren Trank noch Speise.
Ihn treibt die Gärung in die Ferne,
Er ist sich seiner Tollheit halb bewußt;
Vom Himmel fordert er die schönsten Sterne
Und von der Erde jede höchste Lust,
Und alle Näh und alle Ferne
Befriedigt nicht die tiefbewegte Brust.

DER HERR:
Wenn er mir auch nur verworren dient,
So werd ich ihn bald in die Klarheit führen.
Weiß doch der Gärtner, wenn das Bäumchen grünt,
Das Blüt und Frucht die künft'gen Jahre zieren.

MEPHISTOPHELES:
Was wettet Ihr? den sollt Ihr noch verlieren!
Wenn Ihr mir die Erlaubnis gebt,
Ihn meine Straße sacht zu führen.

DER HERR:
Solang er auf der Erde lebt,
So lange sei dir's nicht verboten,
Es irrt der Mensch so lang er strebt.

MEPHISTOPHELES:
Da dank ich Euch; denn mit den Toten
Hab ich mich niemals gern befangen.
Am meisten lieb ich mir die vollen, frischen Wangen.
Für einem Leichnam bin ich nicht zu Haus;
Mir geht es wie der Katze mit der Maus.

DER HERR:
Nun gut, es sei dir überlassen!
Zieh diesen Geist von seinem Urquell ab,
Und führ ihn, kannst du ihn erfassen,
Auf deinem Wege mit herab,
Und steh beschämt, wenn du bekennen mußt:
Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange,
Ist sich des rechten Weges wohl bewußt.

MEPHISTOPHELES:
Schon gut! nur dauert es nicht lange.
Mir ist für meine Wette gar nicht bange.
Wenn ich zu meinem Zweck gelange,
Erlaubt Ihr mir Triumph aus voller Brust.
Staub soll er fressen, und mit Lust,
Wie meine Muhme, die berühmte Schlange.

DER HERR:
Du darfst auch da nur frei erscheinen;
Ich habe deinesgleichen nie gehaßt.
Von allen Geistern, die verneinen,
ist mir der Schalk am wenigsten zur Last.
Des Menschen Tätigkeit kann allzu leicht erschlaffen,
er liebt sich bald die unbedingte Ruh;
Drum geb ich gern ihm den Gesellen zu,
Der reizt und wirkt und muß als Teufel schaffen.
Doch ihr, die echten Göttersöhne,
Erfreut euch der lebendig reichen Schöne!
Das Werdende, das ewig wirkt und lebt,
Umfass euch mit der Liebe holden Schranken,
Und was in schwankender Erscheinung schwebt,
Befestigt mit dauernden Gedanken!
(Der Himmel schließt, die Erzengel verteilen sich.)

MEPHISTOPHELES (allein):
Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern,
Und hüte mich, mit ihm zu brechen.
Es ist gar hübsch von einem großen Herrn,
So menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen.


FAUST: Der Tragödie erster Teil

            

PROLOGUE IN HEAVEN

THE LORD THE HEAVENLY HOST _Afterwards_
MEPHISTOPHELES

(_The_ THREE ARCHANGELS _come forward_.)

RAPHAEL

The sun-orb sings, in emulation,
'Mid brother-spheres, his ancient round:
His path predestined through Creation
He ends with step of thunder-sound.
The angels from his visage splendid
Draw power, whose measure none can say;
The lofty works, uncomprehended,
Are bright as on the earliest day.

GABRIEL

And swift, and swift beyond conceiving,
The splendor of the world goes round,
Day's Eden-brightness still relieving
The awful Night's intense profound:
The ocean-tides in foam are breaking,
Against the rocks' deep bases hurled,
And both, the spheric race partaking,
Eternal, swift, are onward whirled!

MICHAEL

And rival storms abroad are surging
From sea to land, from land to sea.
A chain of deepest action forging
Round all, in wrathful energy.
There flames a desolation, blazing
Before the Thunder's crashing way:
Yet, Lord, Thy messengers are praising
The gentle movement of Thy Day.

THE THREE

Though still by them uncomprehended,
From these the angels draw their power,
And all Thy works, sublime and splendid,
Are bright as in Creation's hour.

MEPHISTOPHELES

Since Thou, O Lord, deign'st to approach again
And ask us how we do, in manner kindest,
And heretofore to meet myself wert fain,
Among Thy menials, now, my face Thou findest.
Pardon, this troop I cannot follow after
With lofty speech, though by them scorned and spurned:
My pathos certainly would move Thy laughter,
If Thou hadst not all merriment unlearned.
Of suns and worlds I've nothing to be quoted;
How men torment themselves, is all I've noted.
The little god o' the world sticks to the same old way,
And is as whimsical as on Creation's day.
Life somewhat better might content him,
But for the gleam of heavenly light which Thou hast lent
him:
He calls it Reason--thence his power's increased,
To be far beastlier than any beast.
Saving Thy Gracious Presence, he to me
A long-legged grasshopper appears to be,
That springing flies, and flying springs,
And in the grass the same old ditty sings.
Would he still lay among the grass he grows in!
Each bit of dung he seeks, to stick his nose in.

THE LORD

Hast thou, then, nothing more to mention?
Com'st ever, thus, with ill intention?
Find'st nothing right on earth, eternally?

MEPHISTOPHELES

No, Lord! I find things, there, still bad as they can be.
Man's misery even to pity moves my nature;
I've scarce the heart to plague the wretched creature.

THE LORD

Know'st Faust?

MEPHISTOPHELES

The Doctor Faust?

THE LORD

My servant, he!

MEPHISTOPHELES

Forsooth! He serves you after strange devices:
No earthly meat or drink the fool suffices:
His spirit's ferment far aspireth;
Half conscious of his frenzied, crazed unrest,
The fairest stars from Heaven he requireth,
From Earth the highest raptures and the best,
And all the Near and Far that he desireth
Fails to subdue the tumult of his breast.

THE LORD

Though still confused his service unto Me,
I soon shall lead him to a clearer morning.
Sees not the gardener, even while buds his tree,
Both flower and fruit the future years adorning?

MEPHISTOPHELES

What will you bet? There's still a chance to gain him,
If unto me full leave you give,
Gently upon _my_ road to train him!

THE LORD

As long as he on earth shall live,
So long I make no prohibition.
While Man's desires and aspirations stir,
He cannot choose but err.

MEPHISTOPHELES

My thanks! I find the dead no acquisition,
And never cared to have them in my keeping.
I much prefer the cheeks where ruddy blood is leaping,
And when a corpse approaches, close my house:
It goes with me, as with the cat the mouse.

THE LORD

Enough! What thou hast asked is granted.
Turn off this spirit from his fountain-head;
To trap him, let thy snares be planted,
And him, with thee, be downward led;
Then stand abashed, when thou art forced to say:
A good man, through obscurest aspiration,
Has still an instinct of the one true way.

MEPHISTOPHELES

Agreed! But 'tis a short probation.
About my bet I feel no trepidation.
If I fulfill my expectation,
You'll let me triumph with a swelling breast:
Dust shall he eat, and with a zest,
As did a certain snake, my near relation.

THE LORD

Therein thou'rt free, according to thy merits;
The like of thee have never moved My hate.
Of all the bold, denying Spirits,
The waggish knave least trouble doth create.
Man's active nature, flagging, seeks too soon the level;
Unqualified repose he learns to crave;
Whence, willingly, the comrade him I gave,
Who works, excites, and must create, as Devil.
But ye, God's sons in love and duty,
Enjoy the rich, the ever-living Beauty!
Creative Power, that works eternal schemes,
Clasp you in bonds of love, relaxing never,
And what in wavering apparition gleams
Fix in its place with thoughts that stand forever!

(_Heaven closes: the_ ARCHANGELS _separate_.)

MEPHISTOPHELES (_solus_)

I like, at times, to hear The Ancient's word,
And have a care to be most civil:
It's really kind of such a noble Lord
So humanly to gossip with the Devil!

{FIRST PART OF THE TRAGEDY}

 




Nacht.

In einem hochgewölbten, engen gotischen Zimmer Faust,
unruhig auf seinem Sessel am Pulte.

FAUST:
Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Magister, heiße Doktor gar
Und ziehe schon an die zehen Jahr
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum-
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen.
Zwar bin ich gescheiter als all die Laffen,
Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen;
Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,
Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel-
Dafür ist mir auch alle Freud entrissen,
Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen,
Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren,
Die Menschen zu bessern und zu bekehren.
Auch hab ich weder Gut noch Geld,
Noch Ehr und Herrlichkeit der Welt;
Es möchte kein Hund so länger leben!
Drum hab ich mich der Magie ergeben,
Ob mir durch Geistes Kraft und Mund
Nicht manch Geheimnis würde kund;
Daß ich nicht mehr mit saurem Schweiß
Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;
Daß ich erkenne, was die Welt
Im Innersten zusammenhält,
Schau alle Wirkenskraft und Samen,
Und tu nicht mehr in Worten kramen.

O sähst du, voller Mondenschein,
Zum letztenmal auf meine Pein,
Den ich so manche Mitternacht
An diesem Pult herangewacht:
Dann über Büchern und Papier,
Trübsel'ger Freund, erschienst du mir!
Ach! könnt ich doch auf Bergeshöhn
In deinem lieben Lichte gehn,
Um Bergeshöhle mit Geistern schweben,
Auf Wiesen in deinem Dämmer weben,
Von allem Wissensqualm entladen,
In deinem Tau gesund mich baden!

Weh! steck ich in dem Kerker noch?
Verfluchtes dumpfes Mauerloch,
Wo selbst das liebe Himmelslicht
Trüb durch gemalte Scheiben bricht!
Beschränkt mit diesem Bücherhauf,
den Würme nagen, Staub bedeckt,
Den bis ans hohe Gewölb hinauf
Ein angeraucht Papier umsteckt;
Mit Gläsern, Büchsen rings umstellt,
Mit Instrumenten vollgepfropft,
Urväter Hausrat drein gestopft-
Das ist deine Welt! das heißt eine Welt!

Und fragst du noch, warum dein Herz
Sich bang in deinem Busen klemmt?
Warum ein unerklärter Schmerz
Dir alle Lebensregung hemmt?
Statt der lebendigen Natur,
Da Gott die Menschen schuf hinein,
Umgibt in Rauch und Moder nur
Dich Tiergeripp und Totenbein.

Flieh! auf! hinaus ins weite Land!
Und dies geheimnisvolle Buch,
Von Nostradamus' eigner Hand,
Ist dir es nicht Geleit genug?
Erkennest dann der Sterne Lauf,
Und wenn Natur dich Unterweist,
Dann geht die Seelenkraft dir auf,
Wie spricht ein Geist zum andren Geist.
Umsonst, daß trocknes Sinnen hier
Die heil'gen Zeichen dir erklärt:
Ihr schwebt, ihr Geister, neben mir;
Antwortet mir, wenn ihr mich hört!
(Er schlägt das Buch auf und erblickt das Zeichen des Makrokosmus.)

Ha! welche Wonne fließt in diesem Blick
Auf einmal mir durch alle meine Sinnen!
Ich fühle junges, heil'ges Lebensglück
Neuglühend mir durch Nerv' und Adern rinnen.
War es ein Gott, der diese Zeichen schrieb,
Die mir das innre Toben stillen,
Das arme Herz mit Freude füllen,
Und mit geheimnisvollem Trieb
Die Kräfte der Natur rings um mich her enthüllen?
Bin ich ein Gott? Mir wird so licht!
Ich schau in diesen reinen Zügen
Die wirkende Natur vor meiner Seele liegen.
Jetzt erst erkenn ich, was der Weise spricht:
"Die Geisterwelt ist nicht verschlossen;
Dein Sinn ist zu, dein Herz ist tot!
Auf, bade, Schüler, unverdrossen
Die ird'sche Brust im Morgenrot!"
(er beschaut das Zeichen.)

Wie alles sich zum Ganzen webt,
Eins in dem andern wirkt und lebt!
Wie Himmelskräfte auf und nieder steigen
Und sich die goldnen Eimer reichen!
Mit segenduftenden Schwingen
Vom Himmel durch die Erde dringen,
Harmonisch all das All durchklingen!

Welch Schauspiel! Aber ach! ein Schauspiel nur!
Wo fass ich dich, unendliche Natur?
Euch Brüste, wo? Ihr Quellen alles Lebens,
An denen Himmel und Erde hängt,
Dahin die welke Brust sich drängt-
Ihr quellt, ihr tränkt, und schmacht ich so vergebens?
(er schlägt unwillig das Buch um und erblickt das Zeichen des Erdgeistes.)

Wie anders wirkt dies Zeichen auf mich ein!
Du, Geist der Erde, bist mir näher;
Schon fühl ich meine Kräfte höher,
Schon glüh ich wie von neuem Wein.
Ich fühle Mut, mich in die Welt zu wagen,
Der Erde Weh, der Erde Glück zu tragen,
Mit Stürmen mich herumzuschlagen
Und in des Schiffbruchs Knirschen nicht zu zagen.
Es wölkt sich über mir-
Der Mond verbirgt sein Licht-
Die Lampe schwindet!
Es dampft! Es zucken rote Strahlen
Mir um das Haupt- Es weht
Ein Schauer vom Gewölb herab
Und faßt mich an!
Ich fühl's, du schwebst um mich, erflehter Geist
Enthülle dich!
Ha! wie's in meinem Herzen reißt!
Zu neuen Gefühlen
All meine Sinnen sich erwühlen!
Ich fühle ganz mein Herz dir hingegeben!
Du mußt! du mußt! und kostet es mein Leben!
(Er faßt das Buch und spricht das Zeichen des Geistes geheimnisvoll aus.
Es zuckt eine rötliche Flamme, der Geist erscheint in der Flamme.)

GEIST:
Wer ruft mir?

FAUST (abgewendet):
Schreckliches Gesicht!

GEIST:
Du hast mich mächtig angezogen,
An meiner Sphäre lang gesogen,
Und nun-

FAUST:
Weh! ich ertrag dich nicht!

GEIST:
Du flehst, eratmend mich zu schauen,
Meine Stimme zu hören, mein Antlitz zu sehn;
Mich neigt dein mächtig Seelenflehn,
Da bin ich!- Welch erbärmlich Grauen
Faßt Übermenschen dich! Wo ist der Seele Ruf?
Wo ist die Brust, die eine Welt in sich erschuf
Und trug und hegte, die mit Freudebeben
Erschwoll, sich uns, den Geistern, gleich zu heben?
Wo bist du, Faust, des Stimme mir erklang,
Der sich an mich mit allen Kräften drang?
Bist du es, der, von meinem Hauch umwittert,
In allen Lebenslagen zittert,
Ein furchtsam weggekrümmter Wurm?

FAUST:
Soll ich dir, Flammenbildung, weichen?
Ich bin's, bin Faust, bin deinesgleichen!

GEIST:
In Lebensfluten, im Tatensturm
Wall ich auf und ab,
Wehe hin und her!
Geburt und Grab,
Ein ewiges Meer,
Ein wechselndes Wehen,
Ein glühend Leben,
So schaff ich am laufenden Webstuhl der Zeit
Und wirke der Gottheit lebendiges Kleid.

FAUST:
Der du die weite Welt umschweifst,
Geschäftiger Geist, wie nah fühl ich mich dir!

GEIST:
Du gleichst dem Geist, den du begreifst,
Nicht mir!
(verschwindet)

FAUST (zusammenstürzend):
Nicht dir?
Wem denn?
Ich Ebenbild der Gottheit!
Und nicht einmal dir!
(es klopft)

O Tod! ich kenn's- das ist mein Famulus-
Es wird mein schönstes Glück zunichte!
Daß diese Fülle der Gesichte
Der trockne Schleicher stören muß!
(Wagner im Schlafrock und der Nachtmütze, eine Lampe in der Hand.
Faust wendet sich unwillig.)

WAGNER:
Verzeiht! ich hör euch deklamieren;
Ihr last gewiß ein griechisch Trauerspiel?
In dieser Kunst möcht ich was profitieren,
Denn heutzutage wirkt das viel.
Ich hab es öfters rühmen hören,
Ein Komödiant könnt einen Pfarrer lehren.

FAUST:
Ja, wenn der Pfarrer ein Komödiant ist;
Wie das denn wohl zuzeiten kommen mag.

WAGNER:
Ach! wenn man so in sein Museum gebannt ist,
Und sieht die Welt kaum einen Feiertag,
Kaum durch ein Fernglas, nur von weitem,
Wie soll man sie durch Überredung leiten?

FAUST:
Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen,
Wenn es nicht aus der Seele dringt
Und mit urkräftigem Behagen
Die Herzen aller Hörer zwingt.
Sitzt ihr nur immer! leimt zusammen,
Braut ein Ragout von andrer Schmaus
Und blast die kümmerlichen Flammen
Aus eurem Aschenhäufchen 'raus!
Bewundrung von Kindern und Affen,
Wenn euch darnach der Gaumen steht-
Doch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen,
Wenn es euch nicht von Herzen geht.

WAGNER:
Allein der Vortrag macht des Redners Glück;
Ich fühl es wohl, noch bin ich weit zurück.

FAUST:
Such Er den redlichen Gewinn!
Sei Er kein schellenlauter Tor!
Es trägt Verstand und rechter Sinn
Mit wenig Kunst sich selber vor!
Und wenn's euch Ernst ist, was zu sagen,
Ist's nötig, Worten nachzujagen?
Ja, eure Reden, die so blinkend sind,
In denen ihr der Menschheit Schnitzel kräuselt,
Sind unerquicklich wie der Nebelwind,
Der herbstlich durch die dürren Blätter säuselt!

WAGNER:
Ach Gott! die Kunst ist lang;
Und kurz ist unser Leben.
Mir wird, bei meinem kritischen Bestreben,
Doch oft um Kopf und Busen bang.
Wie schwer sind nicht die Mittel zu erwerben,
Durch die man zu den Quellen steigt!
Und eh man nur den halben Weg erreicht,
Muß wohl ein armer Teufel sterben.

FAUST:
Das Pergament, ist das der heil'ge Bronnen,
Woraus ein Trunk den Durst auf ewig stillt?
Erquickung hast du nicht gewonnen,
Wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt.

WAGNER:
Verzeiht! es ist ein groß Ergetzen,
Sich in den Geist der Zeiten zu versetzen;
Zu schauen, wie vor uns ein weiser Mann gedacht,
Und wie wir's dann zuletzt so herrlich weit gebracht.

FAUST:
O ja, bis an die Sterne weit!
Mein Freund, die Zeiten der Vergangenheit
Sind uns ein Buch mit sieben Siegeln.
Was ihr den Geist der Zeiten heißt,
Das ist im Grund der Herren eigner Geist,
In dem die Zeiten sich bespiegeln.
Da ist's denn wahrlich oft ein Jammer!
Man läuft euch bei dem ersten Blick davon.
Ein Kehrichtfaß und eine Rumpelkammer
Und höchstens eine Haupt- und Staatsaktion
Mit trefflichen pragmatischen Maximen,
Wie sie den Puppen wohl im Munde ziemen!

WAGNER:
Allein die Welt! des Menschen Herz und Geist!
Möcht jeglicher doch was davon erkennen.

FAUST:
Ja, was man so erkennen heißt!
Wer darf das Kind beim Namen nennen?
Die wenigen, die was davon erkannt,
Die töricht g'nug ihr volles Herz nicht wahrten,
Dem Pöbel ihr Gefühl, ihr Schauen offenbarten,
Hat man von je gekreuzigt und verbrannt.
Ich bitt Euch, Freund, es ist tief in der Nacht,
Wir müssen's diesmal unterbrechen.

WAGNER:
Ich hätte gern nur immer fortgewacht,
Um so gelehrt mit Euch mich zu besprechen.
Doch morgen, als am ersten Ostertage,
Erlaubt mir ein' und andre Frage.
Mit Eifer hab' ich mich der Studien beflissen;
Zwar weiß ich viel, doch möcht' ich alles wissen.
(Ab.)

FAUST (allein):
Wie nur dem Kopf nicht alle Hoffnung schwindet,
Der immerfort an schalem Zeuge klebt,
Mit gier'ger Hand nach Schätzen gräbt,
Und froh ist, wenn er Regenwürmer findet!

Darf eine solche Menschenstimme hier,
Wo Geisterfülle mich umgab, ertönen?
Doch ach! für diesmal dank ich dir,
Dem ärmlichsten von allen Erdensöhnen.
Du rissest mich von der Verzweiflung los,
Die mir die Sinne schon zerstören wollte.
Ach! die Erscheinung war so riesengroß,
Daß ich mich recht als Zwerg empfinden sollte.

Ich, Ebenbild der Gottheit, das sich schon
Ganz nah gedünkt dem Spiegel ew'ger Wahrheit,
Sein selbst genoß in Himmelsglanz und Klarheit,
Und abgestreift den Erdensohn;
Ich, mehr als Cherub, dessen freie Kraft
Schon durch die Adern der Natur zu fließen
Und, schaffend, Götterleben zu genießen
Sich ahnungsvoll vermaß, wie muß ich's büßen!
Ein Donnerwort hat mich hinweggerafft.

Nicht darf ich dir zu gleichen mich vermessen;
Hab ich die Kraft dich anzuziehn besessen,
So hatt ich dich zu halten keine Kraft.
In jenem sel'gen Augenblicke
Ich fühlte mich so klein, so groß;
Du stießest grausam mich zurücke,
Ins ungewisse Menschenlos.
Wer lehret mich? was soll ich meiden?
Soll ich gehorchen jenem Drang?
Ach! unsre Taten selbst, so gut als unsre Leiden,
Sie hemmen unsres Lebens Gang.

Dem Herrlichsten, was auch der Geist empfangen,
Drängt immer fremd und fremder Stoff sich an;
Wenn wir zum Guten dieser Welt gelangen,
Dann heißt das Beßre Trug und Wahn.
Die uns das Leben gaben, herrliche Gefühle
Erstarren in dem irdischen Gewühle.

Wenn Phantasie sich sonst mit kühnem Flug
Und hoffnungsvoll zum Ewigen erweitert,
So ist ein kleiner Raum ihr nun genug,
Wenn Glück auf Glück im Zeitenstrudel scheitert.
Die Sorge nistet gleich im tiefen Herzen,
Dort wirket sie geheime Schmerzen,
Unruhig wiegt sie sich und störet Lust und Ruh;
Sie deckt sich stets mit neuen Masken zu,
Sie mag als Haus und Hof, als Weib und Kind erscheinen,
Als Feuer, Wasser, Dolch und Gift;
Du bebst vor allem, was nicht trifft,
Und was du nie verlierst, das mußt du stets beweinen.

Den Göttern gleich ich nicht! zu tief ist es gefühlt;
Dem Wurme gleich ich, der den Staub durchwühlt,
Den, wie er sich im Staube nährend lebt,
Des Wandrers Tritt vernichtet und begräbt.

Ist es nicht Staub, was diese hohe Wand
Aus hundert Fächern mit verenget?
Der Trödel, der mit tausendfachem Tand
In dieser Mottenwelt mich dränget?
Hier soll ich finden, was mir fehlt?
Soll ich vielleicht in tausend Büchern lesen,
Daß überall die Menschen sich gequält,
Daß hie und da ein Glücklicher gewesen?-
Was grinsest du mir, hohler Schädel, her?
Als daß dein Hirn, wie meines, einst verwirret
Den leichten Tag gesucht und in der Dämmrung schwer,
Mit Lust nach Wahrheit, jämmerlich geirret.
Ihr Instrumente freilich spottet mein,
Mit Rad und Kämmen, Walz und Bügel:
Ich stand am Tor, ihr solltet Schlüssel sein;
Zwar euer Bart ist kraus, doch hebt ihr nicht die Riegel.
Geheimnisvoll am lichten Tag
Läßt sich Natur des Schleiers nicht berauben,
Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,
Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.
Du alt Geräte, das ich nicht gebraucht,
Du stehst nur hier, weil dich mein Vater brauchte.
Du alte Rolle, du wirst angeraucht,
Solang an diesem Pult die trübe Lampe schmauchte.
Weit besser hätt ich doch mein Weniges verpraßt,
Als mit dem Wenigen belastet hier zu schwitzen!
Was du ererbt von deinen Vätern hast,
Erwirb es, um es zu besitzen.
Was man nicht nützt, ist eine schwere Last,
Nur was der Augenblick erschafft, das kann er nützen.

Doch warum heftet sich mein Blick auf jene Stelle?
Ist jenes Fläschchen dort den Augen ein Magnet?
Warum wird mir auf einmal lieblich helle,
Als wenn im nächt'gen Wald uns Mondenglanz umweht?

Ich grüße dich, du einzige Phiole,
Die ich mit Andacht nun herunterhole!
In dir verehr ich Menschenwitz und Kunst.
Du Inbegriff der holden Schlummersäfte,
Du Auszug aller tödlich feinen Kräfte,
Erweise deinem Meister deine Gunst!
Ich sehe dich, es wird der Schmerz gelindert,
Ich fasse dich, das Streben wird gemindert,
Des Geistes Flutstrom ebbet nach und nach.
Ins hohe Meer werd ich hinausgewiesen,
Die Spiegelflut erglänzt zu meinen Füßen,
Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag.

Ein Feuerwagen schwebt, auf leichten Schwingen,
An mich heran! Ich fühle mich bereit,
Auf neuer Bahn den Äther zu durchdringen,
Zu neuen Sphären reiner Tätigkeit.
Dies hohe Leben, diese Götterwonne!
Du, erst noch Wurm, und die verdienest du?
Ja, kehre nur der holden Erdensonne
Entschlossen deinen Rücken zu!
Vermesse dich, die Pforten aufzureißen,
Vor denen jeder gern vorüberschleicht!
Hier ist es Zeit, durch Taten zu beweisen,
Das Manneswürde nicht der Götterhöhe weicht,
Vor jener dunkeln Höhle nicht zu beben,
In der sich Phantasie zu eigner Qual verdammt,
Nach jenem Durchgang hinzustreben,
Um dessen engen Mund die ganze Hölle flammt;
Zu diesem Schritt sich heiter zu entschließen,
Und wär es mit Gefahr, ins Nichts dahin zu fließen.

Nun komm herab, kristallne reine Schale!
Hervor aus deinem alten Futterale,
An die ich viele Jahre nicht gedacht!
Du glänzetst bei der Väter Freudenfeste,
Erheitertest die ernsten Gäste,
Wenn einer dich dem andern zugebracht.
Der vielen Bilder künstlich reiche Pracht,
Des Trinkers Pflicht, sie reimweis zu erklären,
Auf einen Zug die Höhlung auszuleeren,
Erinnert mich an manche Jugendnacht.
Ich werde jetzt dich keinem Nachbar reichen,
Ich werde meinen Witz an deiner Kunst nicht zeigen.
Hier ist ein Saft, der eilig trunken macht;
Mit brauner Flut erfüllt er deine Höhle.
Den ich bereit, den ich wähle,
"Der letzte Trunk sei nun, mit ganzer Seele,
Als festlich hoher Gruß, dem Morgen zugebracht!
(Er setzt die Schale an den Mund.)
Glockenklang und Chorgesang.

CHOR DER ENGEL:
Christ ist erstanden!
Freude dem Sterblichen,
Den die verderblichen,
Schleichenden, erblichen
Mängel unwanden.

FAUST:
Welch tiefes Summen, welch heller Ton
Zieht mit Gewalt das Glas von meinem Munde?
Verkündigt ihr dumpfen Glocken schon
Des Osterfestes erste Feierstunde?
Ihr Chöre, singt ihr schon den tröstlichen Gesang,
Der einst, um Grabes Nacht, von Engelslippen klang,
Gewißheit einem neuen Bunde?

CHOR DER WEIBER:
Mit Spezereien
Hatten wir ihn gepflegt,
Wir seine Treuen
Hatten ihn hingelegt;
Tücher und Binden
Reinlich unwanden wir,
Ach! und wir finden
Christ nicht mehr hier.

CHOR DER ENGEL:
Christ ist erstanden!
Selig der Liebende,
Der die betrübende,
Heilsam und übende
Prüfung bestanden.

FAUST:
Was sucht ihr, mächtig und gelind,
Ihr Himmelstöne, mich am Staube?
Klingt dort umher, wo weiche Menschen sind.
Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube;
Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind.
Zu jenen Sphären wag ich nicht zu streben,
Woher die holde Nachricht tönt;
Und doch, an diesen Klang von Jugend auf gewöhnt,
Ruft er auch jetzt zurück mich in das Leben.
Sonst stürzte sich der Himmelsliebe Kuß
Auf mich herab in ernster Sabbatstille;
Da klang so ahnungsvoll des Glockentones Fülle,
Und ein Gebet war brünstiger Genuß;
Ein unbegreiflich holdes Sehnen
Trieb mich, durch Wald und Wiesen hinzugehn,
Und unter tausend heißen Tränen
Fühlt ich mir eine Welt entstehn.
Dies Lied verkündete der Jugend muntre Spiele,
Der Frühlingsfeier freies Glück;
Erinnrung hält mich nun, mit kindlichem Gefühle,
Vom letzten, ernsten Schritt zurück.
O tönet fort, ihr süßen Himmelslieder!
Die Träne quillt, die Erde hat mich wieder!

CHOR DER JÜNGER:
Hat der Begrabene
Schon sich nach oben,
Lebend Erhabene,
Herrlich erhoben;
Ist er in Werdeluft
Schaffender Freude nah:
Ach! an der Erde Brust
Sind wir zum Leide da.
Ließ er die Seinen
Schmachtend uns hier zurück;
Ach! wir beweinen,
Meister, dein Glück!

CHOR DER ENGEL:
Christ ist erstanden,
Aus der Verwesung Schoß.
Reißet von Banden
Freudig euch los!
Tätig ihn preisenden,
Liebe beweisenden,
Brüderlich speisenden,
Predigend reisenden,
Wonne verheißenden
Euch ist der Meister nah,
Euch ist er da!

            

I. NIGHT

(_A lofty-arched, narrow, Gothic chamber_. FAUST, _in a chair at his
desk, restless_.)

FAUST

I've studied now Philosophy
And Jurisprudence, Medicine,--
And even, alas! Theology,--
From end to end, with labor keen;
And here, poor fool! with all my lore
I stand, no wiser than before:
I'm Magister--yea, Doctor--hight,
And straight or cross-wise, wrong or right,
These ten years long, with many woes,
I've led my scholars by the nose,--
And see, that nothing can be known!
_That_ knowledge cuts me to the bone.
I'm cleverer, true, than those fops of teachers,
Doctors and Magisters, Scribes and Preachers;
Neither scruples nor doubts come now to smite me,
Nor Hell nor Devil can longer affright me.

For this, all pleasure am I foregoing;
I do not pretend to aught worth knowing,
I do not pretend I could be a teacher
To help or convert a fellow-creature.
Then, too, I've neither lands nor gold,
Nor the world's least pomp or honor hold--
No dog would endure such a curst existence!
Wherefore, from Magic I seek assistance,
That many a secret perchance I reach
Through spirit-power and spirit-speech,
And thus the bitter task forego
Of saying the things I do not know,--
That I may detect the inmost force
Which binds the world, and guides its course;
Its germs, productive powers explore,
And rummage in empty words no more!

O full and splendid Moon, whom I
Have, from this desk, seen climb the sky
So many a midnight,--would thy glow
For the last time beheld my woe!
Ever thine eye, most mournful friend,
O'er books and papers saw me bend;
But would that I, on mountains grand,
Amid thy blessed light could stand,
With spirits through mountain-caverns hover,
Float in thy twilight the meadows over,
And, freed from the fumes of lore that swathe me,
To health in thy dewy fountains bathe me!

Ah, me! this dungeon still I see.
This drear, accursed masonry,
Where even the welcome daylight strains
But duskly through the painted panes.
Hemmed in by many a toppling heap
Of books worm-eaten, gray with dust,
Which to the vaulted ceiling creep,
Against the smoky paper thrust,--
With glasses, boxes, round me stacked,
And instruments together hurled,
Ancestral lumber, stuffed and packed--
Such is my world: and what a world!

And do I ask, wherefore my heart
Falters, oppressed with unknown needs?
Why some inexplicable smart
All movement of my life impedes?
Alas! in living Nature's stead,
Where God His human creature set,
In smoke and mould the fleshless dead
And bones of beasts surround me yet!

Fly! Up, and seek the broad, free land!
And this one Book of Mystery
From Nostradamus' very hand,
Is't not sufficient company?
When I the starry courses know,
And Nature's wise instruction seek,
With light of power my soul shall glow,
As when to spirits spirits speak.
Tis vain, this empty brooding here,
Though guessed the holy symbols be:
Ye, Spirits, come--ye hover near--
Oh, if you hear me, answer me!

(_He opens the Book, and perceives the sign of the Macrocosm_.)

Ha! what a sudden rapture leaps from this
I view, through all my senses swiftly flowing!
I feel a youthful, holy, vital bliss
In every vein and fibre newly glowing.
Was it a God, who traced this sign,
With calm across my tumult stealing,
My troubled heart to joy unsealing,
With impulse, mystic and divine,
The powers of Nature here, around my path, revealing?
Am I a God?--so clear mine eyes!
In these pure features I behold
Creative Nature to my soul unfold.
What says the sage, now first I recognize:
"The spirit-world no closures fasten;
Thy sense is shut, thy heart is dead:
Disciple, up! untiring, hasten
To bathe thy breast in morning-red!"

(_He contemplates the sign_.)

How each the Whole its substance gives,
Each in the other works and lives!
Like heavenly forces rising and descending,
Their golden urns reciprocally lending,
With wings that winnow blessing
From Heaven through Earth I see them pressing,
Filling the All with harmony unceasing!
How grand a show! but, ah! a show alone.
Thee, boundless Nature, how make thee my own?
Where you, ye beasts? Founts of all Being, shining,
Whereon hang Heaven's and Earth's desire,
Whereto our withered hearts aspire,--
Ye flow, ye feed: and am I vainly pining?

(_He turns the leaves impatiently, and perceives the sign of the
Earth-Spirit_.)

How otherwise upon me works this sign!
Thou, Spirit of the Earth, art nearer:
Even now my powers are loftier, clearer;
I glow, as drunk with new-made wine:
New strength and heart to meet the world incite me,
The woe of earth, the bliss of earth, invite me,
And though the shock of storms may smite me,
No crash of shipwreck shall have power to fright me!
Clouds gather over me--
The moon conceals her light--
The lamp's extinguished!--
Mists rise,--red, angry rays are darting
Around my head!--There falls
A horror from the vaulted roof,
And seizes me!
I feel thy presence, Spirit I invoke!
Reveal thyself!
Ha! in my heart what rending stroke!
With new impulsion
My senses heave in this convulsion!
I feel thee draw my heart, absorb, exhaust me:
Thou must! thou must! and though my life it cost me!

(_He seizes the book, and mysteriously pronounces the sign of
the Spirit. A ruddy flame flashes: the Spirit appears in
the flame_.)

SPIRIT

Who calls me?

FAUST (_with averted head_)

Terrible to see!

SPIRIT

Me hast thou long with might attracted,
Long from my sphere thy food exacted,
And now--

FAUST

Woe! I endure not thee!

SPIRIT

To view me is thine aspiration,
My voice to hear, my countenance to see;
Thy powerful yearning moveth me,
Here am I!--what mean perturbation
Thee, superhuman, shakes? Thy soul's high calling, where?
Where is the breast, which from itself a world did bear,
And shaped and cherished--which with joy expanded,
To be our peer, with us, the Spirits, banded?
Where art thou, Faust, whose voice has pierced to me,
Who towards me pressed with all thine energy?
_He_ art thou, who, my presence breathing, seeing,
Trembles through all the depths of being,
A writhing worm, a terror-stricken form?

FAUST

Thee, form of flame, shall I then fear?
Yes, I am Faust: I am thy peer!

SPIRIT

In the tides of Life, in Action's storm,
A fluctuant wave,
A shuttle free,
Birth and the Grave,
An eternal sea,
A weaving, flowing
Life, all-glowing,
Thus at Time's humming loom 'tis my hand prepares
The garment of Life which the Deity wears!

FAUST

Thou, who around the wide world wendest,
Thou busy Spirit, how near I feel to thee!

SPIRIT

Thou'rt like the Spirit which thou comprehendest,
Not me!

(_Disappears_.)

FAUST (_overwhelmed_)

Not thee!
Whom then?
I, image of the Godhead!
Not even like thee!

(_A knock_).

O Death!--I know it--'tis my Famulus!
My fairest luck finds no fruition:
In all the fullness of my vision
The soulless sneak disturbs me thus!

(_Enter_ WAGNER_, in dressing-gown and night-cap, a lamp in
his hand. _FAUST_ turns impatiently_.)

WAGNER

Pardon, I heard your declamation;
'Twas sure an old Greek tragedy you read?
In such an art I crave some preparation,
Since now it stands one in good stead.
I've often heard it said, a preacher
Might learn, with a comedian for a teacher.

FAUST

Yes, when the priest comedian is by nature,
As haply now and then the case may be.

WAGNER

Ah, when one studies thus, a prisoned creature,
That scarce the world on holidays can see,--
Scarce through a glass, by rare occasion,
How shall one lead it by persuasion?

FAUST

You'll ne'er attain it, save you know the feeling,
Save from the soul it rises clear,
Serene in primal strength, compelling
The hearts and minds of all who hear.
You sit forever gluing, patching;
You cook the scraps from others' fare;
And from your heap of ashes hatching
A starveling flame, ye blow it bare!
Take children's, monkeys' gaze admiring,
If such your taste, and be content;
But ne'er from heart to heart you'll speak inspiring,
Save your own heart is eloquent!

WAGNER

Yet through delivery orators succeed;
I feel that I am far behind, indeed.

FAUST

Seek thou the honest recompense!
Beware, a tinkling fool to be!
With little art, clear wit and sense
Suggest their own delivery;
And if thou'rt moved to speak in earnest,
What need, that after words thou yearnest?
Yes, your discourses, with their glittering show,
Where ye for men twist shredded thought like paper,
Are unrefreshing as the winds that blow
The rustling leaves through chill autumnal vapor!

WAGNER

Ah, God! but Art is long,
And Life, alas! is fleeting.
And oft, with zeal my critic-duties meeting,
In head and breast there's something wrong.

How hard it is to compass the assistance
Whereby one rises to the source!
And, haply, ere one travels half the course
Must the poor devil quit existence.

FAUST

Is parchment, then, the holy fount before thee,
A draught wherefrom thy thirst forever slakes?
No true refreshment can restore thee,
Save what from thine own soul spontaneous breaks.

WAGNER

Pardon! a great delight is granted
When, in the spirit of the ages planted,
We mark how, ere our times, a sage has thought,
And then, how far his work, and grandly, we have brought.

FAUST

O yes, up to the stars at last!
Listen, my friend: the ages that are past
Are now a book with seven seals protected:
What you the Spirit of the Ages call
Is nothing but the spirit of you all,
Wherein the Ages are reflected.
So, oftentimes, you miserably mar it!
At the first glance who sees it runs away.
An offal-barrel and a lumber-garret,
Or, at the best, a Punch-and-Judy play,
With maxims most pragmatical and hitting,
As in the mouths of puppets are befitting!

WAGNER

But then, the world--the human heart and brain!
Of these one covets some slight apprehension.

FAUST

Yes, of the kind which men attain!
Who dares the child's true name in public mention?
The few, who thereof something really learned,
Unwisely frank, with hearts that spurned concealing,
And to the mob laid bare each thought and feeling,
Have evermore been crucified and burned.
I pray you, Friend, 'tis now the dead of night;
Our converse here must be suspended.

WAGNER

I would have shared your watches with delight,
That so our learned talk might be extended.
To-morrow, though, I'll ask, in Easter leisure,
This and the other question, at your pleasure.
Most zealously I seek for erudition:
Much do I know--but to know all is my ambition.

_Exit_.

FAUST (_solus_)

That brain, alone, not loses hope, whose choice is
To stick in shallow trash forevermore,--
Which digs with eager hand for buried ore,
And, when it finds an angle-worm, rejoices!

Dare such a human voice disturb the flow,
Around me here, of spirit-presence fullest?
And yet, this once my thanks I owe
To thee, of all earth's sons the poorest, dullest!
For thou hast torn me from that desperate state
Which threatened soon to overwhelm my senses:
The apparition was so giant-great,
It dwarfed and withered all my soul's pretences!

I, image of the Godhead, who began--
Deeming Eternal Truth secure in nearness--
Ye choirs, have ye begun the sweet, consoling chant,
Which, through the night of Death, the angels ministrant
Sang, God's new Covenant repeating?

CHORUS OF WOMEN

With spices and precious
Balm, we arrayed him;
Faithful and gracious,
We tenderly laid him:
Linen to bind him
Cleanlily wound we:
Ah! when we would find him,
Christ no more found we!

CHORUS OF ANGELS

Christ is ascended!
Bliss hath invested him,--
Woes that molested him,
Trials that tested him,
Gloriously ended!

FAUST

Why, here in dust, entice me with your spell,
Ye gentle, powerful sounds of Heaven?
Peal rather there, where tender natures dwell.
Your messages I hear, but faith has not been given;
The dearest child of Faith is Miracle.
I venture not to soar to yonder regions
Whence the glad tidings hither float;
And yet, from childhood up familiar with the note,
To Life it now renews the old allegiance.
Once Heavenly Love sent down a burning kiss
Upon my brow, in Sabbath silence holy;
And, filled with mystic presage, chimed the church-bell slowly,
And prayer dissolved me in a fervent bliss.
A sweet, uncomprehended yearning
Drove forth my feet through woods and meadows free,
And while a thousand tears were burning,
I felt a world arise for me.
These chants, to youth and all its sports appealing,
Proclaimed the Spring's rejoicing holiday;
And Memory holds me now, with childish feeling,
Back from the last, the solemn way.
Sound on, ye hymns of Heaven, so sweet and mild!
My tears gush forth: the Earth takes back her child!

CHORUS OF DISCIPLES

Has He, victoriously,
Burst from the vaulted
Grave, and all-gloriously
Now sits exalted?
Is He, in glow of birth,
Rapture creative near?
Ah! to the woe of earth
Still are we native here.
We, his aspiring
Followers, Him we miss;
Weeping, desiring,
Master, Thy bliss!

CHORUS OF ANGELS

Christ is arisen,
Out of Corruption's womb:
Burst ye the prison,
Break from your gloom!
Praising and pleading him,
Lovingly needing him,
Brotherly feeding him,
Preaching and speeding him,
Blessing, succeeding Him,
Thus is the Master near,--
Thus is He here!




Vor dem Tor

Spaziergänger aller Art ziehen hinaus.


EINIGE HANDWERKSBURSCHE:
Warum denn dort hinaus?

ANDRE:
Wir gehn hinaus aufs Jägerhaus.

DIE ERSTEN:
Wir aber wollen nach der Mühle wandern.

EIN HANDWERKSBURSCH:
Ich rat euch, nach dem Wasserhof zu gehn.

ZWEITER:
Der Weg dahin ist gar nicht schön.

DIE ZWEITEN:
Was tust denn du?

EIN DRITTER:
Ich gehe mit den andern.

VIERTER:
Nach Burgdorf kommt herauf, gewiß dort findet ihr
Die schönsten Mädchen und das beste Bier,
Und Händel von der ersten Sorte.

FÜNFTER:
Du überlustiger Gesell,
Juckt dich zum drittenmal das Fell?
Ich mag nicht hin, mir graut es vor dem Orte.

DIENSTMÄDCHEN:
Nein, nein! ich gehe nach der Stadt zurück.

ANDRE:
Wir finden ihn gewiß bei jenen Pappeln stehen.

ERSTE:
Das ist für mich kein großes Glück;
Er wird an deiner Seite gehen,
Mit dir nur tanzt er auf dem Plan.
Was gehn mich deine Freuden an!

ANDRE:
Heut ist er sicher nicht allein,
Der Krauskopf, sagt er, würde bei ihm sein.

SCHÜLER:
Blitz, wie die wackern Dirnen schreiten!
Herr Bruder, komm! wir müssen sie begleiten.
Ein starkes Bier, ein beizender Toback,
Und eine Magd im Putz, das ist nun mein Geschmack.

BÜRGERMÄDCHEN:
Da sieh mir nur die schönen Knaben!
Es ist wahrhaftig eine Schmach:
Gesellschaft könnten sie die allerbeste haben,
Und laufen diesen Mägden nach!
ZWEITER SCHÜLER (zum ersten):
Nicht so geschwind! dort hinten kommen zwei,
Sie sind gar niedlich angezogen,
's ist meine Nachbarin dabei;
Ich bin dem Mädchen sehr gewogen.
Sie gehen ihren stillen Schritt
Und nehmen uns doch auch am Ende mit.

ERSTER:
Herr Bruder, nein! Ich bin nicht gern geniert.
Geschwind! daß wir das Wildbret nicht verlieren.
Die Hand, die samstags ihren Besen führt
Wird sonntags dich am besten karessieren.

BÜRGER:
Nein, er gefällt mir nicht, der neue Burgemeister!
Nun, da er's ist, wird er nur täglich dreister.
Und für die Stadt was tut denn er?
Wird es nicht alle Tage schlimmer?
Gehorchen soll man mehr als immer,
Und zahlen mehr als je vorher.

BETTLER (singt):
Ihr guten Herrn, ihr schönen Frauen,
So wohlgeputzt und backenrot,
Belieb es euch, mich anzuschauen,
Und seht und mildert meine Not!
Laßt hier mich nicht vergebens leiern!
Nur der ist froh, der geben mag.
Ein Tag, den alle Menschen feiern,
Er sei für mich ein Erntetag.

ANDRER BÜRGER:
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

DRITTER BÜRGER:
Herr Nachbar, ja! so laß ich's auch geschehn:
Sie mögen sich die Köpfe spalten,
Mag alles durcheinander gehn;
Doch nur zu Hause bleib's beim alten.
ALTE (zu den Bürgermädchen):
Ei! wie geputzt! das schöne junge Blut!
Wer soll sich nicht in euch vergaffen?-
Nur nicht so stolz! es ist schon gut!
Und was ihr wünscht, das wüßt ich wohl zu schaffen.

BÜRGERMÄDCHEN:
Agathe, fort! ich nehme mich in acht,
Mit solchen Hexen öffentlich zu gehen;
Sie ließ mich zwar in Sankt Andreas' Nacht
Den künft'gen Liebsten leiblich sehen-
DIE ANDRE:
Mir zeigte sie ihn im Kristall,
Soldatenhaft, mit mehreren Verwegnen;
Ich seh mich um, ich such ihn überall,
Allein mir will er nicht begegnen.

SOLDATEN:
Burgen mit hohen
Mauern und Zinnen,
Mädchen mit stolzen
Höhnenden Sinnen
Möcht ich gewinnen!
Kühn ist das Mühen,
Herrlich der Lohn!

Und die Trompete
Lassen wir werben,
Wie zu der Freude,
So zum Verderben.
Das ist ein Stürmen!
Das ist ein Leben!
Mädchen und Burgen
Müssen sich geben.
Kühn ist das Mühen,
Herrlich der Lohn!
Und die Soldaten
Ziehen davon.


Faust und Wagner.

FAUST:
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dorther sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer kornigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt's im Revier
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurückzusehen.
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß, in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!

WAGNER:
Mit Euch, Herr Doktor, zu spazieren
Ist ehrenvoll und ist Gewinn;
Doch würd ich nicht allein mich her verlieren,
Weil ich ein Feind von allem Rohen bin.
Das Fiedeln, Schreien, Kegelschieben
Ist mir ein gar verhaßter Klang;
Sie toben wie vom bösen Geist getrieben
Und nennen's Freude. nennen's Gesang.


Bauern unter der Linde. Tanz und Gesang.

Der Schäfer putzte sich zum Tanz,
Mit bunter Jacke, Band und Kranz,
Schmuck war er angezogen.
Schon um die Linde war es voll,
Und alles tanzte schon wie toll.
Juchhe! Juchhe!
Juchheisa! Heisa! He!
So ging der Fiedelbogen.

Er drückte hastig sich heran,
Da stieß er an ein Mädchen an
Mit seinem Ellenbogen;
Die frische Dirne kehrt, sich um
Und sagte: Nun, das find ich dumm!
Juchhe! Juchhe!
Juchheisa! Heisa! He!
Seid nicht so ungezogen!

Doch hurtig in dem Kreise ging's,
Sie tanzten rechts, sie tanzten links,
Und alle Röcke flogen.
Sie wurden rot, sie wurden warm
Und ruhten atmend Arm in Arm,
Juchhe! Juchhe!
Juchheisa! Heisa! He!
Und Hüft an Ellenbogen.

Und tu mir doch nicht so vertraut!
Wie mancher hat nicht seine Braut
Belogen und betrogen!
Er schmeichelte sie doch bei Seit,
Und von der Linde scholl es weit:
Juchhe! Juchhe!
Juchheisa! Heisa! He!
Geschrei und Fiedelbogen.

ALTER BAUER:
Herr Doktor, das ist schön von Euch,
Daß Ihr uns heute nicht verschmäht,
Und unter dieses Volksgedräng,
Als ein so Hochgelahrter, geht.
So nehmet auch den schönsten Krug,
Den wir mit frischem Trunk gefüllt,
Ich bring ihn zu und wünsche laut,
Daß er nicht nur den Durst Euch stillt:
Die Zahl der Tropfen, die er hegt,
Sei Euren Tagen zugelegt.

FAUST:
Ich nehme den Erquickungstrank
Erwidr' euch allen Heil und Dank.
(Das Volk sammelt sich im Kreis umher.)

ALTER BAUER:
Fürwahr, es ist sehr wohl getan,
Daß Ihr am frohen Tag erscheint;
Habt Ihr es vormals doch mit uns
An bösen Tagen gut gemeint!
Gar mancher steht lebendig hier
Den Euer Vater noch zuletzt
Der heißen Fieberwut entriß,
Als er der Seuche Ziel gesetzt.
Auch damals Ihr, ein junger Mann,
Ihr gingt in jedes Krankenhaus,
Gar manche Leiche trug man fort,
Ihr aber kamt gesund heraus,
Bestandet manche harte Proben;
Dem Helfer half der Helfer droben.

ALLE:
Gesundheit dem bewährten Mann,
Daß er noch lange helfen kann!

FAUST:
Vor jenem droben steht gebückt,
Der helfen lehrt und Hülfe schickt.
(Er geht mit Wagnern weiter.)

WAGNER:
Welch ein Gefühl mußt du, o großer Mann,
Bei der Verehrung dieser Menge haben!
O glücklich, wer von seinen Gaben
Solch einen Vorteil ziehen kann!
Der Vater zeigt dich seinem Knaben,
Ein jeder fragt und drängt und eilt,
Die Fiedel stockt, der Tänzer weilt.
Du gehst, in Reihen stehen sie,
Die Mützen fliegen in die Höh;
Und wenig fehlt, so beugten sich die Knie,
Als käm das Venerabile.

