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  外语解密学习法 逆读法(Reverse Reading Method)   解读法(Decode-Reading Method)训练范文 ——                 

解密目标语言:德语                                解密辅助语言:英语
              Language to be decoded:  German             Auxiliary Language :  English  

  
解密文本:     《人生智慧箴言录》  (叔本华著)          
 

                                                    
 

                                                                Counsels and Maxims 
           
                                                        by Arthur Schopenhauer    

                                                 

           德汉对照(German & Chinese)                                  德英对照(German & English)                               英汉对照(English & Chinese)


     ( Introduction ·   Chapter1  ·  Chapter2  ·  Chapter3  ·  Chapter4  ·  Chapter5  )

 

                       Kapitel 1
                   

                     1. Allgemeine Regeln
   
 Als die oberste Regel aller Lebensweisheit sehe ich einen Satz an, den Aristoteles beiläufig ausgesprochen hat, in der Nikmachäischen Ethik (VII, 12):

ό φρονιμος το αλυπον διωϰει, ου το ήδυ (Quod dolore vacat, non quod suave est, persequitur vir prudens. Besser noch deutsch ließe sich dieser Satz etwa so wiedergeben: "Nicht dem Vergnügen, der Schmerzlosigkeit geht der Vernünftige nach"; oder "Der Vernünftige geht auf Schmerzlosigkeit, nicht auf Genuß aus").

Die Wahrheit desselben beruht darauf, daß aller Genuß und alles Glück negativer, hingegen der Schmerz positiver Natur ist. Die Ausführung und Begrpndung dieses letzteren Satzes findet man in der "Welt als Wille und Vorst.", Bd. 1, § 58. Doch will ich denselben hier noch an einer täglich zu beobachtenden Tatsache erläutern. Wenn der ganze Leib gesund und heil ist, bis auf irgendeine kleine, wunde, oder sonst schmerzende Stelle; so tritt jene Gesundheit des Ganzen weiter nicht ins Bewußtsein, sondern die Aufmerksamkeit ist beständig auf den Schmerz der verletzten Stelle gerichtet und das Behagen der gesamten Lebensempfindung ist aufgehoben. - Ebenso, wen alle unsere Angelegenheiten nach unserem Sinne gehen, bis auf eine, die unsrer Absicht zuwiderläuft, so kommt diese, auch wenn sie von geringer Bedeutung ist, uns immer wieder in den Kopf: wir denken häufig an sie und wenig an alle jene andern wichtigeren Dinge, die nach unserm Sinne gehn. In beiden Fällen nun ist das Beeinträchtigte der Wille, einmal, wie er sich im Organismus, das andere, wie er sich im Streben des Menschen objektiviert, und in beiden sehn wir, daß seine Befriedigung immer nur negativ wirkt und daher gar nicht direkt empfunden wird, sondern höchstens auf dem Wege der Reflexion in Bewußtsein kommt. Hingegen ist seine Hemmung das Positive und daher sich selbst ankündigende. Jeder Genuß besteht bloß in der Aufhebung dieser Hemmung, in der Befreiung davon, ist mithin von kurzer Dauer


 

Hierauf nun also beruht die oben belobte Aristotelische Regel, welche uns anweist, unser Augenmerk nicht auf die Genüsse und Annehmlichkeiten des Lebens zu richten, sondern darauf, daß wir den zahllosen Uebeln desselben, soweit es möglich ist, entgehn. Wäre dieser Weg nicht der richtige; so müßte auch Voltaires Ausspruch, le bonheur n'est qu'un rève, et la douleur est réelle, so falsch sein, wie er in der Tat wahr ist. Dennoch soll auch der, welcher das Resultat seines Lebens, in eudämonologischer Rücksicht, ziehn will, die Rechnung nicht nach den Freuden, die er genossen, sondern nach den Uebeln, denen er entgangen ist, aufstellen. Ja, die Eudämonologie hat mit der Belehrung anzuheben, daß ihr Name selbst eine Euphemismus ist, und daß unter "glücklich leben" nur zu verstehn ist "weniger unglücklich", also erträglich leben. Allerdings ist das Leben nicht eigentlich da, um genossen, sondern um überstanden, abgetan zu werden; dies bezeichnen auch manche Ausdrücke, wie degere vitam, vita defungi, das italienische si scampa cosi, das deutsche, "man muß suchen, durchzukommen", "er wird schon durch die Welt kommen", u. dgl. m. Ja, es ist ein Trost im Alter, daß man die Arbeit des Lebens hinter sich hat. Demnach nun hat das glücklichste Los der, welcher sein Leben ohne übergroße Schmerzen, sowohl geistige, als körperliche, hinbringt; nicht aber der, dem die lebhaftesten Freuden, oder die größten Genüsse zuteil geworden. Wer nach diesen letzteren das Glück eines Lebenslaufes bemessen will, hat einen falschen Maßstab ergriffen. Denn die Genüsse sind und bleiben negativ: daß sie beglücken, ist ein Wahn, den der Neid, zu seiner eigenen Strafe, hegt. Die Schmerzen hingegen werden positiv empfunden: daher ist ihre Abwesenheit der Maßstab des Lebensglückes. Kommt zu einem schmerzlosen Zustand noch die Abwesenheit der Langenweile; so ist das irdische Glück im wesentlichen erreicht: denn das übrige ist Schimäre.

