网站首页 (Homepage)                       欢   迎   访   问  谢  国  芳 (Roy  Xie) 的  个  人  主  页                    返回 (Return)
                    
Welcome to Roy  Xie's Homepage                   



                      

           ——
  外语解密学习法 逆读法(Reverse Reading Method)   解读法(Decode-Reading Method)训练范文 ——                 

解密目标语言:德语                                解密辅助语言:英语
              Language to be decoded:  German             Auxiliary Language :  English  

  
解密文本:     《人生智慧箴言录》  (叔本华著)          
 

                                                    
 

                                                                Counsels and Maxims 
           
                                                        by Arthur Schopenhauer    

                                                 

           德汉对照(German & Chinese)                                  德英对照(German & English)                               英汉对照(English & Chinese)


     ( Introduction ·   Chapter1  ·  Chapter2  ·  Chapter3  ·  Chapter4  ·  Chapter5  )

 

                       Kapitel 2     

    Unser Verhalten gegen uns selbst betreffend         


    Wie der Arbeiter, welcher ein Gebäude aufführen hilft, den Plan des Ganzen entweder nicht kennt, oder doch nicht immer gegenwärtig hat; so verhält der Mensch, indem er die einzelnen Tage und Stunden seines Lebens abspinnt, sich zum Ganzen seines Lebenslaufs und des Charakters desselben. Je würdiger, bedeutender, planvoller und individueller dieser ist; desto mehr ist es nötig und wohltätig, daß der verkleinerte Grundriß desselben, der Plan, ihm bisweilen vor die Augen komme. Freilich gehört auch dazu, daß er einen kleinen Anfang in dem γνωϑι σαυτον gemacht habe, also wisse, was er eigentlich, hauptsächlich und vor allem andern will, was also für sein Glück das Wesentlichste ist, sodann was die zweite und dritte Stelle nach diesem einnimmt; wie auch, daß er erkenne, welches, im ganzen, sein Beruf, sein Rolle und sein Verhältnis zur Welt sei. Ist nun dieses bedeutender und gandioser Art; so wird der Anblick des Planes seines Lebens, im verjüngten Maßstabe, ihn mehr als irgend etwas, stärken, aufrichten, erheben, zur Tätigkeit ermuntern und von Abwegen zurückhalten.

Wie der Wanderer erst, wenn er auf einer Höhe angekommen ist, den zurückgelegten Weg, mit allen seinen Wendungen und Krümmungen, im Zusammenhange überblickt und erkennt; so erkenne wir erst am Ende einer Periode unsers Lebens, oder gar des ganzen, den wahren Zusammenhang unserer Taten, Leistungen und Werke, die genaue Konsequenz und Verkettung, ja, auch den Wert derselben. Denn, solange wir darin begriffen sind, handeln wir nur immer nach den feststehenden Eigenschaften unsers Cahrakters, unter dem Einfluß der Motive, und nach dem Maße unserer Fähigkeiten, also durchweg mit Notwendigkeit, indem wir in jedem Augenblicke bloß tun, was uns jetzt eben das Rechte und Angemessene dünkt. Erst der Erfolg zeigt, was dabei herausgekommen, und der Rückblick auf den ganzen Zusammenhang das Wie und Wodurch. Daher eben auch sind wir, während wir die größten Taten vollbringen, oder unsterbliche Werke schaffen, uns derselben nicht als solcher bewußt, sondern bloß als des unsern gegenwärtigen Zwecken Angemessenen, unsern dermaligen Absichten Entsprechenden, also jetzt gerade Rechten: aber erst aus dem Ganzen, in seinem Zusammenhang, leuchtet nachher unser Charakter und unsere Fähigkeiten hervor: und im einzelnen sehn wir dann, wie wir, als wäre es durch Inspiration geschehen, den einzig richtigen Weg, unter tausend Abwegen, eingeschlagen haben, - von unserm Genius geleitet. Dies alles gilt vom Theoretischen, wie vom Praktischen, und im umgekehrten sinne vom Schlechten und Verfehlten.



Ein wichtiger Punkt der Lebensweisheit besteht in dem richtigen Verhältnis, in welchem wir unsere Aufmerksamkeit teils der Gegenwart, teils der Zukunft widmen, damit nicht die eine uns die andere verderbe. Viele leben zu sehr in der Gegenwart: die Leichtsinnigen; andere zu sehr in der Zukunft: die Aengstlichen und Besorglichen. Selten wird einer genau das rechte Maß halten. Die, welche, mittelst Streben und Hoffen, nur in der Zukunft leben, immer vorwärts sehn und mit Unduld den kommenden Dingen entgegeneilen, als welche allererst das wahre Glück bringen sollen, inzwischen aber die Gegenwart unbeachtet und ungenossen vorbeiziehn lassen, sind, trotz ihren altklugen Mienen, jenen Eseln in Italien zu vergleichen, deren Schritt dadurch beschleunigt wird, daß an einem, ihrem Kopf angehefteten Stock ein Bündel Heu hängt, welches sie daher stets vor sich sehn und zu erreichen hoffen. Denn sie betrügen sich selbst um ihr Dasein, indem sie stets nur ad interim leben, - bis sie tot sind. - Statt also mit den Plänen und Sorgen für die Zukunft ausschließlich und immerdar beschäftigt zu sein, oder aber uns der Sehnsucht nach der Vergangenheit hinzugeben, sollten wir nie vergessen, daß die Gegenwart allein real und allein gewiß ist; hingegen die Zukunft fast immer anders ausfällt, als wir sie denken; ja, auch die Vergangenheit anders war; und zwar so, daß es mit beiden, im ganzen, weniger auf sich hat, als es uns scheint. Denn die Ferne, welche dem Auge die Gegenstände verkleinert, vergrößert sie dem Gedanken. Die Gegenwart allein ist wahr und wirklich: sie ist die real erfüllte zeit, und ausschließlich in ihr liegt unser Dasein. Aber sollten wir sie stets einer heitern Aufnahme würdigen, folglich jede erträgliche und von unmittelbaren Widerwärtigkeiten, oder Schmerzen, freie Stunde mit Bewußtsein als solche genießen, d. h. sie nicht trüben durch verdrießliche Gesichter über verfehlte Hoffnungen in der Vergangenheit, oder Besorgnisse für die Zukunft. Denn es ist durchaus töricht, eine gute gegenwärtige Stunde von sich zu stoßen, oder sie sich mutwillig zu verderben, aus Verdruß über das Vergangene, oder Besorgnis wegen des Kommenden. Der Sorge, ja selbst der Reue, sei ihre bestimmte Zeit gewidmet: danach aber soll man über das Geschehene denken:

    Αλλα τα μεν προτετυγϑαι ςασομεν αχνυμενοι πςρ,
    Θυμον ενι στηϑεσσ𰎹 φιλον δαμαντεϛ αναγϗϰ,

    und über das Künftige:

    Ητοι ταυτα ϑεων εν γουνασι ϰειται,

    hingegen über die Gegenwart: Singulas dies singulas vitas puta (Sen.) und diese allein reale Zeit sich so angenehm wie möglich machen.

Uns zu beunruhigen sind bloß solche künftige Uebel berechtigt, welche gewiß sind und deren Eintrittszeit ebenfalls gewiß ist. Dies werden aber sehr wenige sein: denn die Uebel sind entweder bloß möglich, allenfalls wahrscheinlich; oder sie sind zwar gewiß; allein ihre Eintrittszeit ist völlig ungewiß. Läßt man nun auf diese beiden Arten sich ein; so hat man keinen ruhigen Augenblick mehr. Um also nicht der Ruhe unsers Lebens durch ungewisse, oder unbestimmte Uebel verlustig zu werden, müssen wir uns gewöhnen, jene anzusehn, als kämen sie nie; diese, als kämen sie gewiß nicht so bald.

    Je mehr nun aber einem die Furcht Ruhe läßt, desto mehr beunruhigen ihn die Wünsche, die Begierden und Ansprüche. Goethes so beliebtes Lied: "Ich hab' mein' Sach' auf nichts gestellt", besagt eigentlich, daß erst, nachdem der Mensch aus allen möglichen Ansprüchen herausgetrieben und auf das nackte, kahle Dasein zurückgewiesen ist, er derjenigen Geistesruhe teilhaft wird, welche die Grundlage des menschlichen Glückes ausmacht, indem sie nötig ist, um die Gegenwart, und somit das ganze Leben, genießbar zu finden. Zu ebendiesem Zwecke sollten wir stets eingedenk sein, daß der heutige Tag nur einmal kommt und nimmer wieder. Aber wir wähnen, er komme morgen wieder: morgen ist jedoch ein anderer Tag, der auch nur einmal kommt. Wir aber vergessen, daß jeder Tag ein integrierender und daher unersetzlicher Teil des Lebens ist, und betrachten ihn vielmehr als unter demselben so enthalten, wie die Indivduen unter dem Gemeinbegriff. - Ebenfalls würden wir die Gegenwart besser würdigen und genießen, wenn wir, in guten und gesunden Tagen, uns stets bewußt wären, wie, in Krankheiten, oder Betrübnissen, die Erinnerung uns jede schmerz- und entbehrungslose Stunde als unendlich beneidenswert, als ein verlorenes Paradies, als einen verkannten Freund vorhält. Aber wir verleben unsre schönen Tage, ohne sie zu bemerken: erst wann die schlimmen kommen, wünschen wir jene zurück. Tausend heitere, angenehme Stunden lassen wir, mit verdrießlichem Gesicht, ungenossen an uns vorüberziehn, um nachher, zur trüben Zeit, mit vergeblicher Sehnsucht ihnen nachzuseufzen. Statt dessen sollten wir jede erträgliche Gegenwart, auch die alltägliche, welche wir jetzt so gleichgültig vorüberziehn lassen, und wohl gar noch ungeduldig nachschieben, - in Ehren halten, stets eingedenk, daß sie eben jetzt hinüberwallt in jene Apotheose der Vergangenheit, woselbst sie fortan, vom Lichte der Unvergänglichkeit umstrahlt, vom Gedächtnisse aufbewahrt wird, um, wann dieses einst, besonders zur schlimmen Stunde, den Vorhang lüftet, als ein Gegenstand unsrer innigen Sehnsucht sich darzustellen