FAUST:
Nur wenig Schritte noch hinauf zu jenem Stein,
Hier wollen wir von unsrer Wandrung rasten.
Hier saß ich oft gedankenvoll allein
Und quälte mich mit Beten und mit Fasten.
An Hoffnung reich, im Glauben fest,
Mit Tränen, Seufzen, Händeringen
Dacht ich das Ende jener Pest
Vom Herrn des Himmels zu erzwingen.
Der Menge Beifall tönt mir nun wie Hohn.
O könntest du in meinem Innern lesen,
Wie wenig Vater und Sohn
Solch eines Ruhmes wert gewesen!
Mein Vater war ein dunkler Ehrenmann,
Der über die Natur und ihre heil'gen Kreise
In Redlichkeit, jedoch auf seine Weise,
Mit grillenhafter Mühe sann;
Der, in Gesellschaft von Adepten,
Sich in die schwarze Küche schloß,
Und, nach unendlichen Rezepten,
Das Widrige zusammengoß.
Da ward ein roter Leu, ein kühner Freier,
Im lauen Bad der Lilie vermählt,
Und beide dann mit offnem Flammenfeuer
Aus einem Brautgemach ins andere gequält.
Erschien darauf mit bunten Farben
Die junge Königin im Glas,
Hier war die Arzenei, die Patienten starben,
Und niemand fragte: wer genas?
So haben wir mit höllischen Latwergen
In diesen Tälern, diesen Bergen
Weit schlimmer als die Pest getobt.
Ich habe selbst den Gift an Tausende gegeben:
Sie welkten hin, ich muß erleben,
Daß man die frechen Mörder lobt.

WAGNER:
Wie könnt Ihr Euch darum betrüben!
Tut nicht ein braver Mann genug,
Die Kunst, die man ihm übertrug,
Gewissenhaft und pünktlich auszuüben?
Wenn du als Jüngling deinen Vater ehrst,
So wirst du gern von ihm empfangen;
Wenn du als Mann die Wissenschaft vermehrst,
So kann dein Sohn zu höhrem Ziel gelangen.

FAUST:
O glücklich, wer noch hoffen kann,
Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen!
Was man nicht weiß, das eben brauchte man,
Und was man weiß, kann man nicht brauchen.
Doch laß uns dieser Stunde schönes Gut
Durch solchen Trübsinn nicht verkümmern!
Betrachte, wie in Abendsonne-Glut
Die grünumgebnen Hütten schimmern.
Sie rückt und weicht, der Tag ist überlebt,
Dort eilt sie hin und fördert neues Leben.
O daß kein Flügel mich vom Boden hebt
Ihr nach und immer nach zu streben!
Ich säh im ewigen Abendstrahl
Die stille Welt zu meinen Füßen,
Entzündet alle Höhn beruhigt jedes Tal,
Den Silberbach in goldne Ströme fließen.
Nicht hemmte dann den göttergleichen Lauf
Der wilde Berg mit allen seinen Schluchten;
Schon tut das Meer sich mit erwärmten Buchten
Vor den erstaunten Augen auf.
Doch scheint die Göttin endlich wegzusinken;
Allein der neue Trieb erwacht,
Ich eile fort, ihr ew'ges Licht zu trinken,
Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht,
Den Himmel über mir und unter mir die Wellen.
Ein schöner Traum, indessen sie entweicht.
Ach! zu des Geistes Flügeln wird so leicht
Kein körperlicher Flügel sich gesellen.
Doch ist es jedem eingeboren
Daß sein Gefühl hinauf und vorwärts dringt,
Wenn über uns, im blauen Raum verloren,
Ihr schmetternd Lied die Lerche singt;
Wenn über schroffen Fichtenhöhen
Der Adler ausgebreitet schwebt,
Und über Flächen, über Seen
Der Kranich nach der Heimat strebt.

WAGNER:
Ich hatte selbst oft grillenhafte Stunden,
Doch solchen Trieb hab ich noch nie empfunden.
Man sieht sich leicht an Wald und Feldern satt;
Des Vogels Fittich werd ich nie beneiden.
Wie anders tragen uns die Geistesfreuden
Von Buch zu Buch, von Blatt zu Blatt!
Da werden Winternächte hold und schön
Ein selig Leben wärmet alle Glieder,
Und ach! entrollst du gar ein würdig Pergamen,
So steigt der ganze Himmel zu dir nieder.

FAUST:
Du bist dir nur des einen Triebs bewußt,
O lerne nie den andern kennen!
Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
Die eine will sich von der andern trennen;
Die eine hält, in derber Liebeslust,
Sich an die Welt mit klammernden Organen;
Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust
Zu den Gefilden hoher Ahnen.
O gibt es Geister in der Luft,
Die zwischen Erd und Himmel herrschend weben
So steiget nieder aus dem goldnen Duft
Und führt mich weg zu neuem, buntem Leben!
Ja, wäre nur ein Zaubermantel mein,
Und trüg er mich in fremde Länder!
Mir sollt er um die köstlichsten Gewänder,
Nicht feil um einen Königsmantel sein.

WAGNER:
Berufe nicht die wohlbekannte Schar,
Die strömend sich im Dunstkreis überbreitet,
Dem Menschen tausendfältige Gefahr,
Von allen Enden her, bereitet.
Von Norden dringt der scharfe Geisterzahn
Auf dich herbei, mit pfeilgespitzten Zungen;
Von Morgen ziehn, vertrocknend, sie heran,
Und nähren sich von deinen Lungen;
Wenn sie der Mittag aus der Wüste schickt,
Die Glut auf Glut um deinen Scheitel häufen
So bringt der West den Schwarm, der erst erquickt,
Um dich und Feld und Aue zu ersäufen.
Sie hören gern, zum Schaden froh gewandt,
Gehorchen gern, weil sie uns gern betrügen;
Sie stellen wie vom Himmel sich gesandt,
Und lispeln englisch, wenn sie lügen.
Doch gehen wir! Ergraut ist schon die Welt,
Die Luft gekühlt, der Nebel fällt!
Am Abend schätzt man erst das Haus.-
Was stehst du so und blickst erstaunt hinaus?
Was kann dich in der Dämmrung so ergreifen?

FAUST:
Siehst du den schwarzen Hund durch Saat und Stoppel streifen?

WAGNER:
Ich sah ihn lange schon, nicht wichtig schien er mir.

FAUST:
Betracht ihn recht! für was hältst du das Tier?

WAGNER:
Für einen Pudel, der auf seine Weise
Sich auf der Spur des Herren plagt.

FAUST:
Bemerkst du, wie in weitem Schneckenkreise
Er um uns her und immer näher jagt?
Und irr ich nicht, so zieht ein Feuerstrudel
Auf seinen Pfaden hinterdrein.

WAGNER:
Ich sehe nichts als einen schwarzen Pudel;
Es mag bei Euch wohl Augentäuschung sein.

FAUST:
Mir scheint es, daß er magisch leise Schlingen
Zu künft'gem Band um unsre Füße zieht.

WAGNER:
Ich seh ihn ungewiß und furchtsam uns umspringen,
Weil er, statt seines Herrn, zwei Unbekannte sieht.

FAUST:
Der Kreis wird eng, schon ist er nah!

WAGNER:
Du siehst! ein Hund, und kein Gespenst ist da.
Er knurrt und zweifelt, legt sich auf den Bauch,
Er wedelt. Alles Hundebrauch.

FAUST:
Geselle dich zu uns! Komm hier!

WAGNER:
Es ist ein pudelnärrisch Tier.
Du stehest still, er wartet auf;
Du sprichst ihn an, er strebt an dir hinauf;
Verliere was, er wird es bringen,
Nach deinem Stock ins Wasser springen.

FAUST:
Du hast wohl recht; ich finde nicht die Spur
Von einem Geist, und alles ist Dressur.

WAGNER:
Dem Hunde, wenn er gut gezogen,
Wird selbst ein weiser Mann gewogen.
Ja, deine Gunst verdient er ganz und gar,
Er, der Studenten trefflicher Skolar.
(Sie gehen in das Stadttor.)

            

II. BEFORE THE CITY-GATE

(_Pedestrians of all kinds come forth_.)

SEVERAL APPRENTICES

Why do you go that way?

OTHERS

We're for the Hunters' lodge, to-day.

THE FIRST

We'll saunter to the Mill, in yonder hollow.

AN APPRENTICE

Go to the River Tavern, I should say.

SECOND APPRENTICE

But then, it's not a pleasant way.

THE OTHERS

And what will _you_?

A THIRD

As goes the crowd, I follow.

A FOURTH

Come up to Burgdorf? There you'll find good cheer,
The finest lasses and the best of beer,
And jolly rows and squabbles, trust me!

A FIFTH

You swaggering fellow, is your hide
A third time itching to be tried?
I won't go there, your jolly rows disgust me!

SERVANT-GIRL

No,--no! I'll turn and go to town again.

ANOTHER

We'll surely find him by those poplars yonder.

THE FIRST

That's no great luck for me, 'tis plain.
You'll have him, when and where you wander:
His partner in the dance you'll be,--
But what is all your fun to me?

THE OTHER

He's surely not alone to-day:
He'll be with Curly-head, I heard him say.

A STUDENT

Deuce! how they step, the buxom wenches!
Come, Brother! we must see them to the benches.
A strong, old beer, a pipe that stings and bites,
A girl in Sunday clothes,--these three are my delights.

CITIZEN'S DAUGHTER

Just see those handsome fellows, there!
It's really shameful, I declare;--
To follow servant-girls, when they
Might have the most genteel society to-day!

SECOND STUDENT (_to the First_)

Not quite so fast! Two others come behind,--
Those, dressed so prettily and neatly.
My neighbor's one of them, I find,
A girl that takes my heart, completely.
They go their way with looks demure,
But they'll accept us, after all, I'm sure.

THE FIRST

No, Brother! not for me their formal ways.
Quick! lest our game escape us in the press:
The hand that wields the broom on Saturdays
Will best, on Sundays, fondle and caress.

CITIZEN

He suits me not at all, our new-made Burgomaster!
Since he's installed, his arrogance grows faster.
How has he helped the town, I say?
Things worsen,--what improvement names he?
Obedience, more than ever, claims he,
And more than ever we must pay!

BEGGAR (_sings_)

Good gentlemen and lovely ladies,
So red of cheek and fine of dress,
Behold, how needful here your aid is,
And see and lighten my distress!
Let me not vainly sing my ditty;
He's only glad who gives away:
A holiday, that shows your pity,
Shall be for me a harvest-day!

ANOTHER CITIZEN

On Sundays, holidays, there's naught I take delight in,
Like gossiping of war, and war's array,
When down in Turkey, far away,
The foreign people are a-fighting.
One at the window sits, with glass and friends,
And sees all sorts of ships go down the river gliding:
And blesses then, as home he wends
At night, our times of peace abiding.

THIRD CITIZEN

Yes, Neighbor! that's my notion, too:
Why, let them break their heads, let loose their passions,
And mix things madly through and through,
So, here, we keep our good old fashions!

OLD WOMAN (_to the Citizen's Daughter_)

Dear me, how fine! So handsome, and so young!
Who wouldn't lose his heart, that met you?
Don't be so proud! I'll hold my tongue,
And what you'd like I'll undertake to get you.

CITIZEN'S DAUGHTER

Come, Agatha! I shun the witch's sight
Before folks, lest there be misgiving:
'Tis true, she showed me, on Saint Andrew's Night,
My future sweetheart, just as he were living.

THE OTHER

She showed me mine, in crystal clear,
With several wild young blades, a soldier-lover:
I seek him everywhere, I pry and peer,
And yet, somehow, his face I can't discover.

SOLDIERS

Castles, with lofty
Ramparts and towers,
Maidens disdainful
In Beauty's array,
Both shall be ours!
Bold is the venture,
Splendid the pay!
Lads, let the trumpets
For us be suing,--
Calling to pleasure,
Calling to ruin.
Stormy our life is;
Such is its boon!
Maidens and castles
Capitulate soon.
Bold is the venture,
Splendid the pay!
And the soldiers go marching,
Marching away!

FAUST AND WAGNER

FAUST

Released from ice are brook and river
By the quickening glance of the gracious Spring;
The colors of hope to the valley cling,
And weak old Winter himself must shiver,
Withdrawn to the mountains, a crownless king:
Whence, ever retreating, he sends again
Impotent showers of sleet that darkle
In belts across the green o' the plain.
But the sun will permit no white to sparkle;
Everywhere form in development moveth;
He will brighten the world with the tints he loveth,
And, lacking blossoms, blue, yellow, and red,
He takes these gaudy people instead.
Turn thee about, and from this height
Back on the town direct thy sight.
Out of the hollow, gloomy gate,
The motley throngs come forth elate:
Each will the joy of the sunshine hoard,
To honor the Day of the Risen Lord!
They feel, themselves, their resurrection:
From the low, dark rooms, scarce habitable;
From the bonds of Work, from Trade's restriction;
From the pressing weight of roof and gable;
From the narrow, crushing streets and alleys;
From the churches' solemn and reverend night,
All come forth to the cheerful light.
How lively, see! the multitude sallies,
Scattering through gardens and fields remote,
While over the river, that broadly dallies,
Dances so many a festive boat;
And overladen, nigh to sinking,
The last full wherry takes the stream.
Yonder afar, from the hill-paths blinking,
Their clothes are colors that softly gleam.
I hear the noise of the village, even;
Here is the People's proper Heaven;
Here high and low contented see!
Here I am Man,--dare man to be!

WAGNER

To stroll with you, Sir Doctor, flatters;
'Tis honor, profit, unto me.
But I, alone, would shun these shallow matters,
Since all that's coarse provokes my enmity.
This fiddling, shouting, ten-pin rolling
I hate,--these noises of the throng:
They rave, as Satan were their sports controlling.
And call it mirth, and call it song!

PEASANTS, UNDER THE LINDEN-TREE
(_Dance and Song_.)

All for the dance the shepherd dressed,
In ribbons, wreath, and gayest vest
Himself with care arraying:
Around the linden lass and lad
Already footed it like mad:
Hurrah! hurrah!
Hurrah--tarara-la!
The fiddle-bow was playing.

He broke the ranks, no whit afraid,
And with his elbow punched a maid,
Who stood, the dance surveying:
The buxom wench, she turned and said:
"Now, you I call a stupid-head!"
Hurrah! hurrah!
Hurrah--tarara-la!
"Be decent while you're staying!"

Then round the circle went their flight,
They danced to left, they danced to right:
Their kirtles all were playing.
They first grew red, and then grew warm,
And rested, panting, arm in arm,--
Hurrah! hurrah!
Hurrah--tarara-la!
And hips and elbows straying.

Now, don't be so familiar here!
How many a one has fooled his dear,
Waylaying and betraying!

And yet, he coaxed her soon aside,
And round the linden sounded wide.
Hurrah! hurrah!
Hurrah--tarara-la!
And the fiddle-bow was playing.

OLD PEASANT

Sir Doctor, it is good of you,
That thus you condescend, to-day,
Among this crowd of merry folk,
A highly-learned man, to stray.
Then also take the finest can,
We fill with fresh wine, for your sake:
I offer it, and humbly wish
That not alone your thirst is slake,--
That, as the drops below its brink,
So many days of life you drink!

FAUST

I take the cup you kindly reach,
With thanks and health to all and each.

(_The People gather in a circle about him_.)

OLD PEASANT

In truth, 'tis well and fitly timed,
That now our day of joy you share,
Who heretofore, in evil days,
Gave us so much of helping care.
Still many a man stands living here,
Saved by your father's skillful hand,
That snatched him from the fever's rage
And stayed the plague in all the land.
Then also you, though but a youth,
Went into every house of pain:
Many the corpses carried forth,
But you in health came out again.

FAUST

No test or trial you evaded:
A Helping God the helper aided.

ALL

Health to the man, so skilled and tried.
That for our help he long may abide!

FAUST

To Him above bow down, my friends,
Who teaches help, and succor sends!

(_He goes on with_ WAGNER.)

WAGNER

With what a feeling, thou great man, must thou
Receive the people's honest veneration!
How lucky he, whose gifts his station
With such advantages endow!
Thou'rt shown to all the younger generation:
Each asks, and presses near to gaze;
The fiddle stops, the dance delays.
Thou goest, they stand in rows to see,
And all the caps are lifted high;
A little more, and they would bend the knee
As if the Holy Host came by.

FAUST

A few more steps ascend, as far as yonder stone!--
Here from our wandering will we rest contented.
Here, lost in thought, I've lingered oft alone,
When foolish fasts and prayers my life tormented.
Here, rich in hope and firm in faith,
With tears, wrung hands and sighs, I've striven,
The end of that far-spreading death
Entreating from the Lord of Heaven!
Now like contempt the crowd's applauses seem:
Couldst thou but read, within mine inmost spirit,
How little now I deem,
That sire or son such praises merit!
My father's was a sombre, brooding brain,
Which through the holy spheres of Nature groped and wandered,
And honestly, in his own fashion, pondered
With labor whimsical, and pain:
Who, in his dusky work-shop bending,
With proved adepts in company,
Made, from his recipes unending,
Opposing substances agree.
There was a Lion red, a wooer daring,
Within the Lily's tepid bath espoused,
And both, tormented then by flame unsparing,
By turns in either bridal chamber housed.
If then appeared, with colors splendid,
The young Queen in her crystal shell,
This was the medicine--the patients' woes soon ended,
And none demanded: who got well?
Thus we, our hellish boluses compounding,
Among these vales and hills surrounding,
Worse than the pestilence, have passed.
Thousands were done to death from poison of my giving;
And I must hear, by all the living,
The shameless murderers praised at last!

WAGNER

Why, therefore, yield to such depression?
A good man does his honest share
In exercising, with the strictest care,
The art bequeathed to his possession!
Dost thou thy father honor, as a youth?
Then may his teaching cheerfully impel thee:
Dost thou, as man, increase the stores of truth?
Then may thine own son afterwards excel thee.

FAUST

O happy he, who still renews
The hope, from Error's deeps to rise forever!
That which one does not know, one needs to use;
And what one knows, one uses never.
But let us not, by such despondence, so
The fortune of this hour embitter!
Mark how, beneath the evening sunlight's glow,
The green-embosomed houses glitter!
The glow retreats, done is the day of toil;
It yonder hastes, new fields of life exploring;
Ah, that no wing can lift me from the soil,
Upon its track to follow, follow soaring!
Then would I see eternal Evening gild
The silent world beneath me glowing,
On fire each mountain-peak, with peace each valley filled,
The silver brook to golden rivers flowing.
The mountain-chain, with all its gorges deep,
Would then no more impede my godlike motion;
And now before mine eyes expands the ocean
With all its bays, in shining sleep!
Yet, finally, the weary god is sinking;
The new-born impulse fires my mind,--
I hasten on, his beams eternal drinking,
The Day before me and the Night behind,
Above me heaven unfurled, the floor of waves beneath me,--
A glorious dream! though now the glories fade.
Alas! the wings that lift the mind no aid
Of wings to lift the body can bequeath me.
Yet in each soul is born the pleasure
Of yearning onward, upward and away,
When o'er our heads, lost in the vaulted azure,
The lark sends down his flickering lay,--
When over crags and piny highlands
The poising eagle slowly soars,
And over plains and lakes and islands
The crane sails by to other shores.

WAGNER

I've had, myself, at times, some odd caprices,
But never yet such impulse felt, as this is.
One soon fatigues, on woods and fields to look,
Nor would I beg the bird his wing to spare us:
How otherwise the mental raptures bear us
From page to page, from book to book!
Then winter nights take loveliness untold,
As warmer life in every limb had crowned you;
And when your hands unroll some parchment rare and old,
All Heaven descends, and opens bright around you!

FAUST

One impulse art thou conscious of, at best;
O, never seek to know the other!
Two souls, alas! reside within my breast,
And each withdraws from, and repels, its brother.
One with tenacious organs holds in love
And clinging lust the world in its embraces;
The other strongly sweeps, this dust above,
Into the high ancestral spaces.
If there be airy spirits near,
'Twixt Heaven and Earth on potent errands fleeing,
Let them drop down the golden atmosphere,
And bear me forth to new and varied being!
Yea, if a magic mantle once were mine,
To waft me o'er the world at pleasure,
I would not for the costliest stores of treasure--
Not for a monarch's robe--the gift resign.

WAGNER

Invoke not thus the well-known throng,
Which through the firmament diffused is faring,
And danger thousand-fold, our race to wrong.
In every quarter is preparing.
Swift from the North the spirit-fangs so sharp
Sweep down, and with their barbéd points assail you;
Then from the East they come, to dry and warp
Your lungs, till breath and being fail you:
If from the Desert sendeth them the South,
With fire on fire your throbbing forehead crowning,
The West leads on a host, to cure the drouth
Only when meadow, field, and you are drowning.
They gladly hearken, prompt for injury,--
Gladly obey, because they gladly cheat us;
From Heaven they represent themselves to be,
And lisp like angels, when with lies they meet us.
But, let us go! 'Tis gray and dusky all:
The air is cold, the vapors fall.
At night, one learns his house to prize:--
Why stand you thus, with such astonished eyes?
What, in the twilight, can your mind so trouble?

FAUST

Seest thou the black dog coursing there, through corn and
stubble?

WAGNER

Long since: yet deemed him not important in the least.

FAUST

Inspect him close: for what tak'st thou the beast?

WAGNER

Why, for a poodle who has lost his master,
And scents about, his track to find.

FAUST

Seest thou the spiral circles, narrowing faster,
Which he, approaching, round us seems to wind?
A streaming trail of fire, if I see rightly,
Follows his path of mystery.

WAGNER

It may be that your eyes deceive you slightly;
Naught but a plain black poodle do I see.

FAUST

It seems to me that with enchanted cunning
He snares our feet, some future chain to bind.

WAGNER

I see him timidly, in doubt, around us running,
Since, in his master's stead, two strangers doth he find.

FAUST

The circle narrows: he is near!

WAGNER

A dog thou seest, and not a phantom, here!
Behold him stop--upon his belly crawl--His
tail set wagging: canine habits, all!

FAUST

Come, follow us! Come here, at least!

WAGNER

'Tis the absurdest, drollest beast.
Stand still, and you will see him wait;
Address him, and he gambols straight;
If something's lost, he'll quickly bring it,--
Your cane, if in the stream you fling it.

FAUST

No doubt you're right: no trace of mind, I own,
Is in the beast: I see but drill, alone.

WAGNER

The dog, when he's well educated,
Is by the wisest tolerated.
Yes, he deserves your favor thoroughly,--
The clever scholar of the students, he!

(_They pass in the city-gate_.)




Studierzimmer

Faust mit dem Pudel hereintretend.


FAUST:
Verlassen hab ich Feld und Auen,
Die eine tiefe Nacht bedeckt,
Mit ahnungsvollem, heil'gem Grauen
In uns die beßre Seele weckt.
Entschlafen sind nun wilde Triebe
Mit jedem ungestümen Tun;
Es reget sich die Menschenliebe,
Die Liebe Gottes regt sich nun. Sei ruhig, Pudel! renne nicht hin und
wider!
An der Schwelle was schnoperst du hier?
Lege dich hinter den Ofen nieder,
Mein bestes Kissen geb ich dir.
Wie du draußen auf dem bergigen Wege
Durch Rennen und Springen ergetzt uns hast,
So nimm nun auch von mir die Pflege,
Als ein willkommner stiller Gast. Ach wenn in unsrer engen Zelle
Die Lampe freundlich wieder brennt,
Dann wird's in unserm Busen helle,
Im Herzen, das sich selber kennt.
Vernunft fängt wieder an zu sprechen,
Und Hoffnung wieder an zu blühn,
Man sehnt sich nach des Lebens Bächen,
Ach! nach des Lebens Quelle hin. Knurre nicht, Pudel! Zu den heiligen
Tönen,
Die jetzt meine ganze Seel umfassen,
Will der tierische Laut nicht passen.
Wir sind gewohnt, daß die Menschen verhöhnen,
Was sie nicht verstehn,
Daß sie vor dem Guten und Schönen,
Das ihnen oft beschwerlich ist, murren;
Will es der Hund, wie sie, beknurren?

Aber ach! schon fühl ich, bei dem besten Willen,
Befriedigung nicht mehr aus dem Busen quillen.
Aber warum muß der Strom so bald versiegen,
Und wir wieder im Durste liegen?
Davon hab ich so viel Erfahrung.
Doch dieser Mangel läßt sich ersetzen,
Wir lernen das Überirdische schätzen,
Wir sehnen uns nach Offenbarung,
Die nirgends würd'ger und schöner brennt
Als in dem Neuen Testament.
Mich drängt's, den Grundtext aufzuschlagen,
Mit redlichem Gefühl einmal
Das heilige Original
In mein geliebtes Deutsch zu übertragen,
(Er schlägt ein Volum auf und schickt sich an.)

Geschrieben steht: "Im Anfang war das Wort!"
Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,
Ich muß es anders übersetzen,
Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.
Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
Bedenke wohl die erste Zeile,
Daß deine Feder sich nicht übereile!
Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, daß ich dabei nicht bleibe.
Mir hilft der Geist! Auf einmal seh ich Rat
Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!

Soll ich mit dir das Zimmer teilen,
Pudel, so laß das Heulen,
So laß das Bellen!
Solch einen störenden Gesellen
Mag ich nicht in der Nähe leiden.
Einer von uns beiden
Muß die Zelle meiden.
Ungern heb ich das Gastrecht auf,
Die Tür ist offen, hast freien Lauf.
Aber was muß ich sehen!
Kann das natürlich geschehen?
Ist es Schatten? ist's Wirklichkeit?
Wie wird mein Pudel lang und breit!
Er hebt sich mit Gewalt,
Das ist nicht eines Hundes Gestalt!
Welch ein Gespenst bracht ich ins Haus!
Schon sieht er wie ein Nilpferd aus,
Mit feurigen Augen, schrecklichem Gebiß.
Oh! du bist mir gewiß!
Für solche halbe Höllenbrut
Ist Salomonis Schlüssel gut.
GEISTER (auf dem Gange):
Drinnen gefangen ist einer!
Bleibet haußen, folg ihm keiner!
Wie im Eisen der Fuchs,
Zagt ein alter Höllenluchs.
Aber gebt acht!
Schwebet hin, schwebet wider,
Auf und nieder,
Und er hat sich losgemacht.
Könnt ihr ihm nützen,
Laßt ihn nicht sitzen!
Denn er tat uns allen
Schon viel zu Gefallen.

FAUST:
Erst zu begegnen dem Tiere,
Brauch ich den Spruch der Viere: Salamander soll glühen,
Undene sich winden,
Sylphe verschwinden,
Kobold sich mühen. Wer sie nicht kennte
Die Elemente,
Ihre Kraft
Und Eigenschaft,
Wäre kein Meister
Über die Geister. Verschwind in Flammen,
Salamander!
Rauschend fließe zusammen,
Undene!
Leucht in Meteoren-Schöne,
Sylphe!
Bring häusliche Hülfe,
Incubus! Incubus!
Tritt hervor und mache den Schluß! Keines der Viere
Steckt in dem Tiere.
Es liegt ganz ruhig und grinst mich an;
Ich hab ihm noch nicht weh getan.
Du sollst mich hören
Stärker beschwören. Bist du, Geselle
Ein Flüchtling der Hölle?
So sieh dies Zeichen
Dem sie sich beugen,
Die schwarzen Scharen! Schon schwillt es auf mit borstigen Haaren.
Verworfnes Wesen!
Kannst du ihn lesen?
Den nie Entsproßnen,
Unausgesprochnen,
Durch alle Himmel Gegoßnen,
Freventlich Durchstochnen? Hinter den Ofen gebannt,
Schwillt es wie ein Elefant
Den ganzen Raum füllt es an,
Es will zum Nebel zerfließen.
Steige nicht zur Decke hinan!
Lege dich zu des Meisters Füßen!
Du siehst, daß ich nicht vergebens drohe.
Ich versenge dich mit heiliger Lohe!
Erwarte nicht
Das dreimal glühende Licht!
Erwarte nicht
Die stärkste von meinen Künsten!
(Mephistopheles tritt, indem der Nebel fällt, gekleidet wie ein
fahrender Scholastikus, hinter dem Ofen hervor.)

MEPHISTOPHELES:
Wozu der Lärm? was steht dem Herrn zu Diensten?

FAUST:
Das also war des Pudels Kern!
Ein fahrender Skolast? Der Kasus macht mich lachen.

MEPHISTOPHELES:
Ich salutiere den gelehrten Herrn!
Ihr habt mich weidlich schwitzen machen.

FAUST:
Wie nennst du dich?

MEPHISTOPHELES:
Die Frage scheint mir klein Für einen, der das Wort so sehr verachtet,
Der, weit entfernt von allem Schein,
Nur in der Wesen Tiefe trachtet.

FAUST:
Bei euch, ihr Herrn, kann man das Wesen
Gewöhnlich aus dem Namen lesen,
Wo es sich allzu deutlich weist,
Wenn man euch Fliegengott, Verderber, Lügner heißt.
Nun gut, wer bist du denn?

MEPHISTOPHELES:
Ein Teil von jener Kraft, Die stets das Böse will und stets das Gute
schafft.

FAUST:
Was ist mit diesem Rätselwort gemeint?

MEPHISTOPHELES:
Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
Ist wert, daß es zugrunde geht;
Drum besser wär's, daß nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.

FAUST:
Du nennst dich einen Teil, und stehst doch ganz vor mir?

MEPHISTOPHELES:
Bescheidne Wahrheit sprech ich dir.
Wenn sich der Mensch, die kleine Narrenwelt
Gewöhnlich für ein Ganzes hält-
Ich bin ein Teil des Teils, der anfangs alles war
Ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar
Das stolze Licht, das nun der Mutter Nacht
Den alten Rang, den Raum ihr streitig macht,
Und doch gelingt's ihm nicht, da es, so viel es strebt,
Verhaftet an den Körpern klebt.
Von Körpern strömt's, die Körper macht es schön,
Ein Körper hemmt's auf seinem Gange;
So, hoff ich, dauert es nicht lange,
Und mit den Körpern wird's zugrunde gehn.

FAUST:
Nun kenn ich deine würd'gen Pflichten!
Du kannst im Großen nichts vernichten
Und fängst es nun im Kleinen an.

MEPHISTOPHELES:
Und freilich ist nicht viel damit getan.
Was sich dem Nichts entgegenstellt,
Das Etwas, diese plumpe Welt
So viel als ich schon unternommen
Ich wußte nicht ihr beizukommen
Mit Wellen, Stürmen, Schütteln, Brand-
Geruhig bleibt am Ende Meer und Land!
Und dem verdammten Zeug, der Tier- und Menschenbrut,
Dem ist nun gar nichts anzuhaben:
Wie viele hab ich schon begraben!
Und immer zirkuliert ein neues, frisches Blut.
So geht es fort, man möchte rasend werden!
Der Luft, dem Wasser wie der Erden
Entwinden tausend Keime sich,
Im Trocknen, Feuchten, Warmen, Kalten!
Hätt ich mir nicht die Flamme vorbehalten,
Ich hätte nichts Aparts für mich.

FAUST:
So setzest du der ewig regen,
Der heilsam schaffenden Gewalt
Die kalte Teufelsfaust entgegen,
Die sich vergebens tückisch ballt!
Was anders suche zu beginnen
Des Chaos wunderlicher Sohn!

MEPHISTOPHELES:
Wir wollen wirklich uns besinnen,
Die nächsten Male mehr davon!
Dürft ich wohl diesmal mich entfernen?

FAUST:
Ich sehe nicht, warum du fragst.
Ich habe jetzt dich kennen lernen
Besuche nun mich, wie du magst.
Hier ist das Fenster, hier die Türe,
Ein Rauchfang ist dir auch gewiß.

MEPHISTOPHELES:
Gesteh ich's nur! daß ich hinausspaziere,
Verbietet mir ein kleines Hindernis,
Der Drudenfuß auf Eurer Schwelle-

FAUST:
Das Pentagramma macht dir Pein?
Ei sage mir, du Sohn der Hölle,
Wenn das dich bannt, wie kamst du denn herein?
Wie ward ein solcher Geist betrogen?

MEPHISTOPHELES:
Beschaut es recht! es ist nicht gut gezogen:
Der eine Winkel, der nach außen zu,
Ist, wie du siehst, ein wenig offen.

FAUST:
Das hat der Zufall gut getroffen!
Und mein Gefangner wärst denn du?
Das ist von ungefähr gelungen!

MEPHISTOPHELES:
Der Pudel merkte nichts, als er hereingesprungen,
Die Sache sieht jetzt anders aus:
Der Teufel kann nicht aus dem Haus.

FAUST:
Doch warum gehst du nicht durchs Fenster?

MEPHISTOPHELES:
's ist ein Gesetz der Teufel und Gespenster:
Wo sie hereingeschlüpft, da müssen sie hinaus.
Das erste steht uns frei, beim zweiten sind wir Knechte.

FAUST:
Die Hölle selbst hat ihre Rechte?
Das find ich gut, da ließe sich ein Pakt,
Und sicher wohl, mit euch, ihr Herren, schließen?

MEPHISTOPHELES:
Was man verspricht, das sollst du rein genießen,
Dir wird davon nichts abgezwackt.
Doch das ist nicht so kurz zu fassen,
Und wir besprechen das zunächst
Doch jetzo bitt ich, hoch und höchst,
Für dieses Mal mich zu entlassen.

FAUST:
So bleibe doch noch einen Augenblick,
Um mir erst gute Mär zu sagen.

MEPHISTOPHELES:
Jetzt laß mich los! ich komme bald zurück;
Dann magst du nach Belieben fragen.

FAUST:
Ich habe dir nicht nachgestellt,
Bist du doch selbst ins Garn gegangen.
Den Teufel halte, wer ihn hält!
Er wird ihn nicht so bald zum zweiten Male fangen.

MEPHISTOPHELES:
Wenn dir's beliebt, so bin ich auch bereit,
Dir zur Gesellschaft hier zu bleiben;
Doch mit Bedingnis, dir die Zeit
Durch meine Künste würdig zu vertreiben.

FAUST:
Ich seh es gern, das steht dir frei;
Nur daß die Kunst gefällig sei!

MEPHISTOPHELES:
Du wirst, mein Freund, für deine Sinnen
In dieser Stunde mehr gewinnen
Als in des Jahres Einerlei.
Was dir die zarten Geister singen,
Die schönen Bilder, die sie bringen,
Sind nicht ein leeres Zauberspiel.
Auch dein Geruch wird sich ergetzen,
Dann wirst du deinen Gaumen letzen,
Und dann entzückt sich dein Gefühl.
Bereitung braucht es nicht voran,
Beisammen sind wir, fanget an!

GEISTER:
Schwindet, ihr dunkeln
Wölbungen droben!
Reizender schaue
Freundlich der blaue
Äther herein!
Wären die dunkeln
Wolken zerronnen!
Sternelein funkeln,
Mildere Sonnen
Scheinen darein.
Himmlischer Söhne
Geistige Schöne,
Schwankende Beugung
Schwebet vorüber.
Sehnende Neigung
Folget hinüber;
Und der Gewänder
Flatternde Bänder
Decken die Länder,
Decken die Laube,
Wo sich fürs Leben,
Tief in Gedanken,
Liebende geben.
Laube bei Laube!
Sprossende Ranken!
Lastende Traube
Stürzt ins Behälter
Drängender Kelter,
Stürzen in Bächen
Schäumende Weine,
Rieseln durch reine,
Edle Gesteine,
Lassen die Höhen
Hinter sich liegen,
Breiten zu Seen
Sich ums Genüge
Grünender Hügel.
Und das Geflügel
Schlürfet sich Wonne,
Flieget der Sonne,
Flieget den hellen
Inseln entgegen,
Die sich auf Wellen
Gauklend bewegen;
Wo wir in Chören
Jauchzende hören,
Über den Auen
Tanzende schauen,
Die sich im Freien
Alle zerstreuen.
Einige klimmen
Über die Höhen,
Andere schwimmen
Über die Seen,
Andere schweben;
Alle zum Leben,
Alle zur Ferne
Liebender Sterne,
Seliger Huld.

MEPHISTOPHELES:
Er schläft! So recht, ihr luft'gen zarten Jungen!
Ihr habt ihn treulich eingesungen!
Für dies Konzert bin ich in eurer Schuld.
Du bist noch nicht der Mann, den Teufel festzuhalten!
Umgaukelt ihn mit süßen Traumgestalten,
Versenkt ihn in ein Meer des Wahns;
Doch dieser Schwelle Zauber zu zerspalten,
Bedarf ich eines Rattenzahns.
Nicht lange brauch ich zu beschwören,
Schon raschelt eine hier und wird sogleich mich hören.

Der Herr der Ratten und der Mäuse,
Der Fliegen, Frösche, Wanzen, Läuse
Befiehlt dir, dich hervor zu wagen
Und diese Schwelle zu benagen,
So wie er sie mit Öl betupft-
Da kommst du schon hervorgehupft!
Nur frisch ans Werk! Die Spitze, die mich bannte,
Sie sitzt ganz vornen an der Kante.
Noch einen Biß, so ist's geschehn.-
Nun, Fauste, träume fort, bis wir uns wiedersehn.

FAUST (erwachend):
Bin ich denn abermals betrogen?
Verschwindet so der geisterreiche Drang
Daß mir ein Traum den Teufel vorgelogen,
Und daß ein Pudel mir entsprang?

            

III. THE STUDY

FAUST

(_Entering, with the poodle_.)

Behind me, field and meadow sleeping,
I leave in deep, prophetic night,
Within whose dread and holy keeping
The better soul awakes to light.
The wild desires no longer win us,
The deeds of passion cease to chain;
The love of Man revives within us,
The love of God revives again.

Be still, thou poodle; make not such racket and riot!
Why at the threshold wilt snuffing be?
Behind the stove repose thee in quiet!
My softest cushion I give to thee.
As thou, up yonder, with running and leaping
Amused us hast, on the mountain's crest,

So now I take thee into my keeping,
A welcome, but also a silent, guest.

Ah, when, within our narrow chamber
The lamp with friendly lustre glows,
Flames in the breast each faded ember,
And in the heart, itself that knows.
Then Hope again lends sweet assistance,
And Reason then resumes her speech:
One yearns, the rivers of existence,
The very founts of Life, to reach.

Snarl not, poodle! To the sound that rises,
The sacred tones that my soul embrace,
This bestial noise is out of place.
We are used to see, that Man despises
What he never comprehends,
And the Good and the Beautiful vilipends,
Finding them often hard to measure:
Will the dog, like man, snarl _his_ displeasure?

But ah! I feel, though will thereto be stronger,
Contentment flows from out my breast no longer.
Why must the stream so soon run dry and fail us,
And burning thirst again assail us?
Therein I've borne so much probation!
And yet, this want may be supplied us;
We call the Supernatural to guide us;
We pine and thirst for Revelation,
Which nowhere worthier is, more nobly sent,
Than here, in our New Testament.
I feel impelled, its meaning to determine,--
With honest purpose, once for all,
The hallowed Original
To change to my beloved German.

(_He opens a volume, and commences_.)
'Tis written: "In the Beginning was the _Word_."
Here am I balked: who, now can help afford?
The _Word?_--impossible so high to rate it;
And otherwise must I translate it.
If by the Spirit I am truly taught.
Then thus: "In the Beginning was the _Thought_"
This first line let me weigh completely,
Lest my impatient pen proceed too fleetly.
Is it the _Thought_ which works, creates, indeed?
"In the Beginning was the _Power,"_ I read.
Yet, as I write, a warning is suggested,
That I the sense may not have fairly tested.
The Spirit aids me: now I see the light!
"In the Beginning was the _Act_," I write.

If I must share my chamber with thee,
Poodle, stop that howling, prithee!
Cease to bark and bellow!
Such a noisy, disturbing fellow
I'll no longer suffer near me.
One of us, dost hear me!
Must leave, I fear me.
No longer guest-right I bestow;
The door is open, art free to go.
But what do I see in the creature?
Is that in the course of nature?
Is't actual fact? or Fancy's shows?
How long and broad my poodle grows!
He rises mightily:
A canine form that cannot be!
What a spectre I've harbored thus!
He resembles a hippopotamus,
With fiery eyes, teeth terrible to see:
O, now am I sure of thee!
For all of thy half-hellish brood
The Key of Solomon is good.

SPIRITS (_in the corridor_)

Some one, within, is caught!
Stay without, follow him not!
Like the fox in a snare,
Quakes the old hell-lynx there.
Take heed--look about!
Back and forth hover,
Under and over,
And he'll work himself out.
If your aid avail him,
Let it not fail him;
For he, without measure,
Has wrought for our pleasure.

FAUST

First, to encounter the beast,
The Words of the Four be addressed:
Salamander, shine glorious!
Wave, Undine, as bidden!
Sylph, be thou hidden!
Gnome, be laborious!

Who knows not their sense
(These elements),--
Their properties
And power not sees,--
No mastery he inherits
Over the Spirits.

Vanish in flaming ether,
Salamander!
Flow foamingly together,
Undine!
Shine in meteor-sheen,
Sylph!
Bring help to hearth and shelf.
Incubus! Incubus!
Step forward, and finish thus!

Of the Four, no feature
Lurks in the creature.
Quiet he lies, and grins disdain:
Not yet, it seems, have I given him pain.
Now, to undisguise thee,
Hear me exorcise thee!
Art thou, my gay one,
Hell's fugitive stray-one?
The sign witness now,
Before which they bow,
The cohorts of Hell!

With hair all bristling, it begins to swell.

Base Being, hearest thou?
Knowest and fearest thou
The One, unoriginate,
Named inexpressibly,
Through all Heaven impermeate,
Pierced irredressibly!

Behind the stove still banned,
See it, an elephant, expand!
It fills the space entire,
Mist-like melting, ever faster.
'Tis enough: ascend no higher,--
Lay thyself at the feet of the Master!
Thou seest, not vain the threats I bring thee:
With holy fire I'll scorch and sting thee!
Wait not to know
The threefold dazzling glow!
Wait not to know
The strongest art within my hands!

MEPHISTOPHELES

(_while the vapor is dissipating, steps forth from behind the
stove, in the costume of a Travelling Scholar_.)
Why such a noise? What are my lord's commands?

FAUST

This was the poodle's real core,
A travelling scholar, then? The _casus_ is diverting.

MEPHISTOPHELES

The learned gentleman I bow before:
You've made me roundly sweat, that's certain!

FAUST

What is thy name?

MEPHISTOPHELES

A question small, it seems,
For one whose mind the Word so much despises;
Who, scorning all external gleams,
The depths of being only prizes.

FAUST

With all you gentlemen, the name's a test,
Whereby the nature usually is expressed.
Clearly the latter it implies
In names like Beelzebub, Destroyer, Father of Lies.
Who art thou, then?

MEPHISTOPHELES

Part of that Power, not understood,
Which always wills the Bad, and always works the Good.

FAUST

What hidden sense in this enigma lies?

MEPHISTOPHELES

I am the Spirit that Denies!
And justly so: for all things, from the Void
Called forth, deserve to be destroyed:
'Twere better, then, were naught created.
Thus, all which you as Sin have rated,--
Destruction,--aught with Evil blent,--
That is my proper element.

FAUST

Thou nam'st thyself a part, yet show'st complete to me?

MEPHISTOPHELES

The modest truth I speak to thee.
If Man, that microcosmic fool, can see
Himself a whole so frequently,
Part of the Part am I, once All, in primal Night,--
Part of the Darkness which brought forth the Light,
The haughty Light, which now disputes the space,
And claims of Mother Night her ancient place.
And yet, the struggle fails; since Light, howe'er it weaves,
Still, fettered, unto bodies cleaves:
It flows from bodies, bodies beautifies;
By bodies is its course impeded;
And so, but little time is needed,
I hope, ere, as the bodies die, it dies!

FAUST

I see the plan thou art pursuing:
Thou canst not compass general ruin,
And hast on smaller scale begun.

MEPHISTOPHELES

And truly 'tis not much, when all is done.
That which to Naught is in resistance set,--
The Something of this clumsy world,--has yet,
With all that I have undertaken,
Not been by me disturbed or shaken:
From earthquake, tempest, wave, volcano's brand,
Back into quiet settle sea and land!
And that damned stuff, the bestial, human brood,--
What use, in having that to play with?
How many have I made away with!
And ever circulates a newer, fresher blood.
It makes me furious, such things beholding:
From Water, Earth, and Air unfolding,
A thousand germs break forth and grow,
In dry, and wet, and warm, and chilly;
And had I not the Flame reserved, why, really,
There's nothing special of my own to show!

FAUST

So, to the actively eternal
Creative force, in cold disdain
You now oppose the fist infernal,
Whose wicked clench is all in vain!
Some other labor seek thou rather,
Queer Son of Chaos, to begin!

MEPHISTOPHELES

Well, we'll consider: thou canst gather
My views, when next I venture in.
Might I, perhaps, depart at present?

FAUST

Why thou shouldst ask, I don't perceive.
Though our acquaintance is so recent,
For further visits thou hast leave.
The window's here, the door is yonder;
A chimney, also, you behold.

MEPHISTOPHELES

I must confess that forth I may not wander,
My steps by one slight obstacle controlled,--
The wizard's-foot, that on your threshold made is.

FAUST

The pentagram prohibits thee?
Why, tell me now, thou Son of Hades,
If that prevents, how cam'st thou in to me?
Could such a spirit be so cheated?

MEPHISTOPHELES

Inspect the thing: the drawing's not completed.
The outer angle, you may see,
Is open left--the lines don't fit it.

FAUST

Well,--Chance, this time, has fairly hit it!
And thus, thou'rt prisoner to me?
It seems the business has succeeded.

MEPHISTOPHELES

The poodle naught remarked, as after thee he speeded;
But other aspects now obtain:
The Devil can't get out again.

FAUST

Try, then, the open window-pane!

MEPHISTOPHELES

For Devils and for spectres this is law:
Where they have entered in, there also they withdraw.
The first is free to us; we're governed by the second.

FAUST

In Hell itself, then, laws are reckoned?
That's well! So might a compact be
Made with you gentlemen--and binding,--surely?

MEPHISTOPHELES

All that is promised shall delight thee purely;
No skinflint bargain shalt thou see.
But this is not of swift conclusion;
We'll talk about the matter soon.
And now, I do entreat this boon--
Leave to withdraw from my intrusion.

FAUST

One moment more I ask thee to remain,
Some pleasant news, at least, to tell me.

MEPHISTOPHELES

Release me, now! I soon shall come again;
Then thou, at will, mayst question and compel me.

FAUST

I have not snares around thee cast;
Thyself hast led thyself into the meshes.
Who traps the Devil, hold him fast!
Not soon a second time he'll catch a prey so precious.

MEPHISTOPHELES

An't please thee, also I'm content to stay,
And serve thee in a social station;
But stipulating, that I may
With arts of mine afford thee recreation.

FAUST

Thereto I willingly agree,
If the diversion pleasant be.

MEPHISTOPHELES

My friend, thou'lt win, past all pretences,
More in this hour to soothe thy senses,
Than in the year's monotony.
That which the dainty spirits sing thee,
The lovely pictures they shall bring thee,
Are more than magic's empty show.
Thy scent will be to bliss invited;
Thy palate then with taste delighted,
Thy nerves of touch ecstatic glow!
All unprepared, the charm I spin:
We're here together, so begin!

SPIRITS

Vanish, ye darking
Arches above him!
Loveliest weather,
Born of blue ether,
Break from the sky!
O that the darkling
Clouds had departed!
Starlight is sparkling,
Tranquiller-hearted
Suns are on high.
Heaven's own children
In beauty bewildering,
Waveringly bending,
Pass as they hover;
Longing unending
Follows them over.
They, with their glowing
Garments, out-flowing,
Cover, in going,
Landscape and bower,
Where, in seclusion,
Lovers are plighted,
Lost in illusion.
Bower on bower!
Tendrils unblighted!
Lo! in a shower
Grapes that o'ercluster
Gush into must, or
Flow into rivers
Of foaming and flashing
Wine, that is dashing
Gems, as it boundeth
Down the high places,
And spreading, surroundeth
With crystalline spaces,
In happy embraces,
Blossoming forelands,
Emerald shore-lands!
And the winged races
Drink, and fly onward--
Fly ever sunward
To the enticing
Islands, that flatter,
Dipping and rising
Light on the water!
Hark, the inspiring
Sound of their quiring!
See, the entrancing
Whirl of their dancing!
All in the air are
Freer and fairer.
Some of them scaling
Boldly the highlands,
Others are sailing,
Circling the islands;
Others are flying;
Life-ward all hieing,--
All for the distant
Star of existent
Rapture and Love!

MEPHISTOPHELES

He sleeps! Enough, ye fays! your airy number
Have sung him truly into slumber:
For this performance I your debtor prove.--
Not yet art thou the man, to catch the Fiend and hold him!--
With fairest images of dreams infold him,
Plunge him in seas of sweet untruth!
Yet, for the threshold's magic which controlled him,
The Devil needs a rat's quick tooth.
I use no lengthened invocation:
Here rustles one that soon will work my liberation.

The lord of rats and eke of mice,
Of flies and bed-bugs, frogs and lice,
Summons thee hither to the door-sill,
To gnaw it where, with just a morsel
Of oil, he paints the spot for thee:--
There com'st thou, hopping on to me!
To work, at once! The point which made me craven
Is forward, on the ledge, engraven.
Another bite makes free the door:
So, dream thy dreams, O Faust, until we meet once more!

FAUST _(awaking)_

Am I again so foully cheated?
Remains there naught of lofty spirit-sway,
But that a dream the Devil counterfeited,
And that a poodle ran away?




Studierzimmer

Faust. Mephistopheles.


FAUST:
Es klopft? Herein! Wer will mich wieder plagen?

MEPHISTOPHELES:
Ich bin's.

FAUST:
Herein!

MEPHISTOPHELES:
Du mußt es dreimal sagen.

FAUST:
Herein denn!

MEPHISTOPHELES:
So gefällst du mir. Wir werden, hoff ich, uns vertragen;
Denn dir die Grillen zu verjagen,
Bin ich als edler Junker hier,
In rotem, goldverbrämtem Kleide,
Das Mäntelchen von starrer Seide,
Die Hahnenfeder auf dem Hut,
Mit einem langen, spitzen Degen,
Und rate nun dir, kurz und gut,
Dergleichen gleichfalls anzulegen;
Damit du, losgebunden, frei,
Erfahrest, was das Leben sei.