Hieraus nun folgt, daß man nie Genüsse durch Schmerzen, ja, auch nur durch die Gefahr derselben, erkaufen soll; weil man sonst ein Negatives und daher Schimärisches mit einem Positiven und Realen bezahlt. Hingegen bleibt man im Gewinn, wenn man Genüsse opfert, um Schmerzen zu entgehn. In beiden Fällen ist es gleichgültig, ob die Schmerzen den Genüssen nachfolgen, oder vorhergehn. Es ist wirklich die größte Verkehrtheit, diesen Schauplatz des Jammers in einen Lustort verwandeln zu wollen und, statt der möglichsten Schmerzlosigkeit, Genüsse und Freuden sich zum Ziele zu stecken; wie doch so viele tun. Viel weniger irrt, wer, mit zu finsterm Blicke, diese Welt als eine Hölle ansieht und demnach nur darauf bedacht ist, sich in derselben eine feuerfeste Stube zu verschaffen. Der Tor läuft den Genüssen des Lebens nach und sieht sich betrogen: der Weise vermeidet die Uebel. Sollte ihm jeoch auch dieses mißglücken; so ist es dann die Schuld des Geschicks, nicht die seiner Torheit. Soweit es ihm aber glückt, ist er nicht betrogen: denn die Uebel, denen er aus dem Wege ging, sind höchst real. Selbst wenn er etwa ihnen zu wert aus dem Wege gegangen sein sollte und Genüsse unnötigerweise geopfert hätte; so ist eigentlich doch nichts verloren: denn alle Genüsse sind schmärisch, und über die Versäumnis derselben zu trauern wäre kleinlich, ja lächerlich.

Das Verkennen dieser Wahrheit, durch den Optimismus begünstigt, ist die Quelle vielen Unglücks. Während wir nämlich von Leiden frei sind, spiegeln unruhige Wünsche uns die Schimären eines Glückes vor, das gar nicht existiert, und verleiten uns, sie zu verfolgen: dadurch bringen wir den Schmerz, der unleugbar real ist, auf uns herab. Dann jammern wir über den verlorenen schmerzlosen Zustand, der, wie ein verscherztes Paradies, hinter uns liegt, und wünschen vergeblich, das Geschehene ungeschehn machen zu können.

So scheint es, als ob ein böser Dämon uns aus dem schmerzlosen Zustande, der das höchste wirkliche Glück ist, stets herauslockte, durch die Gaukelbilder der Wünsche.

Unbesehens glaubt der Jüngling, die Welt sei da, um genossen zu werden, sie sei der Wohnsitz eines positiven Glückes, welches nur die vefehlen, denen es an Geschick gebricht, sich seiner zu bemeistern. Hierin bestärken ihn Romane und Gedichte, wie auch die Gleisnerei, welche die Welt, durchgängig und überall, mit dem äußern Scheine treibt, und auf die ich bald zurückkommen werde. Von nun an ist sein Leben eine, mit mehr oder weniger Ueberlegung angestellte Jagd nach dem positiven Glück, welches, als solches, aus positiven Genüssen bestehn soll. Die Gefahren, denen man sich dabei aussetzt, müssen in die Schanze geschlagen werden. Da führt denn diese Jagd nach einem Wilde, welches gar nicht existiert, in der Regel, zu sehr realem, positivem Unglück. Dies stellt sich ein als Schmerz, Leiden, Krankheit, Verlust, Sorge, Armut, Schande und tausend Nöte. Die Enttäuschung kommt zu spät.

Ist hingegen, durch Verfolgung der hier in Betracht genommenen Regel, der Plan des Lebens auf Vermeidung der Leiden, also auf Entfernung des Mangels, der Krankheit und jeder Not, gerichtet; so ist das Ziel ein reales: da läßt sich etwas ausrichten, und um so mehr, je weniger dieser Plan gestört wird durch das Streben nach der Schimäre des positiven Glücks. Hiezu stimmt auch, was Goethe, in den Wahlverwandschaften, den, für das Glück der andern stets tätigen Mittler sagen läßt: "Wer ein Uebel los sein will, der weiß immer, was er will: wer was Besseres will, als er hat, der ist ganz farblind." Und dieses erinnert an den schönen französischen Ausspruch: le mieus est l'ennemi du bien. Ja, hieraus ist sogar der Grundgedanke des Kynismus abzuleiten, wie ich ihn dargelgt habe, in den Ergänzungen zur "Welt als Wille und Vorst.", Kap. 16. Denn was bewog die Kyniker zur Verwerfung aller Genüsse, wenn es nicht eben der Gedanke an die mit ihnen, näher oder ferner, verknüpften Schmerzen war, welchen aus dem Wege zu gehen ihnen viel wichtiger schien, als die Erlangung jener. Sie waren tief ergriffen von der Erkenntnis der Negativität des Genusses und der Positivität des Schmerzes; daher sie, konsequent, alles taten für die Vermeidung der Uebel, hiezu aber die völlige und absichtliche Verwerfung der Genüsse nötig erachteten; weil sie in diesen nur Fallstricke sahen, die uns dem Schmerze überliefern.