    Alle Beschränkung beglückt. Je enger unser Gesichts-, Wirkungs- und Berührungskreis, desto glücklicher sind wir: je weiter, desto öfter fühlen wir uns gequält, oder geängstigt. Denn mit ihm vermehren und vergrößern sich die Sorgen, Wünsche und Schrecknisse. Darum sind sogar Blinde nicht so unglücklich, wie es uns a prioi scheinen muß: dies bezeugt die sanfte, fast heitere Ruhe in ihren Gesichtszügen. Auch beruht es zum Teil auf dieser Regel, daß die zweite Hälfte des Lebens trauriger ausfällt, als die erste. Denn im Laufe des Lebens wird der Horizont unsrer Zwecke und Beziehungen immer weiter. In der Kindheit ist er auf die nächste Umgebung und die engsten Verhältnisse beschränkt; im Jünglingsalter reicht er schon bedeutend weiter; im Mannesalter umfaßt er unsern ganzen Lebenslauf, ja, erstreckt sich oft auf die entferntesten Verhältnisse, auf Staaten und Völker; im Greisenalter umfaßt er die Nachkommen. - Jede Beschränkung hingegen, sogar die geistige, ist unserm Glücke förderlich. Denn je weniger Erregung des Willens, desto weniger Leiden: und wir wissen, daß das Leiden das Positive, das Glück bloß negativ ist. Beschränktheit des Wirkungskreises benimmt dem Willen die äußeren Veranlassungen zur Erregunng; Beschränktheit des Geistes die innern. Nur hat letztere den Nachteil, daß sie der Langenweile die Tür öffnet, welche mittelbar die Quelle unzähliger Leiden wird, indem man, um nur sie zu bannen, nach allem greift, also Zerstreuung, Gesellschaft, Luxus, Spiel, Trunk usw. versucht, welche jedoch Schaden, Ruin und Unglück jeder Art herbeiziehn. Difficilis in otio quies. Wie sehr hingegen die äußere Beschränkung dem menschlichen Glücke, soweit es gehen kann, förderlich, ja, notwendig sei, ist daran ersichtlich, daß die einzige Dichtungsart, welche glückliche Menschen zu schildern unternimmt, das Idyll, sie stets und wesentlich in höchst beschränkter Lage und Umgebung darstellt. Das Gefühl der Sache liegt auch unserm Wohlgefallen an den sogenannten Genrebildern zum Grunde. - Demgemäß wird die möglichste Einfachheit unserer Verhältnisse und sogar die Einförmigkeit der Lebensweise, solange sie nicht Langeweile erzeugt, beglücken; weil sie das Leben selbst, folglich auch die ihm wesentliche Last, am wenigsten spüren läßt: es fließt dahin, wie ein Bach, ohne Wellen und Strudel.



    In Hinsicht auf unser Wohl und Wehe kommt es in letzter Instanz darauf an, womit das Bewußtsein erfüllt und beschäftigt sei. Hier wird nun im ganzen jede rein intellektuelle Beschäftigung dem ihrer fähigen Geiste viel mehr leisten, als das wirkliche Leben, mit seinem beständigen Wechsel des Gelingens und Mißlingens, nebst seinen Erschütterungen und Plagen. Nur sind dazu freilich son überwiegende geistige Anlagen erfordert. Sodann ist hiebei zu bemerken, daß, wie das nach ausßen tätige Leben von uns von den Studien zerstreut und ablenkt, auch dem Geiste die dazu erforderliche Ruhe und Sammlung benimmt; ebenso andrerseits die anhaltende Geistesbeschäftigung zum Treiben und Tummeln des wirklichen Lebens, mehr oder weniger, untüchtig macht: daher ist es ratsam, dieselbe auf eine Weile ganz einzustellen, wann Umstände eintreten, die irgendwie eine energische praktische Tätigkeit erfordern.


    Um mit vollkommener Besonnenheit zu leben und aus der eigenen Erfahrung alle Belehrung, die sie enthält, herauszuziehn, ist erfordert, daß man oft zurückdenke und, was man erlebt, getan, erfahren und dabei empfunden hat, rekapituliere, auch seine ehemaliges Urteil mit seinem gegenwärtigen, seinen Vorsatz und Streben mit dem Erfolg und der Befriedigung durch denselben vergleiche. Dies ist die Repitition des Privatissimums, welches jedem die Erfahrung liest. Auch läßt die eigene Erfahrung sich ansehn als der Text; Nachdenken und Kenntnisse als der Kommentar dazu. Viel Nachdenken und Kenntnisse, bei wenig Erfahrung, gleicht den Ausgaben, deren Seiten zwei Zeilen Text und vierzig Zeilen Kommentar darbieten. Viel Erfahrung, bei wenig nachdenken und geringen Kenntnissen, gleicht den bipontinischen Ausgaben, ohne Noten, welche vieles unverstanden lassen.

    Auf die hier gegebene Anempfehlung zielt auch die Regel des Pythagoras, daß man abends, vor dem Einschlafen, durchmustern solle, was man den Tag über getan hat. Wer im Getümmel der Geschäfte, oder Vergnügungen, dahinlebt, ohne je seine Vergangenheit zu ruminieren, vielmehr nur immerfort sein Lebens abhaspelt, dem geht die klare Besonnenheit verloren: sein Gemüt wird ein Chaos, und eine gewisse Verworrenheit kommt in seine Gedanken, von welcher alsbald das Abrupte, Fragmentarische, gleichsam Kleingehackte seiner Konversation zeugt. Dies ist um so mehr der Fall, je größer die äußere Unruhe, die Menge der Eindrücke, und je geringer die innere Tätigkeit seines Geistes ist.

    Hieher gehört die Bemerkung, daß, nach längerer Zeit und nachdem die Verhältnisse und Umgebungen, welche auf uns einwirkten, vorübergegangen sind, wir nicht vermögen, unsere damals durch sie erregte Stimmung und Empfindung uns zurückzurufen und zu erneuern: wohl aber können wir unserer eigenen, damals von ihnen hervorgerufenen Aeußerungen uns erinnern. Diese nun sind das Resultat, der Ausdruck und der Maßstab jener. Daher sollte das Gedächtnis, oder das Papier, dergleichen, aus denkwürdigen Zeitpunkten, sorgfältig aufbewahren. Hiezu sind Tagebücher sehr nützlich.


    Sich selber genügen, sich selber alles in alem sein, und sagen können omnia mea mecum porto, ist gewiß für unser Glück die förderlichste Eigenschaft: daher der Ausspruch des Aristoteles ή ευδαιμονια των αυταρϰων εστι (felicitas sibi sufficientium est. Eth. Eud. 7,2) nicht zu oft wiederholt werden kann. (Auch ist es im wesentlichen derselbe Gedanke, den, in einer überaus artigen Wendung, die Sentenz Chamforts ausdrückt, welche ich dieser Abhandlung als Motto vorgesetzt habe.) Denn teils darf man, mit einiger Sicherheit, auf niemand zählen, als auf sich selbst, und teils sind die Beschwerden und Nachteile, die Gefahr und der Verdruß, welche die Gesellschaft mit sich führt, unzählig und unausweichbar.

    Kein verkehrterer Weg zum Glück, als das Leben in der großen Welt, in Saus und Braus (high life): denn es bezweckt, unser elendes Dasein in eine Sukzession von Freude, Genuß, Vergnügen zu verwandeln, wobei die Enttäuschung nicht ausbleiben kann; so wenig, wie bei der Obligaten Begleitung dazu, dem gegenseitigen Belügen *).