FAUST:
In jedem Kleide werd ich wohl die Pein
Des engen Erdelebens fühlen.
Ich bin zu alt, um nur zu spielen,
Zu jung, um ohne Wunsch zu sein.
Was kann die Welt mir wohl gewähren?
Entbehren sollst du! sollst entbehren!
Das ist der ewige Gesang,
Der jedem an die Ohren klingt,
Den, unser ganzes Leben lang,
Uns heiser jede Stunde singt.
Nur mit Entsetzen wach ich morgens auf,
Ich möchte bittre Tränen weinen,
Den Tag zu sehn, der mir in seinem Lauf
Nicht einen Wunsch erfüllen wird, nicht einen,
Der selbst die Ahnung jeder Lust
Mit eigensinnigem Krittel mindert,
Die Schöpfung meiner regen Brust
Mit tausend Lebensfratzen hindert.
Auch muß ich, wenn die Nacht sich niedersenkt,
Mich ängstlich auf das Lager strecken;
Auch da wird keine Rast geschenkt,
Mich werden wilde Träume schrecken.
Der Gott, der mir im Busen wohnt,
Kann tief mein Innerstes erregen;
Der über allen meinen Kräften thront,
Er kann nach außen nichts bewegen;
Und so ist mir das Dasein eine Last,
Der Tod erwünscht, das Leben mir verhaßt.

MEPHISTOPHELES:
Und doch ist nie der Tod ein ganz willkommner Gast.

FAUST:
O selig der, dem er im Siegesglanze
Die blut'gen Lorbeern um die Schläfe windet,
Den er, nach rasch durchrastem Tanze,
In eines Mädchens Armen findet!
O wär ich vor des hohen Geistes Kraft
Entzückt, entseelt dahin gesunken!

MEPHISTOPHELES:
Und doch hat jemand einen braunen Saft,
In jener Nacht, nicht ausgetrunken.

FAUST:
Das Spionieren, scheint's, ist deine Lust.

MEPHISTOPHELES:
Allwissend bin ich nicht; doch viel ist mir bewußt.

FAUST:
Wenn aus dem schrecklichen Gewühle
Ein süß bekannter Ton mich zog,
Den Rest von kindlichem Gefühle
Mit Anklang froher Zeit betrog,
So fluch ich allem, was die Seele
Mit Lock- und Gaukelwerk umspannt,
Und sie in diese Trauerhöhle
Mit Blend- und Schmeichelkräften bannt!
Verflucht voraus die hohe Meinung
Womit der Geist sich selbst umfängt!
Verflucht das Blenden der Erscheinung,
Die sich an unsre Sinne drängt!
Verflucht, was uns in Träumen heuchelt
Des Ruhms, der Namensdauer Trug!
Verflucht, was als Besitz uns schmeichelt,
Als Weib und Kind, als Knecht und Pflug!
Verflucht sei Mammon, wenn mit Schätzen
Er uns zu kühnen Taten regt,
Wenn er zu müßigem Ergetzen
Die Polster uns zurechte legt!
Fluch sei dem Balsamsaft der Trauben!
Fluch jener höchsten Liebeshuld!
Fluch sei der Hoffnung! Fluch dem Glauben,
Und Fluch vor allen der Geduld!

GEISTERCHOR (unsichtbar):
Weh! weh!
Du hast sie zerstört
Die schöne Welt,
Mit mächtiger Faust;
Sie stürzt, sie zerfällt!
Ein Halbgott hat sie zerschlagen!
Wir tragen
Die Trümmern ins Nichts hinüber,
Und klagen
Über die verlorne Schöne.
Mächtiger
Der Erdensöhne,
Prächtiger
Baue sie wieder,
In deinem Busen baue sie auf!
Neuen Lebenslauf
Beginne,
Mit hellem Sinne,
Und neue Lieder
Tönen darauf!

MEPHISTOPHELES:
Dies sind die Kleinen
Von den Meinen.
Höre, wie zu Lust und Taten
Altklug sie raten!
In die Welt weit,
Aus der Einsamkeit
Wo Sinnen und Säfte stocken,
Wollen sie dich locken. Hör auf, mit deinem Gram zu spielen,
Der, wie ein Geier, dir am Leben frißt;
Die schlechteste Gesellschaft läßt dich fühlen,
Daß du ein Mensch mit Menschen bist.
Doch so ist's nicht gemeint
Dich unter das Pack zu stoßen.
Ich bin keiner von den Großen;
Doch willst du, mit mir vereint,
Deine Schritte durchs Leben nehmen,
So will ich mich gern bequemen,
Dein zu sein, auf der Stelle.
Ich bin dein Geselle,
Und mach ich dir's recht,
Bin ich dein Diener, bin dein Knecht!

FAUST:
Und was soll ich dagegen dir erfüllen?

MEPHISTOPHELES:
Dazu hast du noch eine lange Frist.

FAUST:
Nein, nein! der Teufel ist ein Egoist
Und tut nicht leicht um Gottes willen,
Was einem andern nützlich ist.
Sprich die Bedingung deutlich aus;
Ein solcher Diener bringt Gefahr ins Haus.

MEPHISTOPHELES:
Ich will mich hier zu deinem Dienst verbinden,
Auf deinen Wink nicht rasten und nicht ruhn;
Wenn wir uns drüben wiederfinden,
So sollst du mir das gleiche tun.

FAUST:
Das Drüben kann mich wenig kümmern;
Schlägst du erst diese Welt zu Trümmern,
Die andre mag darnach entstehn.
Aus dieser Erde quillen meine Freuden,
Und diese Sonne scheinet meinen Leiden;
Kann ich mich erst von ihnen scheiden,
Dann mag, was will und kann, geschehn.
Davon will ich nichts weiter hören,
Ob man auch künftig haßt und liebt,
Und ob es auch in jenen Sphären
Ein Oben oder Unten gibt.

MEPHISTOPHELES:
In diesem Sinne kannst du's wagen.
Verbinde dich; du sollst, in diesen Tagen,
Mit Freuden meine Künste sehn,
Ich gebe dir, was noch kein Mensch gesehn.

FAUST:
Was willst du armer Teufel geben?
Ward eines Menschen Geist, in seinem hohen Streben,
Von deinesgleichen je gefaßt?
Doch hast du Speise, die nicht sättigt, hast
Du rotes Gold, das ohne Rast,
Quecksilber gleich, dir in der Hand zerrinnt,
Ein Spiel, bei dem man nie gewinnt,
Ein Mädchen, das an meiner Brust
Mit Äugeln schon dem Nachbar sich verbindet,
Der Ehre schöne Götterlust,
Die, wie ein Meteor, verschwindet?
Zeig mir die Frucht, die fault, eh man sie bricht,
Und Bäume, die sich täglich neu begrünen!

MEPHISTOPHELES:
Ein solcher Auftrag schreckt mich nicht,
Mit solchen Schätzen kann ich dienen.
Doch, guter Freund, die Zeit kommt auch heran,
Wo wir was Guts in Ruhe schmausen mögen.

FAUST:
Werd ich beruhigt je mich auf ein Faulbett legen,
So sei es gleich um mich getan!
Kannst du mich schmeichelnd je belügen,
Daß ich mir selbst gefallen mag,
Kannst du mich mit Genuß betrügen-
Das sei für mich der letzte Tag!
Die Wette biet ich!

MEPHISTOPHELES:
Topp!

FAUST:
Und Schlag auf Schlag! Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!
Dann mag die Totenglocke schallen,
Dann bist du deines Dienstes frei,
Die Uhr mag stehn, der Zeiger fallen,
Es sei die Zeit für mich vorbei!

MEPHISTOPHELES:
Bedenk es wohl, wir werden's nicht vergessen.

FAUST:
Dazu hast du ein volles Recht;
Ich habe mich nicht freventlich vermessen.
Wie ich beharre, bin ich Knecht,
Ob dein, was frag ich, oder wessen.

MEPHISTOPHELES:
Ich werde heute gleich, beim Doktorschmaus,
Als Diener meine Pflicht erfüllen.
Nur eins!- Um Lebens oder Sterbens willen
Bitt ich mir ein paar Zeilen aus.

FAUST:
Auch was Geschriebnes forderst du Pedant?
Hast du noch keinen Mann, nicht Manneswort gekannt?
Ist's nicht genug, daß mein gesprochnes Wort
Auf ewig soll mit meinen Tagen schalten?
Rast nicht die Welt in allen Strömen fort,
Und mich soll ein Versprechen halten?
Doch dieser Wahn ist uns ins Herz gelegt,
Wer mag sich gern davon befreien?
Beglückt, wer Treue rein im Busen trägt,
Kein Opfer wird ihn je gereuen!
Allein ein Pergament, beschrieben und beprägt,
Ist ein Gespenst, vor dem sich alle scheuen.
Das Wort erstirbt schon in der Feder,
Die Herrschaft führen Wachs und Leder.
Was willst du böser Geist von mir?
Erz, Marmor, Pergament, Papier?
Soll ich mit Griffel, Meißel, Feder schreiben?
Ich gebe jede Wahl dir frei.

MEPHISTOPHELES:
Wie magst du deine Rednerei
Nur gleich so hitzig übertreiben?
Ist doch ein jedes Blättchen gut.
Du unterzeichnest dich mit einem Tröpfchen Blut.

FAUST:
Wenn dies dir völlig Gnüge tut,
So mag es bei der Fratze bleiben.

MEPHISTOPHELES:
Blut ist ein ganz besondrer Saft.

FAUST:
Nur keine Furcht, daß ich dies Bündnis breche!
Das Streben meiner ganzen Kraft
Ist grade das, was ich verspreche.
Ich habe mich zu hoch gebläht,
In deinen Rang gehör ich nur.
Der große Geist hat mich verschmäht,
Vor mir verschließt sich die Natur
Des Denkens Faden ist zerrissen
Mir ekelt lange vor allem Wissen.
Laß in den Tiefen der Sinnlichkeit
Uns glühende Leidenschaften stillen!
In undurchdrungnen Zauberhüllen
Sei jedes Wunder gleich bereit!
Stürzen wir uns in das Rauschen der Zeit,
Ins Rollen der Begebenheit!
Da mag denn Schmerz und Genuß,
Gelingen und Verdruß
Miteinander wechseln, wie es kann;
Nur rastlos betätigt sich der Mann.

MEPHISTOPHELES:
Euch ist kein Maß und Ziel gesetzt.
Beliebt's Euch, überall zu naschen,
Im Fliehen etwas zu erhaschen,
Bekomm Euch wohl, was Euch ergetzt.
Nur greift mir zu und seid nicht blöde!

FAUST:
Du hörest ja, von Freud' ist nicht die Rede.
Dem Taumel weih ich mich, dem schmerzlichsten Genuß,
Verliebtem Haß, erquickendem Verdruß.
Mein Busen, der vom Wissensdrang geheilt ist,
Soll keinen Schmerzen künftig sich verschließen,
Und was der ganzen Menschheit zugeteilt ist,
Will ich in meinem innern Selbst genießen,
Mit meinem Geist das Höchst' und Tiefste greifen,
Ihr Wohl und Weh auf meinen Busen häufen,
Und so mein eigen Selbst zu ihrem Selbst erweitern,
Und, wie sie selbst, am End auch ich zerscheitern.

MEPHISTOPHELES:
O glaube mir, der manche tausend Jahre
An dieser harten Speise kaut
Daß von der Wiege bis zur Bahre
Kein Mensch den alten Sauerteig verdaut!
Glaub unsereinem, dieses Ganze
Ist nur für einen Gott gemacht!
Er findet sich in einem ew'gen Glanze
Uns hat er in die Finsternis gebracht,
Und euch taugt einzig Tag und Nacht.

FAUST:
Allein ich will!

MEPHISTOPHELES:
Das läßt sich hören! Doch nur vor einem ist mir bang:
Die Zeit ist kurz, die Kunst ist lang.
Ich dächt, ihr ließet Euch belehren.
Assoziiert Euch mit einem Poeten,
Laßt den Herrn in Gedanken schweifen,
Und alle edlen Qualitäten
Auf Euren Ehrenscheitel häufen,
Des Löwen Mut,
Des Hirsches Schnelligkeit,
Des Italieners feurig Blut,
Des Nordens Dau'rbarkeit.
Laßt ihn Euch das Geheimnis finden,
Großmut und Arglist zu verbinden,
Und Euch, mit warmen Jugendtrieben,
Nach einem Plane zu verlieben.
Möchte selbst solch einen Herren kennen,
Würd ihn Herrn Mikrokosmus nennen.

FAUST:
Was bin ich denn, wenn es nicht möglich ist,
Der Menschheit Krone zu erringen,
Nach der sich alle Sinne dringen?

MEPHISTOPHELES:
Du bist am Ende- was du bist.
Setz dir Perücken auf von Millionen Locken,
Setz deinen Fuß auf ellenhohe Socken,
Du bleibst doch immer, was du bist.

FAUST:
Ich fühl's, vergebens hab ich alle Schätze
Des Menschengeists auf mich herbeigerafft,
Und wenn ich mich am Ende niedersetze,
Quillt innerlich doch keine neue Kraft;
Ich bin nicht um ein Haar breit höher,
Bin dem Unendlichen nicht näher.

MEPHISTOPHELES:
Mein guter Herr, Ihr seht die Sachen,
Wie man die Sachen eben sieht;
Wir müssen das gescheiter machen,
Eh uns des Lebens Freude flieht.
Was Henker! freilich Händ und Füße
Und Kopf und Hintern, die sind dein;
Doch alles, was ich frisch genieße,
Ist das drum weniger mein?
Wenn ich sechs Hengste zahlen kann,
Sind ihre Kräfte nicht die meine?
Ich renne zu und bin ein rechter Mann,
Als hätt ich vierundzwanzig Beine.
Drum frisch! Laß alles Sinnen sein,
Und grad mit in die Welt hinein!
Ich sag es dir: ein Kerl, der spekuliert,
Ist wie ein Tier, auf dürrer Heide
Von einem bösen Geist im Kreis herum geführt,
Und rings umher liegt schöne grüne Weide.

FAUST:
Wie fangen wir das an?

MEPHISTOPHELES:
Wir gehen eben fort. Was ist das für ein Marterort?
Was heißt das für ein Leben führen,
Sich und die Jungens ennuyieren?
Laß du das dem Herrn Nachbar Wanst!
Was willst du dich das Stroh zu dreschen plagen?
Das Beste, was du wissen kannst,
Darfst du den Buben doch nicht sagen.
Gleich hör ich einen auf dem Gange!

FAUST:
Mir ist's nicht möglich, ihn zu sehn.

MEPHISTOPHELES:
Der arme Knabe wartet lange,
Der darf nicht ungetröstet gehn.
Komm, gib mir deinen Rock und Mütze;
Die Maske muß mir köstlich stehn. (Er kleidet sich um.)
Nun überlaß es meinem Witze!
Ich brauche nur ein Viertelstündchen Zeit;
Indessen mache dich zur schönen Fahrt bereit!
(Faust ab.)

MEPHISTOPHELES (in Fausts langem Kleide):
Verachte nur Vernunft und Wissenschaft,
Des Menschen allerhöchste Kraft,
Laß nur in Blend- und Zauberwerken
Dich von dem Lügengeist bestärken,
So hab ich dich schon unbedingt-
Ihm hat das Schicksal einen Geist gegeben,
Der ungebändigt immer vorwärts dringt,
Und dessen übereiltes Streben
Der Erde Freuden überspringt.
Den schlepp ich durch das wilde Leben,
Durch flache Unbedeutenheit,
Er soll mir zappeln, starren, kleben,
Und seiner Unersättlichkeit
Soll Speis und Trank vor gier'gen Lippen schweben;
Er wird Erquickung sich umsonst erflehn,
Und hätt er sich auch nicht dem Teufel übergeben,
Er müßte doch zugrunde gehn!
(Ein SCHÜLER tritt auf.)

SCHÜLER:
Ich bin allhier erst kurze Zeit,
Und komme voll Ergebenheit,
Einen Mann zu sprechen und zu kennen,
Den alle mir mit Ehrfucht nennen.

MEPHISTOPHELES:
Eure Höflichkeit erfreut mich sehr!
Ihr seht einen Mann wie andre mehr.
Habt Ihr Euch sonst schon umgetan?

SCHÜLER:
Ich bitt Euch, nehmt Euch meiner an!
Ich komme mit allem guten Mut,
Leidlichem Geld und frischem Blut;
Meine Mutter wollte mich kaum entfernen;
Möchte gern was Rechts hieraußen lernen.

MEPHISTOPHELES:
Da seid Ihr eben recht am Ort.

SCHÜLER:
Aufrichtig, möchte schon wieder fort:
In diesen Mauern, diesen Hallen
Will es mir keineswegs gefallen.
Es ist ein gar beschränkter Raum,
Man sieht nichts Grünes, keinen Baum,
Und in den Sälen, auf den Bänken,
Vergeht mir Hören, Sehn und Denken.

MEPHISTOPHELES:
Das kommt nur auf Gewohnheit an.
So nimmt ein Kind der Mutter Brust
Nicht gleich im Anfang willig an,
Doch bald ernährt es sich mit Lust.
So wird's Euch an der Weisheit Brüsten
Mit jedem Tage mehr gelüsten.

SCHÜLER:
An ihrem Hals will ich mit Freuden hangen;
Doch sagt mir nur, wie kann ich hingelangen?

MEPHISTOPHELES:
Erklärt Euch, eh Ihr weiter geht,
Was wählt Ihr für eine Fakultät?

SCHÜLER:
Ich wünschte recht gelehrt zu werden,
Und möchte gern, was auf der Erden
Und in dem Himmel ist, erfassen,
Die Wissenschaft und die Natur.

MEPHISTOPHELES:
Da seid Ihr auf der rechten Spur;
Doch müßt Ihr Euch nicht zerstreuen lassen.

SCHÜLER:
Ich bin dabei mit Seel und Leib;
Doch freilich würde mir behagen
Ein wenig Freiheit und Zeitvertreib
An schönen Sommerfeiertagen.

MEPHISTOPHELES:
Gebraucht der Zeit, sie geht so schnell von hinnen,
Doch Ordnung lehrt Euch Zeit gewinnen.
Mein teurer Freund, ich rat Euch drum
Zuerst Collegium Logicum.
Da wird der Geist Euch wohl dressiert,
In spanische Stiefeln eingeschnürt,
Daß er bedächtiger so fortan
Hinschleiche die Gedankenbahn,
Und nicht etwa, die Kreuz und Quer,
Irrlichteliere hin und her.
Dann lehret man Euch manchen Tag,
Daß, was Ihr sonst auf einen Schlag
Getrieben, wie Essen und Trinken frei,
Eins! Zwei! Drei! dazu nötig sei.
Zwar ist's mit der Gedankenfabrik
Wie mit einem Weber-Meisterstück,
Wo ein Tritt tausend Fäden regt,
Die Schifflein herüber hinüber schießen,
Die Fäden ungesehen fließen,
Ein Schlag tausend Verbindungen schlägt.
Der Philosoph, der tritt herein
Und beweist Euch, es müßt so sein:
Das Erst wär so, das Zweite so,
Und drum das Dritt und Vierte so;
Und wenn das Erst und Zweit nicht wär,
Das Dritt und Viert wär nimmermehr.
Das preisen die Schüler allerorten,
Sind aber keine Weber geworden.
Wer will was Lebendigs erkennen und beschreiben,
Sucht erst den Geist heraus zu treiben,
Dann hat er die Teile in seiner Hand,
Fehlt, leider! nur das geistige Band.
Encheiresin naturae nennt's die Chemie,
Spottet ihrer selbst und weiß nicht wie.

SCHÜLER:
Kann Euch nicht eben ganz verstehen.

MEPHISTOPHELES:
Das wird nächstens schon besser gehen,
Wenn Ihr lernt alles reduzieren
Und gehörig klassifizieren.

SCHÜLER:
Mir wird von alledem so dumm,
Als ging, mir ein Mühlrad im Kopf herum.

MEPHISTOPHELES:
Nachher, vor allen andern Sachen,
Müßt Ihr Euch an die Metaphysik machen!
Da seht, daß Ihr tiefsinnig faßt,
Was in des Menschen Hirn nicht paßt;
Für was drein geht und nicht drein geht,
Ein prächtig Wort zu Diensten steht.
Doch vorerst dieses halbe Jahr
Nehmt ja der besten Ordnung wahr.
Fünf Stunden habt Ihr jeden Tag;
Seid drinnen mit dem Glockenschlag!
Habt Euch vorher wohl präpariert,
Paragraphos wohl einstudiert,
Damit Ihr nachher besser seht,
Daß er nichts sagt, als was im Buche steht;
Doch Euch des Schreibens ja befleißt,
Als diktiert, Euch der Heilig Geist!

SCHÜLER:
Das sollt Ihr mir nicht zweimal sagen!
Ich denke mir, wie viel es nützt
Denn, was man schwarz auf weiß besitzt,
Kann man getrost nach Hause tragen.

MEPHISTOPHELES:
Doch wählt mir eine Fakultät!

SCHÜLER:
Zur Rechtsgelehrsamkeit kann ich mich nicht bequemen.

MEPHISTOPHELES:
Ich kann es Euch so sehr nicht übel nehmen,
Ich weiß, wie es um diese Lehre steht.
Es erben sich Gesetz' und Rechte
Wie eine ew'ge Krankheit fort;
Sie schleppen von Geschlecht sich zum Geschlechte,
Und rücken sacht von Ort zu Ort.
Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage;
Weh dir, daß du ein Enkel bist!
Vom Rechte, das mit uns geboren ist,
Von dem ist, leider! nie die Frage.

SCHÜLER:
Mein Abscheu wird durch Euch vermehrt.
O glücklich der, den Ihr belehrt!
Fast möcht ich nun Theologie studieren.

MEPHISTOPHELES:
Ich wünschte nicht, Euch irre zu führen.
Was diese Wissenschaft betrifft,
Es ist so schwer, den falschen Weg zu meiden,
Es liegt in ihr so viel verborgnes Gift,
Und von der Arzenei ist's kaum zu unterscheiden.
Am besten ist's auch hier, wenn Ihr nur einen hört,
Und auf des Meisters Worte schwört.
Im ganzen- haltet Euch an Worte!
Dann geht Ihr durch die sichre Pforte
Zum Tempel der Gewißheit ein.

SCHÜLER:
Doch ein Begriff muß bei dem Worte sein.
MEPHISTOPHELES:
Schon gut! Nur muß man sich nicht allzu ängstlich quälen
Denn eben wo Begriffe fehlen,
Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.
Mit Worten läßt sich trefflich streiten,
Mit Worten ein System bereiten,
An Worte läßt sich trefflich glauben,
Von einem Wort läßt sich kein Jota rauben.

SCHÜLER:
Verzeiht, ich halt Euch auf mit vielen Fragen,
Allem ich muß Euch noch bemühn.
Wollt Ihr mir von der Medizin
Nicht auch ein kräftig Wörtchen sagen?
Drei Jahr ist eine kurze Zeit,
Und, Gott! das Feld ist gar zu weit.
Wenn man einen Fingerzeig nur hat,
Läßt sich's schon eher weiter fühlen.

MEPHISTOPHELES (für sich):
Ich bin des trocknen Tons nun satt,
Muß wieder recht den Teufel spielen.
(Laut.) Der Geist der Medizin ist leicht zu fassen;
Ihr durchstudiert die groß, und kleine Welt,
Um es am Ende gehn zu lassen,
Wie's Gott gefällt.
Vergebens, daß Ihr ringsum wissenschaftlich schweift,
Ein jeder lernt nur, was er lernen kann;
Doch der den Augenblick ergreift,
Das ist der rechte Mann.
Ihr seid noch ziemlich wohl gebaut,
An Kühnheit wird's Euch auch nicht fehlen,
Und wenn Ihr Euch nur selbst vertraut,
Vertrauen Euch die andern Seelen.
Besonders lernt die Weiber führen;
Es ist ihr ewig Weh und Ach
So tausendfach
Aus einem Punkte zu kurieren,
Und wenn Ihr halbweg ehrbar tut,
Dann habt Ihr sie all unterm Hut.
Ein Titel muß sie erst vertraulich machen,
Daß Eure Kunst viel Künste übersteigt;
Zum Willkomm tappt Ihr dann nach allen Siebensachen,
Um die ein andrer viele Jahre streicht,
Versteht das Pülslein wohl zu drücken,
Und fasset sie, mit feurig schlauen Blicken,
Wohl um die schlanke Hüfte frei,
Zu sehn, wie fest geschnürt sie sei.

SCHÜLER:
Das sieht schon besser aus! Man sieht doch, wo und wie.

MEPHISTOPHELES:
Grau, teurer Freund, ist alle Theorie,
Und grün des Lebens goldner Baum.

SCHÜLER:
Ich schwör Euch zu, mir ist's als wie ein Traum.
Dürft ich Euch wohl ein andermal beschweren,
Von Eurer Weisheit auf den Grund zu hören?

MEPHISTOPHELES:
Was ich vermag, soll gern geschehn.

SCHÜLER:
Ich kann unmöglich wieder gehn,
Ich muß Euch noch mein Stammbuch überreichen,
Gönn Eure Gunst mir dieses Zeichen!

MEPHISTOPHELES:
Sehr wohl.
(Er schreibt und gibt's.)

SCHÜLER (liest):
Eritis sicut Deus, scientes bonum et malum.
(Macht's ehrerbietig zu und empfiehlt sich.)

MEPHISTOPHELES:
Folg nur dem alten Spruch und meiner Muhme, der Schlange,
Dir wird gewiß einmal bei deiner Gottähnlichkeit bange!
(Faust tritt auf.)

FAUST:
Wohin soll es nun gehn?

MEPHISTOPHELES:
Wohin es dir gefällt.
Wir sehn die kleine, dann die große Welt.
Mit welcher Freude, welchem Nutzen
Wirst du den Cursum durchschmarutzen!

FAUST:
Allein bei meinem langen Bart
Fehlt mir die leichte Lebensart.
Es wird mir der Versuch nicht glücken;
Ich wußte nie mich in die Welt zu schicken.
Vor andern fühl ich mich so klein;
Ich werde stets verlegen sein.

MEPHISTOPHELES:
Mein guter Freund, das wird sich alles geben;
Sobald du dir vertraust, sobald weißt du zu leben.

FAUST:
Wie kommen wir denn aus dem Haus?
Wo hast du Pferde, Knecht und Wagen?

MEPHISTOPHELES:
Wir breiten nur den Mantel aus,
Der soll uns durch die Lüfte tragen.
Du nimmst bei diesem kühnen Schritt
Nur keinen großen Bündel mit.
Ein bißchen Feuerluft, die ich bereiten werde,
Hebt uns behend von dieser Erde.
Und sind wir leicht, so geht es schnell hinauf;
Ich gratuliere dir zum neuen Lebenslauf!

            

IV. THE STUDY

FAUST MEPHISTOPHELES

FAUST

A knock? Come in! Again my quiet broken?

MEPHISTOPHELES

'Tis I!

FAUST

Come in!

MEPHISTOPHELES

Thrice must the words be spoken.

FAUST

Come in, then!

MEPHISTOPHELES

Thus thou pleasest me.
I hope we'll suit each other well;
For now, thy vapors to dispel,
I come, a squire of high degree,
In scarlet coat, with golden trimming,
A cloak in silken lustre swimming,
A tall cock's-feather in my hat,
A long, sharp sword for show or quarrel,--
And I advise thee, brief and flat,
To don the self-same gay apparel,
That, from this den released, and free,
Life be at last revealed to thee!

FAUST

This life of earth, whatever my attire,
Would pain me in its wonted fashion.
Too old am I to play with passion;
Too young, to be without desire.
What from the world have I to gain?
Thou shalt abstain--renounce--refrain!
Such is the everlasting song
That in the ears of all men rings,--
That unrelieved, our whole life long,
Each hour, in passing, hoarsely sings.
In very terror I at morn awake,
Upon the verge of bitter weeping,
To see the day of disappointment break,
To no one hope of mine--not one--its promise keeping:--
That even each joy's presentiment
With wilful cavil would diminish,
With grinning masks of life prevent
My mind its fairest work to finish!
Then, too, when night descends, how anxiously
Upon my couch of sleep I lay me:
There, also, comes no rest to me,
But some wild dream is sent to fray me.
The God that in my breast is owned
Can deeply stir the inner sources;
The God, above my powers enthroned,
He cannot change external forces.
So, by the burden of my days oppressed,
Death is desired, and Life a thing unblest!

MEPHISTOPHELES

And yet is never Death a wholly welcome guest.

FAUST

O fortunate, for whom, when victory glances,
The bloody laurels on the brow he bindeth!
Whom, after rapid, maddening dances,
In clasping maiden-arms he findeth!
O would that I, before that spirit-power,
Ravished and rapt from life, had sunken!

MEPHISTOPHELES

And yet, by some one, in that nightly hour,
A certain liquid was not drunken.

FAUST

Eavesdropping, ha! thy pleasure seems to be.

MEPHISTOPHELES

Omniscient am I not; yet much is known to me.

FAUST

Though some familiar tone, retrieving
My thoughts from torment, led me on,
And sweet, clear echoes came, deceiving
A faith bequeathed from Childhood's dawn,
Yet now I curse whate'er entices
And snares the soul with visions vain;
With dazzling cheats and dear devices
Confines it in this cave of pain!
Cursed be, at once, the high ambition
Wherewith the mind itself deludes!
Cursed be the glare of apparition
That on the finer sense intrudes!
Cursed be the lying dream's impression
Of name, and fame, and laurelled brow!
Cursed, all that flatters as possession,
As wife and child, as knave and plow!
Cursed Mammon be, when he with treasures
To restless action spurs our fate!
Cursed when, for soft, indulgent leisures,
He lays for us the pillows straight!
Cursed be the vine's transcendent nectar,--
The highest favor Love lets fall!
Cursed, also, Hope!--cursed Faith, the spectre!
And cursed be Patience most of all!

CHORUS OF SPIRITS (_invisible_)

Woe! woe!
Thou hast it destroyed,
The beautiful world,
With powerful fist:
In ruin 'tis hurled,
By the blow of a demigod shattered!
The scattered
Fragments into the Void we carry,
Deploring
The beauty perished beyond restoring.
Mightier
For the children of men,
Brightlier
Build it again,
In thine own bosom build it anew!
Bid the new career
Commence,
With clearer sense,
And the new songs of cheer
Be sung thereto!

MEPHISTOPHELES

These are the small dependants
Who give me attendance.
Hear them, to deeds and passion
Counsel in shrewd old-fashion!
Into the world of strife,
Out of this lonely life
That of senses and sap has betrayed thee,
They would persuade thee.
This nursing of the pain forego thee,
That, like a vulture, feeds upon thy breast!
The worst society thou find'st will show thee
Thou art a man among the rest.
But 'tis not meant to thrust
Thee into the mob thou hatest!
I am not one of the greatest,
Yet, wilt thou to me entrust
Thy steps through life, I'll guide thee,--
Will willingly walk beside thee,--
Will serve thee at once and forever
With best endeavor,
And, if thou art satisfied,
Will as servant, slave, with thee abide.

FAUST

And what shall be my counter-service therefor?

MEPHISTOPHELES

The time is long: thou need'st not now insist.

FAUST

No--no! The Devil is an egotist,
And is not apt, without a why or wherefore,
"For God's sake," others to assist.
Speak thy conditions plain and clear!
With such a servant danger comes, I fear.

MEPHISTOPHELES

_Here_, an unwearied slave, I'll wear thy tether,
And to thine every nod obedient be:
When _There_ again we come together,
Then shalt thou do the same for me.

FAUST

The _There_ my scruples naught increases.
When thou hast dashed this world to pieces,
The other, then, its place may fill.
Here, on this earth, my pleasures have their sources;
Yon sun beholds my sorrows in his courses;
And when from these my life itself divorces,
Let happen all that can or will!
I'll hear no more: 'tis vain to ponder
If there we cherish love or hate,
Or, in the spheres we dream of yonder,
A High and Low our souls await.

MEPHISTOPHELES

In this sense, even, canst thou venture.
Come, bind thyself by prompt indenture,
And thou mine arts with joy shalt see:
What no man ever saw, I'll give to thee.

FAUST

Canst thou, poor Devil, give me whatsoever?
When was a human soul, in its supreme endeavor,
E'er understood by such as thou?
Yet, hast thou food which never satiates, now,--
The restless, ruddy gold hast thou,
That runs, quicksilver-like, one's fingers through,--
A game whose winnings no man ever knew,--
A maid that, even from my breast,
Beckons my neighbor with her wanton glances,
And Honor's godlike zest,
The meteor that a moment dances,--
Show me the fruits that, ere they're gathered, rot,
And trees that daily with new leafage clothe them!

MEPHISTOPHELES

Such a demand alarms me not:
Such treasures have I, and can show them.
But still the time may reach us, good my friend.
When peace we crave and more luxurious diet.

FAUST

When on an idler's bed I stretch myself in quiet.
There let, at once, my record end!
Canst thou with lying flattery rule me,
Until, self-pleased, myself I see,--
Canst thou with rich enjoyment fool me,
Let that day be the last for me!
The bet I offer.

MEPHISTOPHELES
Done!

FAUST
And heartily!
When thus I hail the Moment flying:
"Ah, still delay--thou art so fair!"
Then bind me in thy bonds undying,
My final ruin then declare!
Then let the death-bell chime the token.
Then art thou from thy service free!
The clock may stop, the hand be broken,
Then Time be finished unto me!

MEPHISTOPHELES

Consider well: my memory good is rated.

FAUST

Thou hast a perfect right thereto.
My powers I have not rashly estimated:
A slave am I, whate'er I do--
If thine, or whose? 'tis needless to debate it.

MEPHISTOPHELES

Then at the Doctors'-banquet I, to-day,
Will as a servant wait behind thee.
But one thing more! Beyond all risk to bind thee,
Give me a line or two, I pray.

FAUST

Demand'st thou, Pedant, too, a document?
Hast never known a man, nor proved his word's intent?
Is't not enough, that what I speak to-day
Shall stand, with all my future days agreeing?
In all its tides sweeps not the world away,
And shall a promise bind my being?
Yet this delusion in our hearts we bear:
Who would himself therefrom deliver?
Blest he, whose bosom Truth makes pure and fair!
No sacrifice shall he repent of ever.
Nathless a parchment, writ and stamped with care,
A spectre is, which all to shun endeavor.
The word, alas! dies even in the pen,
And wax and leather keep the lordship then.
What wilt from me, Base Spirit, say?--
Brass, marble, parchment, paper, clay?
The terms with graver, quill, or chisel, stated?
I freely leave the choice to thee.

MEPHISTOPHELES

Why heat thyself, thus instantly,
With eloquence exaggerated?
Each leaf for such a pact is good;
And to subscribe thy name thou'lt take a drop of blood.

FAUST

If thou therewith art fully satisfied,
So let us by the farce abide.

MEPHISTOPHELES

Blood is a juice of rarest quality.

FAUST

Fear not that I this pact shall seek to sever?
The promise that I make to thee
Is just the sum of my endeavor.
I have myself inflated all too high;
My proper place is thy estate:
The Mighty Spirit deigns me no reply,
And Nature shuts on me her gate.
The thread of Thought at last is broken,
And knowledge brings disgust unspoken.
Let us the sensual deeps explore,
To quench the fervors of glowing passion!
Let every marvel take form and fashion
Through the impervious veil it wore!
Plunge we in Time's tumultuous dance,
In the rush and roll of Circumstance!
Then may delight and distress,
And worry and success,
Alternately follow, as best they can:
Restless activity proves the man!

MEPHISTOPHELES

For you no bound, no term is set.
Whether you everywhere be trying,
Or snatch a rapid bliss in flying,
May it agree with you, what you get!
Only fall to, and show no timid balking.

FAUST

But thou hast heard, 'tis not of joy we're talking.
I take the wildering whirl, enjoyment's keenest pain,
Enamored hate, exhilarant disdain.
My bosom, of its thirst for knowledge sated,
Shall not, henceforth, from any pang be wrested,
And all of life for all mankind created
Shall be within mine inmost being tested:
The highest, lowest forms my soul shall borrow,
Shall heap upon itself their bliss and sorrow,
And thus, my own sole self to all their selves expanded,
I too, at last, shall with them all be stranded!

MEPHISTOPHELES

Believe me, who for many a thousand year
The same tough meat have chewed and tested,
That from the cradle to the bier
No man the ancient leaven has digested!
Trust one of us, this Whole supernal
Is made but for a God's delight!
_He_ dwells in splendor single and eternal,
But _us_ he thrusts in darkness, out of sight,
And _you_ he dowers with Day and Night.

FAUST

Nay, but I will!

MEPHISTOPHELES

A good reply!
One only fear still needs repeating:
The art is long, the time is fleeting.
Then let thyself be taught, say I!
Go, league thyself with a poet,
Give the rein to his imagination,
Then wear the crown, and show it,
Of the qualities of his creation,--
The courage of the lion's breed,
The wild stag's speed,
The Italian's fiery blood,
The North's firm fortitude!
Let him find for thee the secret tether
That binds the Noble and Mean together.
And teach thy pulses of youth and pleasure
To love by rule, and hate by measure!
I'd like, myself, such a one to see:
Sir Microcosm his name should be.

FAUST

What am I, then, if 'tis denied my part
The crown of all humanity to win me,
Whereto yearns every sense within me?

MEPHISTOPHELES

Why, on the whole, thou'rt--what thou art.
Set wigs of million curls upon thy head, to raise thee,
Wear shoes an ell in height,--the truth betrays thee,
And thou remainest--what thou art.

FAUST

I feel, indeed, that I have made the treasure
Of human thought and knowledge mine, in vain;
And if I now sit down in restful leisure,
No fount of newer strength is in my brain:
I am no hair's-breadth more in height,
Nor nearer, to the Infinite,

MEPHISTOPHELES

Good Sir, you see the facts precisely
As they are seen by each and all.
We must arrange them now, more wisely,
Before the joys of life shall pall.
Why, Zounds! Both hands and feet are, truly--
And head and virile forces--thine:
Yet all that I indulge in newly,
Is't thence less wholly mine?
If I've six stallions in my stall,
Are not their forces also lent me?
I speed along, completest man of all,
As though my legs were four-and-twenty.
Take hold, then! let reflection rest,
And plunge into the world with zest!
I say to thee, a speculative wight
Is like a beast on moorlands lean,
That round and round some fiend misleads to evil plight,
While all about lie pastures fresh and green.

FAUST

Then how shall we begin?

MEPHISTOPHELES

We'll try a wider sphere.
What place of martyrdom is here!
Is't life, I ask, is't even prudence,
To bore thyself and bore the students?
Let Neighbor Paunch to that attend!
Why plague thyself with threshing straw forever?
The best thou learnest, in the end
Thou dar'st not tell the youngsters--never!
I hear one's footsteps, hither steering.

FAUST
To see him now I have no heart.

MEPHISTOPHELES

So long the poor boy waits a hearing,
He must not unconsoled depart.
Thy cap and mantle straightway lend me!
I'll play the comedy with art.

(_He disguises himself_.)

My wits, be certain, will befriend me.
But fifteen minutes' time is all I need;
For our fine trip, meanwhile, prepare thyself with speed!

_Exit_ FAUST.

MEPHISTOPHELES

(_In_ FAUST'S _long mantle_.)

Reason and Knowledge only thou despise,
The highest strength in man that lies!
Let but the Lying Spirit bind thee
With magic works and shows that blind thee,
And I shall have thee fast and sure!--
Fate such a bold, untrammelled spirit gave him,
As forwards, onwards, ever must endure;
Whose over-hasty impulse drave him
Past earthly joys he might secure.
Dragged through the wildest life, will I enslave him,
Through flat and stale indifference;
With struggling, chilling, checking, so deprave him
That, to his hot, insatiate sense,
The dream of drink shall mock, but never lave him:
Refreshment shall his lips in vain implore--
Had he not made himself the Devil's, naught could save
him,
Still were he lost forevermore!

(_A_ STUDENT _enters_.)

STUDENT

A short time, only, am I here,
And come, devoted and sincere,
To greet and know the man of fame,
Whom men to me with reverence name.

MEPHISTOPHELES

Your courtesy doth flatter me:
You see a man, as others be.
Have you, perchance, elsewhere begun?

STUDENT

Receive me now, I pray, as one
Who comes to you with courage good,
Somewhat of cash, and healthy blood:
My mother was hardly willing to let me;
But knowledge worth having I fain would get me.

MEPHISTOPHELES

Then you have reached the right place now.

STUDENT

I'd like to leave it, I must avow;
I find these walls, these vaulted spaces
Are anything but pleasant places.
Tis all so cramped and close and mean;
One sees no tree, no glimpse of green,
And when the lecture-halls receive me,
Seeing, hearing, and thinking leave me.

MEPHISTOPHELES

All that depends on habitude.
So from its mother's breasts a child
At first, reluctant, takes its food,
But soon to seek them is beguiled.
Thus, at the breasts of Wisdom clinging,
Thou'lt find each day a greater rapture bringing.

STUDENT

I'll hang thereon with joy, and freely drain them;
But tell me, pray, the proper means to gain them.

MEPHISTOPHELES

Explain, before you further speak,
The special faculty you seek.

STUDENT

I crave the highest erudition;
And fain would make my acquisition
All that there is in Earth and Heaven,
In Nature and in Science too.

MEPHISTOPHELES

Here is the genuine path for you;
Yet strict attention must be given.

STUDENT

Body and soul thereon I'll wreak;
Yet, truly, I've some inclination
On summer holidays to seek
A little freedom and recreation.

MEPHISTOPHELES

Use well your time! It flies so swiftly from us;
But time through order may be won, I promise.
So, Friend (my views to briefly sum),
First, the _collegium logicum_.
There will your mind be drilled and braced,
As if in Spanish boots 'twere laced,
And thus, to graver paces brought,
'Twill plod along the path of thought,
Instead of shooting here and there,
A will-o'-the-wisp in murky air.
Days will be spent to bid you know,
What once you did at a single blow,
Like eating and drinking, free and strong,--
That one, two, three! thereto belong.
Truly the fabric of mental fleece
Resembles a weaver's masterpiece,
Where a thousand threads one treadle throws,
Where fly the shuttles hither and thither.
Unseen the threads are knit together.
And an infinite combination grows.
Then, the philosopher steps in
And shows, no otherwise it could have been:
The first was so, the second so,
Therefore the third and fourth are so;
Were not the first and second, then
The third and fourth had never been.
The scholars are everywhere believers,
But never succeed in being weavers.
He who would study organic existence,
First drives out the soul with rigid persistence;
Then the parts in his hand he may hold and class,
But the spiritual link is lost, alas!
_Encheiresin natures_, this Chemistry names,
Nor knows how herself she banters and blames!

STUDENT

I cannot understand you quite.

MEPHISTOPHELES

Your mind will shortly be set aright,
When you have learned, all things reducing,
To classify them for your using.

STUDENT

I feel as stupid, from all you've said,
As if a mill-wheel whirled in my head!

MEPHISTOPHELES

And after--first and foremost duty--Of
Metaphysics learn the use and beauty!
See that you most profoundly gain
What does not suit the human brain!
A splendid word to serve, you'll find
For what goes in--or won't go in--your mind.
But first, at least this half a year,
To order rigidly adhere;
Five hours a day, you understand,
And when the clock strikes, be on hand!
Prepare beforehand for your part
With paragraphs all got by heart,
So you can better watch, and look
That naught is said but what is in the book:
Yet in thy writing as unwearied be,
As did the Holy Ghost dictate to thee!

STUDENT

No need to tell me twice to do it!
I think, how useful 'tis to write;
For what one has, in black and white,
One carries home and then goes through it.

MEPHISTOPHELES

Yet choose thyself a faculty!

STUDENT

I cannot reconcile myself to Jurisprudence.

MEPHISTOPHELES

Nor can I therefore greatly blame you students:
I know what science this has come to be.
All rights and laws are still transmitted
Like an eternal sickness of the race,--
From generation unto generation fitted,
And shifted round from place to place.
Reason becomes a sham, Beneficence a worry:
Thou art a grandchild, therefore woe to thee!
The right born with us, ours in verity,
This to consider, there's, alas! no hurry.

STUDENT

My own disgust is strengthened by your speech:
O lucky he, whom you shall teach!
I've almost for Theology decided.

MEPHISTOPHELES

I should not wish to see you here misguided:
For, as regards this science, let me hint
'Tis very hard to shun the false direction;
There's so much secret poison lurking in 't,
So like the medicine, it baffles your detection.
Hear, therefore, one alone, for that is best, in sooth,
And simply take your master's words for truth.
On _words_ let your attention centre!
Then through the safest gate you'll enter
The temple-halls of Certainty.

STUDENT

Yet in the word must some idea be.

MEPHISTOPHELES

Of course! But only shun too over-sharp a tension,
For just where fails the comprehension,
A word steps promptly in as deputy.
With words 'tis excellent disputing;
Systems to words 'tis easy suiting;
On words 'tis excellent believing;
No word can ever lose a jot from thieving.

STUDENT

Pardon! With many questions I detain you.
Yet must I trouble you again.
Of Medicine I still would fain
Hear one strong word that might explain you.
Three years is but a little space.
And, God! who can the field embrace?
If one some index could be shown,
'Twere easier groping forward, truly.

MEPHISTOPHELES (_aside_)

I'm tired enough of this dry tone,--
Must play the Devil again, and fully.

(_Aloud_)

To grasp the spirit of Medicine is easy:
Learn of the great and little world your fill,
To let it go at last, so please ye,
Just as God will!
In vain that through the realms of science you may drift;
Each one learns only--just what learn he can:
Yet he who grasps the Moment's gift,
He is the proper man.
Well-made you are, 'tis not to be denied,
The rest a bold address will win you;
If you but in yourself confide,
At once confide all others in you.
To lead the women, learn the special feeling!
Their everlasting aches and groans,
In thousand tones,
Have all one source, one mode of healing;
And if your acts are half discreet,
You'll always have them at your feet.
A title first must draw and interest them,
And show that yours all other arts exceeds;
Then, as a greeting, you are free to touch and test them,
While, thus to do, for years another pleads.
You press and count the pulse's dances,
And then, with burning sidelong glances,
You clasp the swelling hips, to see
If tightly laced her corsets be.

STUDENT

That's better, now! The How and Where, one sees.

MEPHISTOPHELES

My worthy friend, gray are all theories,
And green alone Life's golden tree.

STUDENT

I swear to you, 'tis like a dream to me.
Might I again presume, with trust unbounded,
To hear your wisdom thoroughly expounded?

MEPHISTOPHELES

Most willingly, to what extent I may.

STUDENT

I cannot really go away:
Allow me that my album first I reach you,--
Grant me this favor, I beseech you!

MEPHISTOPHELES

Assuredly.

(_He writes, and returns the book_.)

STUDENT (_reads_)

_Eritis sicut Deus, scientes bonum et malum_.
(_Closes the book with reverence, and withdraws_)

MEPHISTOPHELES

Follow the ancient text, and the snake thou wast ordered to trample!
With all thy likeness to God, thou'lt yet be a sorry example!

(FAUST _enters_.)

FAUST

Now, whither shall we go?

MEPHISTOPHELES

As best it pleases thee.
The little world, and then the great, we'll see.
With what delight, what profit winning,
Shalt thou sponge through the term beginning!

FAUST

Yet with the flowing beard I wear,
Both ease and grace will fail me there.
The attempt, indeed, were a futile strife;
I never could learn the ways of life.
I feel so small before others, and thence
Should always find embarrassments.

MEPHISTOPHELES

My friend, thou soon shalt lose all such misgiving:
Be thou but self-possessed, thou hast the art of living!

FAUST

How shall we leave the house, and start?
Where hast thou servant, coach and horses?

MEPHISTOPHELES

We'll spread this cloak with proper art,
Then through the air direct our courses.
But only, on so bold a flight,
Be sure to have thy luggage light.
A little burning air, which I shall soon prepare us,
Above the earth will nimbly bear us,
And, if we're light, we'll travel swift and clear:
I gratulate thee on thy new career!




Auerbachs Keller in Leipzig

Zeche lustiger Gesellen.


FROSCH:
Will keiner trinken? keiner lachen?
Ich will euch lehren Gesichter machen!
Ihr seid ja heut wie nasses Stroh,
Und brennt sonst immer lichterloh.

BRANDER:
Das liegt an dir; du bringst ja nichts herbei,
Nicht eine Dummheit, keine Sauerei.

FROSCH (giesst ihm ein Glas Wein über den Kopf):
Da hast du beides!

BRANDER:
Doppelt Schwein!

FROSCH:
Ihr wollt es ja, man soll es sein!

SIEBEL:
Zur Tür hinaus, er sich entzweit!
Mit offner Brust singt Runda, sauft und schreit!
Auf! Holla! Ho!

ALTMAYER:
Weh mir, ich bin verloren! Baumwolle her! der Kerl sprengt mir die Ohren.

SIEBEL:
Wenn das Gewölbe widerschallt,
Fühlt man erst recht des Basses Grundgewalt.

FROSCH:
So recht, hinaus mit dem, der etwas übel nimmt!
A! tara lara da!

ALTMAYER:
A! tara lara da!

FROSCH:
Die Kehlen sind gestimmt.
(Singt.)
Das liebe Heil'ge Röm'sche Reich,
Wie hält's nur noch zusammen?

BRANDER:
Ein garstig Lied! Pfui! ein politisch Lied
Ein leidig Lied! Dankt Gott mit jedem Morgen,
Daß ihr nicht braucht fürs Röm'sche Reich zu sorgen!
Ich halt es wenigstens für reichlichen Gewinn,
Daß ich nicht Kaiser oder Kanzler bin.
Doch muß auch uns ein Oberhaupt nicht fehlen;
Wir wollen einen Papst erwählen.
Ihr wißt, welch eine Qualität
Den Ausschlag gibt, den Mann erhöht.

FROSCH (singt):
Schwing dich auf, Frau Nachtigall,
Grüß mir mein Liebchen zehentausendmal.

SIEBEL:
Dem Liebchen keinen Gruß! ich will davon nichts hören!

FROSCH:
Dem Liebchen Gruß und Kuß! du wirst mir's nicht verwehren!

(Singt.)
Riegel auf! in stiller Nacht.
Riegel auf! der Liebste wacht.
Riegel zu! des Morgens früh.

SIEBEL:
Ja, singe, singe nur und lob und rühme sie!
Ich will zu meiner Zeit schon lachen.
Sie hat mich angeführt, dir wird sie's auch so machen.
Zum Liebsten sei ein Kobold ihr beschert!
Der mag mit ihr auf einem Kreuzweg schäkern;
Ein alter Bock, wenn er vom Blocksberg kehrt,
Mag im Galopp noch gute Nacht ihr meckern!
Ein braver Kerl von echtem Fleisch und Blut
Ist für die Dirne viel zu gut.
Ich will von keinem Gruße wissen,
Als ihr die Fenster eingeschmissen

BRANDER (auf den Tisch schlagend):
Paßt auf! paßt auf! Gehorchet mir!
Ihr Herrn, gesteht, ich weiß zu leben
Verliebte Leute sitzen hier,
Und diesen muß, nach Standsgebühr,
Zur guten Nacht ich was zum besten geben.
Gebt acht! Ein Lied vom neusten Schnitt!
Und singt den Rundreim kräftig mit!
(Er singt.)
Es war eine Ratt im Kellernest,
Lebte nur von Fett und Butter,
Hatte sich ein Ränzlein angemäst't,
Als wie der Doktor Luther.
Die Köchin hatt ihr Gift gestellt;
Da ward's so eng ihr in der Welt,
Als hätte sie Lieb im Leibe.