 

In Arkadien geboren, wie Schiller sagt, sind wir freilich alle: d. h. wir treten in die Welt, voll Ansprüche auf Glück und Genuß, und hegen die törichte Hoffnung, solche durchzusetzen. In der Regel jedoch kommt bald das Schicksal, packt uns unsanft an und belehrt uns, daß nichts unser ist, sondern alles sein, indem es ein unbestrittenes Recht hat, nicht nur auf allen unsern Besitz und Erwerb und auf Weib und Kind, sondern sogar auf Arm und Bein, Auge und Ohr, ja, auf die Nase mitten im Gesicht. Jedenfalls aber kommt, nach einiger Zeit, die Erfahrung und bringt die Einsicht, daß Glück und Genuß eine Fata Morgana sind, welche, nur aus der Ferne sichtbar, verschwindet, wenn man herangekommen ist; daß hingegen Leiden und Schmerz Realität haben, sich selbst unmittelbar vertreten und keiner Illusion, noch Erwartung bedürfen.

Fruchtet nun die Lehre; so hören wir auf, nach Glück und Genuß zu jagen, und sind vielmehr darauf bedacht, dem Schmerz und Leiden möglichst den Zugang zu versperren. Wir erkennen alsdann, daß das Beste, was die Welt zu bieten hat, eine schmerzlose, ruhige, erträgliche Existenz ist und beschränken unsere Ansprüche auf diese, um sie desto sicherer durchzusetzen. Denn, um nicht sehr unglücklich zu werden, ist das sicherste Mittel, daß man nicht verlange, sehr glücklich zu sein. Dies hatte auch Goethes Jugendfreund Merck erkannt, da er schrieb: "Die garstige Prätension an Glückseligkeit, und zwar an das Maß, das wir uns träumen, verdirbt alles auf dieser Welt. Wer sich davon losmachen kann und nichts begehrt, als was er vor sich hat, kann sich durchschlagen." (Briefe an und von Merck, S. 100.) Demnach ist es geraten, seine Ansprüche auf Genuß, Besitz, Rang, Ehre usf. auf ein ganz Mäßiges herabzusetzen; weil gerade das Streben und Ringen nach Glück, Glanz und Genuß es ist, was die großen Unglücksfälle herbeizieht. Aber schon darum ist jenes weise und ratsam, weil sehr unglücklich zu sein gar leicht ist; sehr glücklich hingegen nicht etwa schwer, sondern ganz unmöglich. Mit großem Rechte also singt der Dichter der Lebensweisheit:

Auream quisquis mediocritatem
Diligit, tutus caret obsoleti
Sordibus tecti, caret invidenda
Sobius aula.

Saevius ventis agitatur ingens
Pinus: et celsae graviore casu
Decidunt turres: feriuntque summos
Fulgura montes

 

 

Wer aber vollends die Lehre meiner Philosophie in sich aufgenommen hat und daher weiß, daß unser ganzes Dasein etwas ist, das besser nicht wäre und welches zu verneinen und abzuweisen die größte Weisheit ist, der wird auch von keinem Dinge, oder Zustand große Erwartungen hegen, nach nichts auf der Welt mit Leidenschaft streben, noch große Klagen erheben über sein Verfehlen irgendeiner Sache; sondern wird von Platons "ούτε τι των άνϑρωπινων άξι𰎿ν μεγαληϛ σπουδηϛ" (rep. X, 604) durchdrungen sein, sowie auch hievon:

Ist einer Welt Besitz für dich zerronnen,
Sei nicht in Leid darüber, es ist nichts;
Und hast du einer Welt Besitz gewonnen,
Sei nicht erfreut darüber, es ist nichts.
Vorüber gehn die Schmerzen und die Wonnen;
Geh an der Welt vorüber, es ist nichts.

- Anwari Soheili. -
(Siehe das Motto zu Sadis Gulistan, übers. von Graf.)

Was jedoch die Erlangung dieser heilsamen Einsichten besonders erschwert, ist die schon oben erwähnte Gleisnerei der Welt, welche man daher der Jugend früh aufdecken sollte. Die allermeisten Herrlichkeiten sind bloßer Schein, wie die Theaterdekoration, und das Wesen der Sache selbst. Z. B. bewimpelte und bekränzete Schiffe, Kanonenschüsse, Illuminaten, Pauken und Trompeten, Jauchzen und Schreien usw., dies alles ist das Aushängeschild, die Andeutung, die Hieroglyphe der Freude: aber die Freude ist daselbst meistens nicht zu finden: sie allein hat beim Feste abgesagt. Wo sie sich wirklich einfindet, da kommt sie, in der Regel, ungeladen und ungemeldet, von selbst und sans façon, ja, still herangeschlichen, oft bei den unbedeutendesten, futilsten Anlässen, unter den alltäglichsten Umständen, ja, bei nichts weniger als glänzenden, oder ruhmvollen Gelegenheiten: sie ist, wie das Gold in Australien, hierhin und dorthin gestreuet, nach der Laune des Zufalls, ohne alle Regel und Gesetz, meist nur in ganz kleinen Körnchen, höchst selten in großen Massen. Bei allen jenen oben erwähnten Dingen hingegen ist auch der Zweck bloß, andere glauben zu machen, hier wäre Freude eingekehrt: dieser Schein, im Kopfe anderer, ist die Absicht.