    Anmerkung *) Wie unser Leib in die Gewänder, so ist unser Geist in Lügen verhüllt. Unser Reden, Tun, unser ganzes Wesen, ist lügenhaft: und erst durch diese Hülle hindurch kann man bisweilen unsere wahre Gesinnung erraten, wie durch die Gewänder hindurch die Gestalt des Leibes

Zunächst erfordert jede Gesellschaft notwendig eine gegenseitige Akkommodation und Temperatur: daher wird sie, je größer, desto fader. Ganz er selbst sein darf jeder nur, solange er allein ist: wer also nicht die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht die Freiheit: denn nur wann man allein ist, ist man frei. Zwang ist der unzertrennliche Gefährte jeder Gesellschaft, und jede fordert Opfer, die um so schwerer fallen, je bedeutender die eigene Individualität ist. Demgemäß wird jeder in genauer Proportion zum Werte seines eigenen Selbst die Einsamkeit fliehen, ertragen, oder lieben. Denn in ihr fühlt der Jämmerliche seine ganze Jämmerlichkeit, der große Geist seine ganze Größe, kurz, jeder sich als was er ist. Ferner, je höher einer auf der Rangliste der Natur steht, desto einsamer steht er, und zwar wesentlich und unvermeidlich. Dann aber ist es eine Wohltat für ihn, wenn die physische Einsamkeit der geistigen entspricht: widrigenfalls dringt die häufige Umgebung heterogener Wesen störend, ja, feindlich auf ihn ein, raubt ihm sein Selbst und hat nichts als Ersatz dafür zu geben. Sodann, während die Natur zwischen menschen die weiteste Verschiedenheit, im Moralischen und Intellektuellen, gesetzt hat, stellt die Gesellschaft, diese für nichts achtend, sie alle gleich, oder vielmehr sie setzt an ihre Stelle die künstlichen Unterschiede und Stufen des Standes und Ranges, welche der Rangliste der Natur sehr oft diametral entgegenlaufen. Bei dieser Anordnung stehen sich die, welche die Natur niedrig gestellt, sehr gut; die wenigen aber, welche sie hoch stellte, kommen dabei zu kurz; daher diese sich der Gesellschaft zu entziehn pflegen und in jeder, sobald sie zahlreich ist, das Gemeine vorherrscht. Was den großen Geistern die Gesellschaft verleidet, ist die Gleichheit der Rechte, folglich der Ansprüche, bei der Ungleichheit der Fähigkeiten, folglich der (gesellschaftlichen) Leistungen, der andern. Die sogenannte gute Sozietät läßt Vorzüge aller Art gelten, nur nicht die geistigen, diese sind sogar Konterbande. Sie verpflichten uns, gegen jede Torheit, Narrheit, Verkehrtheit, Stumpfheit genzenlose Geduld zu beweisen; persönliche Vorzüge hingegen sollen sich Verzeihung erbetteln, oder sich verbergen; denn die geistige Ueberlegenheit verletzt durch ihre bloße Existenz, ohne alles Zutun des Willens. Demnach hat die Gesellschaft, welche man die gute nennt, nicht nur den Nachteil, daß sie uns Menschen darbietet, die wir nicht loben und lieben könen, sondern sie läßt auch nicht zu, daß wir selbst seien, wie es unsrer natur angemessen ist; vielmehr nötigt sie uns, des Einklanges mit den anderen wegen, einzuschrumpfen, oder gar uns selbst zu verunstalten. Geistreiche Reden oder einfälle gehören nur vor geistreiche Gesellschaft: in der gewöhnlichen sind sie geradezu verhaßt; denn um in dieser zu gefallen, ist durchaus notwendig, daß man platt und borniert sei. In solcher Gesellschaft müssen wir daher, mit schwerer Selbstverleugnung, drei Viertel unsrer selbst aufgeben, um uns den andern zu verähnlichen. Dafür haben wir dann freilich die andern: aber je mehr eigenen Wert einer hat, desto mehr wird er finden, daß hier der Gewinn den Verlust nicht deckt ud das Geschäft zu seinem Nachteil ausschlägt; weil die Leute, in der Regel, insolvent sind, d. h, in ihrem Umgang nichts haben, das für die Langweiligkeit, die Beschwerden und Unannehmlichkeiten desselben und fpr die Selbstverleugnung, die er auflegt, schadlos hielte: demnach ist die allermeiste Gesellschaft so beschaffen, daß, wer sie gegen die Einsamkeit vertauscht, einen guten Handel macht. Dazu kommt noch, daß die Gesellschaft, um die echte, d. i, die geistige Ueberlegenheit, welche sie nicht verträgt, und die auch schwer zu finden ist, zu ersetzen, eine falsche, konventionelle, auf willkürlichen Satzungen beruhende und traditionell unter den höhern Ständen sich fortpflanzende, auch, wie die Parole, veränderliche Ueberlegenheit, beliebig angenommen hat: diese ist, was der gute ton, bon ton, fashionableness genannt wird. Wann sie jedoch einmal mit der echten in Kollision gerät, zeigt sich ihre Schwäche. - Zudem, quand le bon ton arrive, le bon sens se retire.

Ueberhaupt kann jeder im vollkommensten Einklange nur mit sich selbst stehn; nicht mit seinem Freunde, nicht mit seiner Geliebten: denn die Unterschiede der Individualität und Stimmung führen allemal eine, wenn auch geringe, Dissonanz herbei. Daher ist der wahre, tiefe Friede des Herzens und die vollkommene Gemütsruhe, dieses, nächst der Gesundheit, höchste irdische Gut, allein in der Einsamkeit zu finden und als dauernde Stimmung nur in der tiefsten Zurückgezoogenheit. Ist dann das eigene Selbst groß und reich; so genießt man den glücklichsten Zustnd, der auf dieser amren Erde gefunden werden mag. Ja, es sei herausgesagt: so eng auch Freundschaft, Liebe und Ehe Menschen verbinden; ganz ehrlich meint jeder es am Ende doch nur mit sich selbst und höchstens noch mit seinem Kinde. - Je weniger einer, infolge objektiver oder subjektiver Bedingungen, nötig hat, mit den menschen in Berührung zu kommen, desto besser ist er daran. Die Einsamkeit und Oede läßt alle ihre Uebel auf einmal, wenn auch nicht empfinden, doch übersehn: hingegen die Gesellschaft ist insidiös: sie verbirgt hinter dem Scheine der Kurzweil, der Mitteilung, des geselligen Genusses usw. große, oft unheilbare Uebel. Ein Hauptstudium der Jugend sollte sein, die Einsamkeit ertragen zu lernen; weil sie eine Quelle des Glückes, der Gemütsruhe ist. - Aus diesem allen nun folgt, daß der am besten daran ist, der nur auf sich selbst gerechnet hat und sich selber alles in allem sein kann; sogar sagt Cicero: Nemo potest non beatissimus esse, qui est totus aptus ex sese, quique in se uno ponit omnia. (Paradox. II.) Zudem, je mehr einer an sich selber hat, desto weniger können andere ihm sein. Ein gewisses Gefühl von Allgenugsamkeit ist es, welches die Leute von innerm Wert und Reichtum abhält, der Gemeinschaft mit andern die bedeutenden Opfer, welche sie verlangt, zu bringen, geschweige dieselbe, mit merklicher Selbstverleugnung, zu suchen. Das Gegenteil hievon macht die gewöhnlichen Leute so gesellig und akkommodant: es wird ihnen nämlich leichter, andere zu ertragen, als sich selbst. Noch kommt hinzu, daß, was wirklichen Wert hat in der Welt, nicht geachtet wird, und was geachtet wird, keinen Wert hat. Hievon ist die Zurückgezogenheit jedes Würdigen und Ausgezeichneten der Beweis und die Folge. Diesem allen nach wird es in dem, der etwas Rechtes an sich selber hat, echte Lebensweisheit sein, wenn er, erforderlichenfalls, seine Bedürfnisse einschränkt, um nur seine Freiheit zu wahren, oder zu erweitern, und demnach mit seiner Person, da sie unvermeidliche Verhältnisse zur Menschenwelt hat, so kurz wie möglich sich abfindet.

Was nun andrerseits die Menschen gesellig macht, ist ihre Unfähigkeit, die Einsamkeit, und in dieser sich selbst zu ertragen. Innere Leere und Ueberdruß sind es, von denen sie sowohl in die Gesellschaft, wie in die Fremde und auf Reisen getrieben werden. Ihrem Geiste mangelt es an Federkraft, sich eigene Bewegung zu erteilen: daher suchen sie Erhöhung derselben durch Weein und werden viele auf diesem Wege zu Trunkenbolden. Ebendaher bedürfen sie der steten Erregung von außen und zwar der stärkesten, d. i. der durch Wesen ihresgleichen. Ohne diese sinkt ihr Geist, unter seiner eigenen Schwere, zusammen und verfällt in eine drückende Lethargie *).

Anmerkung *) Bekanntlich werden Uebel dadurch erleichtert, daß man sie gemeinschaftlich erträgt: zu diesen scheinen die Leute die Langeweile zu zählen; daher sie sich zusammensetzen, um sich gemeinschaftlich zu langweilen. Wie die Liebe zum Leben im Grunde nur Furcht vor dem Tode ist, so ist auch der Geselligkeitstrieb der Menschen im Grunde kein direkter, beruht nämlich nicht auf Liebe zur Gesellschaft, sondern auf Furcht vor der Einsamkeit, indem es nicht sowohl die holdselige Gegenwart der andern ist, die gesucht, als vielmehr die Oede und Beklommenheit des Alleinseins, nebst der Monotonie des eigenen Bewußtseins, die geflohen wird; welche zu entgehn man daher auch mit schlechter Gesellschaft vorlieb nimmt, imgleichen das Lastige und den Zwang, den jede notwendig mit sich bringt, sich gefallen läßt. - Hat hingegen der Widerwille gegen dieses alles gesiegt und ist, infolge davon, die Gewohnheit der Einsamkeit und die Abhärtung gegen ihren unmittelbaren Eindruck eingetreten, so daß sie die oben bezeichneten Wirkungen nicht mehr hervorbringt; dann kann man mit größter Behaglichkeit immerfort allein sein, ohne sich nach Gesellschaft zu sehnen, eben weil das Bedürfnis derselben kein direktes ist und man andrerseits sich jetzt die wohltätigen Eigenschaften der Einsamkeit gewöhnt hat.