CHORUS (jauchzend):
Als hätte sie Lieb im Leibe.

BRANDER:
Sie fuhr herum, sie fuhr heraus,
Und soff aus allen Pfützen,
Zernagt', zerkratzt, das ganze Haus,
Wollte nichts ihr Wüten nützen;
Sie tät gar manchen Ängstesprung,
Bald hatte das arme Tier genung,
Als hätt es Lieb im Leibe.

CHORUS:
Als hätt es Lieb im Leibe.

BRANDER:
Sie kam vor Angst am hellen Tag
Der Küche zugelaufen,
Fiel an den Herd und zuckt, und lag,
Und tät erbärmlich schnaufen.
Da lachte die Vergifterin noch:
Ha! sie pfeift auf dem letzten Loch,
Als hätte sie Lieb im Leibe.

CHORUS:
Als hätte sie Lieb im Leibe.

SIEBEL:
Wie sich die platten Bursche freuen!
Es ist mir eine rechte Kunst,
Den armen Ratten Gift zu streuen!

BRANDER:
Sie stehn wohl sehr in deiner Gunst?

ALTMAYER:
Der Schmerbauch mit der kahlen Platte!
Das Unglück macht ihn zahm und mild;
Er sieht in der geschwollnen Ratte
Sein ganz natürlich Ebenbild
(Faust und Mephistopheles treten auf.)

MEPHISTOPHELES:
Ich muß dich nun vor allen Dingen
In lustige Gesellschaft bringen,
Damit du siehst, wie leicht sich's leben läßt.
Dem Volke hier wird jeder Tag ein Fest.
Mit wenig Witz und viel Behagen
Dreht jeder sich im engen Zirkeltanz,
Wie junge Katzen mit dem Schwanz.
Wenn sie nicht über Kopfweh klagen,
So lang der Wirt nur weiter borgt,
Sind sie vergnügt und unbesorgt.

BRANDER:
Die kommen eben von der Reise,
Man sieht's an ihrer wunderlichen Weise;
Sie sind nicht eine Stunde hier.

FROSCH:
Wahrhaftig, du hast recht! Mein Leipzig lob ich mir!
Es ist ein klein Paris, und bildet seine Leute.

SIEBEL:
Für was siehst du die Fremden an?

FROSCH:
Laß mich nur gehn! Bei einem vollen Glase
Zieh ich, wie einen Kinderzahn,
Den Burschen leicht die Würmer aus der Nase.
Sie scheinen mir aus einem edlen Haus,
Sie sehen stolz und unzufrieden aus.

BRANDER:
Marktschreier sind's gewiß, ich wette!

ALTMAYER:
Vielleicht.

FROSCH:
Gib acht, ich schraube sie!

MEPHISTOPHELES (zu Faust):
Den Teufel spürt das Völkchen nie,
Und wenn er sie beim Kragen hätte.

FAUST:
Seid uns gegrüßt, ihr Herrn!

SIEBEL:
Viel Dank zum Gegengruß.
(Leise, Mephistopheles von der Seite ansehend.)
Was hinkt der Kerl auf einem Fuß?

MEPHISTOPHELES:
Ist es erlaubt, uns auch zu euch zu setzen?
Statt eines guten Trunks, den man nicht haben kann
Soll die Gesellschaft uns ergetzen.

ALTMAYER:
Ihr scheint ein sehr verwöhnter Mann.

FROSCH:
Ihr seid wohl spät von Rippach aufgebrochen?
Habt ihr mit Herren Hans noch erst zu Nacht gespeist?

MEPHISTOPHELES:
Heut sind wir ihn vorbeigereist!
Wir haben ihn das letztemal gesprochen.
Von seinen Vettern wußt er viel zu sagen,
Viel Grüße hat er uns an jeden aufgetragen.
(Er neigt sich gegen Frosch.)

ALTMAYER (leise):
Da hast du's! der versteht's!

SIEBEL:
Ein pfiffiger Patron!

FROSCH:
Nun, warte nur, ich krieg ihn schon!

MEPHISTOPHELES:
Wenn ich nicht irrte, hörten wir
Geübte Stimmen Chorus singen?
Gewiß, Gesang muß trefflich hier
Von dieser Wölbung widerklingen!

FROSCH:
Seid Ihr wohrgar ein Virtuos?

MEPHISTOPHELES:
O nein! die Kraft ist schwach, allein die Lust ist groß.

ALTMAYER:
Gebt uns ein Lied!

MEPHISTOPHELES:
Wenn ihr begehrt, die Menge.

SIEBEL:
Nur auch ein nagelneues Stück!

MEPHISTOPHELES:
Wir kommen erst aus Spanien zurück,
Dem schönen Land des Weins und der Gesänge.
(Singt).
Es war einmal ein König,
Der hatt einen großen Floh-

FROSCH:
Horcht! Einen Froh! Habt ihr das wohl gefaßt?
Ein Floh ist mir ein saubrer Gast.

MEPHISTOPHELES (singt):
Es war einmal ein König
Der hatt einen großen Floh,
Den liebt, er gar nicht wenig,
Als wie seinen eignen Sohn.
Da rief er seinen Schneider,
Der Schneider kam heran:
Da, miß dem Junker Kleider
Und miß ihm Hosen an!

BRANDER:
Vergeßt nur nicht, dem Schneider einzuschärfen,
Daß er mir aufs genauste mißt,
Und daß, so lieb sein Kopf ihm ist,
Die Hosen keine Falten werfen!

MEPHISTOPHELES:
In Sammet und in Seide
War er nun angetan
Hatte Bänder auf dem Kleide,
Hatt auch ein Kreuz daran
Und war sogleich Minister,
Und hatt einen großen Stern.
Da wurden seine Geschwister
Bei Hof auch große Herrn.

Und Herrn und Fraun am Hofe,
Die waren sehr geplagt,
Die Königin und die Zofe
Gestochen und genagt,
Und durften sie nicht knicken,
Und weg sie jucken nicht.
Wir knicken und ersticken
Doch gleich, wenn einer sticht.

CHORUS (jauchzend):
Wir knicken und ersticken
Doch gleich, wenn einer sticht.

FROSCH:
Bravo! Bravo! Das war schön!

SIEBEL:
So soll es jedem Floh ergehn!

BRANDER:
Spitzt die Finger und packt sie fein!

ALTMAYER:
Es lebe die Freiheit! Es lebe der Wein!

MEPHISTOPHELES:
Ich tränke gern ein Glas, die Freiheit hoch zu ehren,
Wenn eure Weine nur ein bißchen besser wären.

SIEBEL:
Wir mögen das nicht wieder hören!

MEPHISTOPHELES:
Ich fürchte nur, der Wirt beschweret sich;
Sonst gäb ich diesen werten Gästen
Aus unserm Keller was zum besten.

SIEBEL:
Nur immer her! ich nehm's auf mich.

FROSCH:
Schafft Ihr ein gutes Glas, so wollen wir Euch loben.
Nur gebt nicht gar zu kleine Proben
Denn wenn ich judizieren soll,
Verlang ich auch das Maul recht voll.

ALTMAYER (leise):
Sie sind vom Rheine, wie ich spüre.

MEPHISTOPHELES:
Schafft einen Bohrer an!

BRANDER:
Was soll mit dem geschehn? Ihr habt doch nicht die Fässer vor der Türe?

ALTMAYER:
Dahinten hat der Wirt ein Körbchen Werkzeug stehn.

MEPHISTOPHELES (nimmt den Bohrer. Zu Frosch):
Nun sagt, was wünschet Ihr zu schmecken?

FROSCH:
Wie meint Ihr das? Habt Ihr so mancherlei?

MEPHISTOPHELES:
Ich stell es einem jeden frei.

ALTMAYER (zu Frosch):
Aha! du fängst schon an, die Lippen abzulecken.

FROSCH:
Gut! wenn ich wählen soll, so will ich Rheinwein haben.
Das Vaterland verleiht die allerbesten Gaben.

MEPHISTOPHELES (indem er an dem Platz, wo Frosch sitzt, ein Loch in den
Tischrand bohrt):
Verschafft ein wenig Wachs, die Pfropfen gleich zu machen!

ALTMAYER:
Ach, das sind Taschenspielersachen.

MEPHISTOPHELES (zu Brander):
Und Ihr?

BRANDER:
Ich will Champagner Wein Und recht moussierend soll er sein!
(Mephistopheles bohrt; einer hat indessen die Wachspfropfen gemacht
und verstopft.)
Man kann nicht stets das Fremde meiden
Das Gute liegt uns oft so fern.
Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden,
Doch ihre Weine trinkt er gern.

SIEBEL (indem sich Mephistopheles seinem Platze nähert):
Ich muß gestehn, den sauern mag ich nicht,
Gebt mir ein Glas vom echten süßen!

MEPHISTOPHELES (bohrt):
Euch soll sogleich Tokayer fließen.

ALTMAYER:
Nein, Herren, seht mir ins Gesicht!
Ich seh es ein, ihr habt uns nur zum besten.

MEPHISTOPHELES:
Ei! Ei! Mit solchen edlen Gästen
Wär es ein bißchen viel gewagt.
Geschwind! Nur grad heraus gesagt!
Mit welchem Weine kann ich dienen?

ALTMAYER:
Mit jedem! Nur nicht lang gefragt.
(Nachdem die Löcher alle gebohrt und verstopft sind.)

MEPHISTOPHELES (mit seltsamen Gebärden):
Trauben trägt der Weinstock!
Hörner der Ziegenbock;
Der Wein ist saftig, Holz die Reben,
Der hölzerne Tisch kann Wein auch geben.
Ein tiefer Blick in die Natur!
Hier ist ein Wunder, glaubet nur! Nun zieht die Pfropfen und genießt!

ALLE (indem sie die Pfropfen ziehen und jedem der verlangte Wein ins Glas
läuft):
O schöner Brunnen, der uns fließt!

MEPHISTOPHELES:
Nur hütet euch, daß ihr mir nichts vergießt!
(Sie trinken wiederholt.)

ALLE (singen):
Uns ist ganz kannibalisch wohl,
Als wie fünfhundert Säuen!

MEPHISTOPHELES:
Das Volk ist frei, seht an, wie wohl's ihm geht!

FAUST:
Ich hätte Lust, nun abzufahren.

MEPHISTOPHELES:
Gib nur erst acht, die Bestialität
Wird sich gar herrlich offenbaren.

SIEBEL (trinkt unvorsichtig, der Wein fließt auf die Erde und wird zur
Flamme):
Helft! Feuer! helft! Die Hölle brennt!

MEPHISTOPHELES (die Flamme besprechend):
Sei ruhig, freundlich Element!
(Zu den Gesellen.)
Für diesmal war es nur ein Tropfen Fegefeuer.

SIEBEL:
Was soll das sein? Wart! Ihr bezahlt es teuer!
Es scheinet, daß Ihr uns nicht kennt.

FROSCH:
Laß Er uns das zum zweiten Male bleiben!

ALTMAYER:
Ich dächt, wir hießen ihn ganz sachte seitwärts gehn.

SIEBEL:
Was, Herr? Er will sich unterstehn,
Und hier sein Hokuspokus treiben?

MEPHISTOPHELES:
Still, altes Weinfaß!

SIEBEL:
Besenstiel! Du willst uns gar noch grob begegnen?

BRANDER:
Wart nur, es sollen Schläge regnen!

ALTMAYER (zieht einen Pfropf aus dem Tisch, es springt ihm Feuer entgegen):

Ich brenne! ich brenne!

SIEBEL:

Zauberei!
Stoßt zu! der Kerl ist vogelfrei!
(Sie ziehen die Messer und gehn auf Mephistopheles los.)

MEPHISTOPHELES (mit ernsthafter Gebärde):
Falsch Gebild und Wort
Verändern Sinn und Ort!
Seid hier und dort!
(Sie stehn erstaunt und sehn einander an.)

ALTMAYER:
Wo bin ich? Welches schöne Land!

FROSCH:
Weinberge! Seh ich recht?

SIEBEL:
Und Trauben gleich zur Hand!

BRANDER:
Hier unter diesem grünen Laube,
Seht, welch ein Stock! Seht, welche Traube!
(Er faßt Siebeln bei der Nase. Die andern tun es wechselseitig und heben
die Messer.)

MEPHISTOPHELES (wie oben):
Irrtum, laß los der Augen Band!
Und merkt euch, wie der Teufel spaße.
(Er verschwindet mit Faust, die Gesellen fahren auseinander.

SIEBEL:
Was gibt s?

ALTMAYER:
Wie?

FROSCH:
War das deine Nase?

BRANDER (zu Siebel):
Und deine hab ich in der Hand!

ALTMAYER:
Es war ein Schlag, der ging durch alle Glieder!
Schafft einen Stuhl, ich sinke nieder!

FROSCH:
Nein, sagt mir nur, was ist geschehn?

FROSCH:
Wo ist der Kerl? Wenn ich ihn spüre,
Er soll mir nicht lebendig gehn!

ALTMAYER:
Ich hab ihn selbst hinaus zur Kellertüre-
Auf einem Fasse reiten sehn--
Es liegt mir bleischwer in den Füßen.
(Sich nach dem Tische wendend.)
Mein! Sollte wohl der Wein noch fließen?

SIEBEL:
Betrug war alles, Lug und Schein.

FROSCH:
Mir deuchte doch, als tränk ich Wein.

BRANDER:
Aber wie war es mit den Trauben?

ALTMAYER:
Nun sag mir eins, man soll kein Wunder glauben!

            

V. AUERBACH'S CELLAR IN LEIPZIG

CAROUSAL OF JOLLY COMPANIONS
FROSCH

I no one laughing? no one drinking?
I'll teach you how to grin, I'm thinking.
To-day you're like wet straw, so tame;
And usually you're all aflame.

BRANDER

Now that's your fault; from you we nothing see,
No beastliness and no stupidity.

FROSCH

(_Pours a glass of wine over_ BRANDER'S _head_.)
There's both together!

BRANDER

Twice a swine!

FROSCH

You wanted them: I've given you mine.

SIEBEL

Turn out who quarrels--out the door!
With open throat sing chorus, drink and roar!
Up! holla! ho!

ALTMAYER

Woe's me, the fearful bellow!
Bring cotton, quick! He's split my ears, that fellow.

SIEBEL

When the vault echoes to the song,
One first perceives the bass is deep and strong.

FROSCH

Well said! and out with him that takes the least offence!
_Ah, tara, lara da_!

ALTMAYER

_Ah, tara, lara, da_!

FROSCH

The throats are tuned, commence!
(_Sings_.)
_The dear old holy Roman realm,
How does it hold together_?

BRANDER

A nasty song! Fie! a political song--
A most offensive song! Thank God, each morning, therefore,
That you have not the Roman realm to care for!
At least, I hold it so much gain for me,
That I nor Chancellor nor Kaiser be.
Yet also we must have a ruling head, I hope,
And so we'll choose ourselves a Pope.
You know the quality that can
Decide the choice, and elevate the man.

FROSCH (_sings_)

_Soar up, soar up, Dame Nightingale!
Ten thousand times my sweetheart hail!_

SIEBEL

No, greet my sweetheart not! I tell you, I'll resent it.

FROSCH

My sweetheart greet and kiss! I dare you to prevent it!

(_Sings_.)

_Draw the latch! the darkness makes:
Draw the latch! the lover wakes.
Shut the latch! the morning breaks_.

SIEBEL

Yes, sing away, sing on, and praise, and brag of her!
I'll wait my proper time for laughter:
Me by the nose she led, and now she'll lead you after.
Her paramour should be an ugly gnome,
Where four roads cross, in wanton play to meet her:
An old he-goat, from Blocksberg coming home,
Should his good-night in lustful gallop bleat her!
A fellow made of genuine flesh and blood
Is for the wench a deal too good.
Greet her? Not I: unless, when meeting,
To smash her windows be a greeting!

BRANDER (_pounding on the table_)

Attention! Hearken now to me!
Confess, Sirs, I know how to live.
Enamored persons here have we,
And I, as suits their quality,
Must something fresh for their advantage give.
Take heed! 'Tis of the latest cut, my strain,
And all strike in at each refrain!

(_He sings_.)

There was a rat in the cellar-nest,
Whom fat and butter made smoother:
He had a paunch beneath his vest
Like that of Doctor Luther.
The cook laid poison cunningly,
And then as sore oppressed was he
As if he had love in his bosom.

CHORUS (_shouting_)

As if he had love in his bosom!

BRANDER

He ran around, he ran about,
His thirst in puddles laving;
He gnawed and scratched the house throughout.
But nothing cured his raving.
He whirled and jumped, with torment mad,
And soon enough the poor beast had,
As if he had love in his bosom.

CHORUS

As if he had love in his bosom!

BRANDER

And driven at last, in open day,
He ran into the kitchen,
Fell on the hearth, and squirming lay,
In the last convulsion twitching.
Then laughed the murderess in her glee:
"Ha! ha! he's at his last gasp," said she,
"As if he had love in his bosom!"

CHORUS

As if he had love in his bosom!

SIEBEL

How the dull fools enjoy the matter!
To me it is a proper art
Poison for such poor rats to scatter.

BRANDER

Perhaps you'll warmly take their part?

ALTMAYER

The bald-pate pot-belly I have noted:
Misfortune tames him by degrees;
For in the rat by poison bloated
His own most natural form he sees.

FAUST AND MEPHISTOPHELES

MEPHISTOPHELES

Before all else, I bring thee hither
Where boon companions meet together,
To let thee see how smooth life runs away.
Here, for the folk, each day's a holiday:
With little wit, and ease to suit them,
They whirl in narrow, circling trails,
Like kittens playing with their tails?
And if no headache persecute them,
So long the host may credit give,
They merrily and careless live.

BRANDER

The fact is easy to unravel,
Their air's so odd, they've just returned from travel:
A single hour they've not been here.

FROSCH

You've verily hit the truth! Leipzig to me is dear:
Paris in miniature, how it refines its people!

SIEBEL

Who are the strangers, should you guess?

FROSCH

Let me alone! I'll set them first to drinking,
And then, as one a child's tooth draws, with cleverness,
I'll worm their secret out, I'm thinking.
They're of a noble house, that's very clear:
Haughty and discontented they appear.

BRANDER

They're mountebanks, upon a revel.

ALTMAYER

Perhaps.

FROSCH

Look out, I'll smoke them now!

MEPHISTOPHELES (_to_ FAUST)

Not if he had them by the neck, I vow,
Would e'er these people scent the Devil!

FAUST
Fair greeting, gentlemen!

SIEBEL

Our thanks: we give the same.
(_Murmurs, inspecting_ MEPHISTOPHELES _from the side_.)
In one foot is the fellow lame?

MEPHISTOPHELES

Is it permitted that we share your leisure?
In place of cheering drink, which one seeks vainly here,
Your company shall give us pleasure.

ALTMAYER

A most fastidious person you appear.

FROSCH

No doubt 'twas late when you from Rippach started?
And supping there with Hans occasioned your delay?

MEPHISTOPHELES

We passed, without a call, to-day.
At our last interview, before we parted
Much of his cousins did he speak, entreating
That we should give to each his kindly greeting.

(_He bows to_ FROSCH.)

ALTMAYER (_aside_)

You have it now! he understands.

SIEBEL

A knave sharp-set!

FROSCH

Just wait awhile: I'll have him yet.

MEPHISTOPHELES

If I am right, we heard the sound
Of well-trained voices, singing chorus;
And truly, song must here rebound
Superbly from the arches o'er us.

FROSCH

Are you, perhaps, a virtuoso?

MEPHISTOPHELES

O no! my wish is great, my power is only so-so.

ALTMAYER

Give us a song!

MEPHISTOPHELES

If you desire, a number.

SIEBEL

So that it be a bran-new strain!

MEPHISTOPHELES

We've just retraced our way from. Spain,
The lovely land of wine, and song, and slumber.

(_Sings_.)

There was a king once reigning,
Who had a big black flea--

FROSCH

Hear, hear! A flea! D'ye rightly take the jest?
I call a flea a tidy guest.

MEPHISTOPHELES (_sings_)

There was a king once reigning,
Who had a big black flea,
And loved him past explaining,
As his own son were he.
He called his man of stitches;
The tailor came straightway:
Here, measure the lad for breeches.
And measure his coat, I say!

BRANDER

But mind, allow the tailor no caprices:
Enjoin upon him, as his head is dear,
To most exactly measure, sew and shear,
So that the breeches have no creases!

MEPHISTOPHELES

In silk and velvet gleaming
He now was wholly drest--
Had a coat with ribbons streaming,
A cross upon his breast.
He had the first of stations,
A minister's star and name;
And also all his relations
Great lords at court became.

And the lords and ladies of honor
Were plagued, awake and in bed;
The queen she got them upon her,
The maids were bitten and bled.
And they did not dare to brush them,
Or scratch them, day or night:
We crack them and we crush them,
At once, whene'er they bite.

CHORUS (_shouting_)

We crack them and we crush them,
At once, whene'er they bite!

FROSCH
Bravo! bravo! that was fine.

SIEBEL

Every flea may it so befall!

BRANDER

Point your fingers and nip them all!

ALTMAYER

Hurrah for Freedom! Hurrah for wine!

MEPHISTOPHELES

I fain would drink with you, my glass to Freedom clinking,
If 'twere a better wine that here I see you drinking.

SIEBEL

Don't let us hear that speech again!

MEPHISTOPHELES

Did I not fear the landlord might complain,
I'd treat these worthy guests, with pleasure,
To some from out our cellar's treasure.

SIEBEL

Just treat, and let the landlord me arraign!

FROSCH

And if the wine be good, our praises shall be ample.
But do not give too very small a sample;
For, if its quality I decide,
With a good mouthful I must be supplied.

ALTMAYER (_aside_)

They're from the Rhine! I guessed as much, before.

MEPHISTOPHELES

Bring me a gimlet here!

BRANDER

What shall therewith be done?
You've not the casks already at the door?

ALTMAYER

Yonder, within the landlord's box of tools, there's one!

MEPHISTOPHELES (_takes the gimlet_)

(_To_ FROSCH.)

Now, give me of your taste some intimation.

FROSCH

How do you mean? Have you so many kinds?

MEPHISTOPHELES

The choice is free: make up your minds.

ALTMAYER (_to_ FROSCH)

Aha! you lick your chops, from sheer anticipation.

FROSCH

Good! if I have the choice, so let the wine be Rhenish!
Our Fatherland can best the sparkling cup replenish.

MEPHISTOPHELES

(_boring a hole in the edge of the table, at the place where_
FROSCH _sits_)

Get me a little wax, to make the stoppers, quick!

ALTMAYER

Ah! I perceive a juggler's trick.

MEPHISTOPHELES (_to_ BRANDER)

And you?

BRANDER

Champagne shall be my wine,
And let it sparkle fresh and fine!

MEPHISTOPHELES

(_bores: in the meantime one has made the wax stoppers, and
plugged the holes with them_.)

BRANDER

What's foreign one can't always keep quite clear of,
For good things, oft, are not so near;
A German can't endure the French to see or hear of,
Yet drinks their wines with hearty cheer.

SIEBEL

(_as_ MEPHISTOPHELES _approaches his seat_)
For me, I grant, sour wine is out of place;
Fill up my glass with sweetest, will you?

MEPHISTOPHELES (_boring_)

Tokay shall flow at once, to fill you!

ALTMAYER

No--look me, Sirs, straight in the face!
I see you have your fun at our expense.

MEPHISTOPHELES

O no! with gentlemen of such pretence,
That were to venture far, indeed.
Speak out, and make your choice with speed!
With what a vintage can I serve you?

ALTMAYER

With any--only satisfy our need.

(_After the holes have been bored and plugged_)

MEPHISTOPHELES (_with singular gestures_)

Grapes the vine-stem bears,
Horns the he-goat wears!
The grapes are juicy, the vines are wood,
The wooden table gives wine as good!
Into the depths of Nature peer,--
Only believe there's a miracle here!

Now draw the stoppers, and drink your fill!

ALL

(_as they draw out the stoppers, and the wine which has been
desired flows into the glass of each)_

O beautiful fountain, that flows at will!

MEPHISTOPHELES

But have a care that you nothing spill!

(_They drink repeatedly_.)

ALL (_sing_)

As 'twere five hundred hogs, we feel
So cannibalic jolly!

MEPHISTOPHELES

See, now, the race is happy--it is free!

FAUST

To leave them is my inclination.

MEPHISTOPHELES

Take notice, first! their bestiality
Will make a brilliant demonstration.

SIEBEL

(_drinks carelessly: the wine spills upon the earth, and turns to
flame_)

Help! Fire! Help! Hell-fire is sent!

MEPHISTOPHELES (_charming away the flame)_

Be quiet, friendly element!

(_To the revellers_)

A bit of purgatory 'twas for this time, merely.

SIEBEL

What mean you? Wait!--you'll pay for't dearly!
You'll know us, to your detriment.

FROSCH

Don't try that game a second time upon us!

ALTMAYER

I think we'd better send him packing quietly.

SIEBEL

What, Sir! you dare to make so free,
And play your hocus-pocus on us!

MEPHISTOPHELES

Be still, old wine-tub.

SIEBEL

Broomstick, you!
You face it out, impertinent and heady?

BRANDER

Just wait! a shower of blows is ready.

ALTMAYER

(_draws a stopper out of the table: fire flies in his face_.)
I burn! I burn!

SIEBEL

'Tis magic! Strike--
The knave is outlawed! Cut him as you like!
(_They draw their knives, and rush upon_ MEPHISTOPHELES.)

MEPHISTOPHELES (_with solemn gestures_)

False word and form of air,
Change place, and sense ensnare!
Be here--and there!

(_They stand amazed and look at each other_.)

ALTMAYER

Where am I? What a lovely land!

FROSCH

Vines? Can I trust my eyes?

SIEBEL

And purple grapes at hand!

BRANDER

Here, over this green arbor bending,
See what a vine! what grapes depending!

(_He takes_ SIEBEL _by the nose: the others do the same reciprocally,
and raise their knives_.)

MEPHISTOPHELES (_as above_)

Loose, Error, from their eyes the band,
And how the Devil jests, be now enlightened!

(_He disappears with_ FAUST: _the revellers start and separate_.)

SIEBEL

What happened?

ALTMAYER

How?

FROSCH

Was that your nose I tightened?

BRANDER (_to_ SIEBEL)

And yours that still I have in hand?

ALTMAYER

It was a blow that went through every limb!
Give me a chair! I sink! my senses swim.

FROSCH

But what has happened, tell me now?

SIEBEL

Where is he? If I catch the scoundrel hiding,
He shall not leave alive, I vow.

ALTMAYER

I saw him with these eyes upon a wine-cask riding
Out of the cellar-door, just now.
Still in my feet the fright like lead is weighing.
(_He turns towards the table_.)
Why! If the fount of wine should still be playing?

SIEBEL

'Twas all deceit, and lying, false design!

FROSCH

And yet it seemed as I were drinking wine.

BRANDER

But with the grapes how was it, pray?

ALTMAYER

Shall one believe no miracles, just say!




Hexenküche.


Auf einem niedrigen Herd steht ein großer Kessel über dem Feuer. In dem
Dampfe, der davon in die Höhe steigt, zeigen sich verschiedene Gestalten.
Eine Meerkatze sitzt bei dem Kessel und schäumt ihn und sorgt, daß er nicht
überläuft. Der Meerkater mit den Jungen sitzt darneben und wärmt sich.
Wände und Decke sind mit dem seltsamsten Hexenhausrat geschmückt.

Faust. Mephistopheles.

FAUST:
Mir widersteht das tolle Zauberwesen!
Versprichst du mir, ich soll genesen
In diesem Wust von Raserei?
Verlang ich Rat von einem alten Weibe?
Und schafft die Sudelköcherei
Wohl dreißig Jahre mir vom Leibe?
Weh mir, wenn du nichts Bessers weißt!
Schon ist die Hoffnung mir verschwunden.
Hat die Natur und hat ein edler Geist
Nicht irgendeinen Balsam ausgefunden?

MEPHISTOPHELES:
Mein Freund, nun sprichst du wieder klug!
Dich zu verjüngen, gibt's auch ein natürlich Mittel;
Allein es steht in einem andern Buch,
Und ist ein wunderlich Kapitel.

FAUST:
Ich will es wissen.

MEPHISTOPHELES:
Gut! Ein Mittel, ohne Geld Und Arzt und Zauberei zu haben:
Begib dich gleich hinaus aufs Feld,
Fang an zu hacken und zu graben
Erhalte dich und deinen Sinn
In einem ganz beschränkten Kreise,
Ernähre dich mit ungemischter Speise,
Leb mit dem Vieh als Vieh, und acht es nicht für Raub,
Den Acker, den du erntest, selbst zu düngen;
Das ist das beste Mittel, glaub,
Auf achtzig Jahr dich zu verjüngen!

FAUST:
Das bin ich nicht gewöhnt, ich kann mich nicht bequemen,
Den Spaten in die Hand zu nehmen.
Das enge Leben steht mir gar nicht an.

MEPHISTOPHELES:
So muß denn doch die Hexe dran.

FAUST:
Warum denn just das alte Weib!
Kannst du den Trank nicht selber brauen?

MEPHISTOPHELES:
Das wär ein schöner Zeitvertreib!
Ich wollt indes wohl tausend Brücken bauen.
Nicht Kunst und Wissenschaft allein,
Geduld will bei dem Werke sein.
Ein stiller Geist ist jahrelang geschäftig,
Die Zeit nur macht die feine Gärung kräftig.
Und alles, was dazu gehört,
Es sind gar wunderbare Sachen!
Der Teufel hat sie's zwar gelehrt;
Allein der Teufel kann's nicht machen.
(Die Tiere erblickend.)
Sieh, welch ein zierliches Geschlecht!
Das ist die Magd! das ist der Knecht!
(Zu den Tieren.)
Es scheint, die Frau ist nicht zu Hause?

DIE TIERE:
Beim Schmause,
Aus dem Haus
Zum Schornstein hinaus!

MEPHISTOPHELES:
Wie lange pflegt sie wohl zu schwärmen?

DIE TIERE:
So lange wir uns die Pfoten wärmen.

MEPHISTOPHELES. (zu Faust):
Wie findest du die zarten Tiere?

FAUST:
So abgeschmackt, als ich nur jemand sah!

MEPHISTOPHELES:
Nein, ein Discours wie dieser da
Ist grade der, den ich am liebsten führe!
(zu den Tieren.)
So sagt mir doch, verfluchte Puppen,
Was quirlt ihr in dem Brei herum?

DIE TIERE:
Wir kochen breite Bettelsuppen.

MEPHISTOPHELES:
Da habt ihr ein groß Publikum.

DER KATER (macht sich herbei und schmeichelt dem Mephistopheles):
O würfle nur gleich,
Und mache mich reich,
Und laß mich gewinnen!
Gar schlecht ist's bestellt,
Und wär ich bei Geld,
So wär ich bei Sinnen.

MEPHISTOPHELES:
Wie glücklich würde sich der Affe schätzen,
Könnt er nur auch ins Lotto setzen!
(Indessen haben die jungen Meerkätzchen mit einer großen Kugel gespielt und
rollen sie hervor.)

DER KATER:
Das ist die Welt;
Sie steigt und fällt
Und rollt beständig;
Sie klingt wie Glas-
Wie bald bricht das!
Ist hohl inwendig.
Hier glänzt sie sehr,
Und hier noch mehr:
"Ich bin lebendig!"
Mein lieber Sohn,
Halt dich davon!
Du mußt sterben!
Sie ist von Ton,
Es gibt Scherben.

MEPHISTOPHELES:
Was soll das Sieb?

DER KATER (holt es herunter):
Wärst du ein Dieb,
Wollt ich dich gleich erkennen.
(Er lauft zur Kätzin und läßt sie durchsehen.)
Sieh durch das Sieb!
Erkennst du den Dieb,
Und darfst ihn nicht nennen?

MEPHISTOPHELES (sich dem Feuer nähernd):
Und dieser Topf?

KATER UND KäTZIN:
Der alberne Tropf!
Er kennt nicht den Topf,
Er kennt nicht den Kessel!

MEPHISTOPHELES:
Unhöfliches Tier!

DER KATER:
Den Wedel nimm hier,
Und setz dich in Sessel!
(Er nötigt den Mephistopheles zu sitzen.)

FAUST (welcher diese Zeit über vor einem Spiegel gestanden, sich ihm bald
genähert, bald sich von ihm entfernt hat):
Was seh ich? Welch ein himmlisch Bild
Zeigt sich in diesem Zauberspiegel!
O Liebe, leihe mir den schnellsten deiner Flügel,
Und führe mich in ihr Gefild!
Ach wenn ich nicht auf dieser Stelle bleibe,
Wenn ich es wage, nah zu gehn,
Kann ich sie nur als wie im Nebel sehn!-
Das schönste Bild von einem Weibe!
Ist's möglich, ist das Weib so schön?
Muß ich an diesem hingestreckten Leibe
Den Inbegriff von allen Himmeln sehn?
So etwas findet sich auf Erden?

MEPHISTOPHELES:
Natürlich, wenn ein Gott sich erst sechs Tage plagt,
Und selbst am Ende Bravo sagt,
Da muß es was Gescheites werden.
Für diesmal sieh dich immer satt;
Ich weiß dir so ein Schätzchen auszuspüren,
Und selig, wer das gute Schicksal hat,
Als Bräutigam sie heim zu führen!
(Faust sieht immerfort in den Spiegel. Mephistopheles, sich in dem Sessel
dehnend und mit dem Wedel spielend, fährt fort zu sprechen.)

Hier sitz ich wie der König auf dem Throne,
Den Zepter halt ich hier, es fehlt nur noch die Krone.

DIE TIERE (welche bisher allerlei wunderliche Bewegungen durcheinander
gemacht haben, bringen dem Mephistopheles eine Krone mit großem Geschrei):
O sei doch so gut,
Mit Schweiß und mit Blut
Die Krone zu leimen!
(Sie gehn ungeschickt mit der Krone um und zerbrechen sie in zwei Stücke,
mit welchen sie herumspringen.)

Nun ist es geschehn!
Wir reden und sehn,
Wir hören und reimen-

FAUST (gegen den Spiegel):
Weh mir! ich werde schier verrückt.

MEPHISTOPHELES (auf die Tiere deutend):
Nun fängt mir an fast selbst der Kopf zu schwanken.

DIE TIERE:
Und wenn es uns glückt,
Und wenn es sich schickt,
So sind es Gedanken!

FAUST (wie oben):
Mein Busen fängt mir an zu brennen!
Entfernen wir uns nur geschwind!

MEPHISTOPHELES (in obiger Stellung):
Nun, wenigstens muß man bekennen,
Daß es aufrichtige Poeten sind.
(Der Kessel, welchen die Katzin bisher außer acht gelassen, fängt an
überzulaufen, es entsteht eine große Flamme, welche zum Schornstein hinaus
schlägt. Die Hexe kommt durch die Flamme mit entsetzlichem Geschrei
herunter gefahren.)

DIE HEXE:
Au! Au! Au! Au!
Verdammtes Tier! verfluchte Sau!
Versäumst den Kessel, versengst die Frau!
Verfluchtes Tier!
(Faust und Mephistopheles erblickend.)
Was ist das hier?
Wer seid ihr hier?
Was wollt ihr da?
Wer schlich sich ein?
Die Feuerpein
Euch ins Gebein!
(Sie fahrt mit dem Schaumlöffel in den Kessel und spritzt Flammen nach
Faust, Mephistopheles und den Tieren. Die Tiere winseln.)

MEPHISTOPHELES (welcher den Wedel, den er in der Hand hält, umkehrt und
unter die Gläser und Töpfe schlägt):
Entzwei! entzwei!
Da liegt der Brei!
Da liegt das Glas!
Es ist nur Spaß,
Der Takt, du Aas,
Zu deiner Melodei.
(Indem die Hexe voll Grimm und Entsetzen zurücktritt.)
Erkennst du mich? Gerippe! Scheusal du!
Erkennst du deinen Herrn und Meister?
Was hält mich ab, so schlag ich zu,
Zerschmettre dich und deine Katzengeister!
Hast du vorm roten Wams nicht mehr Respekt?
Kannst du die Hahnenfeder nicht erkennen?
Hab ich dies Angesicht versteckt?
Soll ich mich etwa selber nennen?

DIE HEXE:
O Herr, verzeiht den rohen Gruß!
Seh ich doch keinen Pferdefuß.
Wo sind denn Eure beiden Raben?

MEPHISTOPHELES:
Für diesmal kommst du so davon;
Denn freilich ist es eine Weile schon,
Daß wir uns nicht gesehen haben.
Auch die Kultur, die alle Welt beleckt,
Hat auf den Teufel sich erstreckt;
Das nordische Phantom ist nun nicht mehr zu schauen;
Wo siehst du Hörner, Schweif und Klauen?
Und was den Fuß betrifft, den ich nicht missen kann,
Der würde mir bei Leuten schaden;
Darum bedien ich mich, wie mancher junge Mann,
Seit vielen Jahren falscher Waden.

DIE HEXE (tanzend):
Sinn und Verstand verlier ich schier,
Seh ich den Junker Satan wieder hier!

MEPHISTOPHELES:
Den Namen, Weib, verbitt ich mir!

DIE HEXE:
Warum? Was hat er Euch getan?

MEPHISTOPHELES:
Er ist schon lang ins Fabelbuch geschrieben;
Allein die Menschen sind nichts besser dran,
Den Bösen sind sie los, die Bösen sind geblieben.
Du nennst mich Herr Baron, so ist die Sache gut;
Ich bin ein Kavalier, wie andre Kavaliere.
Du zweifelst nicht an meinem edlen Blut;
Sieh her, das ist das Wappen, das ich führe!
(Er macht eine unanständige Gebärde.)

DIE HEXE (lacht unmäßig):
Ha! Ha! Das ist in Eurer Art!
Ihr seid ein Schelm, wie Ihr nur immer wart!

MEPHISTOPHELES (zu Faust):
Mein Freund, das lerne wohl verstehn!
Dies ist die Art, mit Hexen umzugehn.

DIE HEXE:
Nun sagt, ihr Herren, was ihr schafft.

MEPHISTOPHELES:
Ein gutes Glas von dem bekannten Saft!
Doch muß ich Euch ums ältste bitten;
Die Jahre doppeln seine Kraft.

DIE HEXE:
Gar gern! Hier hab ich eine Flasche,
Aus der ich selbst zuweilen nasche,
Die auch nicht mehr im mindsten stinkt;
Ich will euch gern ein Gläschen geben.
(Leise.)
Doch wenn es dieser Mann unvorbereitet trinkt
So kann er, wißt Ihr wohl, nicht eine Stunde leben.

MEPHISTOPHELES:
Es ist ein guter Freund, dem es gedeihen soll;
Ich gönn ihm gern das Beste deiner Küche.
Zieh deinen Kreis, sprich deine Sprüche,
Und gib ihm eine Tasse voll!
(Die Hexe, mit seltsamen Gebärden, zieht einen Kreis und stellt wunderbare
Sachen hinein; indessen fangen die Gläser an zu klingen, die Kessel zu
tönen, und machen Musik. Zuletzt bringt sie ein großes Buch, stellt die
Meerkatzen in den Kreis, die ihr zum Pult dienen und die Fackel halten
müssen. Sie winkt Fausten, zu ihr zu treten.)

FAUST (zu Mephistopheles):
Nein, sage mir, was soll das werden?
Das tolle Zeug, die rasenden Gebärden,
Der abgeschmackteste Betrug,
Sind mir bekannt, verhaßt genug.

MEPHISTOPHELES:
Ei Possen! Das ist nur zum Lachen;
Sei nur nicht ein so strenger Mann!
Sie muß als Arzt ein Hokuspokus machen,
Damit der Saft dir wohl gedeihen kann.
(Er nötigt Fausten, in den Kreis zu treten.)

DIE HEXE (mit großer Emphase fängt an, aus dem Buche zu deklamieren):
Du mußt verstehn!
Aus Eins mach Zehn,
Und Zwei laß gehn,
Und Drei mach gleich,
So bist du reich.
Verlier die Vier!
Aus Fünf und Sechs,
So sagt die Hex,
Mach Sieben und Acht,
So ist's vollbracht:
Und Neun ist Eins,
Und Zehn ist keins.
Das ist das Hexen-Einmaleins!

FAUST:
Mich dünkt, die Alte spricht im Fieber.

MEPHISTOPHELES:
Das ist noch lange nicht vorüber,
Ich kenn es wohl, so klingt das ganze Buch;
Ich habe manche Zeit damit verloren,
Denn ein vollkommner Widerspruch
Bleibt gleich geheimnisvoll für Kluge wie für Toren.
Mein Freund, die Kunst ist alt und neu.
Es war die Art zu allen Zeiten,
Durch Drei und Eins, und Eins und Drei
Irrtum statt Wahrheit zu verbreiten.
So schwätzt und lehrt man ungestört;
Wer will sich mit den Narrn befassen?
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört,
Es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.

DIE HEXE (fährt fort):
Die hohe Kraft
Der Wissenschaft,
Der ganzen Welt verborgen!
Und wer nicht denkt,
Dem wird sie geschenkt,
Er hat sie ohne Sorgen.

FAUST:
Was sagt sie uns für Unsinn vor?
Es wird mir gleich der Kopf zerbrechen.
Mich dünkt, ich hör ein ganzes Chor
Von hunderttausend Narren sprechen.

MEPHISTOPHELES:
Genug, genug, o treffliche Sibylle!
Gib deinen Trank herbei, und fülle
Die Schale rasch bis an den Rand hinan;
Denn meinem Freund wird dieser Trunk nicht schaden:
Er ist ein Mann von vielen Graden,
Der manchen guten Schluck getan.
(Die Hexe, mit vielen Zeremonien, schenkt den Trank in eine Schale,
wie sie Faust an den Mund bringt, entsteht eine leichte Flamme.)

Nur frisch hinunter! Immer zu!
Es wird dir gleich das Herz erfreuen.
Bist mit dem Teufel du und du,
Und willst dich vor der Flamme scheuen?
(Die Hexe löst den Kreis. Faust tritt heraus.)

Nun frisch hinaus! Du darfst nicht ruhn.

DIE HEXE:
Mög Euch das Schlückchen wohl behagen!

MEPHISTOPHELES (zur Hexe):
Und kann ich dir was zu Gefallen tun,
So darfst du mir's nur auf Walpurgis sagen.

DIE HEXE:
Hier ist ein Lied! wenn Ihr's zuweilen singt,
So werdet Ihr besondre Wirkung spüren.

MEPHISTOPHELES (zu Faust):
Komm nur geschwind und laß dich führen;
Du mußt notwendig transpirieren,
Damit die Kraft durch Inn- und Äußres dringt.
Den edlen Müßiggang lehr ich hernach dich schätzen,
Und bald empfindest du mit innigem Ergetzen,
Wie sich Cupido regt und hin und wider springt.

FAUST:
Laß mich nur schnell noch in den Spiegel schauen!
Das Frauenbild war gar zu schön!

MEPHISTOPHELES:
Nein! Nein! Du sollst das Muster aller Frauen
Nun bald leibhaftig vor dir sehn.
(Leise.)

Du siehst, mit diesem Trank im Leibe,
Bald Helenen in jedem Weibe.

            

VI. WITCHES' KITCHEN

(_Upon a low hearth stands a great caldron, under which a fire
is burning. Various figures appear in the vapors which
rise from the caldron. An ape sits beside it, skims it, and
watches lest it boil over. The he-ape, with the young
ones, sits near and warms himself. Ceiling and walls are
covered with the most fantastic witch-implements_.)

FAUST MEPHISTOPHELES

FAUST

These crazy signs of witches' craft repel me!
I shall recover, dost thou tell me,
Through this insane, chaotic play?
From an old hag shall I demand assistance?
And will her foul mess take away
Full thirty years from my existence?
Woe's me, canst thou naught better find!
Another baffled hope must be lamented:
Has Nature, then, and has a noble mind
Not any potent balsam yet invented?

MEPHISTOPHELES

Once more, my friend, thou talkest sensibly.
There is, to make thee young, a simpler mode and apter;
But in another book 'tis writ for thee,
And is a most eccentric chapter.

FAUST

Yet will I know it.

MEPHISTOPHELES

Good! the method is revealed
Without or gold or magic or physician.
Betake thyself to yonder field,
There hoe and dig, as thy condition;
Restrain thyself, thy sense and will
Within a narrow sphere to flourish;
With unmixed food thy body nourish;
Live with the ox as ox, and think it not a theft
That thou manur'st the acre which thou reapest;--
That, trust me, is the best mode left,
Whereby for eighty years thy youth thou keepest!

FAUST

I am not used to that; I cannot stoop to try it--
To take the spade in hand, and ply it.
The narrow being suits me not at all.

MEPHISTOPHELES

Then to thine aid the witch must call.

FAUST

Wherefore the hag, and her alone?
Canst thou thyself not brew the potion?

MEPHISTOPHELES

That were a charming sport, I own:
I'd build a thousand bridges meanwhile, I've a notion.
Not Art and Science serve, alone;
Patience must in the work be shown.
Long is the calm brain active in creation;
Time, only, strengthens the fine fermentation.
And all, belonging thereunto,
Is rare and strange, howe'er you take it:
The Devil taught the thing, 'tis true,
And yet the Devil cannot make it.
(_Perceiving the Animals_)
See, what a delicate race they be!
That is the maid! the man is he!
(_To the Animals_)
It seems the mistress has gone away?

THE ANIMALS

Carousing, to-day!
Off and about,
By the chimney out!

MEPHISTOPHELES

What time takes she for dissipating?

THE ANIMALS

While we to warm our paws are waiting.

MEPHISTOPHELES (_to_ FAUST)

How findest thou the tender creatures?

FAUST

Absurder than I ever yet did see.

MEPHISTOPHELES

Why, just such talk as this, for me,
Is that which has the most attractive features!

(_To the Animals_)

But tell me now, ye cursed puppets,
Why do ye stir the porridge so?

THE ANIMALS

We're cooking watery soup for beggars.

MEPHISTOPHELES

Then a great public you can show.

THE HE-APE

(_comes up and fawns on_ MEPHISTOPHELES)

O cast thou the dice!
Make me rich in a trice,
Let me win in good season!
Things are badly controlled,
And had I but gold,
So had I my reason.

MEPHISTOPHELES

How would the ape be sure his luck enhances.
Could he but try the lottery's chances!

(_In the meantime the young apes have been playing with a
large ball, which they now roll forward_.)

THE HE-APE

The world's the ball:
Doth rise and fall,
And roll incessant:
Like glass doth ring,
A hollow thing,--
How soon will't spring,
And drop, quiescent?
Here bright it gleams,
Here brighter seems:
I live at present!
Dear son, I say,
Keep thou away!
Thy doom is spoken!
'Tis made of clay,
And will be broken.

MEPHISTOPHELES

What means the sieve?

THE HE-APE (_taking it down_)

Wert thou the thief,
I'd know him and shame him.

(_He runs to the_ SHE-APE, _and lets her look through it_.)

Look through the sieve!
Know'st thou the thief,
And darest not name him?

MEPHISTOPHELES (_approaching the fire)_

And what's this pot?

HE-APE AND SHE-APE

The fool knows it not!
He knows not the pot,
He knows not the kettle!

MEPHISTOPHELES

Impertinent beast!

THE HE-APE

Take the brush here, at least,
And sit down on the settle!

(_He invites_ MEPHISTOPHELES _to sit down_.)

FAUST

(_who during all this time has been standing before a mirror,
now approaching and now retreating from it_)

What do I see? What heavenly form revealed
Shows through the glass from Magic's fair dominions!
O lend me, Love, the swiftest of thy pinions,
And bear me to her beauteous field!
Ah, if I leave this spot with fond designing,
If I attempt to venture near,
Dim, as through gathering mist, her charms appear!--
A woman's form, in beauty shining!
Can woman, then, so lovely be?
And must I find her body, there reclining,
Of all the heavens the bright epitome?
Can Earth with such a thing be mated?

MEPHISTOPHELES

Why, surely, if a God first plagues Himself six days,
Then, self-contented, _Bravo_! says,
Must something clever be created.
This time, thine eyes be satiate!
I'll yet detect thy sweetheart and ensnare her,
And blest is he, who has the lucky fate,
Some day, as bridegroom, home to bear her.

(FAUST _gazes continually in the mirror_. MEPHISTOPHELES,
_stretching himself out on the settle, and playing with the
brush, continues to speak_.)

So sit I, like the King upon his throne:
I hold the sceptre, here,--and lack the crown alone.

THE ANIMALS

(_who up to this time have been making all kinds of fantastic
movements together bring a crown to_ MEPHISTOPHELES
_with great noise_.)

O be thou so good
With sweat and with blood
The crown to belime!

(_They handle the crown awkwardly and break it into two
pieces, with which they spring around_.)

'Tis done, let it be!
We speak and we see,
We hear and we rhyme!

FAUST (_before the mirror_)

Woe's me! I fear to lose my wits.

MEPHISTOPHELES (_pointing to the Animals_)

My own head, now, is really nigh to sinking.

THE ANIMALS

If lucky our hits,
And everything fits,
'Tis thoughts, and we're thinking!

FAUST (_as above_)

My bosom burns with that sweet vision;
Let us, with speed, away from here!

MEPHISTOPHELES (_in the same attitude_)

One must, at least, make this admission--
They're poets, genuine and sincere.

(_The caldron, which the_ SHE-APE _has up to this time neglected
to watch, begins to boil over: there ensues a great flame_,
_which blazes out the chimney. The_ WITCH _comes careering
down through the flame, with terrible cries_.)

THE WITCH

Ow! ow! ow! ow!
The damnéd beast--the curséd sow!
To leave the kettle, and singe the Frau!
Accurséd fere!

(_Perceiving_ FAUST _and_ MEPHISTOPHELES.)

What is that here?
Who are you here?
What want you thus?
Who sneaks to us?
The fire-pain
Burn bone and brain!

(_She plunges the skimming-ladle into the caldron, and scatters
flames towards_ FAUST, MEPHISTOPHELES, _and the Animals.
The Animals whimper_.)

MEPHISTOPHELES

(_reversing the brush, which he has been holding in his hand,
and striding among the jars and glasses_)

In two! in two!
There lies the brew!
There lies the glass!
The joke will pass,
As time, foul ass!
To the singing of thy crew.

(_As the_ WITCH _starts back, full of wrath and horror_)

Ha! know'st thou me? Abomination, thou!
Know'st thou, at last, thy Lord and Master?
What hinders me from smiting now
Thee and thy monkey-sprites with fell disaster?
Hast for the scarlet coat no reverence?
Dost recognize no more the tall cock's-feather?
Have I concealed this countenance?--
Must tell my name, old face of leather?

THE WITCH

O pardon, Sir, the rough salute!
Yet I perceive no cloven foot;
And both your ravens, where are _they_ now?