Nicht anders als mit der Freude verhält es sich mit der Trauer. Wie schwermütig kommt jener lange und langsame Leichenzug daher! der Reihe der Kutschen ist kein Ende. Aber seht nur hinein: sie sind alle leer, und der Verblichene wird eigentlich bloß von sämtlichen Kutschern der ganzen Stadt zu Grabe geleitet. Entsprechendes Bild der Freundschaft und Hochachtung dieser Welt! Dies also ist die Falschheit, Hohlheit und Gleisnerei des menschlichen Treibens.

 Ein anderes Beispiel wieder geben wiele geladene Gäste in Feierkleidern, unter festlichem Empfange; sie sind das Aushängeschild der edelen, erhöhten Geselligkeit: aber statt ihrer ist, in der Regel, nur Zwang, Pein und Langeweile gekommen: denn schon wo viele Gäste sind, ist viel Pack, - und hätten sie auch sämtlich Sterne auf der Brust. Die wirklich Gute Gesellschaft nämlich ist, überall und notwendig, sehr klein. Ueberhaupt aber tragen glänzende, rauschende Feste und Lustbarkeiten stets eine Leere, wohl gar einen Mißton im Innern; schon weil sie dem Elend und der Dürftigkeit unsers Daseins laut widersprechen, und der Kontrast erhöht die Wahrheit. Jedoch von außen gesehn wirkt jenes alles: und das war Zweck. Ganz allerliebst sagt daher Chamfort: La société, les cercles, les salons, ce qu'on appelle le monde, est une pièce misérable, un mauvais opéra, sans intérêt, qui se soutlent un peu par les machines, les costumes, et les décorations. 

Desgleichen sind nun auch Akademien und philosophische Katheder das Aushängeschild, der äußere Schein der Weisheit: aber auch sie hat meistens abgesagt und ist ganz wo anders zu finden. - Glockengebimmel, Priesterkostüme, fromme Gebärden und fratzenhaftes Tun ist das Aushängeschild, der falsche Schein der Andacht usw. - So ist denn fast alles in der Welt hohle Nüsse zu nennen: der Kern ist an sich selten, und noch seltener steckt er in der Schale. Er ist ganz wo anders zu suchen und wird meistens nur zufällig gefunden.


Wenn man den Zustand eines Menschen, seiner Glücklichkeit nach, abschätzen will, soll man nicht fragen nach dem, was ihn vergnügt, sondern nach dem, was ihn betrübt: denn je geringfügiger dieses, an sich selbst genommen, ist, desto glücklicher ist der Mensch; weil ein Zustand des Wohlbefindens dazu gehört, um gegen Kleinigkeiten empfindlich zu sein: im Unglück spüren wir sie gar nicht.

Man hüte sich, das Glück seines Lebens, mittelst vieler Erfordernisse zu demselben, auf ein breites Fundament zu bauen: denn auf einem solchen stehend stürzt es am leichtesten ein, weil es viel mehr Unfällen Gelegenheit darbietet und diese nicht ausbleiben. Das Gebäude unsers Glückes verhält sich also, in dieser Hinsicht, umgekehrt wie alle andere, als welche auf breitem Fundament am festesten stehn. Seine Ansprüche, im Verhältnis zu seinen Mitteln jeder Art, möglichst niedrig zu stellen, ist demnach der sicherste Weg, großem Unglück zu entgehn.

     Ueberhaupt ist es eine der größten und häufigsten Torheiten, daß man weitläuftige Anstalten zum Leben macht, in welcher Art auch immer dies geschehe. Bei solchen nämlich ist zuvörderst auf ein ganzes und volles Menschenleben gerechnet; welches jeoch sehr wenige erreichen. Sodann fällt es, selbst wenn sie so lange leben, doch für die gemachten Pläne zu kurz aus; da deren Ausführung immer sehr viel mehr Zeit erfordert, als angenommen war: ferner sind solche, wie alle menschlichen Dinge, dem Mißlingen, den Hindernissen so vielfach ausgesetzt, daß sie sehr selten zum Ziele gebracht werden.

Endlich, wenn zuletzt auch alles erreicht wird, so waren die Umwandlungen, welche die Zeit an uns selbst hevorbringt, außer Acht und Rechnung gelassen; also nicht bedacht worden, daß weder zum Leisten, noch zum Genießen, unsere Fähigkeiten das ganze Leben hindurch vorhalten. Daher kommt es, daß wir oft auf Dinge hinarbeiten, welche, wenn endlich erlangt, uns nicht mehr angemessen sind; wie auch, daß wir mit den Vorarbeiten zu einem Werke die Jahre hinbringen, welche derweilen unvermerkt uns die Kräfte zur Ausführung desselben rauben.