Imgleichen ließe sich sagen, daß jeder von ihnen nur ein kleiner Bruch der Idee der Menschheit sei, daher er vieler Ergänzungen durch andere bedarf, damit einigermaßen ein volles menschliches Bewußtsein herauskomme: hingegen wer ein ganzer Mensch ist, ein Mensch par exellence, der stellt eine Einheit und keinen Bruch dar, hat daher an sich selbst genug. Man kann, in diesem Sinne, die gewöhnliche Gesellschaft jener russischen Hornmusik vergleichen, bei der jedes Horn nur einen Ton hat, und bloß durch das pünkliche Zusammentreffen aller eine Musik herauskommt. Denn monoton, wie ein solches eintöniges Horn, ist der Sinn und Geist der allermeisten Menschen: sehn doch viele von ihnen schon aus, als hätten sie immerfort nur einen und denselben Gedanken, unfähig, irgendeinen andern zu denken. Hieraus also erklärt sich nicht nur, warum sie so langweilig, sondern auch, warum sie so gesellig sind und am liebsten herdenweise einhergehn: The gregariousness of mankind. Die Monotonie seines eigenen Wesens ist es, die jedem von ihnen unerträglich wird: - omnis stutitia laborat fastidio sui: - nur zusammen und durch die Vereinigung sind sie irgend etwas, - wie jene Hornbläser. Dagegen ist der geistvolle Mensch einem Virtuosen zu vergleich, der sein Konzert allein ausführt; oder auch dem Klavier. Wie nämlich dieses, für sich allein, ein kleines Orchester, so ist er eine kleine Welt, und was jene alle erst durch das Zusammenwirken sind, stellt er dar in der Einheit eines Bewußtseins. Wie das Klavier, ist er kein Teil der Symphonie, sondern für das Solo und die Einsamkeit geeignet: soll er mit ihnen zusammenwirken; so kann er es nur sein als Prinzipalstimme mit Begleitung, wie das Klavier; oder zum Tonangeben, bei Vokalmusik, wie das Klavier. - Wer inzwischen Gesellschaft liebt, kann sich aus diesem Gleichnis die Regel abstrahieren, daß, was den Personen seines Umgangs an Qualität abgeht, durch die Quantität einigermaßen ersetzt werden muß. An einem einzigen geistvollen Menschen kann er Umgang genug haben: ist aber nichts als die gewöhnliche Sorte zu finden; so ist es gut, von dieser recht viele zu haben, damit durch die Mannigfaltigkeit und das Zusammenwirken etwas herauskomme, - nach Analogie der besagten Hornmusik: und der Himmel schenke ihm dazu Geduld.

Jener innern Leere aber und Dürftigkeit der Menschen ist auch dieses zuzuschreiben, daß, wenn einmal, irgendeinen edelen, idealen Zweck beabsichtigend, Menschen besserer Art zu einem Verein zusammentreten, alsdann der Ausgang fast immer dieser ist, daß aus jenem plebs der Menschheit, welcher, in zahlloser Menge, wie Ungeziefer, überall alles erfüllt und bedeckt, und stets bereit ist, jedes, ohne Unterschied, zu ergreifen, um damit seiner Langenweile, wie unter andern Umständen seinem Mangel, zu Hilfe zu kommen, - auch dort einige sich einschleichen, oder eindrängen und dann bald entweder die ganze Sache zerstören, oder sie so verändern, daß sie ziemlich das Gegenteil der ernsten Absicht wird. -

Uebrigens kann man die Geselligkeit auch betrachten als ein geistiges Erwärmen der Menschen aneinander, gleich jenem körperlichen, welches sie, bei großer Kälte, durch Zusammendrängen hervorbringen. Allein wer selbst viel geistige Wärme hat, bedarf solcher Gruppierung nicht. Eine in diesem Sinne von mir erdachte Fabel wird man im zweiten Teile der Parerga und Paralipomena finden, im letzten Kapitel. Diesem allen zufolge, steht die Geselligkeit eines jeden ungefähr im umgekehrten Verhältnisse seines intellktuellen Wertes, und "er ist sehr ungesellig" sagt beinahe schon "er ist ein Mann von großen Eigenschaften".


Dem intellektuell hochstehenden Menschen gewährt nämlich die Einsamkeit einen zwiefachen Vorteil: erstlich den, mit sich selber zu sein, und zweitens den, nicht mit andern zu sein. Diesen letzteren wird man hoch anschlagen, wenn man bedenkt, wieviel Zwang, Bescherde und selbst Gefahr jeder Umgang mit sich bringt. Tout notre mal vient de ne pouvoir être seoul, sagt Labruyére. Geselligkeit gehört zu den gefährlichen, ja verderblichen Neigungen, da sie uns in kontakt bringt mit Wesen, deren große Mehrheit moralisch schlecht und intellektuell stumpf oder verkehrt ist. Der Ungesellige ist einer, der ihrer nicht bedarf. An sich selber so viel zu haben, daß man der Gesellschaft nicht bedarf, ist schon deshalb ein großes Glück, weil fast alle unsere Leiden aus der Gesellschaft entspringen, und die Geistesruhe, welche nächst der Gesundheit, das wesentlichste Element unseres Glückes ausmacht, durch jede Gesellschaft gefährdet wird und daher ohne ein bedeutendes Maß von Einsamkeit nicht besthen kann. Um des Glückes der Geistesruhe teilhaftig zu werden, entsagten die Kyniker jedem Besitz: wer in gleicher Absicht der Gesellschaft entsagt, hat das weiseste Mittel erwählt. Denn so treffend, wie schön, ist was Bernadin de St. Pierre sagt: La dieète des alimens nous rend la santé du corps, et celle des Hommes la tranquillité de l'âme. Sonach hat wer sich zeitig mit der Einsamkeit befreundet, ja, sie lieb gewinnt, eine Goldmine erworben. Aber keineswegs vermag dies jeder. Denn, wie ursprünglich die Not, so treibt nach Beseitigung dieser, die Langeweile die Menschen zusammen. Ohne beide bliebe jeder allein; schon weil nur in der Einsamkeit die Umgebung der ausschließlichen Wichtigkeit, Ja Einzigkeit entspricht, die jeder in seinen eigenen Augen hat, und welche vom Weltgedränge zu nichts verkleinert wird; als wo sie, bei jedem Schritt, ein schmerzliches démenti erhält. In diesem Sinne ist die einsamkeit sogar der natürliche Zustand eines jeden: sie setzt ihn wieder ein, als ersten Adam, in das ursprüngliche, seiner Natur angemessene Glück.

Aber hatte doch auch Adam weder Vater, noch Mutter! Daher wieder ist, in einem andern Sinne, die Einsamkeit dem Menschen nicht natürlich; sofern nämlich er, bei seinem Eintritt in die Welt, sich nicht allein, sondern zwischen Eltern und Geschwistern, also in Gemeinschaft, gefunden hat. Demzufolge kann die Liebe zur Einsamkeit nicht als ursprünglicher Hang dasein, sondern erst infolge der Erfahrung und des Nachdenkens entstehn: und dies wird statthaben, nach Maßgabe der Entwickelung eigener geistiger Kraft, zugleich aber auch mit der Zunahme der Lebensjahre; wonach denn, im ganzen genommen, der Gesellsigkeitstrieb eines jeden im umgekehrten Verhältnisse seines Alters stehn wird. Das kleine Kind erhebt ein Angst und Jammergeschrei, sobald es nur einige Minuten allein gelassen wird. Dem Kanben ist das Alleinsein eine große Pönitenz. Jünglinge gesellen sich leicht zueinander: nur die edleren und hochgesinnten unter ihnen suchen schon bisweilen die Einsamkeit: jedoch einen Tag allein zuzubringen wird ihnen noch schwer. Dem Manne hingegen ist dies leicht: er kann schon viel allein sein, und desto mehr, je älter er wird. Der Greis, welcher aus verschwundenen Generationen allein übrig geblieben und dazu den Lebensgenüssen teils entwachsen, teils abgestorben ist, findet an der Einsamkeit sein eigentliches Element. Immer aber wird hiebei, in den einzelnen, die Zunahme der Neigung zur Absonderung und Einsamkeit nach Maßgabe ihres intellektuellen Wertes erfolgen. Denn dieselbe ist, wie gesagt, keine rein natürliche, direkt durch die Bedürfnisse hervorgerufene, vielmehr bloß eine Wirkung gemachter Erfahrung und der Reflexion über solche, namentlich der erlangten Einsicht in die moralisch und intellektuell elende Beschaffenheit der allermeisten Menschen, bei welcher das schlimmste ist, daß, im Individuo, die moralischen und die intellektuellen Unvollkommenheiten desselben konspirieren und sich gegenseitig in die Hände arbeiten, woraus dann allerlei höchst widerwärtige Phänomene hervorgehn, welche den Umgang der meisten Menschen ungenießbar, ja unerträglich machen. So kommt es denn, daß, obwohl in dieser Welt gar vieles recht schlecht ist, doch das Schlechteste darin die Gesellschaft bleibt; so daß selbst Voltaire, der gesellige Franzose, hat sagen müssen: La terre est vouverte de gens qui ne méritent pas qu'on leur parle. Denselben Grund gibt auch der die Einsamkeit so stark und beharrlich liebende, sanftmütige Petrarca für diese Neigung an:

Cercato ho sempre solitaria vita
(Le rive il sanno, e le campagne e i boschi),
Per fuggir quest' ingegni storti e loschi,
Che la strada del ciel' hanno smarita.