MEPHISTOPHELES

This time, I'll let thee 'scape the debt;
For since we two together met,
'Tis verily full many a day now.
Culture, which smooth the whole world licks,
Also unto the Devil sticks.
The days of that old Northern phantom now are over:
Where canst thou horns and tail and claws discover?
And, as regards the foot, which I can't spare, in truth,
'Twould only make the people shun me;
Therefore I've worn, like many a spindly youth,
False calves these many years upon me.

THE WITCH (_dancing_)

Reason and sense forsake my brain,
Since I behold Squire Satan here again!

MEPHISTOPHELES

Woman, from such a name refrain!

THE WITCH

Why so? What has it done to thee?

MEPHISTOPHELES

It's long been written in the Book of Fable;
Yet, therefore, no whit better men we see:
The Evil One has left, the evil ones are stable.
Sir Baron call me thou, then is the matter good;
A cavalier am I, like others in my bearing.
Thou hast no doubt about my noble blood:
See, here's the coat-of-arms that I am wearing!

(_He makes an indecent gesture_.)

THE WITCH (_laughs immoderately_)

Ha! ha! That's just your way, I know:
A rogue you are, and you were always so.

MEPHISTOPHELES (_to_ FAUST)

My friend, take proper heed, I pray!
To manage witches, this is just the way.

THE WITCH

Wherein, Sirs, can I be of use?

MEPHISTOPHELES

Give us a goblet of the well-known juice!
But, I must beg you, of the oldest brewage;
The years a double strength produce.

THE WITCH

With all my heart! Now, here's a bottle,
Wherefrom, sometimes, I wet my throttle,
Which, also, not the slightest, stinks;
And willingly a glass I'll fill him.

(_Whispering_)

Yet, if this man without due preparation drinks,
As well thou know'st, within an hour 'twill kill him.

MEPHISTOPHELES

He is a friend of mine, with whom it will agree,
And he deserves thy kitchen's best potation:
Come, draw thy circle, speak thine adjuration,
And fill thy goblet full and free!

THE WITCH

(_with fantastic gestures draws a circle and places mysterious
articles therein; meanwhile the glasses begin to ring, the
caldron to sound, and make a musical accompaniment.
Finally she brings a great book, and stations in the circle
the Apes, who are obliged to serve as reading-desk, and to
hold the torches. She then beckons_ FAUST _to approach_.)

FAUST (_to_ MEPHISTOPHELES)

Now, what shall come of this? the creatures antic,
The crazy stuff, the gestures frantic,--
All the repulsive cheats I view,--
Are known to me, and hated, too.

MEPHISTOPHELES

O, nonsense! That's a thing for laughter;
Don't be so terribly severe!
She juggles you as doctor now, that, after,
The beverage may work the proper cheer.

(_He persuades_ FAUST _to step into the circle_.)

THE WITCH

(_begins to declaim, with much emphasis, from the book_)

See, thus it's done!
Make ten of one,
And two let be,
Make even three,
And rich thou 'It be.
Cast o'er the four!
From five and six
(The witch's tricks)
Make seven and eight,
'Tis finished straight!
And nine is one,
And ten is none.
This is the witch's once-one's-one!

FAUST

She talks like one who raves in fever.

MEPHISTOPHELES

Thou'lt hear much more before we leave her.
'Tis all the same: the book I can repeat,
Such time I've squandered o'er the history:
A contradiction thus complete
Is always for the wise, no less than fools, a mystery.
The art is old and new, for verily
All ages have been taught the matter,--
By Three and One, and One and Three,
Error instead of Truth to scatter.
They prate and teach, and no one interferes;
All from the fellowship of fools are shrinking.
Man usually believes, if only words he hears,
That also with them goes material for thinking!

THE WITCH (_continues_)

The lofty skill
Of Science, still
From all men deeply hidden!
Who takes no thought,
To him 'tis brought,
'Tis given unsought, unbidden!

FAUST

What nonsense she declaims before us!
My head is nigh to split, I fear:
It seems to me as if I hear
A hundred thousand fools in chorus.

MEPHISTOPHELES

O Sibyl excellent, enough of adjuration!
But hither bring us thy potation,
And quickly fill the beaker to the brim!
This drink will bring my friend no injuries:
He is a man of manifold degrees,
And many draughts are known to him.

(_The_ WITCH, _with many ceremonies, pours the drink into a
cup; as_ FAUST _sets it to his lips, a light flame arises_.)

Down with it quickly! Drain it off!
'Twill warm thy heart with new desire:
Art with the Devil hand and glove,
And wilt thou be afraid of fire?

(_The_ WITCH _breaks the circle_: FAUST _steps forth_.)

MEPHISTOPHELES

And now, away! Thou dar'st not rest.

THE WITCH

And much good may the liquor do thee!

MEPHISTOPHELES (_to the_ WITCH)

Thy wish be on Walpurgis Night expressed;
What boon I have, shall then be given unto thee.

THE WITCH

Here is a song, which, if you sometimes sing,
You'll find it of peculiar operation.

MEPHISTOPHELES (_to_ FAUST)

Come, walk at once! A rapid occupation
Must start the needful perspiration,
And through thy frame the liquor's potence fling.
The noble indolence I'll teach thee then to treasure,
And soon thou'lt be aware, with keenest thrills of pleasure,
How Cupid stirs and leaps, on light and restless wing.

FAUST

One rapid glance within the mirror give me,
How beautiful that woman-form!

MEPHISTOPHELES

No, no! The paragon of all, believe me,
Thou soon shalt see, alive and warm.

_(Aside)_

Thou'lt find, this drink thy blood compelling,
Each woman beautiful as Helen!




Straße (I)

Faust. Margarete vorübergehend.

FAUST:
Mein schönes Fräulein, darf ich wagen,
Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?

MARGARETE:
Bin weder Fräulein, weder schön,
Kann ungeleitet nach Hause gehn.
(Sie macht sich los und ab.)

FAUST:
Beim Himmel, dieses Kind ist schön!
So etwas hab ich nie gesehn.
Sie ist so sitt- und tugendreich,
Und etwas schnippisch doch zugleich.
Der Lippe Rot, der Wange Licht,
Die Tage der Welt vergeß ich's nicht!
Wie sie die Augen niederschlägt,
Hat tief sich in mein Herz geprägt;
Wie sie kurz angebunden war,
Das ist nun zum Entzücken gar!
(Mephistopheles tritt auf.)

FAUST:
Hör, du mußt mir die Dirne schaffen!

MEPHISTOPHELES:
Nun, welche?

FAUST:
Sie ging just vorbei.

MEPHISTOPHELES:
Da die? Sie kam von ihrem Pfaffen,
Der sprach sie aller Sünden frei
Ich schlich mich hart am Stuhl vorbei,
Es ist ein gar unschuldig Ding,
Das eben für nichts zur Beichte ging;
Über die hab ich keine Gewalt!

FAUST:
Ist über vierzehn Jahr doch alt.

MEPHISTOPHELES:
Du sprichst ja wie Hans Liederlich,
Der begehrt jede liebe Blum für sich,
Und dünkelt ihm, es wär kein Ehr
Und Gunst, die nicht zu pflücken wär;
Geht aber doch nicht immer an.

FAUST:
Mein Herr Magister Lobesan,
Laß Er mich mit dem Gesetz in Frieden!
Und das sag ich Ihm kurz und gut:
Wenn nicht das süße junge Blut
Heut Nacht in meinen Armen ruht,
So sind wir um Mitternacht geschieden.

MEPHISTOPHELES:
Bedenkt, was gehn und stehen mag!
Ich brauche wenigstens vierzehn Tag,
Nur die Gelegenheit auszuspüren.

FAUST:
Hätt ich nur sieben Stunden Ruh,
Brauchte den Teufel nicht dazu
So ein Geschöpfchen zu verführen.

MEPHISTOPHELES:
Ihr sprecht schon fast wie ein Franzos;
Doch bitt ich, laßt's Euch nicht verdrießen:
Was hilft's, nur grade zu genießen?
Die Freud ist lange nicht so groß,
Als wenn Ihr erst herauf, herum
Durch allerlei Brimborium,
Das Püppchen geknetet und zugericht't
Wie's lehret manche welsche Geschicht.

FAUST:
Hab Appetit auch ohne das.

MEPHISTOPHELES:
Jetzt ohne Schimpf und ohne Spaß:
Ich sag Euch, mit dem schönen Kind
Geht's ein für allemal nicht geschwind.
Mit Sturm ist da nichts einzunehmen;
Wir müssen uns zur List bequemen.

FAUST:
Schaff mir etwas vom Engelsschatz!
Führ mich an ihren Ruheplatz!
Schaff mir ein Halstuch von ihrer Brust,
Ein Strumpfband meiner Liebeslust!

MEPHISTOPHELES:
Damit Ihr seht, daß ich Eurer Pein
Will förderlich und dienstlich sein'
Wollen wir keinen Augenblick verlieren,
Will Euch noch heut in ihr Zimmer führen.

FAUST:
Und soll sie sehn? sie haben?

MEPHISTOPHELES:
Nein! Sie wird bei einer Nachbarin sein.
Indessen könnt Ihr ganz allein
An aller Hoffnung künft'ger Freuden
In ihrem Dunstkreis satt Euch weiden.

FAUST:
Können wir hin?

MEPHISTOPHELES:
Es ist noch zu früh.
FAUST:
Sorg du mir für ein Geschenk für sie!
(Ab.)

MEPHISTOPHELES:
Gleich schenken? Das ist brav! Da wird er reüssieren!
Ich kenne manchen schönen Platz
Und manchen altvergrabnen Schatz;
Ich muß ein bißchen revidieren.
(Ab.)


            

VII. STREET

FAUST MARGARET _(passing by)_

FAUST

Fair lady, let it not offend you,
That arm and escort I would lend you!

MARGARET

I'm neither lady, neither fair,
And home I can go without your care.

_She releases herself, and exit_.

FAUST

By Heaven, the girl is wondrous fair!
Of all I've seen, beyond compare;
So sweetly virtuous and pure,
And yet a little pert, be sure!
The lip so red, the cheek's clear dawn,
[Illustration:]
I'll not forget while the world rolls on!
How she cast down her timid eyes,
Deep in my heart imprinted lies:
How short and sharp of speech was she,
Why, 'twas a real ecstasy!

(MEPHISTOPHELES _enters_)

FAUST

Hear, of that girl I'd have possession!

MEPHISTOPHELES

Which, then?

FAUST

The one who just went by.

MEPHISTOPHELES

She, there? She's coming from confession,
Of every sin absolved; for I,
Behind her chair, was listening nigh.
So innocent is she, indeed,
That to confess she had no need.
I have no power o'er souls so green.

FAUST

And yet, she's older than fourteen.

MEPHISTOPHELES

How now! You're talking like Jack Rake,
Who every flower for himself would take,
And fancies there are no favors more,
Nor honors, save for him in store;
Yet always doesn't the thing succeed.

FAUST

Most Worthy Pedagogue, take heed!
Let not a word of moral law be spoken!
I claim, I tell thee, all my right;
And if that image of delight
Rest not within mine arms to-night,
At midnight is our compact broken.

MEPHISTOPHELES

But think, the chances of the case!
I need, at least, a fortnight's space,
To find an opportune occasion.

FAUST

Had I but seven hours for all,
I should not on the Devil call,
But win her by my own persuasion.

MEPHISTOPHELES

You almost like a Frenchman prate;
Yet, pray, don't take it as annoyance!
Why, all at once, exhaust the joyance?
Your bliss is by no means so great
As if you'd use, to get control,
All sorts of tender rigmarole,
And knead and shape her to your thought,
As in Italian tales 'tis taught.

FAUST

Without that, I have appetite.

MEPHISTOPHELES

But now, leave jesting out of sight!
I tell you, once for all, that speed
With this fair girl will not succeed;
By storm she cannot captured be;
We must make use of strategy.

FAUST

Get me something the angel keeps!
Lead me thither where she sleeps!
Get me a kerchief from her breast,--
A garter that her knee has pressed!

MEPHISTOPHELES

That you may see how much I'd fain
Further and satisfy your pain,
We will no longer lose a minute;
I'll find her room to-day, and take you in it.

FAUST

And shall I see--possess her?

MEPHISTOPHELES

No!
Unto a neighbor she must go,
And meanwhile thou, alone, mayst glow
With every hope of future pleasure,
Breathing her atmosphere in fullest measure.

FAUST

Can we go thither?

MEPHISTOPHELES

'Tis too early yet.

FAUST

A gift for her I bid thee get!
_Exit_.

MEPHISTOPHELES

Presents at once? That's good: he's certain to get at her!
Full many a pleasant place I know,
And treasures, buried long ago:
I must, perforce, look up the matter. _Exit_.




Abend.

Ein kleines reinliches Zimmer

Margarete ihre Zöpfe flechtend und aufbindend.

Ich gäb was drum, wenn ich nur wüßt,
Wer heut der Herr gewesen ist!
Er sah gewiß recht wacker aus
Und ist aus einem edlen Haus;
Das konnt ich ihm an der Stirne lesen-
Er wär auch sonst nicht so keck gewesen.
(Ab.)

MEPHISTOPHELES:
Herein, ganz leise, nur herein!

FAUST (nach einigem Stillschweigen):
Ich bitte dich, laß mich allein!

MEPHISTOPHELES (herumspürend):
Nicht jedes Mädchen hält so rein.
(Ab.)

FAUST (rings aufschauend):
Willkommen, süßer Dämmerschein,
Der du dies Heiligtum durchwebst!
Ergreif mein Herz, du süße Liebespein,
Die du vom Tau der Hoffnung schmachtend lebst!
Wie atmet rings Gefühl der Stille,
Der Ordnung, der Zufriedenheit!
In dieser Armut welche Fülle!
In diesem Kerker welche Seligkeit!
(Er wirft sich auf den ledernen Sessel am Bette.)

O nimm mich auf, der du die Vorwelt schon
Bei Freud und Schmerz im offnen Arm empfangen!
Wie oft, ach! hat an diesem Väterthron
Schon eine Schar von Kindern rings gehangen!
Vielleicht hat, dankbar für den heil'gen Christ
Mein Liebchen hier, mit vollen Kinderwangen,
Dem Ahnherrn fromm die welke Hand geküßt.
Ich fühl o Mädchen, deinen Geist
Der Füll und Ordnung um mich säuseln,
Der mütterlich dich täglich unterweist
Den Teppich auf den Tisch dich reinlich breiten heißt,
Sogar den Sand zu deinen Füßen kräuseln.
O liebe Hand! so göttergleich!
Die Hütte wird durch dich ein Himmelreich.
Und hier!
(Er hebt einen Bettvorhang auf.)

Was faßt mich für ein Wonnegraus! Hier möcht ich volle Stunden säumen.
Natur, hier bildetest in leichten Träumen
Den eingebornen Engel aus!
Hier lag das Kind! mit warmem Leben
Den zarten Busen angefüllt,
Und hier mit heilig reinem Weben
Entwirkte sich das Götterbild!

Und du! Was hat dich hergeführt?
Wie innig fühl ich mich gerührt!
Was willst du hier? Was wird das Herz dir schwer?
Armsel'ger Faust! ich kenne dich nicht mehr.

Umgibt mich hier ein Zauberduft?
Mich drang's, so grade zu genießen,
Und fühle mich in Liebestraum zerfließen!
Sind wir ein Spiel von jedem Druck der Luft?

Und träte sie den Augenblick herein,
Wie würdest du für deinen Frevel büßen!
Der große Hans, ach wie so klein!
Läg, hingeschmolzen, ihr zu Füßen.

MEPHISTOPHELES (kommt):
Geschwind! ich seh sie unten kommen.

FAUST:
Fort! Fort! Ich kehre nimmermehr!

MEPHISTOPHELES:
Hier ist ein Kästchen leidlich schwer,
Ich hab's wo anders hergenommen.
Stellt's hier nur immer in den Schrein,
Ich schwör Euch, ihr vergehn die Sinnen;
Ich tat Euch Sächelchen hinein,
Um eine andre zu gewinnen.
Zwar Kind ist Kind, und Spiel ist Spiel.

FAUST:
Ich weiß nicht, soll ich?

MEPHISTOPHELES:
Fragt Ihr viel? Meint Ihr vielleicht den Schatz zu wahren?
Dann rat ich Eurer Lüsternheit,
Die liebe schöne Tageszeit
Und mir die weitre Müh zu sparen.
Ich hoff nicht, daß Ihr geizig seid!
Ich kratz den Kopf, reib an den Händen-
(Er stellt das Kästchen in den Schrein und drückt das Schloß wieder zu.)
Nur fort! geschwind!
Um Euch das süße junge Kind
Nach Herzens Wunsch und Will zu wenden;
Und Ihr seht drein
Als solltet Ihr in den Hörsaal hinein,
Als stünden grau leibhaftig vor Euch da
Physik und Metaphysika!
Nur fort!
(Ab.)


Margarete mit einer Lampe.

Es ist so schwül, so dumpfig hie
(sie macht das Fenster auf)
Und ist doch eben so warm nicht drauß.
Es wird mir so, ich weiß nicht wie-
Ich wollt, die Mutter käm nach Haus.
Mir läuft ein Schauer übern ganzen Leib-
Bin doch ein töricht furchtsam Weib!
(sie fängt an zu singen, indem sie sich auszieht.)

Es war ein König in Thule
Gar treu bis an das Grab,
Dem sterbend seine Buhle
Einen goldnen Becher gab.

Es ging ihm nichts darüber,
Er leert ihn jeden Schmaus;
Die Augen gingen ihm über,
Sooft er trank daraus.

Und als er kam zu sterben,
Zählt er seine Städt im Reich,
Gönnt alles seinem Erben,
Den Becher nicht zugleich.

Er saß beim Königsmahle,
Die Ritter um ihn her,
Auf hohem Vätersaale,
Dort auf dem Schloß am Meer.

Dort stand der alte Zecher,
Trank letzte Lebensglut
Und warf den heiligen Becher
Hinunter in die Flut.

Er sah ihn stürzen, trinken
Und sinken tief ins Meer,
Die Augen täten ihm sinken,
Trank nie einen Tropfen mehr.

(Sie eröffnet den Schrein, ihre Kleider einzuräumen, und erblickt das
Schmuckkästchen.)

Wie kommt das schöne Kästchen hier herein?
Ich schloß doch ganz gewiß den Schrein.
Es ist doch wunderbar! Was mag wohl drinne sein?
Vielleicht bracht's jemand als ein Pfand,
Und meine Mutter lieh darauf.
Da hängt ein Schlüsselchen am Band
Ich denke wohl, ich mach es auf!
Was ist das? Gott im Himmel! Schau,
So was hab ich mein Tage nicht gesehn!
Ein Schmuck! Mit dem könnt eine Edelfrau
Am höchsten Feiertage gehn.
Wie sollte mir die Kette stehn?
Wem mag die Herrlichkeit gehören?

(Sie putzt sich damit auf und tritt vor den Spiegel.)

Wenn nur die Ohrring meine wären!
Man sieht doch gleich ganz anders drein.
Was hilft euch Schönheit, junges Blut?
Das ist wohl alles schön und gut,
Allein man läßt's auch alles sein;
Man lobt euch halb mit Erbarmen.
Nach Golde drängt,
Am Golde hängt
Doch alles. Ach wir Armen!

            

VIII. EVENING

A SMALL, NEATLY KEPT CHAMBER
MARGARET

(_plaiting and binding up the braids of her hair_)

I'd something give, could I but say
Who was that gentleman, to-day.
Surely a gallant man was he,
And of a noble family;
And much could I in his face behold,--
And he wouldn't, else, have been so bold!

_Exit_

MEPHISTOPHELES FAUST

MEPHISTOPHELES

Come in, but gently: follow me!

FAUST (_after a moment's silence_)

Leave me alone, I beg of thee!

MEPHISTOPHELES (_prying about_)

Not every girl keeps things so neat.

FAUST (_looking around_)

O welcome, twilight soft and sweet,
That breathes throughout this hallowed shrine!
Sweet pain of love, bind thou with fetters fleet
The heart that on the dew of hope must pine!
How all around a sense impresses
Of quiet, order, and content!
This poverty what bounty blesses!
What bliss within this narrow den is pent!

(_He throws himself into a leathern arm-chair near the bed_.)

Receive me, thou, that in thine open arms
Departed joy and pain wert wont to gather!
How oft the children, with their ruddy charms,
Hung here, around this throne, where sat the father!
Perchance my love, amid the childish band,
Grateful for gifts the Holy Christmas gave her,
Here meekly kissed the grandsire's withered hand.
I feel, O maid! thy very soul
Of order and content around me whisper,--
Which leads thee with its motherly control,
The cloth upon thy board bids smoothly thee unroll,
The sand beneath thy feet makes whiter, crisper.
O dearest hand, to thee 'tis given
To change this hut into a lower heaven!
And here!

(_He lifts one of the bed-curtains_.)

What sweetest thrill is in my blood!
Here could I spend whole hours, delaying:
Here Nature shaped, as if in sportive playing,
The angel blossom from the bud.
Here lay the child, with Life's warm essence
The tender bosom filled and fair,
And here was wrought, through holier, purer presence,
The form diviner beings wear!

And I? What drew me here with power?
How deeply am I moved, this hour!
What seek I? Why so full my heart, and sore?
Miserable Faust! I know thee now no more.

Is there a magic vapor here?
I came, with lust of instant pleasure,
And lie dissolved in dreams of love's sweet leisure!
Are we the sport of every changeful atmosphere?

And if, this moment, came she in to me,
How would I for the fault atonement render!
How small the giant lout would be,
Prone at her feet, relaxed and tender!

MEPHISTOPHELES

Be quick! I see her there, returning.

FAUST

Go! go! I never will retreat.

MEPHISTOPHELES

Here is a casket, not unmeet,
Which elsewhere I have just been earning.
Here, set it in the press, with haste!
I swear, 'twill turn her head, to spy it:
Some baubles I therein had placed,
That you might win another by it.
True, child is child, and play is play.

FAUST

I know not, should I do it?

MEPHISTOPHELES

Ask you, pray?
Yourself, perhaps, would keep the bubble?
Then I suggest, 'twere fair and just
To spare the lovely day your lust,
And spare to me the further trouble.
You are not miserly, I trust?
I rub my hands, in expectation tender--

(_He places the casket in the press, and locks it again_.)

Now quick, away!
The sweet young maiden to betray,
So that by wish and will you bend her;
And you look as though
To the lecture-hall you were forced to go,--
As if stood before you, gray and loath,
Physics and Metaphysics both!
But away! _Exeunt_.

MARGARET (_with a lamp_)

It is so close, so sultry, here!

(_She opens the window_)

And yet 'tis not so warm outside.
I feel, I know not why, such fear!--
Would mother came!--where can she bide?
My body's chill and shuddering,--
I'm but a silly, fearsome thing!

(_She begins to sing while undressing_)

There was a King in Thule,
Was faithful till the grave,--
To whom his mistress, dying,
A golden goblet gave.

Naught was to him more precious;
He drained it at every bout:
His eyes with tears ran over,
As oft as he drank thereout.

When came his time of dying,
The towns in his land he told,
Naught else to his heir denying
Except the goblet of gold.

He sat at the royal banquet
With his knights of high degree,
In the lofty hall of his fathers
In the Castle by the Sea.

There stood the old carouser,
And drank the last life-glow;
And hurled the hallowed goblet
Into the tide below.

He saw it plunging and filling,
And sinking deep in the sea:
Then fell his eyelids forever,
And never more drank he!

(_She opens the press in order to arrange her clothes, and perceives
the casket of jewels_.)

How comes that lovely casket here to me?
I locked the press, most certainly.
'Tis truly wonderful! What can within it be?
Perhaps 'twas brought by some one as a pawn,
And mother gave a loan thereon?
And here there hangs a key to fit:
I have a mind to open it.
What is that? God in Heaven! Whence came
Such things? Never beheld I aught so fair!
Rich ornaments, such as a noble dame
On highest holidays might wear!
How would the pearl-chain suit my hair?
Ah, who may all this splendor own?

(_She adorns herself with the jewelry, and steps before the
mirror_.)

Were but the ear-rings mine, alone!
One has at once another air.
What helps one's beauty, youthful blood?
One may possess them, well and good;
But none the more do others care.
They praise us half in pity, sure:
To gold still tends,
On gold depends
All, all! Alas, we poor!




Spaziergang

Faust in Gedanken auf und ab gehend. Zu ihm Mephistopheles.

MEPHISTOPHELES:
Bei aller verschmähten Liebe! Beim höllischen Elemente!
Ich wollt, ich wüßte was Ärgers, daß ich's fluchen könnte!

FAUST:
Was hast? was kneipt dich denn so sehr?
So kein Gesicht sah ich in meinem Leben!

MEPHISTOPHELES:
Ich möcht mich gleich dem Teufel übergeben,
Wenn ich nur selbst kein Teufel wär!

FAUST:
Hat sich dir was im Kopf verschoben?
Dich kleidet's wie ein Rasender zu toben!

MEPHISTOPHELES:
Denkt nur, den Schmuck, für Gretchen angeschafft,
Den hat ein Pfaff hinweggerafft!
Die Mutter kriegt das Ding zu schauen
Gleich fängt's ihr heimlich an zu grauen,
Die Frau hat gar einen feinen Geruch,
Schnuffelt immer im Gebetbuch
Und riecht's einem jeden Möbel an,
Ob das Ding heilig ist oder profan;
Und an dem Schmuck da spürt, sie's klar,
Daß dabei nicht viel Segen war.
"Mein Kind", rief sie, "ungerechtes Gut
Befängt die Seele, zehrt auf das Blut.
Wollen's der Mutter Gottes weihen,
Wird uns mit Himmelsmanna erfreuen!"
Margretlein zog ein schiefes Maul,
Ist halt, dacht sie, ein geschenkter Gaul,
Und wahrlich! gottlos ist nicht der,
Der ihn so fein gebracht hierher.
Die Mutter ließ einen Pfaffen kommen;
Der hatte kaum den Spaß vernommen,
Ließ sich den Anblick wohl behagen.
Er sprach: "So ist man recht gesinnt!
Wer überwindet, der gewinnt.
Die Kirche hat einen guten Magen,
Hat ganze Länder aufgefressen
Und doch noch nie sich übergessen;
Die Kirch allein, meine lieben Frauen,
Kann ungerechtes Gut verdauen."

FAUST:
Das ist ein allgemeiner Brauch,
Ein Jud und König kann es auch.

MEPHISTOPHELES:
Strich drauf ein Spange, Kett und Ring',
Als wären's eben Pfifferling',
Dankt' nicht weniger und nicht mehr,
Als ob's ein Korb voll Nüsse wär,
Versprach ihnen allen himmlischen Lohn-
Und sie waren sehr erbaut davon.

FAUST:
Und Gretchen?

MEPHISTOPHELES:
Sitzt nun unruhvoll, Weiß weder, was sie will noch soll,
Denkt ans Geschmeide Tag und Nacht,
Noch mehr an den, der's ihr gebracht.

FAUST:
Des Liebchens Kummer tut mir leid.
Schaff du ihr gleich ein neu Geschmeid!
Am ersten war ja so nicht viel.

MEPHISTOPHELES:
O ja, dem Herrn ist alles Kinderspiel!

FAUST:
Und mach, und richt's nach meinem Sinn,
Häng dich an ihre Nachbarin!
Sei, Teufel, doch nur nicht wie Brei,
Und schaff einen neuen Schmuck herbei!

MEPHISTOPHELES:
Ja, gnäd'ger Herr, von Herzen gerne.
(Faust ab.)

So ein verliebter Tor verpufft
Euch Sonne, Mond und alle Sterne
Zum Zeitvertreib dem Liebchen in die Luft.
(Ab.)


            

IX. PROMENADE

(FAUST, _walking thoughtfully up and down. To him_ MEPHISTOPHELES.)

MEPHISTOPHELES

By all love ever rejected! By hell-fire hot and unsparing!
I wish I knew something worse, that I might use it for
swearing!

FAUST

What ails thee? What is't gripes thee, elf?
A face like thine beheld I never.

MEPHISTOPHELES

I would myself unto the Devil deliver,
If I were not a Devil myself!

FAUST

Thy head is out of order, sadly:
It much becomes thee to be raving madly.

MEPHISTOPHELES

Just think, the pocket of a priest should get
The trinkets left for Margaret!
The mother saw them, and, instanter,
A secret dread began to haunt her.
Keen scent has she for tainted air;
She snuffs within her book of prayer,
And smells each article, to see
If sacred or profane it be;
So here she guessed, from every gem,
That not much blessing came with them.
"My child," she said, "ill-gotten good
Ensnares the soul, consumes the blood.
Before the Mother of God we'll lay it;
With heavenly manna she'll repay it!"
But Margaret thought, with sour grimace,
"A gift-horse is not out of place,
And, truly! godless cannot be
The one who brought such things to me."
A parson came, by the mother bidden:
He saw, at once, where the game was hidden,
And viewed it with a favor stealthy.
He spake: "That is the proper view,--
Who overcometh, winneth too.
The Holy Church has a stomach healthy:
Hath eaten many a land as forfeit,
And never yet complained of surfeit:
The Church alone, beyond all question,
Has for ill-gotten goods the right digestion."

FAUST

A general practice is the same,
Which Jew and King may also claim.

MEPHISTOPHELES

Then bagged the spangles, chains, and rings,
As if but toadstools were the things,
And thanked no less, and thanked no more
Than if a sack of nuts he bore,--
Promised them fullest heavenly pay,
And deeply edified were they.

FAUST

And Margaret?

MEPHISTOPHELES

Sits unrestful still,
And knows not what she should, or will;
Thinks on the jewels, day and night,
But more on him who gave her such delight.

FAUST

The darling's sorrow gives me pain.
Get thou a set for her again!
The first was not a great display.

MEPHISTOPHELES

O yes, the gentleman finds it all child's-play!

FAUST

Fix and arrange it to my will;
And on her neighbor try thy skill!
Don't be a Devil stiff as paste,
But get fresh jewels to her taste!

MEPHISTOPHELES

Yes, gracious Sir, in all obedience!

_Exit_ FAUST.

Such an enamored fool in air would blow
Sun, moon, and all the starry legions,
To give his sweetheart a diverting show.

_Exit_.




Der Nachbarin Haus

Marthe allein.


Gott verzeih's meinem lieben Mann,
Er hat an mir nicht wohl getan!
Geht da stracks in die Welt hinein
Und läßt mich auf dem Stroh allein.
Tät ihn doch wahrlich nicht betrüben,
Tät ihn, weiß Gott, recht herzlich lieben.
(Sie weint.)
Vielleicht ist er gar tot!- O Pein!-
Hätt ich nur einen Totenschein!

(Margarete kommt.)

MARGARETE:
Frau Marthe!

MARTHE:
Gretelchen, was soll's?

MARGARETE:
Fast sinken mir die Kniee nieder!
Da find ich so ein Kästchen wieder
In meinem Schrein, von Ebenholz,
Und Sachen herrlich ganz und gar,
Weit reicher, als das erste war.

MARTHE:
Das muß Sie nicht der Mutter sagen;
Tät's wieder gleich zur Beichte tragen.

MARGARETE:
Ach seh Sie nur! ach schau Sie nur!

MARTHE (putzt sie auf):
O du glücksel'ge Kreatur!

MARGARETE:
Darf mich, leider, nicht auf der Gassen
Noch in der Kirche mit sehen lassen.

MARTHE:
Komm du nur oft zu mir herüber,
Und leg den Schmuck hier heimlich an;
Spazier ein Stündchen lang dem Spiegelglas vorüber,
Wir haben unsre Freude dran;
Und dann gibt's einen Anlaß, gibt's ein Fest,
Wo man's so nach und nach den Leuten sehen läßt.
Ein Kettchen erst, die Perle dann ins Ohr;
Die Mutter sieht's wohl nicht, man macht ihr auch was vor.

MARGARETE:
Wer konnte nur die beiden Kästchen bringen?
Es geht nicht zu mit rechten Dingen!
(Es klopft.)

Ach Gott! mag das meine Mutter sein?

MARTHE (durchs Vorhängel guckend):
Es ist ein fremder Herr- Herein!

(Mephistopheles tritt auf.)

MEPHISTOPHELES:
Bin so frei, grad hereinzutreten,
Muß bei den Frauen Verzeihn erbeten.
(Tritt ehrerbietig vor Margareten zurück.)

Wollte nach Frau Marthe Schwerdtlein fragen!

MARTHE:
Ich bin's, was hat der Herr zu sagen?

MEPHISTOPHELES (leise zu ihr):
Ich kenne Sie jetzt, mir ist das genug;
Sie hat da gar vornehmen Besuch.
Verzeiht die Freiheit, die ich genommen,
Will Nachmittage wiederkommen.

MARTHE (lacht):
Denk, Kind, um alles in der Welt!
Der Herr dich für ein Fräulein hält.

MARGARETE:
Ich bin ein armes junges Blut;
Ach Gott! der Herr ist gar zu gut:
Schmuck und Geschmeide sind nicht mein.

MEPHISTOPHELES:
Ach, es ist nicht der Schmuck allein;
Sie hat ein Wesen, einen Blick so scharf!
Wie freut mich's, daß ich bleiben darf.

MARTHE:
Was bringt Er denn? Verlange sehr-

MEPHISTOPHELES:
Ich wollt, ich hätt eine frohere Mär!-
Ich hoffe, Sie läßt mich's drum nicht büßen:
Ihr Mann ist tot und läßt Sie grüßen.

MARTHE:
Ist tot? das treue Herz! O weh!
Mein Mann ist tot! Ach ich vergeh!

MARGARETE:
Ach! liebe Frau, verzweifelt nicht!

MEPHISTOPHELES:
So hört die traurige Geschicht!

MARGARETE:
Ich möchte drum mein' Tag' nicht lieben,
Würde mich Verlust zu Tode betrüben.

MEPHISTOPHELES:
Freud muß Leid, Leid muß Freude haben.

MARTHE:
Erzählt mir seines Lebens Schluß!

MEPHISTOPHELES:
Er liegt in Padua begraben
Beim heiligen Antonius
An einer wohlgeweihten Stätte
Zum ewig kühlen Ruhebette.

MARTHE:
Habt Ihr sonst nichts an mich zu bringen?

MEPHISTOPHELES:
Ja, eine Bitte, groß und schwer:
Laß Sie doch ja für ihn dreihundert Messen singen!
Im übrigen sind meine Taschen leer.

MARTHE:
Was! nicht ein Schaustück? kein Geschmeid?
Was jeder Handwerksbursch im Grund des Säckels spart,
Zum Angedenken aufbewahrt,
Und lieber hungert, lieber bettelt!

MEPHISTOPHELES:
Madam, es tut mir herzlich leid;
Allein er hat sein Geld wahrhaftig nicht verzettelt.
Auch er bereute seine Fehler sehr,
Ja, und bejammerte sein Unglück noch viel mehr.

MARGARETE:
Ach! daß die Menschen so unglücklich sind!
Gewiß, ich will für ihn manch Requiem noch beten.

MEPHISTOPHELES:
Ihr wäret wert, gleich in die Eh zu treten:
Ihr seid ein liebenswürdig Kind.

MARGARETE:
Ach nein, das geht jetzt noch nicht an.

MEPHISTOPHELES:
Ist's nicht ein Mann, sei's derweil ein Galan.
's ist eine der größten Himmelsgaben,
So ein lieb Ding im Arm zu haben.

MARGARETE:
Das ist des Landes nicht der Brauch.

MEPHISTOPHELES:
Brauch oder nicht! Es gibt sich auch.

MARTHE:
Erzählt mir doch!

MEPHISTOPHELES:
Ich stand an seinem Sterbebette, Es war was besser als von Mist,
Von halbgefaultem Stroh; allein er starb als Christ
Und fand, daß er weit mehr noch auf der Zeche hätte.
"Wie", rief er, "muß ich mich von Grund aus hassen,
So mein Gewerb, mein Weib so zu verlassen!
Ach, die Erinnrung tötet mich
Vergäb sie mir nur noch in diesem Leben!"

MARTHE (weinend):
Der gute Mann! ich hab ihm längst vergeben.

MEPHISTOPHELES:
"Allein, weiß Gott! sie war mehr schuld als ich."

MARTHE:
Das lügt er! Was! am Rand des Grabs zu lügen!

MEPHISTOPHELES:
Er fabelte gewiß in letzten Zügen,
Wenn ich nur halb ein Kenner bin.
"Ich hatte", sprach er, "nicht zum Zeitvertreib zu gaffen
Erst Kinder, und dann Brot für sie zu schaffen,
Und Brot im allerweitsten Sinn,
Und konnte nicht einmal mein Teil in Frieden essen."

MARTHE:
Hat er so aller Treu, so aller Lieb vergessen,
Der Plackerei bei Tag und Nacht!

MEPHISTOPHELES:
Nicht doch, er hat Euch herzlich dran gedacht.
Er sprach: "Als ich nun weg von Malta ging
Da betet ich für Frau und Kinder brünstig;
Uns war denn auch der Himmel günstig,
Daß unser Schiff ein türkisch Fahrzeug fing,
Das einen Schatz des großen Sultans führte.
Da ward der Tapferkeit ihr Lohn,
Und ich empfing denn auch, wie sich's gebührte,
Mein wohlgemeßnes Teil davon."

MARTHE:
Ei wie? Ei wo? Hat er's vielleicht vergraben?

MEPHISTOPHELES:
Wer weiß, wo nun es die vier Winde haben.
Ein schönes Fräulein nahm sich seiner an,
Als er in Napel fremd umherspazierte;
Sie hat an ihm viel Liebs und Treus getan,
Daß er's bis an sein selig Ende spürte.

MARTHE:
Der Schelm! der Dieb an seinen Kindern!
Auch alles Elend, alle Not
Konnt nicht sein schändlich Leben hindern!

MEPHISTOPHELES:
Ja seht! dafür ist er nun tot.
Wär ich nun jetzt an Eurem Platze,
Betraurt ich ihn ein züchtig Jahr,
Visierte dann unterweil nach einem neuen Schatze.

MARTHE:
Ach Gott! wie doch mein erster war,
Find ich nicht leicht auf dieser Welt den andern!
Es konnte kaum ein herziger Närrchen sein.
Er liebte nur das allzuviele Wandern
Und fremde Weiber und fremden Wein
Und das verfluchte Würfelspiel.

MEPHISTOPHELES:
Nun, nun, so konnt es gehn und stehen,
Wenn er Euch ungefähr so viel
Von seiner Seite nachgesehen.
Ich schwör Euch zu, mit dem Beding
Wechselt ich selbst mit Euch den Ring!

MARTHE:
O es beliebt dem Herrn zu scherzen!

MEPHISTOPHELES (für sich):
Nun mach ich mich beizeiten fort!
Die hielte wohl den Teufel selbst beim Wort.
(Zu Gretchen.)
Wie steht es denn mit Ihrem Herzen?

MARGARETE:
Was meint der Herr damit?

MEPHISTOPHELES (für sich):
Du guts, unschuldigs Kind! (Laut.) Lebt wohl, ihr Fraun!

MARGARETE:
Lebt wohl!

MARTHE:
O sagt mir doch geschwind! Ich möchte gern ein Zeugnis haben,
Wo, wie und wann mein Schatz gestorben und begraben.
Ich bin von je der Ordnung Freund gewesen,
Möcht, ihn auch tot im Wochenblättchen lesen.

MEPHISTOPHELES:
Ja, gute Frau, durch zweier Zeugen Mund
Wird allerwegs die Wahrheit kund;
Habe noch gar einen feinen Gesellen,
Den will ich Euch vor den Richter stellen.
Ich bring ihn her.

MARTHE:
O tut das ja!

MEPHISTOPHELES:
Und hier die Jungfrau ist auch da?
Ein braver Knab! ist viel gereist,
Fräuleins alle Höflichkeit erweist.

MARGARETE:
Müßte vor dem Herren schamrot werden.

MEPHISTOPHELES:
Vor keinem Könige der Erden.

MARTHE:
Da hinterm Haus in meinem Garten
Wollen wir der Herren heut abend warten.

            

X. THE NEIGHBOR'S HOUSE

MARTHA (_solus_)

God forgive my husband, yet he
Hasn't done his duty by me!
Off in the world he went straightway,--
Left me lie in the straw where I lay.
And, truly, I did naught to fret him:
God knows I loved, and can't forget him!

(_She weeps_.)

Perhaps he's even dead! Ah, woe!--
Had I a certificate to show!

MARGARET (_comes_)

Dame Martha!

MARTHA

Margaret! what's happened thee?

MARGARET

I scarce can stand, my knees are trembling!
I find a box, the first resembling,
Within my press! Of ebony,--
And things, all splendid to behold,
And richer far than were the old.

MARTHA

You mustn't tell it to your mother!
'Twould go to the priest, as did the other.

MARGARET

Ah, look and see--just look and see!

MARTHA (_adorning her_)

O, what a blessed luck for thee!

MARGARET

But, ah! in the streets I dare not bear them,
Nor in the church be seen to wear them.

MARTHA

Yet thou canst often this way wander,
And secretly the jewels don,
Walk up and down an hour, before the mirror yonder,--
We'll have our private joy thereon.
And then a chance will come, a holiday,
When, piece by piece, can one the things abroad display,
A chain at first, then other ornament:
Thy mother will not see, and stories we'll invent.

MARGARET

Whoever could have brought me things so precious?
That something's wrong, I feel suspicious.

(_A knock_)

Good Heaven! My mother can that have been?

MARTHA (_peeping through the blind_)

'Tis some strange gentleman.--Come in!

(MEPHISTOPHELES _enters_.)

MEPHISTOPHELES

That I so boldly introduce me,
I beg you, ladies, to excuse me.

(_Steps back reverently, on seeing_ MARGARET.)

For Martha Schwerdtlein I'd inquire!

MARTHA

I'm she: what does the gentleman desire?

MEPHISTOPHELES (_aside to her_)

It is enough that you are she:
You've a visitor of high degree.
Pardon the freedom I have ta'en,--
Will after noon return again.

MARTHA (_aloud_)

Of all things in the world! Just hear--
He takes thee for a lady, dear!

MARGARET

I am a creature young and poor:
The gentleman's too kind, I'm sure.
The jewels don't belong to me.

MEPHISTOPHELES

Ah, not alone the jewelry!
The look, the manner, both betray--
Rejoiced am I that I may stay!

MARTHA

What is your business? I would fain--

MEPHISTOPHELES

I would I had a more cheerful strain!
Take not unkindly its repeating:
Your husband's dead, and sends a greeting.

MARTHA

Is dead? Alas, that heart so true!
My husband dead! Let me die, too!

MARGARET

Ah, dearest dame, let not your courage fail!

MEPHISTOPHELES

Hear me relate the mournful tale!

MARGARET

Therefore I'd never love, believe me!
A loss like this to death would grieve me.

MEPHISTOPHELES

Joy follows woe, woe after joy comes flying.

MARTHA

Relate his life's sad close to me!

MEPHISTOPHELES

In Padua buried, he is lying
Beside the good Saint Antony,
Within a grave well consecrated,
For cool, eternal rest created.

MARTHA

He gave you, further, no commission?

MEPHISTOPHELES

Yes, one of weight, with many sighs:
Three hundred masses buy, to save him from perdition!
My hands are empty, otherwise.

MARTHA

What! Not a pocket-piece? no jewelry?
What every journeyman within his wallet spares,
And as a token with him bears,
And rather starves or begs, than loses?

MEPHISTOPHELES

Madam, it is a grief to me;
Yet, on my word, his cash was put to proper uses.
Besides, his penitence was very sore,
And he lamented his ill fortune all the more.

MARGARET

Alack, that men are so unfortunate!
Surely for his soul's sake full many a prayer I'll proffer.

MEPHISTOPHELES

You well deserve a speedy marriage-offer:
You are so kind, compassionate.

MARGARET

O, no! As yet, it would not do.

MEPHISTOPHELES

If not a husband, then a beau for you!
It is the greatest heavenly blessing,
To have a dear thing for one's caressing.

MARGARET

The country's custom is not so.

MEPHISTOPHELES

Custom, or not! It happens, though.

MARTHA

Continue, pray!

MEPHISTOPHELES

I stood beside his bed of dying.
'Twas something better than manure,--
Half-rotten straw: and yet, he died a Christian, sure,
And found that heavier scores to his account were lying.
He cried: "I find my conduct wholly hateful!
To leave my wife, my trade, in manner so ungrateful!
Ah, the remembrance makes me die!
Would of my wrong to her I might be shriven!"

MARTHA (_weeping_)

The dear, good man! Long since was he forgiven.

MEPHISTOPHELES

"Yet she, God knows! was more to blame than I."

MARTHA

He lied! What! On the brink of death he slandered?

MEPHISTOPHELES

In the last throes his senses wandered,
If I such things but half can judge.
He said: "I had no time for play, for gaping freedom:
First children, and then work for bread to feed 'em,--
For bread, in the widest sense, to drudge,
And could not even eat my share in peace and quiet!"

MARTHA

Had he all love, all faith forgotten in his riot?
My work and worry, day and night?

MEPHISTOPHELES

Not so: the memory of it touched him quite.
Said he: "When I from Malta went away
My prayers for wife and little ones were zealous,
And such a luck from Heaven befell us,
We made a Turkish merchantman our prey,
That to the Soldan bore a mighty treasure.
Then I received, as was most fit,
Since bravery was paid in fullest measure,
My well-apportioned share of it."

MARTHA

Say, how? Say, where? If buried, did he own it?

MEPHISTOPHELES

Who knows, now, whither the four winds have blown it?
A fair young damsel took him in her care,
As he in Naples wandered round, unfriended;
And she much love, much faith to him did bear,
So that he felt it till his days were ended.

MARTHA

The villain! From his children thieving!
Even all the misery on him cast
Could not prevent his shameful way of living!

MEPHISTOPHELES

But see! He's dead therefrom, at last.
Were I in _your_ place, do not doubt me,
I'd mourn him decently a year,
And for another keep, meanwhile, my eyes about me.

MARTHA

Ah, God! another one so dear
As was my first, this world will hardly give me.
There never was a sweeter fool than mine,
Only he loved to roam and leave me,
And foreign wenches and foreign wine,
And the damned throw of dice, indeed.

MEPHISTOPHELES

Well, well! That might have done, however,
If he had only been as clever,
And treated _your_ slips with as little heed.
I swear, with this condition, too,
I would, myself, change rings with you.

MARTHA

The gentleman is pleased to jest.

MEPHISTOPHELES

I'll cut away, betimes, from here:
She'd take the Devil at his word, I fear.

(_To_ MARGARET)

How fares the heart within your breast?

MARGARET

What means the gentleman?

MEPHISTOPHELES (_aside_)

Sweet innocent, thou art!

(_Aloud_.)

Ladies, farewell!

MARGARET

Farewell!

MARTHA

A moment, ere we part!
I'd like to have a legal witness,
Where, how, and when he died, to certify his fitness.
Irregular ways I've always hated;
I want his death in the weekly paper stated.

MEPHISTOPHELES

Yes, my good dame, a pair of witnesses
Always the truth establishes.
I have a friend of high condition,
Who'll also add his deposition.
I'll bring him here.

MARTHA

Good Sir, pray do!

MEPHISTOPHELES

And this young lady will be present, too?
A gallant youth! has travelled far:
Ladies with him delighted are.

MARGARET

Before him I should blush, ashamed.

MEPHISTOPHELES

Before no king that could be named!

MARTHA

Behind the house, in my garden, then,
This eve we'll expect the gentlemen.




Straße (II)

Faust. Mephistopheles.


FAUST:
Wie ist's? Will's fördern? Will's bald gehn?

MEPHISTOPHELES:
Ah bravo! Find ich Euch in Feuer?
In kurzer Zeit ist Gretchen Euer.
Heut abend sollt Ihr sie bei Nachbar' Marthen sehn:
Das ist ein Weib wie auserlesen
Zum Kuppler- und Zigeunerwesen!

FAUST:
So recht!

MEPHISTOPHELES:
Doch wird auch was von uns begehrt.

FAUST:
Ein Dienst ist wohl des andern wert.

MEPHISTOPHELES:
Wir legen nur ein gültig Zeugnis nieder,
Daß ihres Ehherrn ausgereckte Glieder
In Padua an heil'ger Stätte ruhn.

FAUST:
Sehr klug! Wir werden erst die Reise machen müssen!

MEPHISTOPHELES:
Sancta Simplicitas! darum ist's nicht zu tun;
Bezeugt nur, ohne viel zu wissen.

FAUST:
Wenn Er nichts Bessers hat, so ist der Plan zerrissen.

MEPHISTOPHELES:
O heil'ger Mann! Da wärt Ihr's nun!
Ist es das erstemal in eurem Leben,
Daß Ihr falsch Zeugnis abgelegt?
Habt Ihr von Gott, der Welt und was sich drin bewegt,
Vom Menschen, was sich ihm in den Kopf und Herzen regt,
Definitionen nicht mit großer Kraft gegeben?
Mit frecher Stirne, kühner Brust?
Und wollt Ihr recht ins Innre gehen,
Habt Ihr davon, Ihr müßt es grad gestehen,
So viel als von Herrn Schwerdtleins Tod gewußt!

FAUST:
Du bist und bleibst ein Lügner, ein Sophiste.

MEPHISTOPHELES:
Ja, wenn man's nicht ein bißchen tiefer wüßte.
Denn morgen wirst, in allen Ehren,
Das arme Gretchen nicht betören
Und alle Seelenlieb ihr schwören?

FAUST:
Und zwar von Herzen.

MEPHISTOPHELES:
Gut und schön! Dann wird von ewiger Treu und Liebe,
von einzig überallmächt'gem Triebe-
Wird das auch so von Herzen gehn?

FAUST:
Laß das! Es wird!- Wenn ich empfinde,
Für das Gefühl, für das Gewühl
Nach Namen suche, keinen finde,
Dann durch die Welt mit allen Sinnen schweife,
Nach allen höchsten Worten greife,
Und diese Glut, von der ich brenne,
Unendlich, ewig, ewig nenne,
Ist das ein teuflisch Lügenspiel?

MEPHISTOPHELES:
Ich hab doch recht!

FAUST:
Hör! merk dir dies- Ich bitte dich, und schone meine Lunge-:
Wer recht behalten will und hat nur eine Zunge,
Behält's gewiß.
Und komm, ich hab des Schwätzens Überdruß,
Denn du hast recht, vorzüglich weil ich muß.

            

XI. A STREET

FAUST MEPHISTOPHELES

FAUST

How is it? under way? and soon complete?

MEPHISTOPHELES

Ah, bravo! Do I find you burning?
Well, Margaret soon will still your yearning:
At Neighbor Martha's you'll this evening meet.
A fitter woman ne'er was made
To ply the pimp and gypsy trade!

FAUST

Tis well.

MEPHISTOPHELES

Yet something is required from us.

FAUST

One service pays the other thus.

MEPHISTOPHELES

We've but to make a deposition valid
That now her husband's limbs, outstretched and pallid,
At Padua rest, in consecrated soil.