So geschieht es denn oft, daß der mit so langer Mühe und vieler Gefahr erworbene Reichtum uns nicht mehr genießbar ist und wir für andere gearbeitet haben; oder auch, daß wir den durch vieljähriges Treiben und Trachten endlich erreichten Posten auszufüllen nicht mehr imstande sind: die Dinge sind zu spät für uns gekommen. Oder auch umgekehrt, wir kommen zu spät mit den Dingen; da nämlich, wo es sich um Leistungen, oder Produktionen handelt: der Geschmack der zeit hat sich geändert; ein neues Geschlecht ist herangewachsen, welches an den Sachen keinen Anteil nimmt; andere sind, auf kürzeren Wegen, uns zuvorgekommen usf. Alles unter dieser nummer Angeführte hat Horaz im Sinne, wenn er sagt:

quid aeternis minorem
Consiliis animum fatigas?

Der Anlaß zu diesem häufigen Mißgriff ist die unvermeidliche optische Täuschung des geistigen Auges, vermöge welcher das Leben, vom Eingange aus gesehn, endlos, aber wenn man vom Ende der Bahn zurückblickt, sehr kurz erscheint. Freilich hat sie ihr Gutes: denn ohne sie käme schwerlich etwas Großes zustande.

     Ueberhaupt aber ergeht es uns im Leben wie dem Wanderer, vor welchem, indem er vorwärtsschreitet, die Gegenstände andere Gestalten annehmen, als die sie von ferne zeigten, und sich gleichsam verwandeln, indem er sich nähert. Besonders geht es mit unseren Wünschen so. Oft finden wir etwas ganz anderes, ja, Besseres, als wir suchten; oft auch das Gesuchte selbst auf einem ganz anderen Wege, als den wir zuerst vergeblich danach eingeschlagen hatten. Zumal wird uns oft da, wo wir Genuß, Glück, Freude suchten, statt ihrer Belehrung, Einsicht, Erkenntnis, - ein bleibendes, wahrhaftes gut, statt eines vergänglichen und scheinbaren.

Dies ist auch der Gedanke, welcher im Wilhelm Meister als Grundbaß durchgeht, indem dieser ein intellektueller Roman und eben dadurch höherer Art ist, als alle übrigen, sogar die von Waltger Scott, als welche sämtlich nur ethisch sind, d. h. die menschliche Natur bloß von der Willenseite auffassen. Ebenfalls in der Zauberflöte, dieser gotesken, aber bedeutsamen und vieldeutigen Hieroglyphe, ist jener selbe Grundgedanke, in großen und groben Zügen, wie die der Theaterdekorationen sind, symbolisiert; sogar würde er es vollkommen sein, wenn, am Schlusse, der Tamino, vom Wunsche, die Tamina zu besitzen, zurückgebracht, statt ihrer, allein die Weihe im Tempel der Weisheit verlangte und erhielte; hingegen seinem notwendigen Gegensatze, dem Papageno, richtig seine Papagena würde.

 Vorzügliche und edle Menschen werden jener Erziehung des Schicksals bald inne und fügen sich bildsam und dankbar in dieselbe: sie sehn ein, daß in der Welt wohl Belehrung, aber nicht Glück zu finden sein, werden es sonach gewohnt und zufrieden, Hoffnungen gegen Einsichten zu vertauschen, und sagen endlich mit Petraca:

Altro diletto, che 'mparar, non provo.

     Es kann damit sogar dahin kommen, daß sie ihren Wünschen und Bestrebungen gewissermaßen nur noch zum Schein und tändelnd nachgehn, eigentlich aber und im Ernst ihres Innern bloß Belehrung erwarten; welches ihnen alsdann einen beschaulichen, genialen, erhabenen Anstrich gibt.

 Man kann in diesem Sinne auch sagen, es gehe uns wie den Alchimisten, welche, indem sie nur Gold suchten, Schießpulver, Porzellan, Arzneien, ja Naturgesetze entdeckten.





 

 

 

 

                         Chapter 1
                  

                    1. General Rules
   
 The first and foremost rule for the wise conduct of life seems to me to be contained in a view to which Aristotle parenthetically refers in the Nichomachean Ethics (VII, 12):

 o phronimoz to alupon dioke e ou to aedu[Greek] or, as it may be rendered, not pleasure, but freedom from pain, is what the wise man will aim at.

 

 



    The truth of this remark turns upon the negative character of happiness,— the fact that pleasure is only the negation of pain, and that pain is the positive element in life. Though I have given a detailed proof of this proposition in my chief work,3 I may supply one more illustration of it here, drawn from a circumstance of daily occurrence. Suppose that, with the exception of some sore or painful spot, we are physically in a sound and healthy condition: the sore of this one spot, will completely absorb our attention, causing us to lose the sense of general well-being, and destroying all our comfort in life. In the same way, when all our affairs but one turn out as we wish, the single instance in which our aims are frustrated is a constant trouble to us, even though it be something quite trivial. We think a great deal about it, and very little about those other and more important matters in which we have been successful. In both these cases what has met with resistance is the will; in the one case, as it is objectified in the organism, in the other, as it presents itself in the struggle of life; and in both, it is plain that the satisfaction of the will consists in nothing else than that it meets with no resistance. It is, therefore, a satisfaction which is not directly felt; at most, we can become conscious of it only when we reflect upon our condition. But that which checks or arrests the will is something positive; it proclaims its own presence. All pleasure consists in merely removing this check — in other words, in freeing us from its action; and hence pleasure is a state which can never last very long.