In gleichem Sinne führt er die Sache aus, in seinem schönen Buche De vita solitaria, welches Zimmermanns Vorbild zu seinem berühmten Werke über die Einsamkeit gewesen zu sein scheint. Ebendiesen bloß sekundären und mittelbaren Ursprung der Ungeselligkeit drückt, in seiner sarkastischen Weise, Cahmfort aus, wenn er sagt: On dit quelquefois d'un homme qui vit seul, il n'aime pas la société. C'est souvent comme si on disait d'un homme, qu'il n'aime pas la promenade, sous le prétexte qu'il ne se promène pas volontiers le soir dans la forêt de Bondy. Aber auch der sanfte und christliche Angelus Silesius sagt, in seiner Weise und mythischen Sprache, ganz dasselbe:

"Herodes ist ein Feind; der Joseph der Verstand,
Dem macht Gott die Gefahr im Traum (Geist) bekannt,
Die Welt ist Bethlehem, Aegypten Einsamkeit:
Fleuch, meine Seele! Fleuch, sonst stirbest du vor Leid."

In gleichem Sinne läßt sich Jordanus Brunus vernehmen: Tanti uomini, che in terra hanno voluto gustare vita celeste, dissero con una voce: "ecce elongavi fugienes, et mansi in solitudine." In gleichem Sinne berichtet Sadi, der Perser, im gulistan, von siich selbst: "Meiner Freunde in Damaskus überdrüssig, zog ich mich in die Wüste bei Jerusalem zurücl, die Gesellschaft der Tiere aufzusuchen *)."

Anmerkung *) Im selben Sinne sagt Sadi im Gulistan (s. die Uebersetzung von Graf S. 65): "Seit dieser Zeit haben wir von der Gesellschaft Abschied genommen und uns den Weg der Absonderung vorgenommen: denn die Sicherheit ist in der Einsamkeit."

Kurz, in gleichem Sinne haben alle geredet, die Prometheus aus besserem Tone geformet hatte. Welchen Genuß kann ihnen der Umgang mit Wesen gewähren, zu denen sie nur vermittelst des Niedristen und Unedelsten in ihrer eigenen natur, nämlich des Alltäglichen, Trivialen und Gemeinen darin, irgend Beziehungen haben, die eine Gemeinschaft begründen, und denen, weil sie nicht zu ihrem niveau sich erheben können, nichts übrigbleibt, als sie zu dem ihrigen herabzuziehn, was demnach ihr Trachten wird? Sonach ist es ein aristokratisches Gefühl, welches den Hang zur Absonderung und Einsamkeit nährt. Alle Lumpe sind gesellig, zum Erbarmen: daß hingegen ein Mensch edlerer Art sei, zeigt sich zunächst daran, daß er kein Wohlgefallen an den übrigen hat, sondern mehr und mehr die einsamkeit ihrer Gesellschaft vorzieht und dann allmählich, mit den jahren, zu der Einsicht gelangt, daß es, seltene Ausnahmen abgerechnet, in der Welt nur die Wahl gibt zwischen Einsamkeit und Gemeinheit. Sogar auch dieses, so hart es klingt, hat selbst Angelus Silesius, seiner christlichen Milde und Liebe ungeachtet, nicht ungesagt lassen können:

"Die Einsamkeit ist not; doch sei nur nicht gemein:
So kannst du überall in einer Wüste sein."


Was nun aber gar die großen Geister betrifft, so ist es wohl natürlich, daß diese eigentlichen Erzieher des ganzen Menschengeschlechtes zu häufiger Gemeinschaft mit den übrigen so wenig Neigung fühlen, als den Pädagogen anwandelt, sich in das Spiel der ihn umlärmenden Kinderherde zu mischen. Denn sie, die auf die Welt gekommen sind, um sie auf dem Meer ihrer Irrtümer der Wahrheit zuzulenken und aus dem finstern Abgrund ihrer Roheit und Gemeinheit nach oben, dem Lichte zu, der Bildung und Veredlung entgegenzuziehn, - sie müssen zwar unter ihnen leben, ohne jedoch eigentlich zu ihnen zu gehören, fühlen sich daher, von Jugend auf, als merklich von den andern verschiedene Wesen, kommen aber erst allmählich, mit den Jahren, zur deutlichen Erkenntnis der Sache, wonach sie dann sorge tragen, daß zu ihrer geistigen Entfernung von den andern auch die physische komme, und keiner ihnen nahe rücken darf, er sei denn schon selbst ein mehr oder weniger Eximierter von der allgemeinen Gemeinheit.

Aus diesem allen ergibt sich alos, daß die Liebe zur Einsamkeit nicht direkt und als ursprünglicher Trieb auftritt, sondern sich indirekt, vorzüglich bei edleren Geistern und erst nach und nach entwickelt, nicht ohne Ueberwindung des natürlichen Geselligkeitstriebes, ja, unter gelegentlicher Opposition mephistiphelischer Einflüsterung:

"Hör auf, mit deinem Gram zu spielen,
Der, wie ein Geier, dir am Leben frißt:
Die schlechteste Gesellschaft läßt sich dich fühlen,
Daß du ein Mensch mit Menschen bist."

Einsamkeit ist das Los aller hervorragenden Geister: sie werden solche bisweilen beseufzen; aber stets sie als das kleinere von zwei Uebeln erwählen. Mit zunehmendem Alter wird jedoch das sapere aude in diesem Stücke immer leichter und natürlicher, und in den sechziger Jahren ist der Trieb zur einsamkeit ein wirklich naturgemäßer, ja instinktartiger. Denn jetzt vereinigt sich alles, ihn zu befördern. Der stärkste Zug zur Geselligkeit, Weiberliebe und Geschlechtstrieb, wirkt nicht mehr; ja, die Geschlechtslosigkeit des Alters legt den Grund zu einer gewissen Selbstgenugsamkeit, die allmählich den Geselligkeitstrieb überhaupt absorbiert. Von tausend Täuschungen und torheiten ist man zurückgekommen; das aktive Leben ist meistens abgetan, man hat nichts mehr zu erwarten, hat keine Pläne und Absichten mehr; die Generation, der man eigentlich angehört, lebt nicht mehr; von einem fremden Geschlecht umgeben, steht man schon objektiv und wesentlich allein. Dabei hat der Flug der Zeit sich beschleunigt, und geistig möchte man sie noch benutzen. Denn, wenn nur der Kopf seine Kraft behalten hat; so machen jetzt die vielen erlangten Kenntnisse und Erfahrungen, die allmählich vollendete Durcharbeitung aller Gedanken und die große Uebungsfertigkeit aller Kräfte das Studium jeder Art interessanter und leichter, als jemals. Man sieht klar in tausend Dingen, die früher noch wie im Nebel lagen: man gelangt zu Resultaten und fühlt seine ganze Ueberlegenheit. Infolge langer Erfahrung hat man aufgehört, von den Menschen viel zu erwarten; da sie, im ganzen genommenen, nicht zu den Leuten gehören, welche bei näherer Bekanntschaft gewinnen: vielmehr weiß man, daß, von seltenen Glücksfällen abgesehn, man nichts antreffen wird, als sehr defekte Exemplare der menschlichen Natur, welche es besser ist, unberührt zu lassen. Man ist daher den gewöhnlichen Täuschungen nicht mehr ausgesetzt, merkt jedem bald an, was er ist, und wird selten den Wunsch fühlen, nähere Verbindung mit ihm einzugehn. Endlich ist auch, zumal wenn man an der Einsamkeit eine Jugendfreundin erkennt, die Gewohnheit der Isolation und des Umgangs mit sich selbst hinzugekommen und zur zweiten natur geworden. Demnach ist jetzt die Liebe zur einsamkeit, welche früher dem Geselligkeitstriebe erst abgerungen werden mußte, eine ganz natürliche und einfache: man ist in der Einsamkeit, wie der Fisch im Wasser. Daher fühlt jede vorzügliche, folglich den übrigen unähnliche, mithin alleinstehende Individualität sich, durch diese ihr wesentliche Isolation, zwar in der Jugend gedrückt, aber im Alter erleichter.

      Denn freilich wird dieses wirklichen Vorzugs des Alters jeder immer nur nach Maßgabe seiner intellektuellen Kräfte teilhaft, also der eminente Kopf vor allem; jedoch in geringerem Grade wohl jeder. Nur höchst dürftige und gemeine Naturen werden im Alter noch so gesellig sein, wie ehedem: sie sind der Gesellschaft, zu der sie nicht mehr passen, beschwerlich, und bringen es höchstens dahin, toleriert zu werden; während sie ehemals gesucht wurden.