FAUST

Most wise! And first, of course, we'll make the journey
thither?

MEPHISTOPHELES

_Sancta simplicitas_! no need of such a toil;
Depose, with knowledge or without it, either!

FAUST

If you've naught better, then, I'll tear your pretty plan!

MEPHISTOPHELES

Now, there you are! O holy man!
Is it the first time in your life you're driven
To bear false witness in a case?
Of God, the world and all that in it has a place,
Of Man, and all that moves the being of his race,
Have you not terms and definitions given
With brazen forehead, daring breast?
And, if you'll probe the thing profoundly,
Knew you so much--and you'll confess it roundly!--
As here of Schwerdtlein's death and place of rest?

FAUST

Thou art, and thou remain'st, a sophist, liar.

MEPHISTOPHELES

Yes, knew I not more deeply thy desire.
For wilt thou not, no lover fairer,
Poor Margaret flatter, and ensnare her,
And all thy soul's devotion swear her?

FAUST

And from my heart.

MEPHISTOPHELES

'Tis very fine!
Thine endless love, thy faith assuring,
The one almighty force enduring,--
Will that, too, prompt this heart of thine?

FAUST

Hold! hold! It will!--If such my flame,
And for the sense and power intense
I seek, and cannot find, a name;
Then range with all my senses through creation,
Craving the speech of inspiration,
And call this ardor, so supernal,
Endless, eternal and eternal,--
Is that a devilish lying game?

MEPHISTOPHELES

And yet I'm right!

FAUST

Mark this, I beg of thee!
And spare my lungs henceforth: whoever
Intends to have the right, if but his
tongue be clever,
Will have it, certainly.
But come: the further talking brings
disgust,
For thou art right, especially since I
must.




Garten

Margarete an Faustens Arm, Marthe mit Mephistopheles auf und ab spazierend.


MARGARETE:
Ich fühl es wohl, daß mich der Herr nur schont,
Herab sich läßt, mich zu beschämen.
Ein Reisender ist so gewohnt,
Aus Gütigkeit fürliebzunehmen;
Ich weiß zu gut, daß solch erfahrnen Mann
Mein arm Gespräch nicht unterhalten kann.

FAUST:
Ein Blick von dir, ein Wort mehr unterhält
Als alle Weisheit dieser Welt.
(Er küßt ihre Hand.)

MARGARETE:
Inkommodiert Euch nicht! Wie könnt Ihr sie nur küssen?
Sie ist so garstig, ist so rauh!
Was hab ich nicht schon alles schaffen müssen!
Die Mutter ist gar zu genau.
(Gehn vorüber.)

MARTHE:
Und Ihr, mein Herr, Ihr reist so immer fort?

MEPHISTOPHELES:
Ach, daß Gewerb und Pflicht uns dazu treiben!
Mit wieviel Schmerz verläßt man manchen Ort
Und darf doch nun einmal nicht bleiben!

MARTHE:
In raschen Jahren geht's wohl an
So um und um frei durch die Welt zu streifen;
Doch kömmt die böse Zeit heran,
Und sich als Hagestolz allein zum Grab zu schleifen,
Das hat noch keinem wohlgetan.

MEPHISTOPHELES:
Mit Grausen seh ich das von weiten.

MARTHE:
Drum, werter Herr, beratet Euch in Zeiten.
(Gehn vorüber.)

MARGARETE:
Ja, aus den Augen, aus dem Sinn!
Die Höflichkeit ist Euch geläufig;
Allein Ihr habt der Freunde häufig,
Sie sind verständiger, als ich bin.

FAUST:
O Beste! glaube, was man so verständig nennt,
Ist oft mehr Eitelkeit und Kurzsinn.

MARGARETE:
Wie?

FAUST:
Ach, daß die Einfalt, daß die Unschuld nie
Sich selbst und ihren heil'gen Wert erkennt!
Daß Demut Niedrigkeit, die höchsten Gaben
Der liebevoll austeilenden Natur-

MARGARETE:
Denkt Ihr an mich ein Augenblickchen nur,
Ich werde Zeit genug an Euch zu denken haben.

FAUST:
Ihr seid wohl viel allein?

MARGARETE:
Ja, unsre Wirtschaft ist nur klein,
Und doch will sie versehen sein.
Wir haben keine Magd; muß kochen, fegen, stricken
Und nähn und laufen früh und spat;
Und meine Mutter ist in allen Stücken
So akkurat!
Nicht daß sie just so sehr sich einzuschränken hat;
Wir könnten uns weit eh'r als andre regen:
Mein Vater hinterließ ein hübsch Vermögen,
Ein Häuschen und ein Gärtchen vor der Stadt.
Doch hab ich jetzt so ziemlich stille Tage:
Mein Bruder ist Soldat,
Mein Schwesterchen ist tot.
Ich hatte mit dem Kind wohl meine liebe Not;
Doch übernähm ich gern noch einmal alle Plage,
So lieb war mir das Kind.

FAUST:
Ein Engel, wenn dir's glich.

MARGARETE:
Ich zog es auf, und herzlich liebt es mich.
Es war nach meines Vaters Tod geboren.
Die Mutter gaben wir verloren,
So elend wie sie damals lag,
Und sie erholte sich sehr langsam, nach und nach.
Da konnte sie nun nicht dran denken,
Das arme Würmchen selbst zu tränken,
Und so erzog ich's ganz allein,
Mit Milch und Wasser, so ward's mein
Auf meinem Arm, in meinem Schoß
War's freundlich, zappelte, ward groß.

FAUST:
Du hast gewiß das reinste Glück empfunden.

MARGARETE:
Doch auch gewiß gar manche schwere Stunden.
Des Kleinen Wiege stand zu Nacht
An meinem Bett; es durfte kaum sich regen,
War ich erwacht;
Bald mußt ich's tränken, bald es zu mir legen
Bald, wenn's nicht schwieg, vom Bett aufstehn
Und tänzelnd in der Kammer auf und nieder gehn,
Und früh am Tage schon am Waschtrog stehn;
Dann auf dem Markt und an dem Herde sorgen,
Und immer fort wie heut so morgen.
Da geht's, mein Herr, nicht immer mutig zu;
Doch schmeckt dafür das Essen, schmeckt die Ruh.
(Gehn vorüber.)

MARTHE:
Die armen Weiber sind doch übel dran:
Ein Hagestolz ist schwerlich zu bekehren.

MEPHISTOPHELES:
Es käme nur auf Euresgleichen an,
Mich eines Bessern zu belehren.

MARTHE:
Sagt grad, mein Herr, habt Ihr noch nichts gefunden?
Hat sich das Herz nicht irgendwo gebunden?

MEPHISTOPHELES:
Das Sprichwort sagt: Ein eigner Herd,
Ein braves Weib sind Gold und Perlen wert.

MARTHE:
Ich meine: ob Ihr niemals Lust bekommen?

MEPHISTOPHELES:
Man hat mich überall recht höflich aufgenommen.

MARTHE:
Ich wollte sagen: ward's nie Ernst in Eurem Herzen?

MEPHISTOPHELES:
Mit Frauen soll man sich nie unterstehn zu scherzen.

MARTHE:
Ach, Ihr versteht mich nicht!

MEPHISTOPHELES:
Das tut mir herzlich leid! Doch ich versteh- daß Ihr sehr gütig seid.
(Gehn vorüber.)

FAUST:
Du kanntest mich, o kleiner Engel, wieder,
Gleich als ich in den Garten kam?

MARGARETE:
Saht Ihr es nicht, ich schlug die Augen nieder.

FAUST:
Und du verzeihst die Freiheit, die ich nahm?
Was sich die Frechheit unterfangen,
Als du jüngst aus dem Dom gegangen?

MARGARETE:
Ich war bestürzt, mir war das nie geschehn;
Es konnte niemand von mir Übels sagen.
Ach, dacht ich, hat er in deinem Betragen
Was Freches, Unanständiges gesehn?
Es schien ihn gleich nur anzuwandeln,
Mit dieser Dirne gradehin zu handeln.
Gesteh ich's doch! Ich wußte nicht, was sich
Zu Eurem Vorteil hier zu regen gleich begonnte;
Allein gewiß, ich war recht bös auf mich,
Daß ich auf Euch nicht böser werden konnte.

FAUST:
Süß Liebchen!

MARGARETE:
Laßt einmal!
(Sie pflückt eine Sternblume und zupft die Blätter ab, eins nach dem
andern.)

FAUST:
Was soll das? Einen Strauß?

MARGARETE:
Nein, es soll nur ein Spiel.

FAUST:
Wie?

MARGARETE:
Geht! Ihr lacht mich aus.
(Sie rupft und murmelt.)

FAUST:
Was murmelst du?

MARGARETE (halblaut):
Er liebt mich- liebt mich nicht.
FAUST:
Du holdes Himmelsangesicht!

MARGARETE (fährt fort):
Liebt mich- nicht- liebt mich- nicht-
(Das letzte Blatt ausrupfend, mit holder Freude.)
Er liebt mich!

FAUST:
Ja, mein Kind! Laß dieses Blumenwort Dir Götterausspruch sein. Er liebt
dich!
Verstehst du, was das heißt? Er liebt dich!
(Er faßt ihre beiden Hände.)

MARGARETE:
Mich überläuft's!

FAUST:
O schaudre nicht! Laß diesen Blick,
Laß diesen Händedruck dir sagen
Was unaussprechlich ist:
Sich hinzugeben ganz und eine Wonne
Zu fühlen, die ewig sein muß!
Ewig!- Ihr Ende würde Verzweiflung sein
Nein, kein Ende! Kein Ende!
(Margarete drückt ihm die Hände, macht sich los und läuft weg. Er steht
einen Augenblick in Gedanken, dann folgt er ihr.)

MARTHE (kommend):
Die Nacht bricht an.

MEPHISTOPHELES:
Ja, und wir wollen fort.

MARTHE:
Ich bät Euch, länger hier zu bleiben,
Allein es ist ein gar zu böser Ort.
Es ist, als hätte niemand nichts zu treiben
Und nichts zu schaffen,
Als auf des Nachbarn Schritt und Tritt zu gaffen,
Und man kommt ins Gered, wie man sich immer stellt.
Und unser Pärchen?

MEPHISTOPHELES:
Ist den Gang dort aufgeflogen. Mutwill'ge Sommervögel!

MARTHE:
Er scheint ihr gewogen.

MEPHISTOPHELES:
Und sie ihm auch. Das ist der Lauf der Welt.

            

XII. GARDEN

(MARGARET _on_ FAUST'S _arm_. MARTHA _and_ MEPHISTOPHELES
_walking up and down_.)

MARGARET

I feel, the gentleman allows for me,
Demeans himself, and shames me by it;
A traveller is so used to be
Kindly content with any diet.
I know too well that my poor gossip can
Ne'er entertain such an experienced man.

FAUST

A look from thee, a word, more entertains
Than all the lore of wisest brains.

(_He kisses her hand_.)

MARGARET

Don't incommode yourself! How could you ever kiss it!
It is so ugly, rough to see!
What work I do,--how hard and steady is it!
Mother is much too close with me.

_They pass_.

MARTHA

And you, Sir, travel always, do you not?

MEPHISTOPHELES

Alas, that trade and duty us so harry!
With what a pang one leaves so many a spot,
And dares not even now and then to tarry!

MARTHA

In young, wild years it suits your ways,
This round and round the world in freedom sweeping;
But then come on the evil days,
And so, as bachelor, into his grave a-creeping,
None ever found a thing to praise.

MEPHISTOPHELES

I dread to see how such a fate advances.

MARTHA

Then, worthy Sir, improve betimes your chances!

_They pass_.

MARGARET

Yes, out of sight is out of mind!
Your courtesy an easy grace is;
But you have friends in other places,
And sensibler than I, you'll find.

FAUST

Trust me, dear heart! what men call sensible
Is oft mere vanity and narrowness.

MARGARET

How so?

FAUST

Ah, that simplicity and innocence ne'er know
Themselves, their holy value, and their spell!
That meekness, lowliness, the highest graces
Which Nature portions out so lovingly--

MARGARET

So you but think a moment's space on me,
All times I'll have to think on you, all places!

FAUST

No doubt you're much alone?

MARGARET

Yes, for our household small has grown,
Yet must be cared for, you will own.
We have no maid: I do the knitting, sewing, sweeping,
The cooking, early work and late, in fact;
And mother, in her notions of housekeeping,
Is so exact!
Not that she needs so much to keep expenses down:
We, more than others, might take comfort, rather:
A nice estate was left us by my father,
A house, a little garden near the town.
But now my days have less of noise and hurry;
My brother is a soldier,
My little sister's dead.
True, with the child a troubled life I led,
Yet I would take again, and willing, all the worry,
So very dear was she.

FAUST

An angel, if like thee!

MARGARET

I brought it up, and it was fond of me.
Father had died before it saw the light,
And mother's case seemed hopeless quite,
So weak and miserable she lay;
And she recovered, then, so slowly, day by day.
She could not think, herself, of giving
The poor wee thing its natural living;
And so I nursed it all alone
With milk and water: 'twas my own.
Lulled in my lap with many a song,
It smiled, and tumbled, and grew strong.

FAUST

The purest bliss was surely then thy dower.

MARGARET

But surely, also, many a weary hour.
I kept the baby's cradle near
My bed at night: if 't even stirred, I'd guess it,
And waking, hear.
And I must nurse it, warm beside me press it,
And oft, to quiet it, my bed forsake,
And dandling back and forth the restless creature take,
Then at the wash-tub stand, at morning's break;
And then the marketing and kitchen-tending,
Day after day, the same thing, never-ending.
One's spirits, Sir, are thus not always good,
But then one learns to relish rest and food.

_They pass_.

MARTHA

Yes, the poor women are bad off, 'tis true:
A stubborn bachelor there's no converting.

MEPHISTOPHELES

It but depends upon the like of you,
And I should turn to better ways than flirting.

MARTHA

Speak plainly, Sir, have you no one detected?
Has not your heart been anywhere subjected?

MEPHISTOPHELES

The proverb says: One's own warm hearth
And a good wife, are gold and jewels worth.

MARTHA

I mean, have you not felt desire, though ne'er so slightly?

MEPHISTOPHELES

I've everywhere, in fact, been entertained politely.

MARTHA

I meant to say, were you not touched in earnest, ever?

MEPHISTOPHELES

One should allow one's self to jest with ladies never.

MARTHA
Ah, you don't understand!

MEPHISTOPHELES

I'm sorry I'm so blind:
But I am sure--that you are very kind.

_They pass_.

FAUST

And me, thou angel! didst thou recognize,
As through the garden-gate I came?

MARGARET

Did you not see it? I cast down my eyes.

FAUST

And thou forgiv'st my freedom, and the blame
To my impertinence befitting,
As the Cathedral thou wert quitting?

MARGARET

I was confused, the like ne'er happened me;
No one could ever speak to my discredit.
Ah, thought I, in my conduct has he read it--
Something immodest or unseemly free?
He seemed to have the sudden feeling
That with this wench 'twere very easy dealing.
I will confess, I knew not what appeal
On your behalf, here, in my bosom grew;
But I was angry with myself, to feel
That I could not be angrier with you.

FAUST

Sweet darling!

MARGARET

Wait a while!

(_She plucks a star-flower, and pulls off the leaves, one after
the other_.)

FAUST

Shall that a nosegay be?

MARGARET

No, it is just in play.

FAUST

How?

MARGARET

Go! you'll laugh at me.
(_She pulls off the leaves and murmurs_.)

FAUST

What murmurest thou?

MARGARET (_half aloud_)

He loves me--loves me not.

FAUST

Thou sweet, angelic soul!

MARGARET (_continues_)

Loves me--not--loves me--not--
(_plucking the last leaf, she cries with frank delight_:)

He loves me!

FAUST

Yes, child! and let this blossom-word
For thee be speech divine! He loves thee!
Ah, know'st thou what it means? He loves thee!

(_He grasps both her hands_.)

MARGARET

I'm all a-tremble!

FAUST

O tremble not! but let this look,
Let this warm clasp of hands declare thee
What is unspeakable!
To yield one wholly, and to feel a rapture
In yielding, that must be eternal!
Eternal!--for the end would be despair.
No, no,--no ending! no ending!

MARTHA (_coming forward_)

The night is falling.

MEPHISTOPHELES

Ay! we must away.

MARTHA

I'd ask you, longer here to tarry,
But evil tongues in this town have full play.
It's as if nobody had nothing to fetch and carry,
Nor other labor,
But spying all the doings of one's neighbor:
And one becomes the talk, do whatsoe'er one may.
Where is our couple now?

MEPHISTOPHELES

Flown up the alley yonder,
The wilful summer-birds!

MARTHA

He seems of her still fonder.

MEPHISTOPHELES

And she of him. So runs the world away!




Ein Gartenhäuschen

Margarete springt herein, steckt sich hinter die Tür, hält die Fingerspitze
an die Lippen und guckt durch die Ritze.


MARGARETE:
Er kommt!

FAUST (kommt):
Ach, Schelm, so neckst du mich! Treff ich dich!
(Er küßt sie.)

MARGARETE (ihn fassend und den Kuß zurückgebend):
Bester Mann! von Herzen lieb ich dich!
(Mephistopheles klopft an.)

FAUST (stampfend):
Wer da?

MEPHISTOPHELES:
Gut Freund!

FAUST:
Ein Tier!

MEPHISTOPHELES:
Es ist wohl Zeit zu scheiden.

MARTHE (kommt):
Ja, es ist spät, mein Herr.

FAUST:
Darf ich Euch nicht geleiten?

MARGARETE:
Die Mutter würde mich- Lebt wohl!

FAUST:
Muß ich denn gehn? Lebt wohl!

MARTHE:
Ade!

MARGARETE:
Auf baldig Wiedersehn!
(Faust und Mephistopheles ab.)

MARGARETE:
Du lieber Gott! was so ein Mann
Nicht alles, alles denken kann!
Beschämt nur steh ich vor ihm da
Und sag zu allen Sachen ja.
Bin doch ein arm unwissend Kind,
Begreife nicht, was er an mir findt.
(Ab.)

            

XIII. A GARDEN-ARBOR

(MARGARET _comes in, conceals herself behind the door, puts her
finger to her lips, and peeps through the crack_.)

MARGARET

He comes!

FAUST (_entering_)

Ah, rogue! a tease thou art:
I have thee!
(_He kisses her_.)

MARGARET

(_clasping him, and returning the kiss_)
Dearest man! I love thee from my heart.

(MEPHISTOPHELES _knocks_)

FAUST (_stamping his foot_)

Who's there?

MEPHISTOPHELES

A friend!

FAUST

A beast!

MEPHISTOPHELES

Tis time to separate.

MARTHA (_coming_)

Yes, Sir, 'tis late.

FAUST

May I not, then, upon you wait?

MARGARET
My mother would--farewell!

FAUST

Ah, can I not remain?
Farewell!

MARTHA

Adieu!

MARGARET

And soon to meet again!

_Exeunt_ FAUST _and_ MEPHISTOPHELES.

MARGARET

Dear God! However is it, such
A man can think and know so much?
I stand ashamed and in amaze,
And answer "Yes" to all he says,
A poor, unknowing child! and he--
I can't think what he finds in me! _Exit_.




Wald und Höhle

Faust allein.


Erhabner Geist, du gabst mir, gabst mir alles,
Warum ich bat. Du hast mir nicht umsonst
Dein Angesicht im Feuer zugewendet.
Gabst mir die herrliche Natur zum Königreich,
Kraft, sie zu fühlen, zu genießen. Nicht
Kalt staunenden Besuch erlaubst du nur,
Vergönnest mir, in ihre tiefe Brust
Wie in den Busen eines Freunds zu schauen.
Du führst die Reihe der Lebendigen
Vor mir vorbei und lehrst mich meine Brüder
Im stillen Busch, in Luft und Wasser kennen.
Und wenn der Sturm im Walde braust und knarrt,
Die Riesenfichte stürzend Nachbaräste
Und Nachbarstämme quetschend niederstreift
Und ihrem Fall dumpf hohl der Hügel donnert,
Dann führst du mich zur sichern Höhle, zeigst
Mich dann mir selbst, und meiner eignen Brust
Geheime tiefe Wunder öffnen sich.
Und steigt vor meinem Blick der reine Mond
Besänftigend herüber, schweben mir
Von Felsenwänden, aus dem feuchten Busch
Der Vorwelt silberne Gestalten auf
Und lindern der Betrachtung strenge Lust.

O daß dem Menschen nichts Vollkommnes wird,
Empfind ich nun. Du gabst zu dieser Wonne,
Die mich den Göttern nah und näher bringt,
Mir den Gefährten, den ich schon nicht mehr
Entbehren kann, wenn er gleich, kalt und frech,
Mich vor mir selbst erniedrigt und zu Nichts,
Mit einem Worthauch, deine Gaben wandelt.
Er facht in meiner Brust ein wildes Feuer
Nach jenem schönen Bild geschäftig an.
So tauml ich von Begierde zu Genuß,
Und im Genuß verschmacht ich nach Begierde.
(Mephistopheles tritt auf.)

MEPHISTOPHELES:
Habt Ihr nun bald das Leben gnug geführt?
Wie kann's Euch in die Länge freuen?
Es ist wohl gut, daß man's einmal probiert
Dann aber wieder zu was Neuen!

FAUST:
Ich wollt, du hättest mehr zu tun,
Als mich am guten Tag zu plagen.

MEPHISTOPHELES:
Nun, nun! ich laß dich gerne ruhn,
Du darfst mir's nicht im Ernste sagen.
An dir Gesellen, unhold, barsch und toll,
Ist wahrlich wenig zu verlieren.
Den ganzen Tag hat man die Hände voll!
Was ihm gefällt und was man lassen soll,
Kann man dem Herrn nie an der Nase spüren.

FAUST:
Das ist so just der rechte Ton!
Er will noch Dank, daß er mich ennuyiert.

MEPHISTOPHELES:
Wie hättst du, armer Erdensohn
Dein Leben ohne mich geführt?
Vom Kribskrabs der Imagination
Hab ich dich doch auf Zeiten lang kuriert;
Und wär ich nicht, so wärst du schon
Von diesem Erdball abspaziert.
Was hast du da in Höhlen, Felsenritzen
Dich wie ein Schuhu zu versitzen?
Was schlurfst aus dumpfem Moos und triefendem Gestein
Wie eine Kröte Nahrung ein?
Ein schöner, süßer Zeitvertreib!
Dir steckt der Doktor noch im Leib.

FAUST:
Verstehst du, was für neue Lebenskraft
Mir dieser Wandel in der Öde schafft?
Ja, würdest du es ahnen können,
Du wärest Teufel gnug, mein Glück mir nicht zu gönnen.

MEPHISTOPHELES:
Ein überirdisches Vergnügen.
In Nacht und Tau auf den Gebirgen liegen
Und Erd und Himmel wonniglich umfassen,
Zu einer Gottheit sich aufschwellen lassen,
Der Erde Mark mit Ahnungsdrang durchwühlen,
Alle sechs Tagewerk im Busen fühlen,
In stolzer Kraft ich weiß nicht was genießen,
Bald liebewonniglich in alles überfließen,
Verschwunden ganz der Erdensohn,
Und dann die hohe Intuition-
(mit einer Gebärde)
Ich darf nicht sagen, wie- zu schließen.

FAUST:
Pfui über dich!

MEPHISTOPHELES:
Das will Euch nicht behagen; Ihr habt das Recht, gesittet pfui zu sagen.
Man darf das nicht vor keuschen Ohren nennen,
Was keusche Herzen nicht entbehren können.
Und kurz und gut, ich gönn Ihm das Vergnügen,
Gelegentlich sich etwas vorzulügen;
Doch lange hält Er das nicht aus.
Du bist schon wieder abgetrieben
Und, währt es länger, aufgerieben
In Tollheit oder Angst und Graus.
Genug damit! Dein Liebchen sitzt dadrinne,
Und alles wird ihr eng und trüb.
Du kommst ihr gar nicht aus dem Sinne,
Sie hat dich übermächtig lieb.
Erst kam deine Liebeswut übergeflossen,
Wie vom geschmolznen Schnee ein Bächlein übersteigt;
Du hast sie ihr ins Herz gegossen,
Nun ist dein Bächlein wieder seicht.
Mich dünkt, anstatt in Wäldern zu thronen,
Ließ' es dem großen Herren gut,
Das arme affenjunge Blut
Für seine Liebe zu belohnen.
Die Zeit wird ihr erbärmlich lang;
Sie steht am Fenster, sieht die Wolken ziehn
Über die alte Stadtmauer hin.
"Wenn ich ein Vöglein wär!" so geht ihr Gesang
Tage lang, halbe Nächte lang.
Einmal ist sie munter, meist betrübt,
Einmal recht ausgeweint,
Dann wieder ruhig, wie's scheint,
Und immer verliebt.

FAUST:
Schlange! Schlange!

MEPHISTOPHELES (für sich):
Gelt! daß ich dich fange!

FAUST:
Verruchter! hebe dich von hinnen,
Und nenne nicht das schöne Weib!
Bring die Begier zu ihrem süßen Leib
Nicht wieder vor die halb verrückten Sinnen!

MEPHISTOPHELES:
Was soll es denn? Sie meint, du seist entflohn,
Und halb und halb bist du es schon.

FAUST:
Ich bin ihr nah, und wär ich noch so fern,
Ich kann sie nie vergessen, nie verlieren
Ja, ich beneide schon den Leib des Herrn,
Wenn ihre Lippen ihn indes berühren.

MEPHISTOPHELES:
Gar wohl, mein Freund! Ich hab Euch oft beneidet
Ums Zwillingspaar, das unter Rosen weidet.

FAUST:
Entfliehe, Kuppler!

MEPHISTOPHELES:
Schön! Ihr schimpft, und ich muß lachen. Der Gott, der Bub' und Mädchen
schuf,
Erkannte gleich den edelsten Beruf,
Auch selbst Gelegenheit zu machen.
Nur fort, es ist ein großer Jammer!
Ihr sollt in Eures Liebchens Kammer,
Nicht etwa in den Tod.

FAUST:
Was ist die Himmelsfreud in ihren Armen?
Laß mich an ihrer Brust erwarmen!
Fühl ich nicht immer ihre Not?
Bin ich der Flüchtling nicht? der Unbehauste?
Der Unmensch ohne Zweck und Ruh,
Der wie ein Wassersturz von Fels zu Felsen brauste,
Begierig wütend nach dem Abgrund zu?
Und seitwärts sie, mit kindlich dumpfen Sinnen,
Im Hüttchen auf dem kleinen Alpenfeld,
Und all ihr häusliches Beginnen
Umfangen in der kleinen Welt.
Und ich, der Gottverhaßte,
Hatte nicht genug,
Daß ich die Felsen faßte
Und sie zu Trümmern schlug!
Sie, ihren Frieden mußt ich untergraben!
Du, Hölle, mußtest dieses Opfer haben.
Hilf, Teufel, mir die Zeit der Angst verkürzen.
Was muß geschehn, mag's gleich geschehn!
Mag ihr Geschick auf mich zusammenstürzen
Und sie mit mir zugrunde gehn!

MEPHISTOPHELES:
Wie's wieder siedet, wieder glüht!
Geh ein und tröste sie, du Tor!
Wo so ein Köpfchen keinen Ausgang sieht,
Stellt er sich gleich das Ende vor.
Es lebe, wer sich tapfer hält!
Du bist doch sonst so ziemlich eingeteufelt.
Nichts Abgeschmackters find ich auf der Welt
Als einen Teufel, der verzweifelt.

            

XIV. FOREST AND CAVERN

FAUST (_solus_)

Spirit sublime, thou gav'st me, gav'st me all
For which I prayed. Not unto me in vain
Hast thou thy countenance revealed in fire.
Thou gav'st me Nature as a kingdom grand,
With power to feel and to enjoy it. Thou
Not only cold, amazed acquaintance yield'st,
But grantest, that in her profoundest breast
I gaze, as in the bosom of a friend.
The ranks of living creatures thou dost lead
Before me, teaching me to know my brothers
In air and water and the silent wood.
And when the storm in forests roars and grinds,
The giant firs, in falling, neighbor boughs
And neighbor trunks with crushing weight bear down,
And falling, fill the hills with hollow thunders,--
Then to the cave secure thou leadest me,
Then show'st me mine own self, and in my breast
The deep, mysterious miracles unfold.
And when the perfect moon before my gaze
Comes up with soothing light, around me float
From every precipice and thicket damp
The silvery phantoms of the ages past,
And temper the austere delight of thought.

That nothing can be perfect unto Man
I now am conscious. With this ecstasy,
Which brings me near and nearer to the Gods,
Thou gav'st the comrade, whom I now no more
Can do without, though, cold and scornful, he
Demeans me to myself, and with a breath,
A word, transforms thy gifts to nothingness.
Within my breast he fans a lawless fire,
Unwearied, for that fair and lovely form:
Thus in desire I hasten to enjoyment,
And in enjoyment pine to feel desire.

(MEPHISTOPHELES _enters_.)

MEPHISTOPHELES

Have you not led this life quite long enough?
How can a further test delight you?
'Tis very well, that once one tries the stuff,
But something new must then requite you.

FAUST

Would there were other work for thee!
To plague my day auspicious thou returnest.

MEPHISTOPHELES

Well! I'll engage to let thee be:
Thou darest not tell me so in earnest.
The loss of thee were truly very slight,--
comrade crazy, rude, repelling:

One has one's hands full all the day and night;
If what one does, or leaves undone, is right,
From such a face as thine there is no telling.

FAUST

There is, again, thy proper tone!--
That thou hast bored me, I must thankful be!

MEPHISTOPHELES

Poor Son of Earth, how couldst thou thus alone
Have led thy life, bereft of me?
I, for a time, at least, have worked thy cure;
Thy fancy's rickets plague thee not at all:
Had I not been, so hadst thou, sure,
Walked thyself off this earthly ball
Why here to caverns, rocky hollows slinking,
Sit'st thou, as 'twere an owl a-blinking?
Why suck'st, from sodden moss and dripping stone,
Toad-like, thy nourishment alone?
A fine way, this, thy time to fill!
The Doctor's in thy body still.

FAUST

What fresh and vital forces, canst thou guess,
Spring from my commerce with the wilderness?
But, if thou hadst the power of guessing,
Thou wouldst be devil enough to grudge my soul the blessing.

MEPHISTOPHELES

A blessing drawn from supernatural fountains!
In night and dew to lie upon the mountains;
All Heaven and Earth in rapture penetrating;
Thyself to Godhood haughtily inflating;
To grub with yearning force through Earth's dark marrow,
Compress the six days' work within thy bosom narrow,--
To taste, I know not what, in haughty power,
Thine own ecstatic life on all things shower,
Thine earthly self behind thee cast,
And then the lofty instinct, thus--

(_With a gesture_:)

at last,--
daren't say how--to pluck the final flower!

FAUST

Shame on thee!

MEPHISTOPHELES

Yes, thou findest that unpleasant!
Thou hast the moral right to cry me "shame!" at present.
One dares not that before chaste ears declare,
Which chaste hearts, notwithstanding, cannot spare;
And, once for all, I grudge thee not the pleasure
Of lying to thyself in moderate measure.
But such a course thou wilt not long endure;
Already art thou o'er-excited,
And, if it last, wilt soon be plighted
To madness and to horror, sure.
Enough of that! Thy love sits lonely yonder,
By all things saddened and oppressed;
Her thoughts and yearnings seek thee, tenderer, fonder,--
mighty love is in her breast.
First came thy passion's flood and poured around her
As when from melted snow a streamlet overflows;
Thou hast therewith so filled and drowned her,
That now _thy_ stream all shallow shows.
Methinks, instead of in the forests lording,
The noble Sir should find it good,
The love of this young silly blood
At once to set about rewarding.
Her time is miserably long;
She haunts her window, watching clouds that stray
O'er the old city-wall, and far away.
"Were I a little bird!" so runs her song,
Day long, and half night long.
Now she is lively, mostly sad,
Now, wept beyond her tears;
Then again quiet she appears,--Always
love-mad.

FAUST

Serpent! Serpent!

MEPHISTOPHELES _(aside)_

Ha! do I trap thee!

FAUST

Get thee away with thine offences,
Reprobate! Name not that fairest thing,
Nor the desire for her sweet body bring
Again before my half-distracted senses!

MEPHISTOPHELES

What wouldst thou, then? She thinks that thou art flown;
And half and half thou art, I own.

FAUST

Yet am I near, and love keeps watch and ward;
Though I were ne'er so far, it cannot falter:
I envy even the Body of the Lord
The touching of her lips, before the altar.

MEPHISTOPHELES

'Tis very well! _My_ envy oft reposes
On your twin-pair, that feed among the roses.

FAUST

Away, thou pimp!

MEPHISTOPHELES

You rail, and it is fun to me.
The God, who fashioned youth and maid,
Perceived the noblest purpose of His trade,
And also made their opportunity.
Go on! It is a woe profound!
'Tis for your sweetheart's room you're bound,
And not for death, indeed.

FAUST

What are, within her arms, the heavenly blisses?
Though I be glowing with her kisses,
Do I not always share her need?
I am the fugitive, all houseless roaming,
The monster without air or rest,
That like a cataract, down rocks and gorges foaming,
Leaps, maddened, into the abyss's breast!
And side-wards she, with young unwakened senses,
Within her cabin on the Alpine field
Her simple, homely life commences,
Her little world therein concealed.
And I, God's hate flung o'er me,
Had not enough, to thrust
The stubborn rocks before me
And strike them into dust!
She and her peace I yet must undermine:
Thou, Hell, hast claimed this sacrifice as thine!
Help, Devil! through the coming pangs to push me;
What must be, let it quickly be!
Let fall on me her fate, and also crush me,--
One ruin whelm both her and me!

MEPHISTOPHELES

Again it seethes, again it glows!
Thou fool, go in and comfort her!
When such a head as thine no outlet knows,
It thinks the end must soon occur.
Hail him, who keeps a steadfast mind!
Thou, else, dost well the devil-nature wear:
Naught so insipid in the world I find
As is a devil in despair.




Gretchens Stube.

Gretchen (am Spinnrad, allein).


GRETCHEN:
Meine Ruh ist hin,
Mein Herz ist schwer;
Ich finde sie nimmer
und nimmermehr.

Wo ich ihn nicht hab,
Ist mir das Grab,
Die ganze Welt
Ist mir vergällt.

Mein armer Kopf
Ist mir verrückt,
Meiner armer Sinn
Ist mir zerstückt.

Meine Ruh ist hin,
Mein Herz ist schwer,
Ich finde sie nimmer
und nimmermehr.

Nach ihm nur schau ich
Zum Fenster hinaus,
Nach ihm nur geh ich
Aus dem Haus.

Sein hoher Gang,
Sein edle Gestalt,
Seines Mundes Lächeln,
Seiner Augen Gewalt,

Und seiner Rede
Zauberfluß,
Sein Händedruck,
Und ach! sein Kuß!

Meine Ruh ist hin,
Mein Herz ist schwer,
Ich finde sie nimmer
und nimmermehr.

Mein Busen drängt
Sich nach ihm hin,
Ach dürft ich fassen
Und halten ihn,

Und küssen ihn,
So wie ich wollt,
An seinen Küssen
Vergehen sollt!

            

XV. MARGARET'S ROOM

MARGARET

(_at the spinning-wheel, alone_)

My peace is gone,
My heart is sore:
I never shall find it,
Ah, nevermore!

Save I have him near.
The grave is here;
The world is gall
And bitterness all.

My poor weak head
Is racked and crazed;
My thought is lost,
My senses mazed.

My peace is gone,
My heart is sore:
I never shall find it,
Ah, nevermore!

To see him, him only,
At the pane I sit;
To meet him, him only,
The house I quit.

His lofty gait,
His noble size,
The smile of his mouth,
The power of his eyes,

And the magic flow
Of his talk, the bliss
In the clasp of his hand,
And, ah! his kiss!

My peace is gone,
My heart is sore:
I never shall find it,
Ah, nevermore!

My bosom yearns
For him alone;
Ah, dared I clasp him,
And hold, and own!

And kiss his mouth,
To heart's desire,
And on his kisses
At last expire!




Marthens Garten

Margarete. Faust.


MARGARETE:
Versprich mir, Heinrich!

FAUST:
Was ich kann!

MARGARETE:
Nun sag, wie hast du's mit der Religion?
Du bist ein herzlich guter Mann,
Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.

FAUST:
Laß das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut;
Für meine Lieben ließ' ich Leib und Blut,
Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.

MARGARETE:
Das ist nicht recht, man muß dran glauben.

FAUST:
Muß man?

MARGARETE:
Ach! wenn ich etwas auf dich konnte! Du ehrst auch nicht die heil'gen
Sakramente.

FAUST:
Ich ehre sie.

MARGARETE:
Doch ohne Verlangen. Zur Messe, zur Beichte bist du lange nicht gegangen.
Glaubst du an Gott?

FAUST:
Mein Liebchen, wer darf sagen: Ich glaub an Gott?
Magst Priester oder Weise fragen,
Und ihre Antwort scheint nur Spott
Über den Frager zu sein.

MARGARETE:
So glaubst du nicht?

FAUST:
Mißhör mich nicht, du holdes Angesicht!
Wer darf ihn nennen?
Und wer bekennen:
"Ich glaub ihn!"?
Wer empfinden,
Und sich unterwinden
Zu sagen: "Ich glaub ihn nicht!"?
Der Allumfasser,
Der Allerhalter,
Faßt und erhält er nicht
Dich, mich, sich selbst?
Wölbt sich der Himmel nicht da droben?
Liegt die Erde nicht hier unten fest?
Und steigen freundlich blickend
Ewige Sterne nicht herauf?
Schau ich nicht Aug in Auge dir,
Und drängt nicht alles
Nach Haupt und Herzen dir,
Und webt in ewigem Geheimnis
Unsichtbar sichtbar neben dir?
Erfüll davon dein Herz, so groß es ist,
Und wenn du ganz in dem Gefühle selig bist,
Nenn es dann, wie du willst,
Nenn's Glück! Herz! Liebe! Gott
Ich habe keinen Namen
Dafür! Gefühl ist alles;
Name ist Schall und Rauch,
Umnebelnd Himmelsglut.

MARGARETE:
Das ist alles recht schön und gut;
Ungefähr sagt das der Pfarrer auch,
Nur mit ein bißchen andern Worten.

FAUST:
Es sagen's allerorten
Alle Herzen unter dem himmlischen Tage,
Jedes in seiner Sprache;
Warum nicht ich in der meinen?

MARGARETE:
Wenn man's so hört, möcht's leidlich scheinen,
Steht aber doch immer schief darum;
Denn du hast kein Christentum.

FAUST:
Liebs Kind!

MARGARETE:
Es tut mir lange schon weh, Daß ich dich in der Gesellschaft seh.

FAUST:
Wieso?

MARGARETE:
Der Mensch, den du da bei dir hast, Ist mir in tiefer innrer Seele verhaßt;
Es hat mir in meinem Leben
So nichts einen Stich ins Herz gegeben
Als des Menschen widrig Gesicht.

FAUST:
Liebe Puppe, fürcht ihn nicht!

MARGARETE:
Seine Gegenwart bewegt mir das Blut.
Ich bin sonst allen Menschen gut;
Aber wie ich mich sehne, dich zu schauen,
Hab ich vor dem Menschen ein heimlich Grauen,
Und halt ihn für einen Schelm dazu!
Gott verzeih mir's, wenn ich ihm unrecht tu!

FAUST:
Es muß auch solche Käuze geben.

MARGARETE:
Wollte nicht mit seinesgleichen leben!
Kommt er einmal zur Tür herein,
Sieht er immer so spöttisch drein
Und halb ergrimmt;
Man sieht, daß er an nichts keinen Anteil nimmt;
Es steht ihm an der Stirn geschrieben,
Daß er nicht mag eine Seele lieben.
Mir wird's so wohl in deinem Arm,
So frei, so hingegeben warm,
Und seine Gegenwart schnürt mir das Innre zu.

FAUST:
Du ahnungsvoller Engel du!

MARGARETE:
Das übermannt mich so sehr,
Daß, wo er nur mag zu uns treten,
Mein ich sogar, ich liebte dich nicht mehr.
Auch, wenn er da ist, könnt ich nimmer beten,
Und das frißt mir ins Herz hinein;
Dir, Heinrich, muß es auch so sein.

FAUST:
Du hast nun die Antipathie!

MARGARETE:
Ich muß nun fort.

FAUST:
Ach kann ich nie Ein Stündchen ruhig dir am Busen hängen
Und Brust an Brust und Seel in Seele drängen?

MARGARETE:
Ach wenn ich nur alleine schlief!
Ich ließ dir gern heut nacht den Riegel offen;
Doch meine Mutter schläft nicht tief,
Und würden wir von ihr betroffen,
Ich wär gleich auf der Stelle tot!

FAUST:
Du Engel, das hat keine Not.
Hier ist ein Fläschchen!
Drei Tropfen nur In ihren Trank umhüllen
Mit tiefem Schlaf gefällig die Natur.

MARGARETE:
Was tu ich nicht um deinetwillen?
Es wird ihr hoffentlich nicht schaden!

FAUST:
Würd ich sonst, Liebchen, dir es raten?

MARGARETE:
Seh ich dich, bester Mann, nur an,
Weiß nicht, was mich nach deinem Willen treibt,
Ich habe schon so viel für dich getan,
Daß mir zu tun fast nichts mehr übrigbleibt.
(Ab.)

(Mephistopheles tritt auf.)

MEPHISTOPHELES:
Der Grasaff! ist er weg?

FAUST:
Hast wieder spioniert?

MEPHISTOPHELES:
Ich hab's ausführlich wohl vernommen,
Herr Doktor wurden da katechisiert;
Hoff, es soll Ihnen wohl bekommen.
Die Mädels sind doch sehr interessiert,
Ob einer fromm und schlicht nach altem Brauch.
Sie denken: duckt er da, folgt er uns eben auch.

FAUST:
Du Ungeheuer siehst nicht ein,
Wie diese treue liebe Seele
Von ihrem Glauben voll,
Der ganz allein
Ihr seligmachend ist, sich heilig quäle,
Daß sie den liebsten Mann verloren halten soll.

MEPHISTOPHELES:
Du übersinnlicher sinnlicher Freier,
Ein Mägdelein nasführet dich.

FAUST:
Du Spottgeburt von Dreck und Feuer!

MEPHISTOPHELES:
Und die Physiognomie versteht sie meisterlich:
In meiner Gegenwart wird's ihr, sie weiß nicht wie,
Mein Mäskchen da weissagt verborgnen Sinn;
Sie fühlt, daß ich ganz sicher ein Genie,
Vielleicht wohl gar der Teufel bin.
Nun, heute nacht-?

FAUST:
Was geht dich's an?

MEPHISTOPHELES:
Hab ich doch meine Freude dran!

            

XVI. MARTHA'S GARDEN

MARGARET FAUST

MARGARET

Promise me, Henry!--

FAUST

What I can!

MARGARET

How is't with thy religion, pray?
Thou art a dear, good-hearted man,
And yet, I think, dost not incline that way.

FAUST

Leave that, my child! Thou know'st my love is tender;
For love, my blood and life would I surrender,
And as for Faith and Church, I grant to each his own.

MARGARET

That's not enough: we must believe thereon.

FAUST

Must we?

MARGARET

Would that I had some influence!
Then, too, thou honorest not the Holy Sacraments.

FAUST

I honor them.

MARGARET

Desiring no possession
'Tis long since thou hast been to mass or to confession.
Believest thou in God?

FAUST

My darling, who shall dare
"I believe in God!" to say?
Ask priest or sage the answer to declare,
And it will seem a mocking play,
A sarcasm on the asker.

MARGARET

Then thou believest not!

FAUST

Hear me not falsely, sweetest countenance!
Who dare express Him?
And who profess Him,
Saying: I believe in Him!
Who, feeling, seeing,
Deny His being,
Saying: I believe Him not!
The All-enfolding,
The All-upholding,
Folds and upholds he not
Thee, me, Himself?
Arches not there the sky above us?
Lies not beneath us, firm, the earth?
And rise not, on us shining,
Friendly, the everlasting stars?
Look I not, eye to eye, on thee,
And feel'st not, thronging
To head and heart, the force,
Still weaving its eternal secret,
Invisible, visible, round thy life?
Vast as it is, fill with that force thy heart,
And when thou in the feeling wholly blessed art,
Call it, then, what thou wilt,--
Call it Bliss! Heart! Love! God!
I have no name to give it!
Feeling is all in all:
The Name is sound and smoke,
Obscuring Heaven's clear glow.

MARGARET

All that is fine and good, to hear it so:
Much the same way the preacher spoke,
Only with slightly different phrases.

FAUST

The same thing, in all places,
All hearts that beat beneath the heavenly day--
Each in its language--say;
Then why not I, in mine, as well?

MARGARET

To hear it thus, it may seem passable;
And yet, some hitch in't there must be
For thou hast no Christianity.

FAUST

Dear love!

MARGARET

I've long been grieved to see
That thou art in such company.

FAUST

How so?

MARGARET

The man who with thee goes, thy mate,
Within my deepest, inmost soul I hate.
In all my life there's nothing
Has given my heart so keen a pang of loathing,
As his repulsive face has done.

FAUST

Nay, fear him not, my sweetest one!

MARGARET

I feel his presence like something ill.
I've else, for all, a kindly will,
But, much as my heart to see thee yearneth,
The secret horror of him returneth;
And I think the man a knave, as I live!
If I do him wrong, may God forgive!

FAUST

There must be such queer birds, however.

MARGARET

Live with the like of him, may I never!
When once inside the door comes he,
He looks around so sneeringly,
And half in wrath:
One sees that in nothing no interest he hath:
'Tis written on his very forehead
That love, to him, is a thing abhorréd.
I am so happy on thine arm,
So free, so yielding, and so warm,
And in his presence stifled seems my heart.

FAUST

Foreboding angel that thou art!

MARGARET

It overcomes me in such degree,
That wheresoe'er he meets us, even,
I feel as though I'd lost my love for thee.
When he is by, I could not pray to Heaven.
That burns within me like a flame,
And surely, Henry, 'tis with thee the same.

FAUST

There, now, is thine antipathy!

MARGARET

But I must go.

FAUST

Ah, shall there never be
A quiet hour, to see us fondly plighted,
With breast to breast, and soul to soul united?

MARGARET

Ah, if I only slept alone!
I'd draw the bolts to-night, for thy desire;
But mother's sleep so light has grown,
And if we were discovered by her,
'Twould be my death upon the spot!

FAUST

Thou angel, fear it not!
Here is a phial: in her drink
But three drops of it measure,
And deepest sleep will on her senses sink.

MARGARET

What would I not, to give thee pleasure?
It will not harm her, when one tries it?

FAUST

If 'twould, my love, would I advise it?

MARGARET

Ah, dearest man, if but thy face I see,
I know not what compels me to thy will:
So much have I already done for thee,
That scarcely more is left me to fulfil.

(_Enter_ MEPHISTOPHELES.) _Exit_.

MEPHISTOPHELES

The monkey! Is she gone?

FAUST

Hast played the spy again?

MEPHISTOPHELES

I've heard, most fully, how she drew thee.
The Doctor has been catechised, 'tis plain;
Great good, I hope, the thing will do thee.
The girls have much desire to ascertain
If one is prim and good, as ancient rules compel:
If there he's led, they think, he'll follow them as well.

FAUST

Thou, monster, wilt nor see nor own
How this pure soul, of faith so lowly,
So loving and ineffable,--
The faith alone
That her salvation is,--with scruples holy
Pines, lest she hold as lost the man she loves so well!

MEPHISTOPHELES

Thou, full of sensual, super-sensual desire,
A girl by the nose is leading thee.

FAUST

Abortion, thou, of filth and fire!

MEPHISTOPHELES

And then, how masterly she reads physiognomy!
When I am present she's impressed, she knows not how;
She in my mask a hidden sense would read:
She feels that surely I'm a genius now,--
Perhaps the very Devil, indeed!
Well, well,--to-night--?

FAUST

What's that to thee?

MEPHISTOPHELES

Yet my delight 'twill also be!




Am Brunnen

Gretchen und Lieschen mit Krügen.


LIESCHEN:
Hast nichts von Bärbelchen gehört?

GRETCHEN:
Kein Wort. Ich komm gar wenig unter Leute.

LIESCHEN:
Gewiß, Sibylle sagt' mir's heute:
Die hat sich endlich auch betört.
Das ist das Vornehmtun!

GRETCHEN:
Wieso?

LIESCHEN:
Es stinkt! Sie füttert zwei, wenn sie nun ißt und trinkt.

GRETCHEN:
Ach!

LIESCHEN:
So ist's ihr endlich recht ergangen.
Wie lange hat sie an dem Kerl gehangen!
Das war ein Spazieren,
Auf Dorf und Tanzplatz Führen,
Mußt überall die Erste sein,
Kurtesiert ihr immer mit Pastetchen und Wein;
Bildt sich was auf ihre Schönheit ein,
War doch so ehrlos, sich nicht zu schämen,
Geschenke von ihm anzunehmen.
War ein Gekos und ein Geschleck;
Da ist denn auch das Blümchen weg!

GRETCHEN:
Das arme Ding!

LIESCHEN:
Bedauerst sie noch gar! Wenn unsereins am Spinnen war,
Uns nachts die Mutter nicht hinunterließ,
Stand sie bei ihrem Buhlen süß;
Auf der Türbank und im dunkeln Gang
Ward ihnen keine Stunde zu lang.
Da mag sie denn sich ducken nun,
Im Sünderhemdchen Kirchbuß tun!

GRETCHEN:
Er nimmt sie gewiß zu seiner Frau.

LIESCHEN:
Er wär ein Narr! Ein flinker Jung
Hat anderwärts noch Luft genung.
Er ist auch fort.

GRETCHEN:
Das ist nicht schön!

LIESCHEN:
Kriegt sie ihn, soll's ihr übel gehn,
Das Kränzel reißen die Buben ihr,
Und Häckerling streuen wir vor die Tür!
(Ab.)

GRETCHEN: (nach Hause gehend):
Wie konnt ich sonst so tapfer schmälen,
Wenn tät ein armes Mägdlein fehlen!
Wie konnt ich über andrer Sünden
Nicht Worte gnug der Zunge finden!
Wie schien mir's schwarz, und schwärzt's noch gar,
Mir's immer doch nicht schwarz gnug war,
Und segnet mich und tat so groß,
Und bin nun selbst der Sünde bloß!
Doch- alles, was dazu mich trieb,
Gott! war so gut! ach, war so lieb!

            

XVII. AT THE FOUNTAIN

MARGARET _and_ LISBETH _With pitchers_.

LISBETH

Hast nothing heard of Barbara?

MARGARET

No, not a word. I go so little out.

LISBETH

It's true, Sibylla said, to-day.
She's played the fool at last, there's not a doubt.
Such taking-on of airs!

MARGARET

How so?

LISBETH

It stinks!
She's feeding two, whene'er she eats and drinks.