3 Welt als Wille und Vorstellung. Vol. I., p. 58.]

     This is the true basis of the above excellent rule quoted from Aristotle, which bids us direct our aim, not toward securing what is pleasurable and agreeable in life, but toward avoiding, as far as possible, its innumerable evils. If this were not the right course to take, that saying of Voltaire’s, Happiness is but a dream and sorrow is real, would be as false as it is, in fact, true. A man who desires to make up the book of his life and determine where the balance of happiness lies, must put down in his accounts, not the pleasures which he has enjoyed, but the evils which he has escaped. That is the true method of eudaemonology; for all eudaemonology must begin by recognizing that its very name is a euphemism, and that to live happily only means to live less unhappily — to live a tolerable life. There is no doubt that life is given us, not to be enjoyed, but to be overcome — to be got over. There are numerous expressions illustrating this — such as degere vitam, vita defungi; or in Italian, si scampa cosi; or in German, man muss suchen durchzukommen; er wird schon durch die Welt kommen, and so on. In old age it is indeed a consolation to think that the work of life is over and done with. The happiest lot is not to have experienced the keenest delights or the greatest pleasures, but to have brought life to a close without any very great pain, bodily or mental. To measure the happiness of a life by its delights or pleasures, is to apply a false standard. For pleasures are and remain something negative; that they produce happiness is a delusion, cherished by envy to its own punishment. Pain is felt to be something positive, and hence its absence is the true standard of happiness. And if, over and above freedom from pain, there is also an absence of boredom, the essential conditions of earthly happiness are attained; for all else is chimerical.

 

 

 

 

 

It follows from this that a man should never try to purchase pleasure at the cost of pain, or even at the risk of incurring it; to do so is to pay what is positive and real, for what is negative and illusory; while there is a net profit in sacrificing pleasure for the sake of avoiding pain. In either case it is a matter of indifference whether the pain follows the pleasure or precedes it. While it is a complete inversion of the natural order to try and turn this scene of misery into a garden of pleasure, to aim at joy and pleasure rather than at the greatest possible freedom from pain — and yet how many do it!— there is some wisdom in taking a gloomy view, in looking upon the world as a kind of Hell, and in confining one’s efforts to securing a little room that shall not be exposed to the fire. The fool rushes after the pleasures of life and finds himself their dupe; the wise man avoids its evils; and even if, notwithstanding his precautions, he falls into misfortunes, that is the fault of fate, not of his own folly. As far as he is successful in his endeavors, he cannot be said to have lived a life of illusion; for the evils which he shuns are very real. Even if he goes too far out of his way to avoid evils, and makes an unnecessary sacrifice of pleasure, he is, in reality, not the worse off for that; for all pleasures are chimerical, and to mourn for having lost any of them is a frivolous, and even ridiculous proceeding.

     The failure to recognize this truth — a failure promoted by optimistic ideas — is the source of much unhappiness. In moments free from pain, our restless wishes present, as it were in a mirror, the image of a happiness that has no counterpart in reality, seducing us to follow it; in doing so we bring pain upon ourselves, and that is something undeniably real. Afterwards, we come to look with regret upon that lost state of painlessness; it is a paradise which we have gambled away; it is no longer with us, and we long in vain to undo what has been done.

     One might well fancy that these visions of wishes fulfilled were the work of some evil spirit, conjured up in order to entice us away from that painless state which forms our highest happiness.

     A careless youth may think that the world is meant to be enjoyed, as though it were the abode of some real or positive happiness, which only those fail to attain who are not clever enough to overcome the difficulties that lie in the way. This false notion takes a stronger hold on him when he comes to read poetry and romance, and to be deceived by outward show — the hypocrisy that characterizes the world from beginning to end; on which I shall have something to say presently. The result is that his life is the more or less deliberate pursuit of positive happiness; and happiness he takes to be equivalent to a series of definite pleasures. In seeking for these pleasures he encounters danger — a fact which should not be forgotten. He hunts for game that does not exist; and so he ends by suffering some very real and positive misfortune — pain, distress, sickness, loss, care, poverty, shame, and all the thousand ills of life. Too late he discovers the trick that has been played upon him.

     But if the rule I have mentioned is observed, and a plan of life is adopted which proceeds by avoiding pain — in other words, by taking measures of precaution against want, sickness, and distress in all its forms, the aim is a real one, and something may be achieved which will be great in proportion as the plan is not disturbed by striving after the chimera of positive happiness. This agrees with the opinion expressed by Goethe in the Elective Affinities, and there put into the mouth of Mittler — the man who is always trying to make other people happy: To desire to get rid of an evil is a definite object, but to desire a better fortune than one has is blind folly. The same truth is contained in that fine French proverb: le mieux est l’ennemi du bien — leave well alone. And, as I have remarked in my chief work,4 this is the leading thought underlying the philosophical system of the Cynics. For what was it led the Cynics to repudiate pleasure in every form, if it was not the fact that pain is, in a greater or less degree, always bound up with pleasure? To go out of the way of pain seemed to them so much easier than to secure pleasure. Deeply impressed as they were by the negative nature of pleasure and the positive nature of pain, they consistently devoted all their efforts to the avoidance of pain. The first step to that end was, in their opinion, a complete and deliberate repudiation of pleasure, as something which served only to entrap the victim in order that he might be delivered over to pain.