An dem dargelegten, entgegengesetzten Verhältnisse zwischen der Zahl unsrer Lebensjahre und dem Grade unsrer Geselligkeit läßt sich auch noch eine teleologische Seite herausfinden. Je jünger der Mensch ist, desto mehr hat er noch, in jeder Beziehung, zu lernen; nun hat ihn die Natur auf den wechselseitigen Unterricht verwiesen, welchen jeder im Umgange mit seinesgleichen empfängt und in Hinsicht auf welchen die menschliche Gesellschaft eine große Bell-Lancastersche Erziehungsanstalt genannt werden kann; da Büchr und Schulen künstliche, weil vom Plane der Natur abliegende Anstalten sind. Sehr zweckmäßig also besucht er die natürliche Unterrichtsanstalt desto fleißiger, je jünger er ist.

Nihil est ab omni parte beatum sagt Horaz, und "Kein Lotus ohne Stengel" lautet ein indisches Sprichwort: so hat denn auch die Einsamkeit, neben so vielen Vorteilen, ihre kleinen Nachteile und Beschwerden, die jedoch, im Vergleich mit denen der Gesellschaft, gering sind; daher, wer etwas Rechtes an sich selber hat, es immer leichter finden wird, ohne die Menschen auszukommen, als mit ihnen. - Unter jenen Nachteilen ist übrigens einer, der nicht so leicht, wie die übrigen, zum Bewußtsein gebracht wird, nämlich dieser: wie durch anhaltend fortgesetztes Zuhausebleiben unser Leib so empfindlich gegen äußere Einflüsse wird, daß jedes kühle Lüftchen ihn krankhaft affiziert; so wird, durch anhaltende Zurückgezogenheit und Einsamkeit, unser Gemüt so empfindlich, daß wir durch die unbedeutendesten Vorfälle, Worte, wohl gar durch bloße Mienen, uns beunruhigt, oder gekränkt, oder verletzt fühlen; während der, welcher stets im Getümmel bleibt, dergleichen gar nicht beachtet.

Wer nun aber, zumal in jüngeren Jahren, so oft ihn auch schon gerechtes Mißfallen an den Menschen in die Einsamkeit zurrückgescheucht hat, doch die Oede derselben, auf die Länge, zu ertragen nicht vermag, dem rate ich, daß er sich gewöhne, einen Teil seiner Einsamkeit in die Gesellschaft mitzunehmen, also daß er lerne, auch in der Gesellschaft in gewissem Grade, allein zu sein, demnach, was der denkt, nicht sofort den andern mitzuteilen, und andrerseits mit dem, was sie sagen, es nicht genau zu nehmen, vielmehr, moralisch wie intellektuell, nicht viel davon zu erwarten und daher, hinsichtlich ihrer Meinungen, diejenige Gleichgültigkeit in sich zu befestigen, die das sicherste Mittel ist, um stets eine lobenswerte Toleranz zu üben. Er wird alsdann, obwohl mitten unter ihnen, doch nicht so ganz in ihrer Gesellschaft sein. sondern hinsichtlich ihrer sich mehr rein objektiv verhalten: dies wird ihn vor zu genauer Berührung mit der Gesellschaft, und dadurch vor jeder Besudelung, oder gar Verletzung, schützen. Sogar eine lesenswerte dramatische Schilderung dieser restringierten, oder verschanzten Gesellschaft besitzen wir am Lustspiel "El Café o sea el comedia nueva" von Moratin, und zwar im Charakter des D. Pedro daselbst, zumal in der zweiten und dritten Szene des ersten Akts. In diesem Sinne kann man auch die Gesellschaft einem Feuer vergleichen, an welchem der Kluge sich in gehöriger Entfernung wärmt, nicht aber hineingreift, wie der Tor, der dann, nachdem er sich verbrannt hat, in die Kälte der Einsamkeit flieht und jammert, daß das Feuer brennt.

Neid ist dem Menschen natürlich: dennoch ist er ein Laster und ein Unglück zugleich *).

Anmerkung *) Der Neid der Menschen zeigt an, wie unglücklich sie sich fühlen; ihre beständige Aufmerksamkeit auf fremdes Tun und Lassen, wie sehr sie sich langweilen.

Wir sollen daher ihn als den Feind unsers Glückes betrachten und als einen bösen Dämon zu ersticken suchen. Hiezu leitet uns Seneca an, mit den schönen Worten: nostra nos sine compartione delectent: nunquam erit felix quem torquebit felicor (De ira III, 30), und wiederum: quum adspexeris quot te antecedant, cogita quot sequantur (ep. 15): also wir sollen öfter die betrachten, welche schlimmer daran sind, als wir, denn die, welche besser daran zu sein scheinen. Sogar wird, bei eingetretenen, wirklichen Uebeln, uns den wirksamsten, wiewohl aus derselben Quelle mit dem Neide fließenden Trost die Betrachtung größerer Leiden, als die unsrigen sind, gewähren, und nächstdem der Umgang mit solchen, die mit uns im selben Falle sich befinden, mit den sociis malorum.

So viel von der aktiven Seite des Neides. Von der passiven ist zu erwägen, daß kein Haß so unversöhnlich ist, wie der Neid; daher wir nicht unablässig und eifrig bemüht siein sollten, ihn zu erregen; vielmehr besser täten, diesen Genuß, wie manchen andern, der gefährlichen Folgen wegen, uns zu versagen. - Es gibt drei Aristokratien: 1. die der Geburt und des Ranges, 2. die Geldaristokratie, 3. die geistige Aristokratie. Letztere ist eigentlich die vornehmste, wird auch dafür anerkannt, wenn man ihr nur Zeit läßt: hat doch sch Friedrich der Große gesagt: les âmes privilègiées rangent à l'égal des souverains, und zwar zu seinem Hofmarschall, der Anstoß daran nahm, daß, während Minister und Generäle an der Marschallstafel aßen, Voltaire an einer Tafel Platz nehmen sollte, an welcher bloß regierende Herren und ihre Prinzen saßen. - Jede dieser Aristokratien ist umgeben von einem Heer ihrer Neider, welche gegen jeden ihr Angehörigen heimlich erbittert und, wenn sie ihn nicht zu fürchten haben, bemüht sind, ihm auf mannigfaltige Weise zu verstehn zu geben, "du bist nichts mehr, als wir!" Aber gerade diese Bemühungen verraten ihre Ueberzeugung vom Gegenteil. Das von den Beneideten dagegen anzuwendende Verfahren besteht im Fernhalten aller dieser Schar Angehörigen und im möglichsten Vermeiden jeder Berührung mit ihnen, so daß sie durch eine weite Kluft abgetrennt bleiben; wo aber dies nicht angeht, im höchst gelassenen Ertragen ihrer Bemühungen, deren Quelle sie ja neutralisiert: - auch sehn wir dasselbe durchgängig angewandt. Hingegen werde die der einen Aristokratie Angehörigen sich mit denen einer der beiden andern meistens gut und ohne Neid vertragen; weil jeder seinen Vorzug gegen den andern in die Wage legt.



Man überlege ein Vorhaben reiflich und wiederholt, ehe man dasselbe ins Werk setzt, und selbst nachdem man alles auf das gründlichste durchdacht hat, räume man noch der Unzulänglichkeit aller menschlichen Erkenntnis etwas ein, infolge welcher es immer noch Umstände geben kann, die zu erforschen oder vorherzusehn unmöglich ist und welche die ganze Berechnung unrichtig machen könnten. Dieses Bedenken wird stets ein Gewicht auf die negative Schale legen und uns anraten, in wichtigen Dingen, ohne Not, nichts zu rühren: quieta non movere. Ist man aber einmal zum Entschluß gekommen und hat Hand ans Werk gelegt, so daß jetzt alles seinen Verlauf zu nehmen hat und nur noch der Ausgang abzuwarten steht; dann ängstige man sich nicht durch stets erneuerte Ueberlegung des bereits Vollzogenen und durch wiederholtes Bedenken der möglichen Gefahr; vielmehr entschlage man der Sache sich jetzt gänzlich, halte das ganze Gedankenfach derselben verschlossen, sich mit der Ueberzeugung beruhigend, daß man alles zu seiner Zeit reiflich erwogen habe. diesen Rat erteilte auch das italienische Sprichwort legala bene, e poi lascia la andare, welches Goethe übersetzt "du, sattle gut und reite getrost"; - wie denn, beiläufig gesagt, ein großer Teil seiner unter der Rubrik "Sprichwörtlich" gegebenen Gnomen übersetzte italienische Sprichwörter sind. - Kommt dennoch ein schlimmer Ausgang; so ist es, weil alle menschlichen Angelegenheiten dem Zufall und dem Irrtum unterliegen. Daß Sokrates, der weiseste Menschen, um nur in seinen eigenen, persönlichen Angelegenheiten das Richtige zu treffen, oder wenigstens Fehltritte zu vermeiden, eines warnenden Dämonions bedurfte, beweist, daß hiezu kein menschlicher Verstand ausreicht. Daher ist jener, angeblich von einem Papste herrührende Ausspruch, daß von jedem Unglück, das uns trifft, wir selbst, wenigstens in irgend etwas, die Schuld tragen, nicht unbedingt und in allen Fällen wahr: wiewohl bei weitem in den meisten. Sogar scheint das Gefühl hievon viel Anteil daran zu haben, daß die Leute ihr Unglück möglichst zu verbergen suchen und, soweit es gelingen will, eine zufriedene Miene aufsetzen. Sie besorgen, daß man vom Leiden auf die Schuld schließen werde.