MARGARET

Ah!

LISBETH

And so, at last, it serves her rightly.
She clung to the fellow so long and tightly!
That was a promenading!
At village and dance parading!
As the first they must everywhere shine,
And he treated her always to pies and wine,
And she made a to-do with her face so fine;
So mean and shameless was her behavior,
She took all the presents the fellow gave her.
'Twas kissing and coddling, on and on!
So now, at the end, the flower is gone.

MARGARET

The poor, poor thing!

LISBETH

Dost pity her, at that?
When one of us at spinning sat,
And mother, nights, ne'er let us out the door
She sported with her paramour.
On the door-bench, in the passage dark,
The length of the time they'd never mark.
So now her head no more she'll lift,
But do church-penance in her sinner's shift!

MARGARET

He'll surely take her for his wife.

LISBETH

He'd be a fool! A brisk young blade
Has room, elsewhere, to ply his trade.
Besides, he's gone.

MARGARET

That is not fair!

LISBETH

If him she gets, why let her beware!
The boys shall dash her wreath on the floor,
And we'll scatter chaff before her door!
_Exit_.

MARGARET (_returning home_)

How scornfully I once reviled,
When some poor maiden was beguiled!
More speech than any tongue suffices
I craved, to censure others' vices.
Black as it seemed, I blackened still,
And blacker yet was in my will;
And blessed myself, and boasted high,--
And now--a living sin am I!
Yet--all that drove my heart thereto,
God! was so good, so dear, so true!




Zwinger

In der Mauerhöhle ein Andachtsbild der Mater dolorosa, Blumenkruge davor.
Gretchen steckt frische Blumen in die Kruge.


Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein Antlitz gnädig meiner Not!

Das Schwert im Herzen,
Mit tausend Schmerzen
Blickst auf zu deines Sohnes Tod.

Zum Vater blickst du,
Und Seufzer schickst du
Hinauf um sein' und deine Not.

Wer fühlet,
Wie wühlet
Der Schmerz mir im Gebein?
Was mein armes Herz hier banget,
Was es zittert, was verlanget,
Weißt nur du, nur du allein!

Wohin ich immer gehe
Wie weh, wie weh, wie wehe
Wird mir im Busen hier!
Ich bin, ach! kaum alleine,
Ich wein, ich wein, ich weine,
Das Herz zerbricht in mir.

Die Scherben vor meinem Fenster
Betaut ich mit Tränen, ach!
Als ich am frühen Morgen
Dir diese Blumen brach.

Schien hell in meine Kammer
Die Sonne früh herauf,
Saß ich in allem Jammer
In meinem Bett schon auf.

Hilf! rette mich von Schmach und Tod!
Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein Antlitz gnädig meiner Not!

            

XVIII. DONJON

(_In a niche of the wall a shrine, with an image of the Mater
Dolorosa. Pots of flowers before it_.)

MARGARET

(_putting fresh flowers in the pots_)

Incline, O Maiden,
Thou sorrow-laden,
Thy gracious countenance upon my pain!

The sword Thy heart in,
With anguish smarting,
Thou lookest up to where Thy Son is slain!

Thou seest the Father;
Thy sad sighs gather,
And bear aloft Thy sorrow and His pain!

Ah, past guessing,
Beyond expressing,
The pangs that wring my flesh and bone!
Why this anxious heart so burneth,
Why it trembleth, why it yearneth,
Knowest Thou, and Thou alone!

Where'er I go, what sorrow,
What woe, what woe and sorrow
Within my bosom aches!
Alone, and ah! unsleeping,
I'm weeping, weeping, weeping,
The heart within me breaks.

The pots before my window,
Alas! my tears did wet,
As in the early morning
For thee these flowers I set.

Within my lonely chamber
The morning sun shone red:
I sat, in utter sorrow,
Already on my bed.

Help! rescue me from death and stain!
O Maiden!
Thou sorrow-laden,
Incline Thy countenance upon my pain!




Nacht.

Straße vor Gretchens Türe

Valentin, Soldat, Gretchens Bruder.


Wenn ich so saß bei einem Gelag,
Wo mancher sich berühmen mag,
Und die Gesellen mir den Flor
Der Mägdlein laut gepriesen vor,
Mit vollem Glas das Lob verschwemmt,
Den Ellenbogen aufgestemmt,
Saß ich in meiner sichern Ruh,
Hört all dem Schwadronieren zu
Und streiche lächelnd meinen Bart
Und kriege das volle Glas zur Hand
Und sage: "Alles nach seiner Art!
Aber ist eine im ganzen Land,
Die meiner trauten Gretel gleicht,
Die meiner Schwester das Wasser reicht?"
Topp! Topp! Kling! Klang! das ging herum;
Die einen schrieen: "Er hat recht,
Sie ist die Zier vom ganzen Geschlecht."
Da saßen alle die Lober stumm.
Und nun!- um's Haar sich auszuraufen
Und an den Wänden hinaufzulaufen!-
Mit Stichelreden, Naserümpfen
Soll jeder Schurke mich beschimpfen!
Soll wie ein böser Schuldner sitzen
Bei jedem Zufallswörtchen schwitzen!
Und möcht ich sie zusammenschmeißen
Könnt ich sie doch nicht Lügner heißen.

Was kommt heran? Was schleicht herbei?
Irr ich nicht, es sind ihrer zwei.
Ist er's, gleich pack ich ihn beim Felle
Soll nicht lebendig von der Stelle!


Faust. Mephistopheles.

FAUST:
Wie von dem Fenster dort der Sakristei
Aufwärts der Schein des Ew'gen Lämpchens flämmert
Und schwach und schwächer seitwärts dämmert,
Und Finsternis drängt ringsum bei!
So sieht's in meinem Busen nächtig.

MEPHISTOPHELES:
Und mir ist's wie dem Kätzlein schmächtig,
Das an den Feuerleitern schleicht,
Sich leis dann um die Mauern streicht;
Mir ist's ganz tugendlich dabei,
Ein bißchen Diebsgelüst, ein bißchen Rammelei.
So spukt mir schon durch alle Glieder
Die herrliche Walpurgisnacht.
Die kommt uns übermorgen wieder,
Da weiß man doch, warum man wacht.

FAUST:
Rückt wohl der Schatz indessen in die Höh,
Den ich dort hinten flimmern seh?

MEPHISTOPHELES:
Du kannst die Freude bald erleben,
Das Kesselchen herauszuheben.
Ich schielte neulich so hinein,
Sind herrliche Löwentaler drein.

FAUST:
Nicht ein Geschmeide, nicht ein Ring,
Meine liebe Buhle damit zu zieren?

MEPHISTOPHELES:
Ich sah dabei wohl so ein Ding,
Als wie eine Art von Perlenschnüren.

FAUST:
So ist es recht! Mir tut es weh,
Wenn ich ohne Geschenke zu ihr geh.

MEPHISTOPHELES:
Es sollt Euch eben nicht verdrießen,
Umsonst auch etwas zu genießen.
Jetzt, da der Himmel voller Sterne glüht,
Sollt Ihr ein wahres Kunststück hören:
Ich sing ihr ein moralisch Lied,
Um sie gewisser zu betören. (Singt zur Zither.) Was machst du mir
Vor Liebchens Tür,
Kathrinchen, hier
Bei frühem Tagesblicke?
Laß, laß es sein!
Er läßt dich ein
Als Mädchen ein,
Als Mädchen nicht zurücke.

Nehmt euch in acht!
Ist es vollbracht,
Dann gute Nacht'
Ihr armen, armen Dinger!
Habt ihr euch lieb,
Tut keinem Dieb
Nur nichts zulieb
Als mit dem Ring am Finger.

VALENTIN (tritt vor):
Wen lockst du hier? beim Element!
Vermaledeiter Rattenfänger!
Zum Teufel erst das Instrument!
Zum Teufel hinterdrein den Sänger!

MEPHISTOPHELES:
Die Zither ist entzwei! an der ist nichts zu halten.

VALENTIN:
Nun soll es an ein Schädelspalten!

MEPHISTOPHELES (zu Faust):
Herr Doktor, nicht gewichen! Frisch!
Hart an mich an, wie ich Euch führe.
Heraus mit Eurem Flederwisch!
Nur zugestoßen! ich pariere.

VALENTIN:
Pariere den!

MEPHISTOPHELES:
Warum denn nicht?

VALENTIN:
Auch den!

MEPHISTOPHELES:
Gewiß!

VALENTIN:
Ich glaub, der Teufel ficht! Was ist denn das? Schon wird die Hand mir
lahm.

MEPHISTOPHELES (zu Faust):
Stoß zu!

VALENTIN (fällt):
O weh!

MEPHISTOPHELES:
Nun ist der Lümmel zahm! Nun aber fort! Wir müssen gleich verschwinden
Denn schon entsteht ein mörderlich Geschrei.
Ich weiß mich trefflich mit der Polizei,
Doch mit dem Blutbann schlecht mich abzufinden.

MARTHE (am Fenster):
Heraus! Heraus!

GRETCHEN (am Fenster):
Herbei ein Licht!

MARTHE (wie oben):
Man schilt und rauft, man schreit und ficht.

VOLK:
Da liegt schon einer tot!

MARTHE (heraustretend):
Die Mörder, sind sie denn entflohn?

GRETCHEN (heraustretend):
Wer liegt hier?

VOLK:
Deiner Mutter Sohn.

GRETCHEN:
Allmächtiger! welche Not!

VALENTIN:
Ich sterbe! das ist bald gesagt
Und balder noch getan.
Was steht ihr Weiber, heult und klagt?
Kommt her und hört mich an!
(Alle treten um ihn.)
Mein Gretchen, sieh! du bist noch jung,
Bist gar noch nicht gescheit genung,
Machst deine Sachen schlecht.
Ich sag dir's im Vertrauen nur:
Du bist doch nun einmal eine Hur,
So sei's auch eben recht!

GRETCHEN:
Mein Bruder! Gott! Was soll mir das?

VALENTIN:
Laß unsern Herrgott aus dem Spaß!
Geschehn ist leider nun geschehn
Und wie es gehn kann, so wird's gehn.
Du fingst mit einem heimlich an
Bald kommen ihrer mehre dran,
Und wenn dich erst ein Dutzend hat,
So hat dich auch die ganze Stadt.

Wenn erst die Schande wird geboren,
Wird sie heimlich zur Welt gebracht,
Und man zieht den Schleier der Nacht
Ihr über Kopf und Ohren;
Ja, man möchte sie gern ermorden.
Wächst sie aber und macht sich groß,
Dann geht sie auch bei Tage bloß
Und ist doch nicht schöner geworden.
Je häßlicher wird ihr Gesicht,
Je mehr sucht sie des Tages Licht.

Ich seh wahrhaftig schon die Zeit,
Daß alle brave Bürgersleut,
Wie von einer angesteckten Leichen,
Von dir, du Metze! seitab weichen.
Dir soll das Herz im Leib verzagen,
Wenn sie dir in die Augen sehn!
Sollst keine goldne Kette mehr tragen!
In der Kirche nicht mehr am Altar stehn!
In einem schönen Spitzenkragen
Dich nicht beim Tanze wohlbehagen!
In eine finstre Jammerecken
Unter Bettler und Krüppel dich verstecken,
Und, wenn dir dann auch Gott verzeiht,
Auf Erden sein vermaledeit!

MARTHE:
Befehlt Eure Seele Gott zu Gnaden!
Wollt Ihr noch Lästrung auf Euch laden?

VALENTIN:
Könnt ich dir nur an den dürren Leib,
Du schändlich kupplerisches Weib!
Da hofft ich aller meiner Sünden
Vergebung reiche Maß zu finden.

GRETCHEN:
Mein Bruder! Welche Höllenpein!

VALENTIN:
Ich sage, laß die Tränen sein!
Da du dich sprachst der Ehre los,
Gabst mir den schwersten Herzensstoß.
Ich gehe durch den Todesschlaf
Zu Gott ein als Soldat und brav.
(Stirbt.)

            

XIX. NIGHT

STREET BEFORE MARGARET'S DOOR

VALENTINE (_a soldier_, MARGARET'S _brother_)

When I have sat at some carouse.
Where each to each his brag allows,
And many a comrade praised to me
His pink of girls right lustily,
With brimming glass that spilled the toast,
And elbows planted as in boast:
I sat in unconcerned repose,
And heard the swagger as it rose.
And stroking then my beard, I'd say,
Smiling, the bumper in my hand:
"Each well enough in her own way.
But is there one in all the land
Like sister Margaret, good as gold,--
One that to her can a candle hold?"
Cling! clang! "Here's to her!" went around
The board: "He speaks the truth!" cried some;
"In her the flower o' the sex is found!"
And all the swaggerers were dumb.
And now!--I could tear my hair with vexation.
And dash out my brains in desperation!
With turned-up nose each scamp may face me,
With sneers and stinging taunts disgrace me,
And, like a bankrupt debtor sitting,
A chance-dropped word may set me sweating!
Yet, though I thresh them all together,
I cannot call them liars, either.

But what comes sneaking, there, to view?
If I mistake not, there are two.
If _he's_ one, let me at him drive!
He shall not leave the spot alive.

FAUST MEPHISTOPHELES

FAUST

How from the window of the sacristy
Upward th'eternal lamp sends forth a glimmer,
That, lessening side-wards, fainter grows and dimmer,
Till darkness closes from the sky!
The shadows thus within my bosom gather.

MEPHISTOPHELES

I'm like a sentimental tom-cat, rather,
That round the tall fire-ladders sweeps,
And stealthy, then, along the coping creeps:
Quite virtuous, withal, I come,
A little thievish and a little frolicsome.
I feel in every limb the presage
Forerunning the grand Walpurgis-Night:
Day after to-morrow brings its message,
And one keeps watch then with delight.

FAUST

Meanwhile, may not the treasure risen be,
Which there, behind, I glimmering see?

MEPHISTOPHELES

Shalt soon experience the pleasure,
To lift the kettle with its treasure.
I lately gave therein a squint--
Saw splendid lion-dollars in 't.

FAUST

Not even a jewel, not a ring,
To deck therewith my darling girl?

MEPHISTOPHELES

I saw, among the rest, a thing
That seemed to be a chain of pearl.

FAUST

That's well, indeed! For painful is it
To bring no gift when her I visit.

MEPHISTOPHELES

Thou shouldst not find it so annoying,
Without return to be enjoying.
Now, while the sky leads forth its starry throng,
Thou'lt hear a masterpiece, no work completer:
I'll sing her, first, a moral song,
The surer, afterwards, to cheat her.

(_Sings to the cither_.)

What dost thou here
In daybreak clear,
Kathrina dear,
Before thy lover's door?
Beware! the blade
Lets in a maid.
That out a maid
Departeth nevermore!

The coaxing shun
Of such an one!
When once 'tis done
Good-night to thee, poor thing!
Love's time is brief:
Unto no thief
Be warm and lief,
But with the wedding-ring!

VALENTINE (_comes forward_)

Whom wilt thou lure? God's-element!
Rat-catching piper, thou!--perdition!
To the Devil, first, the instrument!
To the Devil, then, the curst musician!

MEPHISTOPHELES

The cither's smashed! For nothing more 'tis fitting.

VALENTINE

There's yet a skull I must be splitting!

MEPHISTOPHELES (_to_ FAUST)

Sir Doctor, don't retreat, I pray!
Stand by: I'll lead, if you'll but tarry:
Out with your spit, without delay!
You've but to lunge, and I will parry.

VALENTINE

Then parry that!

MEPHISTOPHELES

Why not? 'tis light.
VALENTINE

That, too!

MEPHISTOPHELES

Of course.

VALENTINE

I think the Devil must fight!
How is it, then? my hand's already lame:

MEPHISTOPHELES (_to_ FAUST)

Thrust home!

VALENTINE (_jails_)

O God!

MEPHISTOPHELES

Now is the lubber tame!
But come, away! 'Tis time for us to fly;
For there arises now a murderous cry.
With the police 'twere easy to compound it,
But here the penal court will sift and sound it.

_Exit with_ FAUST.

MARTHA (_at the window_)

Come out! Come out!

MARGARET (_at the window_)

Quick, bring a light!

MARTHA (_as above_)

They swear and storm, they yell and fight!

PEOPLE

Here lies one dead already--see!

MARTHA (_coming from the house_)

The murderers, whither have they run?

MARGARET (_coming out_)

Who lies here?

PEOPLE

'Tis thy mother's son!

MARGARET

Almighty God! what misery!

VALENTINE

I'm dying! That is quickly said,
And quicker yet 'tis done.
Why howl, you women there? Instead,
Come here and listen, every one!

(_All gather around him_)

My Margaret, see! still young thou art,
But not the least bit shrewd or smart,
Thy business thus to slight:
So this advice I bid thee heed--
Now that thou art a whore indeed,
Why, be one then, outright!

MARGARET

My brother! God! such words to me?

VALENTINE

In this game let our Lord God be!
What's done's already done, alas!
What follows it, must come to pass.
With one begin'st thou secretly,
Then soon will others come to thee,
And when a dozen thee have known,
Thou'rt also free to all the town.
When Shame is born and first appears,
She is in secret brought to light,
And then they draw the veil of night
Over her head and ears;
Her life, in fact, they're loath to spare her.
But let her growth and strength display,
She walks abroad unveiled by day,
Yet is not grown a whit the fairer.
The uglier she is to sight,
The more she seeks the day's broad light.
The time I verily can discern
When all the honest folk will turn
From thee, thou jade! and seek protection
As from a corpse that breeds infection.
Thy guilty heart shall then dismay thee.
When they but look thee in the face:--
Shalt not in a golden chain array thee,
Nor at the altar take thy place!
Shalt not, in lace and ribbons flowing,
Make merry when the dance is going!
But in some corner, woe betide thee!
Among the beggars and cripples hide thee;
And so, though even God forgive,
On earth a damned existence live!

MARTHA

Commend your soul to God for pardon,
That you your heart with slander harden!

VALENTINE

Thou pimp most infamous, be still!
Could I thy withered body kill,
'Twould bring, for all my sinful pleasure,
Forgiveness in the richest measure.

MARGARET

My brother! This is Hell's own pain!

VALENTINE

I tell thee, from thy tears refrain!
When thou from honor didst depart
It stabbed me to the very heart.
Now through the slumber of the grave
I go to God as a soldier brave.

(_Dies_.)




Dom

Amt, Orgel und Gesang. Gretchen unter vielem Volke. Böser Geist hinter
Gretchen.


BÖSER GEIST:
Wie anders, Gretchen, war dir's,
Als du noch voll Unschuld
Hier zum Altar tratst
Aus dem vergriffnen Büchelchen
Gebete lalltest,
Halb Kinderspiele,
Halb Gott im Herzen!
Gretchen!
Wo steht dein Kopf?
In deinem Herzen
Welche Missetat?
Betst du für deiner Mutter Seele, die
Durch dich zur langen, langen Pein hinüberschlief?
Auf deiner Schwelle wessen Blut?
- Und unter deinem Herzen
Regt sich's nicht quillend schon
Und ängstet dich und sich
Mit ahnungsvoller Gegenwart?

GRETCHEN:
Weh! Weh!
Wär ich der Gedanken los,
Die mir herüber und hinüber gehen
Wider mich!

CHOR:
Dies irae, dies illa
Solvet saeclum in favilla.
(Orgelton.)

BÖSER GEIST:
Grimm faßt dich!
Die Posaune tönt!
Die Gräber beben!
Und dein Herz,
Aus Aschenruh
Zu Flammenqualen
Wieder aufgeschaffen,
Bebt auf!

GRETCHEN:
Wär ich hier weg!
Mir ist, als ob die Orgel mir
Den Atem versetzte,
Gesang mein Herz
Im Tiefsten löste.

CHOR:
Judex ergo cum sedebit,
Quidquid latet adparebit,
Nil inultum remanebit.

GRETCHEN:
Mir wird so eng!
Die Mauernpfeiler
Befangen mich!
Das Gewölbe
Drängt mich!- Luft!

BÖSER GEIST:
Verbirg dich! Sünd und Schande
Bleibt nicht verborgen.
Luft? Licht?
Weh dir!

CHOR:
Quid sum miser tunc dicturus?
Quem patronum rogaturus?
Cum vix justus sit securus.

BÖSER GEIST:
Ihr Antlitz wenden
Verklärte von dir ab.
Die Hände dir zu reichen,
Schauert's den Reinen.
Weh!

CHOR:
Quid sum miser tunc dicturus?
GRETCHEN:
Nachbarin! Euer Fläschchen!
(Sie fällt in Ohnmacht.)

            

XX. CATHEDRAL

SERVICE, ORGAN _and_ ANTHEM.

(MARGARET _among much people: the_ EVIL SPIRIT _behind_
MARGARET.)

EVIL SPIRIT

HOW otherwise was it, Margaret,
When thou, still innocent,
Here to the altar cam'st,
And from the worn and fingered book
Thy prayers didst prattle,
Half sport of childhood,
Half God within thee!
Margaret!
Where tends thy thought?
Within thy bosom
What hidden crime?
Pray'st thou for mercy on thy mother's soul,
That fell asleep to long, long torment, and through thee?
Upon thy threshold whose the blood?
And stirreth not and quickens
Something beneath thy heart,
Thy life disquieting
With most foreboding presence?

MARGARET

Woe! woe!
Would I were free from the thoughts
That cross me, drawing hither and thither
Despite me!

CHORUS

_Diesira, dies illa,
Solvet soeclum in favilla_!
_(Sound of the organ_.)

EVIL SPIRIT

Wrath takes thee!
The trumpet peals!
The graves tremble!
And thy heart
From ashy rest
To fiery torments
Now again requickened,
Throbs to life!

MARGARET

Would I were forth!
I feel as if the organ here
My breath takes from me,
My very heart
Dissolved by the anthem!

CHORUS

_Judex ergo cum sedebit,
Quidquid latet, ad parebit,
Nil inultum remanebit_.
MARGARET

I cannot breathe!
The massy pillars
Imprison me!
The vaulted arches
Crush me!--Air!

EVIL SPIRIT

Hide thyself! Sin and shame
Stay never hidden.
Air? Light?
Woe to thee!

CHORUS

_Quid sum miser tunc dicturus,
Quem patronem rogaturus,
Cum vix Justus sit securus_?

EVIL SPIRIT

They turn their faces,
The glorified, from thee:
The pure, their hands to offer,
Shuddering, refuse thee!
Woe!

CHORUS

_Quid sum miser tune dicturus_?

MARGARET

Neighbor! your cordial! (_She falls in a swoon_.)




Walpurgisnacht

Harzgebirg Gegend von Schierke und Elend

Faust. Mephistopheles.


MEPHISTOPHELES:
Verlangst du nicht nach einem Besenstiele?
Ich wünschte mir den allerderbsten Bock.
Auf diesem Weg sind wir noch weit vom Ziele.

FAUST:
Solang ich mich noch frisch auf meinen Beinen fühle,
Genügt mir dieser Knotenstock.
Was hilft's, daß man den Weg verkürzt!-
Im Labyrinth der Täler hinzuschleichen,
Dann diesen Felsen zu ersteigen,
Von dem der Quell sich ewig sprudelnd stürzt,
Das ist die Lust, die solche Pfade würzt!
Der Frühling webt schon in den Birken,
Und selbst die Fichte fühlt ihn schon;
Sollt er nicht auch auf unsre Glieder wirken?

MEPHISTOPHELES:
Fürwahr, ich spüre nichts davon!
Mir ist es winterlich im Leibe,
Ich wünschte Schnee und Frost auf meiner Bahn.
Wie traurig steigt die unvollkommne Scheibe
Des roten Monds mit später Glut heran
Und leuchtet schlecht, daß man bei jedem Schritte
Vor einen Baum, vor einen Felsen rennt!
Erlaub, daß ich ein Irrlicht bitte!
Dort seh ich eins, das eben lustig brennt.
Heda! mein Freund! darf ich dich zu uns fodern?
Was willst du so vergebens lodern?
Sei doch so gut und leucht uns da hinauf!

IRRLICHT:
Aus Ehrfurcht, hoff ich, soll es mir gelingen,
Mein leichtes Naturell zu zwingen;
Nur zickzack geht gewöhnlich unser Lauf.

MEPHISTOPHELES:
Ei! Ei! Er denkt's den Menschen nachzuahmen.
Geh Er nur grad, in 's Teufels Namen!
Sonst blas ich ihm sein Flackerleben aus.

IRRLICHT:
Ich merke wohl, Ihr seid der Herr vom Haus,
Und will mich gern nach Euch bequemen.
Allein bedenkt! der Berg ist heute zaubertoll
Und wenn ein Irrlicht Euch die Wege weisen soll
So müßt Ihr's so genau nicht nehmen.
FAUST, MEPHISTOPHELES, IRRLICHT (im Wechselgesang):
In die Traum- und Zaubersphäre
Sind wir, scheint es, eingegangen.
Führ uns gut und mach dir Ehre
Daß wir vorwärts bald gelangen
In den weiten, öden Räumen!
Seh die Bäume hinter Bäumen,
Wie sie schnell vorüberrücken,
Und die Klippen, die sich bücken,
Und die langen Felsennasen,
Wie sie schnarchen, wie sie blasen!

Durch die Steine, durch den Rasen
Eilet Bach und Bächlein nieder.
Hör ich Rauschen? hör ich Lieder?
Hör ich holde Liebesklage,
Stimmen jener Himmelstage?
Was wir hoffen, was wir lieben!
Und das Echo, wie die Sage
Alter Zeiten, hallet wider.

"Uhu! Schuhu!" tönt es näher,
Kauz und Kiebitz und der Häher,
Sind sie alle wach geblieben?
Sind das Molche durchs Gesträuche?
Lange Beine, dicke Bäuche!
Und die Wurzeln, wie die Schlangen,
Winden sich aus Fels und Sande,
Strecken wunderliche Bande,
Uns zu schrecken, uns zu fangen;
Aus belebten derben Masern
Strecken sie Polypenfasern
Nach dem Wandrer. Und die Mäuse
Tausendfärbig, scharenweise,
Durch das Moos und durch die Heide!
Und die Funkenwürmer fliegen
Mit gedrängten Schwärmezügen
Zum verwirrenden Geleite.

Aber sag mir, ob wir stehen
Oder ob wir weitergehen?
Alles, alles scheint zu drehen,
Fels und Bäume, die Gesichter
Schneiden, und die irren Lichter,
Die sich mehren, die sich blähen.
MEPHISTOPHELES:
Fasse wacker meinen Zipfel!
Hier ist so ein Mittelgipfel
Wo man mit Erstaunen sieht,
Wie im Berg der Mammon glüht.

FAUST:
Wie seltsam glimmert durch die Gründe
Ein morgenrötlich trüber Schein!
Und selbst bis in die tiefen Schlünde
Des Abgrunds wittert er hinein.
Da steigt ein Dampf, dort ziehen Schwaden,
Hier leuchtet Glut aus Dunst und Flor
Dann schleicht sie wie ein zarter Faden
Dann bricht sie wie ein Quell hervor.
Hier schlingt sie eine ganze Strecke
Mit hundert Adern sich durchs Tal,
Und hier in der gedrängten Ecke
Vereinzelt sie sich auf einmal.
Da sprühen Funken in der Nähe
Wie ausgestreuter goldner Sand.
Doch schau! in ihrer ganzen Höhe
Entzündet sich die Felsenwand.

MEPHISTOPHELES:
Erleuchtet nicht zu diesem Feste
Herr Mammon prächtig den Palast?
Ein Glück, daß du's gesehen hast,
Ich spüre schon die ungestümen Gäste.

FAUST:
Wie rast die Windsbraut durch die Luft!
Mit welchen Schlägen trifft sie meinen Nacken!

MEPHISTOPHELES:
Du mußt des Felsens alte Rippen packen
Sonst stürzt sie dich hinab in dieser Schlünde Gruft.
Ein Nebel verdichtet die Nacht.
Höre, wie's durch die Wälder kracht!
Aufgescheucht fliegen die Eulen.
Hör, es splittern die Säulen
Ewig grüner Paläste.
Girren und Brechen der Aste!
Der Stämme mächtiges Dröhnen!
Der Wurzeln Knarren und Gähnen!
Im fürchterlich verworrenen Falle
Übereinander krachen sie alle
Und durch die übertrümmerten Klüfte
Zischen und heulen die Lüfte.
Hörst du Stimmen in der Höhe?
In der Ferne, in der Nähe?
Ja, den ganzen Berg entlang
Strömt ein wütender Zaubergesang!

HEXEN (im Chor):
Die Hexen zu dem Brocken ziehn,
Die Stoppel ist gelb, die Saat ist grün.
Dort sammelt sich der große Hauf,
Herr Urian sitzt oben auf.
So geht es über Stein und Stock,
Es farzt die Hexe, es stinkt der Bock.

STIMME:
Die alte Baubo kommt allein,
Sie reitet auf einem Mutterschwein.

CHOR:
So Ehre denn, wem Ehre gebührt!
Frau Baubo vor! und angeführt!
Ein tüchtig Schwein und Mutter drauf,
Da folgt der ganze Hexenhauf.

STIMME:
Welchen Weg kommst du her?

STIMME:
Übern Ilsenstein! Da guckt ich der Eule ins Nest hinein,
Die macht ein Paar Augen!

STIMME:
O fahre zur Hölle! Was reitst du so schnelle!

STIMME:
Mich hat sie geschunden,
Da sieh nur die Wunden!

HEXEN, CHOR:
Der Weg ist breit, der Weg ist lang,
Was ist das für ein toller Drang?
Die Gabel sticht, der Besen kratzt,
Das Kind erstickt, die Mutter platzt.

HEXENMEISTER, HALBER CHOR:
Wir schleichen wie die Schneck im Haus,
Die Weiber alle sind voraus.
Denn, geht es zu des Bösen Haus,
Das Weib hat tausend Schritt voraus.

ANDERE HÄLFTE:
Wir nehmen das nicht so genau,
Mit tausend Schritten macht's die Frau;
Doch wie sie sich auch eilen kann,
Mit einem Sprunge macht's der Mann.

STIMME (oben):
Kommt mit, kommt mit, vom Felsensee!

STIMMEN (von unten):
Wir möchten gerne mit in die Höh.
Wir waschen, und blank sind wir ganz und gar;
Aber auch ewig unfruchtbar.

BEIDE CHÖRE:
Es schweigt der Wind, es flieht der Stern,
Der trübe Mond verbirgt sich gern.
Im Sausen sprüht das Zauberchor
Viel tausend Feuerfunken hervor.

STIMME (von unten):
Halte! Haltet

STIMME (oben):
Wer ruft da aus der Felsenspalte?

STIMME (von unten):
Nehmt mich mit! Nehmt mich mit!
Ich steige schon dreihundert Jahr,
Und kann den Gipfel nicht erreichen
Ich wäre gern bei meinesgleichen.

BEIDE CHÖRE:
Es trägt der Besen, trägt der Stock
Die Gabel trägt, es trägt der Bock
Wer heute sich nicht heben kann
Ist ewig ein verlorner Mann.

HALBHEXE (unten):
Ich tripple nach, so lange Zeit;
Wie sind die andern schon so weit!
Ich hab zu Hause keine Ruh
Und komme hier doch nicht dazu.

CHOR DER HEXEN:
Die Salbe gibt den Hexen Mut,
Ein Lumpen ist zum Segel gut
Ein gutes Schiff ist jeder Trog
Der flieget nie, der heut nicht flog.

BEIDE CHÖRE:
Und wenn wir um den Gipfel ziehn,
So streichet an dem Boden hin
Und deckt die Heide weit und breit
Mit eurem Schwarm der Hexenheit
(Sie lassen sich nieder.)

MEPHISTOPHELES:
Das drängt und stößt, das ruscht und klappert!
Das zischt und quirlt, das zieht und plappert!
Das leuchtet, sprüht und stinkt und brennt!
Ein wahres Hexenelement!
Nur fest an mir! sonst sind wir gleich getrennt.
Wo bist du?

FAUST (in der Ferne):
Hier!

MEPHISTOPHELES:
Was! dort schon hingerissen? Da werd ich Hausrecht brauchen müssen.
Platz! Junker Voland kommt. Platz! süßer Pöbel, Platz!
Hier, Doktor, fasse mich! und nun in einem Satz
Laß uns aus dem Gedräng entweichen;
Es ist zu toll, sogar für meinesgleichen.
Dortneben leuchtet was mit ganz besondrem Schein,
Es zieht mich was nach jenen Sträuchen.
Komm, komm! wir schlupfen da hinein.

FAUST:
Du Geist des Widerspruchs! Nur zu! du magst mich führen.
Ich denke doch, das war recht klug gemacht:
Zum Brocken wandeln wir in der Walpurgisnacht,
Um uns beliebig nun hieselbst zu isolieren.

MEPHISTOPHELES:
Da sieh nur, welche bunten Flammen!
Es ist ein muntrer Klub beisammen.
Im Kleinen ist man nicht allein.

FAUST:
Doch droben möcht ich lieber sein!
Schon seh ich Glut und Wirbelrauch.
Dort strömt die Menge zu dem Bösen;
Da muß sich manches Rätsel lösen.

MEPHISTOPHELES:
Doch manches Rätsel knüpft sich auch.
Laß du die große Welt nur sausen,
Wir wollen hier im stillen hausen.
Es ist doch lange hergebracht,
Daß in der großen Welt man kleine Welten macht.
Da seh ich junge Hexchen, nackt und bloß,
Und alte, die sich klug verhüllen.
Seid freundlich, nur um meinetwillen;
Die Müh ist klein, der Spaß ist groß.
Ich höre was von Instrumenten tönen!
Verflucht Geschnarr! Man muß sich dran gewohnen.
Komm mit! Komm mit! Es kann nicht anders sein,
Ich tret heran und führe dich herein,
Und ich verbinde dich aufs neue.
Was sagst du, Freund? das ist kein kleiner Raum.
Da sieh nur hin! du siehst das Ende kaum.
Ein Hundert Feuer brennen in der Reihe
Man tanzt, man schwatzt, man kocht, man trinkt, man liebt
Nun sage mir, wo es was Bessers gibt?

FAUST:
Willst du dich nun, um uns hier einzuführen,
Als Zaubrer oder Teufel produzieren?

MEPHISTOPHELES:
Zwar bin ich sehr gewohnt, inkognito zu gehn,
Doch läßt am Galatag man seinen Orden sehn.
Ein Knieband zeichnet mich nicht aus,
Doch ist der Pferdefuß hier ehrenvoll zu Haus.
Siehst du die Schnecke da? sie kommt herangekrochen;
Mit ihrem tastenden Gesicht
Hat sie mir schon was abgerochen.
Wenn ich auch will, verleugn ich hier mich nicht.
Komm nur! von Feuer gehen wir zu Feuer,
Ich bin der Werber, und du bist der Freier.
(Zu einigen, die um verglimmende Kohlen sitzen:)
Ihr alten Herrn, was macht ihr hier am Ende?
Ich lobt euch, wenn ich euch hübsch in der Mitte fände,
Von Saus umzirkt und Jugendbraus;
Genug allein ist jeder ja zu Haus.

GENERAL:
Wer mag auf Nationen trauen!
Man habe noch so viel für sie getan;
Denn bei dem Volk wie bei den Frauen
Steht immerfort die Jugend oben an.

MINISTER:
Jetzt ist man von dem Rechten allzu weit,
Ich lobe mir die guten Alten;
Denn freilich, da wir alles galten,
Da war die rechte goldne Zeit.

PARVENÜ:
Wir waren wahrlich auch nicht dumm
Und taten oft, was wir nicht sollten;
Doch jetzo kehrt sich alles um und um,
Und eben da wir's fest erhalten wollten.

AUTOR:
Wer mag wohl überhaupt jetzt eine Schrift
Von mäßig klugem Inhalt lesen!
Und was das liebe junge Volk betrifft,
Das ist noch nie so naseweis gewesen.

MEPHISTOPHELES (der auf einmal sehr alt erscheint):
Zum Jüngsten Tag fühl ich das Volk gereift,
Da ich zum letztenmal den Hexenberg ersteige,
Und weil mein Fäßchen trübe läuft,
So ist die Welt auch auf der Neige.

TRÖDELHEXE:
Ihr Herren, geht nicht so vorbei!
Laßt die Gelegenheit nicht fahren!
Aufmerksam blickt nach meinen Waren,
Es steht dahier gar mancherlei.
Und doch ist nichts in meinem Laden,
Dem keiner auf der Erde gleicht,
Das nicht einmal zum tücht'gen Schaden
Der Menschen und der Welt gereicht.
Kein Dolch ist hier, von dem nicht Blut geflossen,
Kein Kelch, aus dem sich nicht in ganz gesunden Leib
Verzehrend heißes Gift ergossen,
Kein Schmuck, der nicht ein liebenswürdig Weib
Verführt, kein Schwert, das nicht den Bund gebrochen,
Nicht etwa hinterrücks den Gegenmann durchstochen.

MEPHISTOPHELES:
Frau Muhme! Sie versteht mir schlecht die Zeiten.
Getan, geschehn! Geschehn, getan!
Verleg Sie sich auf Neuigkeiten!
Nur Neuigkeiten ziehn uns an.

FAUST:
Daß ich mich nur nicht selbst vergesse!
Heiß ich mir das doch eine Messe!
MEPHISTOPHELES:
Der ganze Strudel strebt nach oben;
Du glaubst zu schieben, und du wirst geschoben.

FAUST:
Wer ist denn das?

MEPHISTOPHELES:
Betrachte sie genau! Lilith ist das.

FAUST:
Wer?

MEPHISTOPHELES:
Adams erste Frau. Nimm dich in acht vor ihren schönen Haaren,
Vor diesem Schmuck, mit dem sie einzig prangt.
Wenn sie damit den jungen Mann erlangt,
So läßt sie ihn so bald nicht wieder fahren.

FAUST:
Da sitzen zwei, die Alte mit der Jungen;
Die haben schon was Rechts gesprungen!

MEPHISTOPHELES:
Das hat nun heute keine Ruh.
Es geht zum neuen Tanz, nun komm! wir greifen zu.

FAUST (mit der Jungen tanzend):
Einst hatt ich einen schönen Traum
Da sah ich einen Apfelbaum,
Zwei schöne Äpfel glänzten dran,
Sie reizten mich, ich stieg hinan.

DIE SCHÖNE:
Der Äpfelchen begehrt ihr sehr,
Und schon vom Paradiese her.
Von Freuden fühl ich mich bewegt,
Daß auch mein Garten solche trägt.

MEPHISTOPHELES (mit der Alten):
Einst hatt ich einen wüsten Traum
Da sah ich einen gespaltnen Baum,
Der hatt ein ungeheures Loch;
So groß es war, gefiel mir's doch.

DIE ALTE:
Ich biete meinen besten Gruß
Dem Ritter mit dem Pferdefuß!
Halt Er einen rechten Pfropf bereit,
Wenn Er das große Loch nicht scheut.

PROKTOPHANTASMIST:
Verfluchtes Volk! was untersteht ihr euch?
Hat man euch lange nicht bewiesen:
Ein Geist steht nie auf ordentlichen Füßen?
Nun tanzt ihr gar, uns andern Menschen gleich!

DIE SCHÖNE (tanzend):
Was will denn der auf unserm Ball?

FAUST (tanzend):
Ei! der ist eben überall.
Was andre tanzen, muß er schätzen.
Kann er nicht jeden Schritt beschwätzen,
So ist der Schritt so gut als nicht geschehn.
Am meisten ärgert ihn, sobald wir vorwärts gehn.
Wenn ihr euch so im Kreise drehen wolltet,
Wie er's in seiner alten Mühle tut
Das hieß' er allenfalls noch gut
Besonders wenn ihr ihn darum begrüßen solltet.

PROKTOPHANTASMIST:
Ihr seid noch immer da! nein, das ist unerhört.
Verschwindet doch! Wir haben ja aufgeklärt!
Das Teufelspack, es fragt nach keiner Regel
Wir sind so klug, und dennoch spukt's in Tegel.
Wie lange hab ich nicht am Wahn hinausgekehrt,
Und nie wird's rein; das ist doch unerhört!

DIE SCHÖNE:
So hört doch auf, uns hier zu ennuyieren!

PROKTOPHANTASMIST:
Ich sag's euch Geistern ins Gesicht:
Den Geistesdespotismus leid ich nicht;
Mein Geist kann ihn nicht exerzieren.
(Es wird fortgetanzt.)
Heut, seh ich, will mir nichts gelingen;
Doch eine Reise nehm ich immer mit
Und hoffe noch vor meinem letzten Schritt
Die Teufel und die Dichter zu bezwingen.

MEPHISTOPHELES:
Er wird sich gleich in eine Pfütze setzen,
Das ist die Art, wie er sich soulagiert,
Und wenn Blutegel sich an seinem Steiß ergetzen,
Ist er von Geistern und von Geist kuriert.
(Zu Faust, der aus dem Tanz getreten ist.)
Was lässest du das schöne Mädchen fahren,
Das dir zum Tanz so lieblich sang?

FAUST:
Ach! mitten im Gesange sprang
Ein rotes Mäuschen ihr aus dem Munde.

MEPHISTOPHELES:
Das ist was Rechts! das nimmt man nicht genau;
Genug, die Maus war doch nicht grau.
Wer fragt darnach in einer Schäferstunde?

FAUST:
Dann sah ich-

MEPHISTOPHELES:
Was?

FAUST:
Mephisto, siehst du dort Ein blasses, schönes Kind allein und ferne stehen?
Sie schiebt sich langsam nur vom Ort,
Sie scheint mit geschloßnen Füßen zu gehen.
Ich muß bekennen, daß mir deucht,
Daß sie dem guten Gretchen gleicht.

MEPHISTOPHELES:
Laß das nur stehn! dabei wird's niemand wohl.
Es ist ein Zauberbild, ist leblos, ein Idol.
Ihm zu begegnen, ist nicht gut:
Vom starren Blick erstarrt des Menschen Blut,
Und er wird fast in Stein verkehrt;
Von der Meduse hast du ja gehört.

FAUST:
Fürwahr, es sind die Augen einer Toten,
Die eine liebende Hand nicht schloß.
Das ist die Brust, die Gretchen mir geboten,
Das ist der süße Leib, den ich genoß.

MEPHISTOPHELES:
Das ist die Zauberei, du leicht verführter Tor!
Denn jedem kommt sie wie sein Liebchen vor.

FAUST:
Welch eine Wonne! welch ein Leiden!
Ich kann von diesem Blick nicht scheiden.
Wie sonderbar muß diesen schönen Hals
Ein einzig rotes Schnürchen schmücken,
Nicht breiter als ein Messerrücken!

MEPHISTOPHELES:
Ganz recht! ich seh es ebenfalls.
Sie kann das Haupt auch unterm Arme tragen,
Denn Perseus hat's ihr abgeschlagen.
Nur immer diese Lust zum Wahn!
Komm doch das Hügelchen heran,
Hier ist's so lustig wie im Prater
Und hat man mir's nicht angetan,
So seh ich wahrlich ein Theater.
Was gibt's denn da?

SERVIBILIS:
Gleich fängt man wieder an. Ein neues Stück, das letzte Stück von sieben.
So viel zu geben ist allhier der Brauch,
Ein Dilettant hat es geschrieben
Und Dilettanten spielen's auch.
Verzeiht, ihr Herrn, wenn ich verschwinde
Mich dilettiert's, den Vorhang aufzuziehn.

MEPHISTOPHELES:
Wenn ich euch auf dem Blocksberg finde,
Das find ich gut; denn da gehört ihr hin.

            

XXI. WALPURGIS-NIGHT

THE HARTZ MOUNTAINS.

_District of Schierke and Elend_.

FAUST MEPHISTOPHELES

MEPHISTOPHELES

DOST thou not wish a broomstick-steed's assistance?
The sturdiest he-goat I would gladly see:
The way we take, our goal is yet some distance.

FAUST

So long as in my legs I feel the fresh existence.
This knotted staff suffices me.
What need to shorten so the way?
Along this labyrinth of vales to wander,
Then climb the rocky ramparts yonder,
Wherefrom the fountain flings eternal spray,
Is such delight, my steps would fain delay.
The spring-time stirs within the fragrant birches,
And even the fir-tree feels it now:
Should then our limbs escape its gentle searches?

MEPHISTOPHELES

I notice no such thing, I vow!
'Tis winter still within my body:
Upon my path I wish for frost and snow.
How sadly rises, incomplete and ruddy,
The moon's lone disk, with its belated glow,
And lights so dimly, that, as one advances,
At every step one strikes a rock or tree!
Let us, then, use a Jack-o'-lantern's glances:
I see one yonder, burning merrily.
Ho, there! my friend! I'll levy thine attendance:
Why waste so vainly thy resplendence?
Be kind enough to light us up the steep!

WILL-O'-THE-WISP

My reverence, I hope, will me enable
To curb my temperament unstable;
For zigzag courses we are wont to keep.

MEPHISTOPHELES

Indeed? he'd like mankind to imitate!
Now, in the Devil's name, go straight,
Or I'll blow out his being's flickering spark!

WILL-O'-THE-WISP

You are the master of the house, I mark,
And I shall try to serve you nicely.
But then, reflect: the mountain's magic-mad to-day,
And if a will-o'-the-wisp must guide you on the way,
You mustn't take things too precisely.

FAUST, MEPHISTOPHELES, WILL-O'-THE-WISP

(_in alternating song_)

We, it seems, have entered newly
In the sphere of dreams enchanted.
Do thy bidding, guide us truly,
That our feet be forwards planted
In the vast, the desert spaces!
See them swiftly changing places,
Trees on trees beside us trooping,
And the crags above us stooping,
And the rocky snouts, outgrowing,--
Hear them snoring, hear them blowing!
O'er the stones, the grasses, flowing
Stream and streamlet seek the hollow.
Hear I noises? songs that follow?
Hear I tender love-petitions?
Voices of those heavenly visions?
Sounds of hope, of love undying!
And the echoes, like traditions
Of old days, come faint and hollow.

Hoo-hoo! Shoo-hoo! Nearer hover
Jay and screech-owl, and the plover,--
Are they all awake and crying?
Is't the salamander pushes,
Bloated-bellied, through the bushes?
And the roots, like serpents twisted,
Through the sand and boulders toiling,
Fright us, weirdest links uncoiling
To entrap us, unresisted:
Living knots and gnarls uncanny
Feel with polypus-antennae
For the wanderer. Mice are flying,
Thousand-colored, herd-wise hieing
Through the moss and through the heather!

And the fire-flies wink and darkle,
Crowded swarms that soar and sparkle,
And in wildering escort gather!

Tell me, if we still are standing,
Or if further we're ascending?
All is turning, whirling, blending,
Trees and rocks with grinning faces,
Wandering lights that spin in mazes,
Still increasing and expanding!

MEPHISTOPHELES

Grasp my skirt with heart undaunted!
Here a middle-peak is planted,
Whence one seeth, with amaze,
Mammon in the mountain blaze.

FAUST

How strangely glimmers through the hollows
A dreary light, like that of dawn!
Its exhalation tracks and follows
The deepest gorges, faint and wan.
Here steam, there rolling vapor sweepeth;
Here burns the glow through film and haze:
Now like a tender thread it creepeth,
Now like a fountain leaps and plays.
Here winds away, and in a hundred
Divided veins the valley braids:
There, in a corner pressed and sundered,
Itself detaches, spreads and fades.
Here gush the sparkles incandescent
Like scattered showers of golden sand;--
But, see! in all their height, at present,
The rocky ramparts blazing stand.

[Illustration: _Under the old ribs of the rock retreating_,]

MEPHISTOPHELES

Has not Sir Mammon grandly lighted
His palace for this festal night?
'Tis lucky thou hast seen the sight;
The boisterous guests approach that were invited.

FAUST

How raves the tempest through the air!
With what fierce blows upon my neck 'tis beating!

MEPHISTOPHELES

Under the old ribs of the rock retreating,
Hold fast, lest thou be hurled down the abysses there!
The night with the mist is black;
Hark! how the forests grind and crack!
Frightened, the owlets are scattered:
Hearken! the pillars are shattered.
The evergreen palaces shaking!
Boughs are groaning and breaking,
The tree-trunks terribly thunder,
The roots are twisting asunder!
In frightfully intricate crashing
Each on the other is dashing,
And over the wreck-strewn gorges
The tempest whistles and surges!
Hear'st thou voices higher ringing?
Far away, or nearer singing?
Yes, the mountain's side along,
Sweeps an infuriate glamouring song!

WITCHES (_in chorus_)

The witches ride to the Brocken's top,
The stubble is yellow, and green the crop.
There gathers the crowd for carnival:
Sir Urian sits over all.

And so they go over stone and stock;
The witch she-----s, and-----s the buck.

A VOICE

Alone, old Baubo's coming now;
She rides upon a farrow-sow.

CHORUS

Then honor to whom the honor is due!
Dame Baubo first, to lead the crew!
A tough old sow and the mother thereon,
Then follow the witches, every one.

A VOICE

Which way com'st thou hither?

VOICE

O'er the Ilsen-stone.
I peeped at the owl in her nest alone:
How she stared and glared!

VOICE

Betake thee to Hell!
Why so fast and so fell?

VOICE

She has scored and has flayed me:
See the wounds she has made me!

WITCHES (_chorus_)

The way is wide, the way is long:
See, what a wild and crazy throng!
The broom it scratches, the fork it thrusts,
The child is stifled, the mother bursts.
WIZARDS (_semichorus_)

As doth the snail in shell, we crawl:
Before us go the women all.
When towards the Devil's House we tread,
Woman's a thousand steps ahead.

OTHER SEMICHORUS

We do not measure with such care:
Woman in thousand steps is theft.
But howsoe'er she hasten may,
Man in one leap has cleared the way.

VOICE (_from above_)

Come on, come on, from Rocky Lake!

VOICE (_from below_)

Aloft we'd fain ourselves betake.
We've washed, and are bright as ever you will,
Yet we're eternally sterile still.

BOTH CHORUSES

The wind is hushed, the star shoots by.
The dreary moon forsakes the sky;
The magic notes, like spark on spark,
Drizzle, whistling through the dark.

VOICE (_from below_)

Halt, there! Ho, there!

VOICE (_from above_)

Who calls from the rocky cleft below there?

VOICE (_below_)

Take me, too! take me, too!
I'm climbing now three hundred years,
And yet the summit cannot see:
Among my equals I would be.

BOTH CHORUSES

Bears the broom and bears the stock,
Bears the fork and bears the buck:
Who cannot raise himself to-night
Is evermore a ruined wight.

HALF-WITCH (_below_)

So long I stumble, ill bestead,
And the others are now so far ahead!
At home I've neither rest nor cheer,
And yet I cannot gain them here.

CHORUS OF WITCHES

To cheer the witch will salve avail;
A rag will answer for a sail;
Each trough a goodly ship supplies;
He ne'er will fly, who now not flies.

BOTH CHORUSES

When round the summit whirls our flight,
Then lower, and on the ground alight;
And far and wide the heather press
With witchhood's swarms of wantonness!