4 Welt als Wille und Vorstellung, vol. ii., ch. 16.]

     We are all born, as Schiller says, in Arcadia. In other words, we come into the world full of claims to happiness and pleasure, and we cherish the fond hope of making them good. But, as a rule, Fate soon teaches us, in a rough and ready way that we really possess nothing at all, but that everything in the world is at its command, in virtue of an unassailable right, not only to all we have or acquire, to wife or child, but even to our very limbs, our arms, legs, eyes and ears, nay, even to the nose in the middle of our face. And in any case, after some little time, we learn by experience that happiness and pleasure are a fata morgana, which, visible from afar, vanish as we approach; that, on the other hand, suffering and pain are a reality, which makes its presence felt without any intermediary, and for its effect, stands in no need of illusion or the play of false hope.

     If the teaching of experience bears fruit in us, we soon give up the pursuit of pleasure and happiness, and think much more about making ourselves secure against the attacks of pain and suffering. We see that the best the world has to offer is an existence free from pain — a quiet, tolerable life; and we confine our claims to this, as to something we can more surely hope to achieve. For the safest way of not being very miserable is not to expect to be very happy. Merck, the friend of Goethe’s youth, was conscious of this truth when he wrote: It is the wretched way people have of setting up a claim to happiness — and, that to, in a measure corresponding with their desires — that ruins everything in this world. A man will make progress if he can get rid of this claim,5 and desire nothing but what he sees before him. Accordingly it is advisable to put very moderate limits upon our expectations of pleasure, possessions, rank, honor and so on; because it is just this striving and struggling to be happy, to dazzle the world, to lead a life full of pleasure, which entail great misfortune. It is prudent and wise, I say, to reduce one’s claims, if only for the reason that it is extremely easy to be very unhappy; while to be very happy is not indeed difficult, but quite impossible. With justice sings the poet of life’s wisdom:

Auream quisquis mediocritatem
Diligit, tutus caret obsoleti
Sordibus tecti, caret invidenda
Sobrius aula.
Savius ventis agitatur ingens
Pinus: et celsae graviori casu
Decidunt turres; feriuntque summos
Fulgura monies.6

— the golden mean is best — to live free from the squalor of a mean abode, and yet not be a mark for envy. It is the tall pine which is cruelly shaken by the wind, the highest summits that are struck in the storm, and the lofty towers that fall so heavily.

5 Letters to and from Merck.]

6 Horace. Odes II. x.]

He who has taken to heart the teaching of my philosophy — who knows, therefore, that our whole existence is something which had better not have been, and that to disown and disclaim it is the highest wisdom — he will have no great expectations from anything or any condition in life: he will spend passion upon nothing in the world, nor lament over-much if he fails in any of his undertakings. He will feel the deep truth of what Plato7 says: [Greek: oute ti ton anthropinon haxion on megalaes spondaes]— nothing in human affairs is worth any great anxiety; or, as the Persian poet has it,

Though from thy grasp all worldly things should flee,
Grieve not for them, for they are nothing worth:
And though a world in thy possession be,
Joy not, for worthless are the things of earth.
Since to that better world ’tis given to thee
To pass, speed on, for this is nothing worth.

7 Republic, x. 604.]


     The chief obstacle to our arriving at these salutary views is that hypocrisy of the world to which I have already alluded — an hypocrisy which should be early revealed to the young. Most of the glories of the world are mere outward show, like the scenes on a stage: there is nothing real about them. Ships festooned and hung with pennants, firing of cannon, illuminations, beating of drums and blowing of trumpets, shouting and applauding — these are all the outward sign, the pretence and suggestion,— as it were the hieroglyphic,— of joy: but just there, joy is, as a rule, not to be found; it is the only guest who has declined to be present at the festival. Where this guest may really be found, he comes generally without invitation; he is not formerly announced, but slips in quietly by himself sans facon; often making his appearance under the most unimportant and trivial circumstances, and in the commonest company — anywhere, in short, but where the society is brilliant and distinguished. Joy is like the gold in the Australian mines — found only now and then, as it were, by the caprice of chance, and according to no rule or law; oftenest in very little grains, and very seldom in heaps. All that outward show which I have described, is only an attempt to make people believe that it is really joy which has come to the festival; and to produce this impression upon the spectators is, in fact, the whole object of it.

With mourning it is just the same. That long funeral procession, moving up so slowly; how melancholy it looks! what an endless row of carriages! But look into them — they are all empty; the coachmen of the whole town are the sole escort the dead man has to his grave. Eloquent picture of the friendship and esteem of the world! This is the falsehood, the hollowness, the hypocrisy of human affairs!