Bei einem unglücklichen Ereignis, welches bereits eingetreten, also nicht mehr zu ändern ist, soll man sich nicht einmal den Gedanken, daß dem anders sein könnte, noch weniger den, wodurch es hätte abgewendet werden können, erlauben: denn gerade er steigert den Schmerz ins Unerträgliche: so daß man damit zum έαυτοντιμωρουμενο wird. Vielmehr mache man es wie der König David, der, solange sein Sohn krank darniederlag, den Jehovah unablässig mit Bitten und Flehen bestürmte; als er aber gestorben war, ein Schnippchen schlug und nicht weiter daran dachtge. Wer aber dazu nicht leichtsinnig genug ist, flüchte sich auf den fatalistischen Standpunkt, indem er sich die große Wahrheit verdeutlicht, daß alles, was geschieht, notwendig eintritt, also unabwendbar ist.

Bei allen dem ist diese Regel einseitig. sie taugt zwar zu unserer unmittelbaren Erleichterung und Beruhigung bei Unglücksfällen: allein wenn an diesen, wie doch meistens unsere eigene Nachlässigkeit, oder Verwegenheit, wenigstens zum Teil, schuld ist; so ist die wiederholte, schmerzliche Ueberlegung, wie dem hätte vorgebeugt werden können, zu unserer Witzigung und Besserung, also für die Zukunft, eine heilsame Selbstzüchtigung. Und gar offenbar begangene Fehler sollen wir nicht, wie wir doch pflegen, oder zu verkleiner suchen, sondern sie uns eingestehn und in ihrer ganzen Größe deutlich uns vor Augen bringen, um den Vorsatz, sie künftig zu vermeiden, fest fassen zu können. Freilich hat man sich dabei den großen Schmerz der Unzufriedenheit mit sich selbst anzutun: aber δ μη δαρεις ανϑρωπος ου παιδευεται.

In allem, was unser Wohl und Wehe betrifft, sollen wir die Phantasie im Zügel halten: also zuvörderst keine Luftschlösser bauen; weil diese zu kostspielig sind, indem wir, gleich darauf, sie, unter Seufzern, wieder einzureißen haben. Aber noch mehr sollen wir uns hüten, durch das Ausmalen bloß möglicher Unglücksfälle unser Herz zu ängstigen. Wenn nämlich diese ganz aus der Luft gegriffen, oder doch sehr weit hergeholt wären; so würden wir, beim Erwachen aus einem solchen Traume, gleich wissen, daß alles nur Gaukelei gewesen, daher uns der bessern Wirklichkeit um so mehr freuen und allenfalls eine Warnung gegen ganz entfernt, wiewohl mögliche Unglücksfälle daraus entnehmen. Allein mit dergleichen spielt unsere Phantasie nicht leicht: ganz müßigerweise baut sie höchstens heitere Luftschlösser. Der Stoff zu ihren finstern Träumen sind Unglücksflle, die uns, wenn auch aus der Ferne, doch einigermaßen wirklich bedrohen: diese vergrößert sie, bringt ihre Möglichkeit viel näher, als sie in Wahrheit ist und malt sie auf das fürchterlichste aus. Einen solchen Traum können wir, beim Erwachen, nicht sogleich abschütteln, wie den heitern: denn diesen widerlegt alsbald die Wirklichkeit und läßt höchstens eine schwache Hoffnung im Schoße der Möglichkeit übrig. Aber haben wir uns den schwarzen Phantasien (blue devils) überlassen; so haben sie uns Bilder nahegebracht, die nicht so leicht wieder weichen: denn die Möglichkeit der Sache, im allgemeinen, steht fest, und den Maßstab des Grades derselben vermögen wir nicht jederzeit anzulegen: sie wird nun leicht zur Wahrscheinlichkeit, und wir haben uns der Angst in die Hände geliefert. Daher also sollen wir die Dinge, welche unser Wohl und Wehe betreffen, bloß mit dem Auge der Vernunft und der Urteilskraft betrachten, folglich trockener und kalter Ueberlegung, mit bloßen Begriffen und in abtracto operieren. Die Phantasie soll dabei aus dem Spiele bleiben: denn urteilen kann sie nicht; sondern bringt bloße Bilder vor die Augen, welche das Gemüt unnützer- und oft sehr peinlicherweise bewegen. Am strengsten sollte diese Regel abends beobachtet werden. Denn wie die Dunkelheit uns furchtsam macht und uns überall Schreckensgestalten erblicken läßt, so wirkt, ihr analog, die Undeutlichkeit der Gedanken; weil jede Ungewißheit Unsicherheit gebiert: deshalb nehmen des Abends, wann die Abspannung Verstand und Urteilskraft mit einer subjektiven Dunkelheit überzogen hat, der Intellekt müde und ϑορυβουμενος ist und den Dingen nicht auf den Grund zu kommen vermag, die Gegenstände unsrer Meditation, wenn sie unsere persönlichen Verhältnisse betreffen, leicht ein gefährliches Ansehn an und werden zu Schreckbildern. Am meisten ist dies der Fall nachts, im Bette, als wo der Geist völlig abgespannt und daher die Urteilskraft ihrem Geschäfte gar nicht mehr gewachsen, die Phantasie aber noch rege ist. Da gibt die Nacht allem und jedem ihren schwarzen Anstrich. Daher sind unsere Gedanken vor dem Einschlafen, oder gar beim nächtlichen Erwachen, meistens fast ebenso arge Verzerrungen und Verkehrungen der Dinge, wie die Träume es sind, und dazu, wenn sie persönliche Angelegenheiten betreffen, gewöhnlich pechschwarz, ja, entsetzlich. Am Morgen sind dann alle solche Schreckbilder, so gut wie die Träume, verschwunden: dies bedeutet das spanische Sprichwort: noche tinta, blanco el dia (die Nacht ist gefärbt, weiß ist der Tag). Aber auch schon abends, sobald das Licht brennt, sieht der Verstand, wie das Auge, nicht so klar wie bei Tage: daher diese Zeit nicht zur Meditation ernster, zumal unangenehmer Angelegenheiten geeignet ist. Hiezu ist der Morgen die rechte Zeit; wie er es denn überhaupt zu allen Leistungen, ohne Ausnahme, sowohl den geistigen, wie den körperlichen, ist. Denn der Morgen ist die Jugend des Tages: alles ist heiter, frisch und leicht: wir fühlen uns kräftig und haben alle unsere Fähigkeiten zu völliger Disposition. Man soll ihn nicht durch spätes Aufstehn verkürzen, noch auch an unwürdige Beschäftigungen, oder Gespräche verschwenden, sondern ihn als die Quintessenz des Lebens betrachten und gewissermaßen heilig halten. Hingegen ist der Abend das Alter des Tages: wir sind abends matt, geschwätzig und leichtsinnig. - Jeder Tag ist ein kleines Leben, - jede Erwachen und Aufstehn eine kleine Geburt, jeder frische Morgen eine kleine Jugend, und jedes Zu-Bettegehn und Einschlaften ein kleiner Tod.

Ueberhaupt aber hat Gesundheitszustand, Schlaf, Nahrung, Temperatur, Wetter, Umgebung und noch viel anderes Aeußerliches auf unsere Stimmung, und diese auf unsere Gedanken, einen mächtigen Einfluß. Daher ist, wie unsere Ansicht einer Angelegenheit, so auch unsere Fähigkeit zu einer Leistung so sehr der Zeit und selbst dem Orte unterworfen. Darum also

"Nehmt die gute Stimmung wahr,
Denn sie kommt so selten."
G.

Nicht etwa bloß objektive Konzeptionen und Originalgedanken muß man abwarten, ob und wann es ihnen zu kommen beliebt; sondern selbst die gründliche Ueberlegung einer persönlichen Angelegenheit gelingt nicht immer zu der Zeit, die man zum voraus für sie bestimmt und wann man sich dazu zurechtgesetzt hat; sondern auch sie wählt sich ihre Zeit selbst; wo alsdann der ihr angemessene Gedankengang unaufgefordert rege wird und wir mit vollem Antiel ihn verfolgen.

Zur anempfohlenen Zügelung der Phantasie gehört auch noch, daß wir ihr nicht gestatten, ehemals erlittenes Unrecht, Schaden, Verlus, Beleidigungen, Zurücksetzungen, Kränkungen u. dgl. uns wieder zu vergegenwärtigen und auszumalen; weil wir dadurch den längst schlummernden Unwillen, Zorn und alle gehässigen Leidenschaften wieder aufregen, wodurch unser Gemüt verunreinigt wird. Denn, nach einem schönen, vom Neuplatoniker Proklos beigebrachten Gleichnis, ist, wie in jeder Stadt, neben den Edelen und Ausgezeichneten, auch der Pöbel jeder Art (οχλος) wohnt, so in jedem, auch dem edelsten und erhabensten Menschen das Niedrige und Gemeine der menschlichen Natur, der Anlage nach, vorhanden. Dieser Pöbel darf nicht zum Tumult aufgeregt werden, noch darf er aus den Fenstern schauen; da er sich häßlich ausnimmt: die bezeichneten Phantasiestücke sind aber die Demagogen desselben. Hierher gehört auch, daß die kleinste Widerwärtigkeit, sei sie von den Menschen oder Dingen ausgegangen, durch fortgesetztes Brüten darüber und Ausmalen mit grellen Farben und nach vergrößertem Maßstabe, zu einem Ungeheuer anschwellen kann, darüber man außer sich gerät. Alles Unangenehme soll man vielmehr höchst prosaisch und nüchtern auffassen, damit man es möglichst leicht nehmen könne.