(_They settle down_.)

MEPHISTOPHELES

They crowd and push, they roar and clatter!
They whirl and whistle, pull and chatter!
They shine, and spirt, and stink, and burn!
The true witch-element we learn.
Keep close! or we are parted, in our turn,
Where art thou?

FAUST (_in the distance_)

Here!

MEPHISTOPHELES

What! whirled so far astray?
Then house-right I must use, and clear the way.
Make room! Squire Voland comes! Room, gentle rabble,
room!

Here, Doctor, hold to me: in one jump we'll resume
An easier space, and from the crowd be free:
It's too much, even for the like of me.
Yonder, with special light, there's something shining clearer
Within those bushes; I've a mind to see.
Come on! well slip a little nearer.

FAUST

Spirit of Contradiction! On! I'll follow straight.
'Tis planned most wisely, if I judge aright:
We climb the Brocken's top in the Walpurgis-Night,
That arbitrarily, here, ourselves we isolate.

MEPHISTOPHELES

But see, what motley flames among the heather!
There is a lively club together:
In smaller circles one is not alone.

FAUST

Better the summit, I must own:
There fire and whirling smoke I see.
They seek the Evil One in wild confusion:
Many enigmas there might find solution.

MEPHISTOPHELES

But there enigmas also knotted be.
Leave to the multitude their riot!
Here will we house ourselves in quiet.
It is an old, transmitted trade,
That in the greater world the little worlds are made.
I see stark-nude young witches congregate,
And old ones, veiled and hidden shrewdly:
On my account be kind, nor treat them rudely!
The trouble's small, the fun is great.
I hear the noise of instruments attuning,--
Vile din! yet one must learn to bear the crooning.
Come, come along! It _must_ be, I declare!
I'll go ahead and introduce thee there,
Thine obligation newly earning.
That is no little space: what say'st thou, friend?
Look yonder! thou canst scarcely see the end:
A hundred fires along the ranks are burning.
They dance, they chat, they cook, they drink, they court:
Now where, just tell me, is there better sport?

FAUST

Wilt thou, to introduce us to the revel,
Assume the part of wizard or of devil?

MEPHISTOPHELES

I'm mostly used, 'tis true, to go incognito,
But on a gala-day one may his orders show.
The Garter does not deck my suit,
But honored and at home is here the cloven foot.
Perceiv'st thou yonder snail? It cometh, slow and steady;
So delicately its feelers pry,
That it hath scented me already:
I cannot here disguise me, if I try.
But come! we'll go from this fire to a newer:
I am the go-between, and thou the wooer.

(_To some, who are sitting around dying embers_:)

Old gentlemen, why at the outskirts? Enter!
I'd praise you if I found you snugly in the centre,
With youth and revel round you like a zone:
You each, at home, are quite enough alone.

GENERAL

Say, who would put his trust in nations,
Howe'er for them one may have worked and planned?
For with the people, as with women,
Youth always has the upper hand.

MINISTER

They're now too far from what is just and sage.
I praise the old ones, not unduly:
When we were all-in-all, then, truly,
_Then_ was the real golden age.

PARVENU

We also were not stupid, either,
And what we should not, often did;
But now all things have from their bases slid,
Just as we meant to hold them fast together.

AUTHOR

Who, now, a work of moderate sense will read?
Such works are held as antiquate and mossy;
And as regards the younger folk, indeed,
They never yet have been so pert and saucy.

MEPHISTOPHELES

(_who all at once appears very old_)

I feel that men are ripe for Judgment-Day,
Now for the last time I've the witches'-hill ascended:
Since to the lees _my_ cask is drained away,
The world's, as well, must soon be ended.

HUCKSTER-WITCH

Ye gentlemen, don't pass me thus!
Let not the chance neglected be!
Behold my wares attentively:
The stock is rare and various.
And yet, there's nothing I've collected--
No shop, on earth, like this you'll find!--
Which has not, once, sore hurt inflicted
Upon the world, and on mankind.
No dagger's here, that set not blood to flowing;
No cup, that hath not once, within a healthy frame
Poured speedy death, in poison glowing:
No gems, that have not brought a maid to shame;
No sword, but severed ties for the unwary,
Or from behind struck down the adversary.

MEPHISTOPHELES

Gossip! the times thou badly comprehendest:
What's done has happed--what haps, is done!
'Twere better if for novelties thou sendest:
By such alone can we be won.

FAUST

Let me not lose myself in all this pother!
This is a fair, as never was another!

MEPHISTOPHELES

The whirlpool swirls to get above:
Thou'rt shoved thyself, imagining to shove.

FAUST

But who is that?

MEPHISTOPHELES

Note her especially,
Tis Lilith.

FAUST

Who?

MEPHISTOPHELES

Adam's first wife is she.
Beware the lure within her lovely tresses,
The splendid sole adornment of her hair!
When she succeeds therewith a youth to snare,
Not soon again she frees him from her jesses.

FAUST

Those two, the old one with the young one sitting,
They've danced already more than fitting.

MEPHISTOPHELES

No rest to-night for young or old!
They start another dance: come now, let us take hold!

FAUST (_dancing with the young witch_)

A lovely dream once came to me;
I then beheld an apple-tree,
And there two fairest apples shone:
They lured me so, I climbed thereon.

THE FAIR ONE

Apples have been desired by you,
Since first in Paradise they grew;
And I am moved with joy, to know
That such within my garden grow.

MEPHISTOPHELES (_dancing with the old one_)

A dissolute dream once came to me:
Therein I saw a cloven tree,
Which had a-----------------;
Yet,-----as 'twas, I fancied it.

THE OLD ONE

I offer here my best salute
Unto the knight with cloven foot!
Let him a-----------prepare,
If him------------------does not scare.

PROKTOPHANTASMIST

Accurséd folk! How dare you venture thus?
Had you not, long since, demonstration
That ghosts can't stand on ordinary foundation?
And now you even dance, like one of us!

THE FAIR ONE (_dancing_)

Why does he come, then, to our ball?

FAUST (_dancing_)

O, everywhere on him you fall!
When others dance, he weighs the matter:
If he can't every step bechatter,
Then 'tis the same as were the step not made;
But if you forwards go, his ire is most displayed.
If you would whirl in regular gyration
As he does in his dull old mill,
He'd show, at any rate, good-will,--
Especially if you heard and heeded his hortation.

PROKTOPHANTASMIST

You still are here? Nay, 'tis a thing unheard!
Vanish, at once! We've said the enlightening word.
The pack of devils by no rules is daunted:
We are so wise, and yet is Tegel haunted.
To clear the folly out, how have I swept and stirred!
Twill ne'er be clean: why, 'tis a thing unheard!

THE FAIR ONE

Then cease to bore us at our ball!

PROKTOPHANTASMIST

I tell you, spirits, to your face,
I give to spirit-despotism no place;
My spirit cannot practise it at all.

(_The dance continues_)

Naught will succeed, I see, amid such revels;
Yet something from a tour I always save,
And hope, before my last step to the grave,
To overcome the poets and the devils.

MEPHISTOPHELES

He now will seat him in the nearest puddle;
The solace this, whereof he's most assured:
And when upon his rump the leeches hang and fuddle,
He'll be of spirits and of Spirit cured.

(_To_ FAUST, _who has left the dance_:)

Wherefore forsakest thou the lovely maiden,
That in the dance so sweetly sang?

FAUST

Ah! in the midst of it there sprang
A red mouse from her mouth--sufficient reason.

MEPHISTOPHELES

That's nothing! One must not so squeamish be;
So the mouse was not gray, enough for thee.
Who'd think of that in love's selected season?

FAUST

Then saw I--.

MEPHISTOPHELES

What?

FAUST

Mephisto, seest thou there,
Alone and far, a girl most pale and fair?
She falters on, her way scarce knowing,
As if with fettered feet that stay her going.
I must confess, it seems to me
As if my kindly Margaret were she.

MEPHISTOPHELES

Let the thing be! All thence have evil drawn:
It is a magic shape, a lifeless eidolon.
Such to encounter is not good:
Their blank, set stare benumbs the human blood,
And one is almost turned to stone.
Medusa's tale to thee is known.

FAUST

Forsooth, the eyes they are of one whom, dying,
No hand with loving pressure closed;
That is the breast whereon I once was lying,--
The body sweet, beside which I reposed!

MEPHISTOPHELES

Tis magic all, thou fool, seduced so easily!
Unto each man his love she seems to be.

FAUST

The woe, the rapture, so ensnare me,
That from her gaze I cannot tear me!
And, strange! around her fairest throat
A single scarlet band is gleaming,
No broader than a knife-blade seeming!

MEPHISTOPHELES

Quite right! The mark I also note.
Her head beneath her arm she'll sometimes carry;
Twas Perseus lopped it, her old adversary.
Thou crav'st the same illusion still!
Come, let us mount this little hill;
The Prater shows no livelier stir,
And, if they've not bewitched my sense,
I verily see a theatre.
What's going on?

SERVIBILIS
'Twill shortly recommence:
A new performance--'tis the last of seven.
To give that number is the custom here:
'Twas by a Dilettante written,
And Dilettanti in the parts appear.
That now I vanish, pardon, I entreat you!
As Dilettante I the curtain raise.

MEPHISTOPHELES
When I upon the Blocksberg meet you,
I find it good: for that's your proper place.




Walpurgisnachtstraum

oder Oberons und Titanias goldne Hochzeit

Intermezzo


THEATERMEISTER:
Heute ruhen wir einmal,
Miedings wackre Söhne.
Alter Berg und feuchtes Tal,
Das ist die ganze Szene!

HEROLD:
Daß die Hochzeit golden sei,
Solln funfzig Jahr sein vorüber;
Aber ist der Streit vorbei,
Das golden ist mir lieber.

OBERON:
Seid ihr Geister, wo ich bin,
So zeigt's in diesen Stunden;
König und die Königin,
Sie sind aufs neu verbunden.

PUCK:
Kommt der Puck und dreht sich quer
Und schleift den Fuß im Reihen;
Hundert kommen hinterher,
Sich auch mit ihm zu freuen.

ARIEL:
Ariel bewegt den Sang
In himmlisch reinen Tönen;
Viele Fratzen lockt sein Klang,
Doch lockt er auch die Schönen.

OBERON:
Gatten, die sich vertragen wollen,
Lernen's von uns beiden!
Wenn sich zweie lieben sollen,
Braucht man sie nur zu scheiden.

TITANIA:
Schmollt der Mann und grillt die Frau,
So faßt sie nur behende,
Führt mir nach dem Mittag sie,
Und ihn an Nordens Ende.

ORCHESTER TUTTI (Fortissimo):
Fliegenschnauz und Mückennas
Mit ihren Anverwandten,
Frosch im Laub und Grill im Gras,
Das sind die Musikanten!

SOLO:
Seht, da kommt der Dudelsack!
Es ist die Seifenblase.
Hört den Schneckeschnickeschnack
Durch seine stumpfe Nase

GEIST, DER SICH ERST BILDET:
Spinnenfuß und Krötenbauch
Und Flügelchen dem Wichtchen!
Zwar ein Tierchen gibt es nicht,
Doch gibt es ein Gedichtchen.

EIN PÄRCHEN:
Kleiner Schritt und hoher Sprung
Durch Honigtau und Düfte
Zwar du trippelst mir genung,
Doch geh's nicht in die Lüfte.

NEUGIERIGER REISENDER:
Ist das nicht Maskeradenspott?
Soll ich den Augen trauen,
Oberon, den schönen Gott,
Auch heute hier zu schauen?

ORTHODOX:
Keine Klauen, keinen Schwanz!
Doch bleibt es außer Zweifel:
So wie die Götter Griechenlands,
So ist auch er ein Teufel.

NORDISCHER KÜNSTLER:
Was ich ergreife, das ist heut
Fürwahr nur skizzenweise;
Doch ich bereite mich beizeit
Zur italien'schen Reise.

PURIST:
Ach! mein Unglück führt mich her:
Wie wird nicht hier geludert!
Und von dem ganzen Hexenheer
Sind zweie nur gepudert.

JUNGE HEXE
Der Puder ist so wie der Rock
Für alt' und graue Weibchen,
Drum sitz ich nackt auf meinem Bock
Und zeig ein derbes Leibchen.

MATRONE:
Wir haben zu viel Lebensart
Um hier mit euch zu maulen!
Doch hoff ich, sollt ihr jung und zart
So wie ihr seid, verfaulen.

KAPELLMEISTER:
Fliegenschnauz und Mückennas
Umschwärmt mir nicht die Nackte!
Frosch im Laub und Grill im Gras,
So bleibt doch auch im Takte!

WINDFAHNE (nach der einen Seite):
Gesellschaft, wie man wünschen kann:
Wahrhaftig lauter Bräute!
Und Junggesellen, Mann für Mann,
Die hoffnungsvollsten Leute!

WINDFAHNE (nach der andern Seite):
Und tut sich nicht der Boden auf,
Sie alle zu verschlingen,
So will ich mit behendem Lauf
Gleich in die Hölle springen.

XENIEN:
Als Insekten sind wir da,
Mit kleinen scharfen Scheren,
Satan, unsern Herrn Papa,
Nach Würden zu verehren.

HENNINGS:
Seht, wie sie in gedrängter Schar
Naiv zusammen scherzen!
Am Ende sagen sie noch gar,
Sie hätten gute Herzen.

MUSAGET:
Ich mag in diesem Hexenheer
Mich gar zu gern verlieren;
Denn freilich diese wüßt ich eh'r
Als Musen anzuführen.

CI-DEVANT GENIUS DER ZEIT:
Mit rechten Leuten wird man was.
Komm, fasse meinen Zipfel!
Der Blocksberg, wie der deutsche Parnaß,
Hat gar einen breiten Gipfel.

NEUGIERIGER REISENDER:
Sagt, wie heißt der steife Mann?
Er geht mit stolzen Schritten.
Er schnopert, was er schnopern kann.
"Er spürt nach Jesuiten."

KRANICH:
In dem klaren mag ich gern
Und auch im trüben fischen;
Darum seht ihr den frommen Herrn
Sich auch mit Teufeln mischen.

WELTKIND:
Ja, für die Frommen, glaubet mir,
Ist alles ein Vehikel,
Sie bilden auf dem Blocksberg hier
Gar manches Konventikel.

TÄNZER:
Da kommt ja wohl ein neues Chor?
Ich höre ferne Trommeln.
"Nur ungestört! es sind im Rohr
Die unisonen Dommeln."

TANZMEISTER:
Wie jeder doch die Beine lupft!
Sich, wie er kann, herauszieht!
Der Krumme springt, der Plumpe hupft
Und fragt nicht, wie es aussieht.

FIEDLER:
Das haßt sich schwer, das Lumpenpack,
Und gäb sich gern das Restchen;
Es eint sie hier der Dudelsack,
Wie Orpheus' Leier die Bestjen.

DOGMATIKER:
Ich lasse mich nicht irre schrein,
Nicht durch Kritik noch Zweifel.
Der Teufel muß doch etwas sein;
Wie gäb's denn sonst auch Teufel?

IDEALIST:
Die Phantasie in meinem Sinn
Ist diesmal gar zu herrisch.
Fürwahr, wenn ich das alles bin,
So bin ich heute närrisch.

REALIST:
Das Wesen ist mir recht zur Qual
Und muß mich baß verdrießen;
Ich stehe hier zum erstenmal
Nicht fest auf meinen Füßen.

SUPERNATURALIST:
Mit viel Vergnügen bin ich da
Und freue mich mit diesen;
Denn von den Teufeln kann ich ja
Auf gute Geister schließen.

SKEPTIKER:
Sie gehn den Flämmchen auf der Spur
Und glaubn sich nah dem Schatze.
Auf Teufel reimt der Zweifel nur;
Da bin ich recht am Platze.

KAPELLMEISTER:
Frosch im Laub und Grill im Gras,
Verfluchte Dilettanten!
Fliegenschnauz und Mückennas,
Ihr seid doch Musikanten!

DIE GEWANDTEN:
Sanssouci, so heißt das Heer
Von lustigen Geschöpfen;
Auf den Füßen geht's nicht mehr,
Drum gehn wir auf den Köpfen.

DIE UNBEHILFLICHEN:
Sonst haben wir manchen Bissen erschranzt,
Nun aber Gott befohlen!
Unsere Schuhe sind durchgetanzt,
Wir laufen auf nackten Sohlen.

IRRLICHTER:
Von dem Sumpfe kommen wir,
Woraus wir erst entstanden;
Doch sind wir gleich im Reihen hier
Die glänzenden Galanten.

STERNSCHNUPPE:
Aus der Höhe schoß ich her
Im Stern- und Feuerscheine,
Liege nun im Grase quer-
Wer hilft mir auf die Beine?

DIE MASSIVEN:
Platz und Platz! und ringsherum!
So gehn die Gräschen nieder.
Geister kommen, Geister auch,
Sie haben plumpe Glieder.

PUCK:
Tretet nicht so mastig auf
Wie Elefantenkälber,
Und der plumpst' an diesem Tag
Sei Puck, der derbe, selber.

ARIEL:
Gab die liebende Natur,
Gab der Geist euch Flügel,
Folget meiner leichten Spur,
Auf zum Rosenhügel!

ORCHESTER (Pianissimo):
Wolkenzug und Nebelflor
Erhellen sich von oben.
Luft im Laub und Wind im Rohr,
Und alles ist zerstoben.

            

XXII. WALPURGIS-NIGHT'S DREAM

OBERON AND TITANIA's GOLDEN WEDDING
INTERMEZZO

MANAGER

Sons of Mieding, rest to-day!
Needless your machinery:
Misty vale and mountain gray,
That is all the scenery.

HERALD

That the wedding golden be.
Must fifty years be rounded:
But _the Golden_ give to me,
When the strife's compounded.

OBERON

Spirits, if you're here, be seen--
Show yourselves, delighted!
Fairy king and fairy queen,
They are newly plighted.

PUCK

Cometh Puck, and, light of limb,
Whisks and whirls in measure:
Come a hundred after him,
To share with him the pleasure.

ARIEL

Ariel's song is heavenly-pure,
His tones are sweet and rare ones:
Though ugly faces he allure,
Yet he allures the fair ones.

OBERON

Spouses, who would fain agree,
Learn how we were mated!
If your pairs would loving be,
First be separated!

TITANIA

If her whims the wife control,
And the man berate her,
Take him to the Northern Pole,
And her to the Equator!

ORCHESTRA. TUTTI.

_Fortissimo_.

Snout of fly, mosquito-bill,
And kin of all conditions,
Frog in grass, and cricket-trill,--
These are the musicians!

SOLO

See the bagpipe on our track!
'Tis the soap-blown bubble:
Hear the _schnecke-schnicke-schnack_
Through his nostrils double!

SPIRIT, JUST GROWING INTO FORM

Spider's foot and paunch of toad,
And little wings--we know 'em!
A little creature 'twill not be,
But yet, a little poem.

A LITTLE COUPLE

Little step and lofty leap
Through honey-dew and fragrance:
You'll never mount the airy steep
With all your tripping vagrance.

INQUISITIVE TRAVELLER

Is't but masquerading play?
See I with precision?
Oberon, the beauteous fay,
Meets, to-night, my vision!

ORTHODOX

Not a claw, no tail I see!
And yet, beyond a cavil,
Like "the Gods of Greece," must he
Also be a devil.

NORTHERN ARTIST

I only seize, with sketchy air,
Some outlines of the tourney;
Yet I betimes myself prepare
For my Italian journey.

PURIST

My bad luck brings me here, alas!
How roars the orgy louder!
And of the witches in the mass,
But only two wear powder.

YOUNG WITCH

Powder becomes, like petticoat,
A gray and wrinkled noddy;
So I sit naked on my goat,
And show a strapping body.

MATRON

We've too much tact and policy
To rate with gibes a scolder;
Yet, young and tender though you be,
I hope to see you moulder.

LEADER OF THE BAND

Fly-snout and mosquito-bill,
Don't swarm so round the Naked!
Frog in grass and cricket-trill,
Observe the time, and make it!

WEATHERCOCK (_towards one side_)

Society to one's desire!
Brides only, and the sweetest!
And bachelors of youth and fire.
And prospects the completest!

WEATHERCOCK (_towards the other side_)

And if the Earth don't open now
To swallow up each ranter,
Why, then will I myself, I vow,
Jump into hell instanter!

XENIES

Us as little insects see!
With sharpest nippers flitting,
That our Papa Satan we
May honor as is fitting.

HENNINGS

How, in crowds together massed,
They are jesting, shameless!
They will even say, at last,
That their hearts are blameless.

MUSAGETES

Among this witches' revelry
His way one gladly loses;
And, truly, it would easier be
Than to command the Muses.

CI-DEVANT GENIUS OF THE AGE

The proper folks one's talents laud:
Come on, and none shall pass us!
The Blocksberg has a summit broad,
Like Germany's Parnassus.

INQUISITIVE TRAVELLER

Say, who's the stiff and pompous man?
He walks with haughty paces:
He snuffles all he snuffle can:
"He scents the Jesuits' traces."

CRANE

Both clear and muddy streams, for me
Are good to fish and sport in:
And thus the pious man you see
With even devils consorting.

WORLDLING

Yes, for the pious, I suspect,
All instruments are fitting;
And on the Blocksberg they erect
Full many a place of meeting.

DANCER

A newer chorus now succeeds!
I hear the distant drumming.
"Don't be disturbed! 'tis, in the reeds,
The bittern's changeless booming."

DANCING-MASTER

How each his legs in nimble trip
Lifts up, and makes a clearance!
The crooked jump, the heavy skip,
Nor care for the appearance.

GOOD FELLOW

The rabble by such hate are held,
To maim and slay delights them:
As Orpheus' lyre the brutes compelled,
The bagpipe here unites them.

DOGMATIST

I'll not be led by any lure
Of doubts or critic-cavils:
The Devil must be something, sure,--
Or how should there be devils?

IDEALIST

This once, the fancy wrought in me
Is really too despotic:
Forsooth, if I am all I see,
I must be idiotic!

REALIST

This racking fuss on every hand,
It gives me great vexation;
And, for the first time, here I stand
On insecure foundation.

SUPERNATURALIST

With much delight I see the play,
And grant to these their merits,
Since from the devils I also may
Infer the better spirits.

SCEPTIC

The flame they follow, on and on,
And think they're near the treasure:
But _Devil_ rhymes with _Doubt_ alone,
So I am here with pleasure.

LEADER OF THE BAND

Frog in green, and cricket-trill.
Such dilettants!--perdition!
Fly-snout and mosquito-bill,--
Each one's a fine musician!

THE ADROIT

_Sans souci_, we call the clan
Of merry creatures so, then;
Go a-foot no more we can,
And on our heads we go, then.

THE AWKWARD

Once many a bit we sponged, but now,
God help us! that is done with:
Our shoes are all danced out, we trow,
We've but naked soles to run with.

WILL-O'-THE WISPS

From the marshes we appear,
Where we originated;
Yet in the ranks, at once, we're here
As glittering gallants rated.

SHOOTING-STAR

Darting hither from the sky,
In star and fire light shooting,
Cross-wise now in grass I lie:
Who'll help me to my footing?

THE HEAVY FELLOWS

Room! and round about us, room!
Trodden are the grasses:
Spirits also, spirits come,
And they are bulky masses.

PUCK

Enter not so stall-fed quite,
Like elephant-calves about one!
And the heaviest weight to-night
Be Puck, himself, the stout one!

ARIEL

If loving Nature at your back,
Or Mind, the wings uncloses,
Follow up my airy track
To the mount of roses!

ORCHESTRA

_pianissimo_
Cloud and trailing mist o'erhead
Are now illuminated:
Air in leaves, and wind in reed,
And all is dissipated.




Trüber Tag. Feld

Faust. Mephistopheles.


FAUST:
Im Elend! Verzweifelnd! Erbärmlich auf der Erde lange verirrt und nun
gefangen! Als Missetäterin Im Kerker zu entsetzlichen Qualen eingesperrt,
das holde unselige Geschöpf! Bis dahin! dahin!- Verräterischer,
nichtswürdiger Geist, und das hast du mir verheimlicht!- Steh nur, steh!
wälze die teuflischen Augen ingrimmend im Kopf herum! Steh und trutze mir
durch deine unerträgliche Gegenwart! Gefangen! Im unwiederbringlichen
Elend! Bösen Geistern übergeben und der richtenden gefühllosen Menschheit!
Und mich wiegst du indes in abgeschmackten Zerstreuungen, verbirgst mir
ihren wachsenden Jammer und lässest sie hilflos verderben!

MEPHISTOPHELES:
Sie ist die erste nicht.

FAUST:
Hund! abscheuliches Untier!- Wandle ihn, du unendlicher Geist! wandle den
Wurm wieder in seine Hundsgestalt, wie er sich oft nächtlicherweile gefiel,
vor mir herzutrotten, dem harmlosen Wandrer vor die Füße zu kollern und
sich dem niederstürzenden auf die Schultern zu hängen. Wandl' ihn wieder in
seine Lieblingsbildung, daß er vor mir im Sand auf dem Bauch krieche, ich
ihn mit Füßen trete, den Verworfnen!- "Die erste nicht!"- Jammer! Jammer!
von keiner Menschenseele zu fassen, daß mehr als ein Geschöpf in die Tiefe
dieses Elendes versank, daß nicht das erste genugtat für die Schuld aller
übrigen in seiner windenden Todesnot vor den Augen des ewig Verzeihenden!
Mir wühlt es Mark und Leben durch, das Elend dieser einzigen- du grinsest
gelassen über das Schicksal von Tausenden hin!

MEPHISTOPHELES:
Nun sind wir schon wieder an der Grenze unsres Witzes, da, wo euch Menschen
der Sinn überschnappt. Warum machst du Gemeinschaft mit uns wenn du sie
nicht durchführen kannst? Willst fliegen und bist vorm Schwindel nicht
sicher? Drangen wir uns dir auf, oder du dich uns?

FAUST:
Fletsche deine gefräßigen Zähne mir nicht so entgegen! Mir ekelt's!-
Großer, herrlicher Geist, der du mir zu erscheinen würdigtest, der du mein
Herz kennest und meine Seele, warum an den Schandgesellen mich schmieden,
der sich am Schaden weidet und am Verderben sich letzt?

MEPHISTOPHELES:
Endigst du?

FAUST:
Rette sie! oder weh dir! Den gräßlichsten Fluch über dich auf Jahrtausende!

MEPHISTOPHELES:
Ich kann die Bande des Rächers nicht lösen, seine Riegel nicht öffnen.-
"Rette sie!"- Wer war's, der sie ins Verderben stürzte? Ich oder du?
(Faust blickt wild umher.)
Greifst du nach dem Donner? Wohl, daß er euch elenden Sterblichen nicht
gegeben ward! Den unschuldig Entgegnenden zu zerschmettern, das ist so
Tyrannenart, sich in Verlegenheiten Luft zu machen.

FAUST:
Bringe mich hin! Sie soll frei sein!

MEPHISTOPHELES:
Und die Gefahr, der du dich aussetzest? Wisse, noch liegt auf der Stadt
Blutschuld von deiner Hand. Über des Erschlagenen Stätte schweben rächende
Geister und lauern auf den wiederkehrenden Mörder.

FAUST:
Noch das von dir? Mord und Tod einer Welt über dich Ungeheuer! Führe mich
hin, sag ich, und befrei sie.

MEPHISTOPHELES:
Ich führe dich, und was ich tun kann, höre! Habe ich alle Macht im Himmel
und auf Erden? Des Türners Sinne will ich umnebeln, bemächtige dich der
Schlüssel und führe sie heraus mit Menschenhand! Ich wache, die
Zauberpferde sind bereit, ich entführe euch. Das vermag ich.

FAUST:
Auf und davon!

            

XXIII. DREARY DAY

A FIELD

FAUST MEPHISTOPHELES

FAUST

In misery! In despair! Long wretchedly astray on the face of the earth,
and now imprisoned! That gracious, ill-starred creature shut in a
dungeon as a criminal, and given up to fearful torments! To this has it
come! to this!--Treacherous, contemptible spirit, and thou hast
concealed it from me!--Stand, then,--stand! Roll the devilish eyes
wrathfully in thy head! Stand and defy me with thine intolerable
presence! Imprisoned! In irretrievable misery! Delivered up to evil
spirits, and to condemning, unfeeling Man! And thou hast lulled me,
meanwhile, with the most insipid dissipations, hast concealed from me
her increasing wretchedness, and suffered her to go helplessly to ruin!
[Illustration: _Roll the devilish eyes wrathfully in thy head_]

MEPHISTOPHELES

She is not the first.

FAUST

Dog! Abominable monster! Transform him, thou Infinite Spirit! transform
the reptile again into his dog-shape? in which it pleased him often at
night to scamper on before me, to roll himself at the feet of the
unsuspecting wanderer, and hang upon his shoulders when he fell!
Transform him again into his favorite likeness, that he may crawl upon
his belly in the dust before me,--that I may trample him, the outlawed,
under foot! Not the first! O woe! woe which no human soul can grasp,
that more than one being should sink into the depths of this
misery,--that the first, in its writhing death-agony under the eyes of
the Eternal Forgiver, did not expiate the guilt of all others! The
misery of this single one pierces to the very marrow of my life; and
thou art calmly grinning at the fate of thousands!

MEPHISTOPHELES

Now we are already again at the end of our wits, where the understanding
of you men runs wild. Why didst thou enter into fellowship with us, if
thou canst not carry it out? Wilt fly, and art not secure against
dizziness? Did we thrust ourselves upon thee, or thou thyself upon us?

FAUST

Gnash not thus thy devouring teeth at me? It fills me with horrible
disgust. Mighty, glorious Spirit, who hast vouchsafed to me Thine
apparition, who knowest my heart and my soul, why fetter me to the
felon-comrade, who feeds on mischief and gluts himself with ruin?

MEPHISTOPHELES

Hast thou done?

FAUST

Rescue her, or woe to thee! The fearfullest curse be upon thee for
thousands of ages!

MEPHISTOPHELES

I cannot loosen the bonds of the Avenger, nor undo his bolts. Rescue
her? Who was it that plunged her into ruin? I, or thou?

(FAUST _looks around wildly_.)

Wilt thou grasp the thunder? Well that it has not been given to you,
miserable mortals! To crush to pieces the innocent respondent--that is
the tyrant-fashion of relieving one's self in embarrassments.

FAUST

Take me thither! She shall be free!

MEPHISTOPHELES

And the danger to which thou wilt expose thyself? Know that the guilt of
blood, from thy hand, still lies upon the town! Avenging spirits hover
over the spot where the victim fell, and lie in wait for the returning
murderer.

FAUST

That, too, from thee? Murder and death of a world upon thee, monster!
Take me thither, I say, and liberate her!

MEPHISTOPHELES

I will convey thee there; and hear, what I can do! Have I all the power
in Heaven and on Earth? I will becloud the jailer's senses: get
possession of the key, and lead her forth with human hand! I will keep
watch: the magic steeds are ready, I will carry you off. So much is in
my power.

FAUST

Up and away!




Nacht, offen Feld

Faust, Mephistopheles, auf schwarzen Pferden daherbrausend.


FAUST:
Was weben die dort um den Rabenstein?

MEPHISTOPHELES:
Weiß nicht, was sie kochen und schaffen.

FAUST:
Schweben auf, schweben ab, neigen sich, beugen sich.

MEPHISTOPHELES:
Eine Hexenzunft.

FAUST:
Sie streuen und weihen.

MEPHISTOPHELES:
Vorbei! Vorbei!

            

XXIV. NIGHT

OPEN FIELD

(FAUST _and_ MEPHISTOPHELES _speeding onward on black horses_.)

FAUST

What weave they there round the raven-stone?

MEPHISTOPHELES

I know not what they are brewing and doing.

FAUST

Soaring up, sweeping down, bowing and bending!

MEPHISTOPHELES

A witches'-guild.

FAUST

They scatter, devote and doom!

MEPHISTOPHELES

On! on!




Kerker

Faust mit einem Bund Schlüssel und einer Lampe, vor einem eisernen Türchen.


Mich faßt ein längst entwohnter Schauer,
Der Menschheit ganzer Jammer faßt mich an
Hier wohnt sie hinter dieser feuchten Mauer
Und ihr Verbrechen war ein guter Wahn
Du zauderst, zu ihr zu gehen!
Du fürchtest, sie wiederzusehen!
Fort! dein Zagen zögert den Tod heran.
(Er ergreift das Schloß. Es singt inwendig.)
Meine Mutter, die Hur
Die mich umgebracht hat!
Mein Vater, der Schelm
Der mich gessen hat!
Mein Schwesterlein klein
Hub auf die Bein
An einem kühlen Ort;
Da ward ich ein schönes Waldvögelein;
Fliege fort, fliege fort!
FAUST (aufschließend):
Sie ahnet nicht, daß der Geliebte lauscht,
Die Ketten klirren hört, das Stroh, das rauscht.
(Er tritt ein.)

MARGARETE (sich auf dem Lager verbergend):
Weh! Weh! Sie kommen. Bittrer Tod!

FAUST (leise):
Still! Still! ich komme, dich zu befreien.

MARGARETE (sich vor ihn hinwälzend):
Bist du ein Mensch, so fühle meine Not.

FAUST:
Du wirst die Wächter aus dem Schlafe schreien!
(Er faßt die Ketten, sie aufzuschließen.)

MARGARETE (auf den Knien):
Wer hat dir Henker diese Macht
Über mich gegeben!
Du holst mich schon um Mitternacht.
Erbarme dich und laß mich leben!
Ist's morgen früh nicht zeitig genung?
(Sie steht auf.)
Bin ich doch noch so jung, so jung!
Und soll schon sterben!
Schön war ich auch, und das war mein Verderben.
Nah war der Freund, nun ist er weit;
Zerrissen liegt der Kranz, die Blumen zerstreut.
Fasse mich nicht so gewaltsam an!
Schone mich! Was hab ich dir getan?
Laß mich nicht vergebens flehen,
Hab ich dich doch mein Tage nicht gesehen!

FAUST:
Werd ich den Jammer überstehen!

MARGARETE:
Ich bin nun ganz in deiner Macht.
Laß mich nur erst das Kind noch tränken.
Ich herzt es diese ganze Nacht;
Sie nahmen mir's, um mich zu kränken,
Und sagen nun, ich hätt es umgebracht.
Und niemals werd ich wieder froh..
Sie singen Lieder auf mich! Es ist bös von den Leuten!
Ein altes Märchen endigt so,
Wer heißt sie's deuten?

FAUST (wirft sich nieder):
Ein Liebender liegt dir zu Füßen,
Die Jammerknechtschaft aufzuschließen.

MARGARETE (wirft sich zu ihm):
O laß uns knien, die Heil'gen anzurufen!
Sieh! unter diesen Stufen,
Unter der Schwelle
Siedet die Hölle!
Der Böse,
Mit furchtbarem Grimme,
Macht ein Getöse!

FAUST (laut):
Gretchen! Gretchen!

MARGARETE (aufmerksam):
Das war des Freundes Stimme!
(Sie springt auf. Die Ketten fallen ab.)
Wo ist er? ich hab ihn rufen hören.
Ich bin frei! mir soll niemand wehren.
An seinen Hals will ich fliegen,
An seinem Busen liegen!
Er rief Gretchen! Er stand auf der Schwelle.
Mitten durchs Heulen und Klappen der Hölle,
Durch den grimmigen, teuflischen Hohn
Erkannt ich den süßen, den liebenden Ton.

FAUST:
Ich bin's!

MARGARETE:
Du bist's! O sag es noch einmal!
(Ihn fassend.)
Er ist's! Er ist's! Wohin ist alle Qual?
Wohin die Angst des Kerkers? der Ketten?
Du bist's! Kommst, mich zu retten.
Ich bin gerettet!
Schon ist die Straße wieder da
Auf der ich dich zum ersten Male sah
Und der heitere Garten'
Wo ich und Marthe deiner warten

FAUST (fortstrebend):
Komm mit! Komm mit!

MARGARETE:
O weile Weil ich doch so gern, wo du weilest.
(Liebkosend.)

FAUST:
Eile!
Wenn du nicht eilest
Werden wir's teuer büßen müssen.

MARGARETE:
Wie? du kannst nicht mehr küssen?
Mein Freund, so kurz von mir entfernt
Und hast's Küssen verlernt?
Warum wird mir an deinem Halse so bang?
Wenn sonst von deinen Worten, deinen Blicken
Ein ganzer Himmel mich überdrang
Und du mich küßtest, als wolltest du mich ersticken.
Küsse mich!
Sonst küß ich dich! (Sie umfaßt ihn.)
O weh! deine Lippen sind kalt,
Sind stumm.
Wo ist dein Lieben
Geblieben?
Wer brachte mich drum? (Sie wendet sich von ihm.)

FAUST:
Komm! Folge mir! Liebchen, fasse Mut!
Ich herze dich mit tausendfacher Glut
Nur folge mir! Ich bitte dich nur dies!

MARGARETE (zu ihm gewendet):
Und bist du's denn? Und bist du's auch gewiß?

FAUST:
Ich bin's! Komm mit!

MARGARETE:
Du machst die Fesseln los, Nimmst wieder mich in deinen Schoß.
Wie kommt es, daß du dich vor mir nicht scheust?
Und weißt du denn, mein Freund, wen du befreist?

FAUST:
Komm! komm! schon weicht die tiefe Nacht.

MARGARETE:
Meine Mutter hab ich umgebracht,
Mein Kind hab ich ertränkt.
War es nicht dir und mir geschenkt?
Dir auch.- Du bist's! ich glaub es kaum.
Gib deine Hand! Es ist kein Traum!
Deine liebe Hand!- Ach, aber sie ist feucht!
Wische sie ab! Wie mich deucht,
Ist Blut dran.
Ach Gott! was hast du getan!
Stecke den Degen ein,
Ich bitte dich drum!
FAUST:
Laß das Vergangne vergangen sein,
Du bringst mich um.

MARGARETE:
Nein, du mußt übrigbleiben!
Ich will dir die Gräber beschreiben,
Für die mußt du sorgen
Gleich morgen;
Der Mutter den besten Platz geben,
Meinen Bruder sogleich darneben,
Mich ein wenig beiseit',
Nur nicht gar zu weit!
Und das Kleine mir an die rechte Brust.
Niemand wird sonst bei mir liegen!-
Mich an deine Seite zu schmiegen,
Das war ein süßes, ein holdes Glück!
Aber es will mir nicht mehr gelingen;
Mir ist's, als müßt ich mich zu dir zwingen,
Als stießest du mich von dir zurück;
Und doch bist du's und blickst so gut, so fromm.

FAUST:
Fühlst du, daß ich es bin, so komm!

MARGARETE:
Dahinaus?

FAUST:
Ins Freie.

MARGARETE:
Ist das Grab drauß, Lauert der Tod, so komm!
Von hier ins ewige Ruhebett
Und weiter keinen Schritt
Du gehst nun fort? O Heinrich, könnt ich mit!

FAUST:
Du kannst! So wolle nur! Die Tür steht offen!

MARGARETE:
Ich darf nicht fort; für mich ist nichts zu hoffen.
Was hilft es, fliehn? Sie lauern doch mir auf.
Es ist so elend, betteln zu müssen
Und noch dazu mit bösem Gewissen!
Es ist so elend, in der Fremde schweifen
Und sie werden mich doch ergreifen!

FAUST:
Ich bleibe bei dir

MARGARETE:
Geschwind! Geschwind!
Rette dein armes Kind!
Fort! immer den Weg
Am Bach hinauf,
Über den Steg,
In den Wald hinein,
Links, wo die Planke steht,
Im Teich.
Faß es nur gleich!
Es will sich heben,
Es zappelt noch!
Rette! rette!

FAUST:
Besinne dich doch!
Nur einen Schritt, so bist du frei!

MARGARETE:
Wären wir nur den Berg vorbei!
Da sitzt meine Mutter auf einem Stein,
Es faßt mich kalt beim Schopfe!
Da sitzt meine Mutter auf einem Stein
Und wackelt mit dem Kopfe
Sie winkt nicht, sie nickt nicht, der Kopf ist ihr schwer,
Sie schlief so lange, sie wacht nicht mehr.
Sie schlief, damit wir uns freuten.
Es waren glückliche Zeiten!

FAUST:
Hilft hier kein Flehen, hilft kein Sagen,
So wag ich's, dich hinwegzutragen.

MARGARETE:
Laß mich! Nein, ich leide keine Gewalt!
Fasse mich nicht so mörderisch an!
Sonst hab ich dir ja alles zulieb getan.

FAUST:
Der Tag graut! Liebchen! Liebchen!

MARGARETE:
Tag! Ja, es wird Tag! der letzte Tag dringt herein;
Mein Hochzeittag sollt es sein!
Sag niemand, daß du schon bei Gretchen warst.
Weh meinem Kranze!
Es ist eben geschehn!
Wir werden uns wiedersehn;
Aber nicht beim Tanze.
Die Menge drängt sich, man hört sie nicht.
Der Platz, die Gassen
Können sie nicht fassen.
Die Glocke ruft, das Stäbchen bricht.
Wie sie mich binden und packen!
Zum Blutstuhl bin ich schon entrückt.
Schon zuckt nach jedem Nacken
Die Schärfe, die nach meinem zückt.
Stumm liegt die Welt wie das Grab!

FAUST:
O wär ich nie geboren!

MEPHISTOPHELES (erscheint draußen):
Auf! oder ihr seid verloren.
Unnützes Zagen! Zaudern und Plaudern!
Mein Pferde schaudern,
Der Morgen dämmert auf.

MARGARETE:
Was steigt aus dem Boden herauf?
Der! der! Schick ihn fort!
Was will der an dem heiligen Ort?
Er will mich!

FAUST:
Du sollst leben!

MARGARETE:
Gericht Gottes! dir hab ich mich übergeben!

MEPHISTOPHELES (zu Faust):
Komm! komm! Ich lasse dich mit ihr im Stich.

MARGARETE:
Dein bin ich, Vater! Rette mich!
Ihr Engel! Ihr heiligen Scharen,
Lagert euch umher, mich zu bewahren!
Heinrich! Mir graut's vor dir.

MEPHISTOPHELES:
Sie ist gerichtet!

STIMME (von oben):
Ist gerettet!

MEPHISTOPHELES (zu Faust):
Her zu mir!
(Verschwindet mit Faust.)

STIMME (von innen, verhallend):
Heinrich! Heinrich!

            

XXV. DUNGEON

FAUST

(_with a bunch of keys and a lamp, before an iron door_)

A shudder, long unfelt, comes o'er me;
Mankind's collected woe o'erwhelms me, here.
She dwells within the dark, damp walls before me,
And all her crime was a delusion dear!
What! I delay to free her?
I dread, once again to see her?
On! my shrinking but lingers Death more near.

(_He grasps the lock: the sound of singing is heard inside_.)

_My mother, the harlot,
Who put me to death;
My father, the varlet,
Who eaten me hath!
Little sister, so good,
Laid my bones in the wood,
In the damp moss and clay:_
_Then was I a beautiful bird o' the wood;
Fly away! Fly away_!

FAUST _(unlocking)_

She does not dream her lover listens near;
That he the rattling chain, the rustling straw, can hear.

_(He enters_.)

MARGARET (_hiding herself on the pallet_)
Woe! woe! They come. O death of bitterness!

FAUST (_whispering_)
Hush! hush! The hour is come that frees thee.

MARGARET (_throwing herself before him_)
Art thou a man, then pity my distress!

FAUST
Thy cries will wake the guards, and they will seize thee!
(_He takes hold of the fetters to unlock them_.)

MARGARET (_on her knees_)

Who, headsman! unto thee such power
Over me could give?
Thou'rt come for me at midnight-hour:
Have mercy on me, let me live!
Is't not soon enough when morning chime has run?

(_She rises_.)

And I am yet so young, so young!
And now Death comes, and ruin!
I, too, was fair, and that was my undoing.
My love was near, but now he's far;
Torn lies the wreath, scattered the blossoms are.
Seize me not thus so violently!
Spare me! What have I done to thee?
Let me not vainly entreat thee!
I never chanced, in all my days, to meet thee!

FAUST

Shall I outlive this misery?

MARGARET

Now am I wholly in thy might.
But let me suckle, first, my baby!
I blissed it all this livelong night;
They took 't away, to vex me, maybe,
And now they say I killed the child outright.
And never shall I be glad again.
They sing songs about me! 'tis bad of the folk to do it!
There's an old story has the same refrain;
Who bade them so construe it?

FAUST (_falling upon his knees_)

Here lieth one who loves thee ever,
The thraldom of thy woe to sever.

MARGARET (_flinging herself beside him_)

O let us kneel, and call the Saints to hide us!
Under the steps beside us,
The threshold under,
Hell heaves in thunder!
The Evil One
With terrible wrath
Seeketh a path
His prey to discover!

FAUST (_aloud_)

Margaret! Margaret!

MARGARET (_attentively listening_)

That was the voice of my lover!

(_She springs to her feet: the fetters fall off_.)

Where is he? I heard him call me.
I am free! No one shall enthrall me.
To his neck will I fly,
On his bosom lie!
On the threshold he stood, and _Margaret_! calling,
Midst of Hell's howling and noises appalling,
Midst of the wrathful, infernal derision,
I knew the sweet sound of the voice of the vision!

FAUST

'Tis I!

MARGARET

'Tis thou! O, say it once again!

(_Clasping him_.)

'Tis he! 'tis he! Where now is all my pain?
The anguish of the dungeon, and the chain?
'Tis thou! Thou comest to save me,
And I am saved!--
Again the street I see
Where first I looked on thee;
And the garden, brightly blooming,
Where I and Martha wait thy coming.

FAUST (_struggling to leave_)

Come! Come with me!

MARGARET

Delay, now!
So fain I stay, when thou delayest!

(_Caressing him_.)

FAUST

Away, now!
If longer here thou stayest,
We shall be made to dearly rue it.

MARGARET

Kiss me!--canst no longer do it?
My friend, so short a time thou'rt missing,
And hast unlearned thy kissing?
Why is my heart so anxious, on thy breast?
Where once a heaven thy glances did create me,
A heaven thy loving words expressed,
And thou didst kiss, as thou wouldst suffocate me--
Kiss me!
Or I'll kiss thee!

(_She embraces him_.)

Ah, woe! thy lips are chill,
And still.
How changed in fashion
Thy passion!
Who has done me this ill?

(_She turns away from him_.)

FAUST

Come, follow me! My darling, be more bold:
I'll clasp thee, soon, with warmth a thousand-fold;
But follow now! 'Tis all I beg of thee.

MARGARET (_turning to him_)

And is it thou? Thou, surely, certainly?

FAUST

'Tis I! Come on!

MARGARET

Thou wilt unloose my chain,
And in thy lap wilt take me once again.
How comes it that thou dost not shrink from me?--
Say, dost thou know, my friend, whom thou mak'st free?

FAUST

Come! come! The night already vanisheth.

MARGARET

My mother have I put to death;
I've drowned the baby born to thee.
Was it not given to thee and me?
Thee, too!--'Tis thou! It scarcely true doth seem--
Give me thy hand! 'Tis not a dream!
Thy dear, dear hand!--But, ah, 'tis wet!
Why, wipe it off! Methinks that yet
There's blood thereon.
Ah, God! what hast thou done?
Nay, sheathe thy sword at last!
Do not affray me!

FAUST

O, let the past be past!
Thy words will slay me!

MARGARET

No, no! Thou must outlive us.
Now I'll tell thee the graves to give us:
Thou must begin to-morrow
The work of sorrow!
The best place give to my mother,
Then close at her side my brother,
And me a little away,
But not too very far, I pray!
And here, on my right breast, my baby lay!
Nobody else will lie beside me!--
Ah, within thine arms to hide me,
That was a sweet and a gracious bliss,
But no more, no more can I attain it!
I would force myself on thee and constrain it,
And it seems thou repellest my kiss:
And yet 'tis thou, so good, so kind to see!

FAUST

If thou feel'st it is I, then come with me!

MARGARET

Out yonder?

FAUST

To freedom.

MARGARET

If the grave is there,
Death lying in wait, then come!
From here to eternal rest:
No further step--no, no!
Thou goest away! O Henry, if I could go!

FAUST

Thou canst! Just will it! Open stands the door.

MARGARET

I dare not go: there's no hope any more.
Why should I fly? They'll still my steps waylay!
It is so wretched, forced to beg my living,
And a bad conscience sharper misery giving!
It is so wretched, to be strange, forsaken,
And I'd still be followed and taken!

FAUST

I'll stay with thee.

MARGARET

Be quick! Be quick!
Save thy perishing child!
Away! Follow the ridge
Up by the brook,

[Illustration: _=If the grave is there,
Death lying in wait, then come=_!]

Over the bridge,
Into the wood,
To the left, where the plank is placed
In the pool!
Seize it in haste!
'Tis trying to rise,
'Tis struggling still!
Save it! Save it!

FAUST

Recall thy wandering will!
One step, and thou art free at last!

MARGARET

If the mountain we had only passed!
There sits my mother upon a stone,--
I feel an icy shiver!
There sits my mother upon a stone,
And her head is wagging ever.
She beckons, she nods not, her heavy head falls o'er;
She slept so long that she wakes no more.
She slept, while we were caressing:
Ah, those were the days of blessing!

FAUST

Here words and prayers are nothing worth;
I'll venture, then, to bear thee forth.

MARGARET

No--let me go! I'll suffer no force!
Grasp me not so murderously!
I've done, else, all things for the love of thee.

FAUST

The day dawns: Dearest! Dearest!

MARGARET

Day? Yes, the day comes,--the last day breaks for me!
My wedding-day it was to be!
Tell no one thou has been with Margaret!
Woe for my garland! The chances
Are over--'tis all in vain!
We shall meet once again,
But not at the dances!
The crowd is thronging, no word is spoken:
The square below
And the streets overflow:
The death-bell tolls, the wand is broken.
I am seized, and bound, and delivered--
Shoved to the block--they give the sign!
Now over each neck has quivered
The blade that is quivering over mine.
Dumb lies the world like the grave!

FAUST

O had I ne'er been born!

MEPHISTOPHELES (_appears outside_)

Off! or you're lost ere morn.
Useless talking, delaying and praying!
My horses are neighing:
The morning twilight is near.

MARGARET

What rises up from the threshold here?
He! he! suffer him not!
What does he want in this holy spot?
He seeks me!

FAUST

Thou shalt live.

MARGARET

Judgment of God! myself to thee I give.

MEPHISTOPHELES (_to_ FAUST)

Come! or I'll leave her in the lurch, and thee!

MARGARET

Thine am I, Father! rescue me!
Ye angels, holy cohorts, guard me,
Camp around, and from evil ward me!
Henry! I shudder to think of thee.

MEPHISTOPHELES

She is judged!

VOICE (_from above_)

She is saved!

MEPHISTOPHELES (_to_ FAUST)

Hither to me!

(_He disappears with_ FAUST.)

VOICE (_from within, dying away_)

Henry! Henry!


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