Take another example — a roomful of guests in full dress, being received with great ceremony. You could almost believe that this is a noble and distinguished company; but, as a matter of fact, it is compulsion, pain and boredom who are the real guests. For where many are invited, it is a rabble — even if they all wear stars. Really good society is everywhere of necessity very small. In brilliant festivals and noisy entertainments, there is always, at bottom, a sense of emptiness prevalent. A false tone is there: such gatherings are in strange contrast with the misery and barrenness of our existence. The contrast brings the true condition into greater relief. Still, these gatherings are effective from the outside; and that is just their purpose. Chamfort makes the excellent remark that society — les cercles, les salons, ce qu’on appelle le monde — is like a miserable play, or a bad opera, without any interest in itself, but supported for a time by mechanical aid, costumes and scenery.


     And so, too, with academies and chairs of philosophy. You have a kind of sign-board hung out to show the apparent abode of wisdom: but wisdom is another guest who declines the invitation; she is to be found elsewhere. The chiming of bells, ecclesiastical millinery, attitudes of devotion, insane antics — these are the pretence, the false show of piety. And so on. Everything in the world is like a hollow nut; there is little kernel anywhere, and when it does exist, it is still more rare to find it in the shell. You may look for it elsewhere, and find it, as a rule, only by chance.

 

 

To estimate a man’s condition in regard to happiness, it is necessary to ask, not what things please him, but what things trouble him; and the more trivial these things are in themselves, the happier the man will be. To be irritated by trifles, a man must be well off; for in misfortunes trifles are unfelt.

 


    Care should be taken not to build the happiness of life upon a broad foundation — not to require a great many things in order to be happy. For happiness on such a foundation is the most easily undermined; it offers many more opportunities for accidents; and accidents are always happening. The architecture of happiness follows a plan in this respect just the opposite of that adopted in every other case, where the broadest foundation offers the greatest security. Accordingly, to reduce your claims to the lowest possible degree, in comparison with your means,— of whatever kind these may be — is the surest way of avoiding extreme misfortune.

To make extensive preparations for life — no matter what form they may take — is one of the greatest and commonest of follies. Such preparations presuppose, in the first place, a long life, the full and complete term of years appointed to man — and how few reach it! and even if it be reached, it is still too short for all the plans that have been made; for to carry them out requites more time than was thought necessary at the beginning. And then how many mischances and obstacles stand in the way! how seldom the goal is ever reached in human affairs!

 

And lastly, even though the goal should be reached, the changes which Time works in us have been left out of the reckoning: we forget that the capacity whether for achievement or for enjoyment does not last a whole lifetime. So we often toil for things which are no longer suited to us when we attain them; and again, the years we spend in preparing for some work, unconsciously rob us of the power for carrying it out.

 


How often it happens that a man is unable to enjoy the wealth which he acquired at so much trouble and risk, and that the fruits of his labor are reserved for others; or that he is incapable of filling the position which he has won after so many years of toil and struggle. Fortune has come too late for him; or, contrarily, he has come too late for fortune,— when, for instance, he wants to achieve great things, say, in art or literature: the popular taste has changed, it may be; a new generation has grown up, which takes no interest in his work; others have gone a shorter way and got the start of him. These are the facts of life which Horace must have had in view, when he lamented the uselessness of all advice:—

quid eternis minorem
Consiliis animum fatigas?10

10 Odes II. xi.]

The cause of this commonest of all follies is that optical illusion of the mind from which everyone suffers, making life, at its beginning, seem of long duration; and at its end, when one looks back over the course of it, how short a time it seems! There is some advantage in the illusion; but for it, no great work would ever be done.


Our life is like a journey on which, as we advance, the landscape takes a different view from that which it presented at first, and changes again, as we come nearer. This is just what happens — especially with our wishes. We often find something else, nay, something better than what we are looking for; and what we look for, we often find on a very different path from that on which we began a vain search. Instead of finding, as we expected, pleasure, happiness, joy, we get experience, insight, knowledge — a real and permanent blessing, instead of a fleeting and illusory one.

 

 


This is the thought that runs through Wilkelm Meister, like the bass in a piece of music. In this work of Goethe’s, we have a novel of the intellectual kind, and, therefore, superior to all others, even to Sir Walter Scott’s, which are, one and all, ethical; in other words, they treat of human nature only from the side of the will. So, too, in the Zauberflöte — that grotesque, but still significant, and even hieroglyphic — the same thought is symbolized, but in great, coarse lines, much in the way in which scenery is painted. Here the symbol would be complete if Tamino were in the end to be cured of his desire to possess Tainina, and received, in her stead, initiation into the mysteries of the Temple of Wisdom. It is quite right for Papageno, his necessary contrast, to succeed in getting his Papagena.

 


Men of any worth or value soon come to see that they are in the hands of Fate, and gratefully submit to be moulded by its teachings. They recognize that the fruit of life is experience, and not happiness; they become accustomed and content to exchange hope for insight; and, in the end, they can say, with Petrarch, that all they care for is to learn:—

Altro diletto che ‘mparar, non provo.

It may even be that they to some extent still follow their old wishes and aims, trifling with them, as it were, for the sake of appearances; all the while really and seriously looking for nothing but instruction; a process which lends them an air of genius, a trait of something contemplative and sublime.

In their search for gold, the alchemists discovered other things — gunpowder, china, medicines, the laws of nature. There is a sense in which we are all alchemists.


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