Wie kleine Gegenstände, dem Auge nahe gehalten, unser Gesichtsfeld beschränkend, die Welt verdecken, - so werden oft die Menschen und Dinge unserer nächsten Umgebung, so höchst unbedeutend und gleichgültig sie auch seien, unsere Aufmerksamkeit und Gedanken über die Gebühr beschäftigen, dazu noch auf unerfreuliche Weise, und werden wichtige Gedanken und Angelegenheiten verdrängen. Dem soll man entgegenarbeiten.



Beim Anblick dessen, was wir nicht besitzen, steigt gar leicht in uns der Gedanke auf: "Wie, wenn das mein wäre?" und er macht uns die Entbehrung fühlbar. Statt dessen sollten wir öfter fragen: "Wie, wenn das nicht mein wäre?" ich meine, wir sollten das, was wir besitzen, bisweisen so anzusehn uns bemühen, wie es uns vorschweben würde, nachdem wir es verloren hätten; und zwar jedes, was es auch sei: Eigentum, Gesundheit, Freunde, Geliebte, Weib, Kind, Pferd und Hund: denn meistens belehrt erst der Verlust uns über den Wert der Dinge. Hingegen infolge der anempfohlenen Betrachtungsweise derselben wird erstlich ihr Besitz uns unmittelbar mehr, als zuvor, beglücken, und zweitens werden wir auf alle Weise dem Verlust vorbeugen, also das Eigentum nicht in Gefahr bringen, die Freunde nicht erzürnen, die Treue des Weibes nicht der Versuchung aussetzen, die Gesundheit der Kinder bewachen usf. - Oft suchen wir das Trübe der Gegenwart aufzuhellen durch Spekulation auf günstige Möglichkeiten und ersinnen vielerlei schimärische Hoffnungen, von denen jede mit einer Enttäuschung schwanger ist, die nicht ausbleibt, wann jene an der harten Wirklichkeit zerschellt. Besser wäre es, die vielen schlimmen Möglichkeiten zum Gegenstand unserer Spekulation zu machen, als welches teils Vorkehrungen zu ihrer Abwehr, teils angenehme Ueberraschungen, wenn sie sich nicht verwirklichen, veranlassen würde. Sind wir doch, nach etwas ausgestandener Angst, stets merklich heiter. Ja, es ist sogar gut, große Unglücksfälle, die uns möglicherweise treffen könnten, uns bisweilen zu vergegenwärtigen; um nämlich die uns nachher wirklich treffenden viel kleineren leichter zu ertragen, indem wir dann durch den Rückblick auf jene großen, nicht eingetroffenen, uns trösten. Ueber diese Regel ist jedoch die ihr vorhergegangene nicht zu vernachlässigen.



Weil die uns betreffenden Angelegenheiten und Begebenheiten ganz vereinzelt, ohne Ordnung und ohne Beziehung aufeinander, im grellsten Kontrast und ohne irgend etwas Gemeinsames, als eben daß sie unsere Angelegenheiten sind, auftreten und durcheinanderlaufen; so muß unser Denken und Sorgen um sie ebenso abrupt sein, damit es ihnen entspreche. - Sonach müssen wir, wenn wir eines vornehmen, von allem andern abstrahieren und uns der Sache entschlagen, um jedes zu seiner Zeit zu besorgen, zu genießen, zu erdulden, ganz unbekümmert um das übrige; wir müssen also gleichsam Schiebfächer unserer Gedanken haben, von denen wir durch eines öffnen, derweilen alle andern geschlossen bleiben. Dadurch erlangen wir, daß nicht eine schwer lastende Sorge jeden kleinen Genuß der Gegenwart verkümmere und uns alle Ruhe raube; daß nicht eine Ueberlegung die andere verdränge; daß nicht die Sorge für eine wichtige Angelegenheit die Vernachlässigung vieler geringen herbeiführe usf. Zumal aber soll, wer hoher und edeler Betrachtungen fähig ist, seinen Geist durch persönliche Angelegenheiten und niedrige Sorgen nie so ganz einnehmen und erfüllen lassen, daß sie jenen den Zugang versperren: denn das wäre recht eigentlich propter vitam vivendi perdere causas. - Freilich ist zu dieser Lenkung und Ablenkung unsrer selbst, wie zu so viel anderm, Selbstzwang erfordert: zu diesem aber sollte uns die Ueberlegung stärken, daß jeder Mensch gar vielen und großen Zwang von außen zu erdulden hat, ohne welchen es in keinem Leben abgeht; daß jedoch ein kleiner, an der rechten Stelle angebrachter Selbstzwang nachmals vielem Zwange von außen vorbeugt; wie ein kleiner Abschnitt des Kreises zunächst dem Zentro einem oft hundertmal größern an der Peripherie entspricht. Durch nichts entziehn wir uns o sehr dem Zwange von außen, wie durch Selbstzwang: das besagt Senecas Auspruch: si tibi vis omnia sujicere, te subjice rationi (ep. 37). Auch haben wir den Selbstzwang noch immer in der Gewalt, und können, im äußersten Fall, oder wo er unsere empfindlichste Stelle trifft, etwas nachlassen: hingegen der Zwang von außen ist ohne Rücksicht, ohne Schonung und unbarmherzig. Daher ist es weise, diesem durch jenen zuvorzukommen.



Unsern Wünschen ein Ziel stecken, unsere Begierden im Zaume halten, unsern Zorn bändigen, stets eingedenk, daß dem einzelnen nur ein unendlicher kleiner Teil alles Wünschenswerten erreichbar ist, hingegen viele Uebel jeden treffen müssen, also, mit einem Worte απεχειν ϰαι ανεχειν, abstinere et sustinere, - ist eine Regel, ohne deren Beobachtung weder Reichtum, noch Macht verhindern können, daß wir uns armselig fühlen. Dahin zielt Horaz:

Inter cuncta leges, et percontabere doctos
Qua ratione queas traducere leniter aevum;
Ne te semper inops agitet agitet vexetque cupido,
Ne pavor, et rerum mediocriter utilium spes.



Ό βιος έν τη ϰινησει έστι (vita motu constat) sagt Aristoteles, mit offenbarem Recht: und wie demnach unser physisches Leben nur in und durch eine unaufhörliche Bewegung besteht; so verlangt auch unser inneres, geistiges Leben fortwährend Beschäftigung, Beschäftigung mit irgend etwas, durch Tun oder Denken; einen Beweis hievon gibt schon das Trommeln mit den händen oder irgendeinem Gerät, zu welchem unbeschäftigte und gedankenlose Menschen sogleich greifen. Unser Dasein nämlich ist ein wesentlich rastloses: daher wird die gänzliche Untätigkeit uns bald unerträglich, indem sie die entsetzlichste Langeweile herbeiführt. Diesen Trieb nun soll man regeln, um ihn methodisch und dadurch besser zu befriedigen. Daher also ist Tätigkeit, etwas treiben, womöglich etwas machen, wenigstens aber etwas lernen, - zum Glück des Menschen unerläßlich: seine Kräfte verlangen nach ihrem Gebrauch, und er möchte den Erfolg desselben irgendwie wahrnehmen. Die größte Befriedigung jedoch, in dieser Hinsicht, gewährt es, etwas zu machen, zu verfertigen, sei es ein Korb, sei es ein Buch; aber daß man ein Werk unter seinen Händen täglich wachsen und endlich seine Vollendung erreichen sehe, beglückt unmittelbar. Dies leistet ein Kunstwerk, eine Schrift, ja selbst eine bloße Handarbeit; freilich, je edlerer Art das Werk, desto höher der Genuß. Am glücklichsten sind, in diesem Betracht, die Hochbegabten, welche sich der Fähigkeit zur Hervorbringung bedeutsamer, großer und zusammenhängender Werke bewußt sind. Denn dadurch verbreitet ein Interesse höherer Art sich über ihr ganzes Dasein und erteilt ihm eine Würze, welche dem der übrigen abgeht, welches demnach, mit jenen verglichen, gar schal ist. Für sie nämlich hat das Leben und die Welt, neben dem allen gemeinsamen, materiellen, noch ein zweites und höheres, ein formales Interesse, indem es den Stoff zu ihren Werken enthält, mit dessen Einsammlung sie, ihr Leben hindurch, emsig beschäftigt sind, sobald nur die persönliche Not sie irgend atmen läßt. Auch ist ihr Intellekt gewissermaßen ein doppelter: teils einer für die gewöhnlichen Beziehungen (Angelegenheiten des Willens), gleich dem aller andern: teils einer für die rein objektive Auffassung der Dinge. So leben sie zwiefach, sind Zuschauer und Schauspieler zugleich, während die übrigen letzeres allein sind. - Inzwischen treibe jeder etwas, nach Maßgabe seiner Fähigkeiten. Denn wie nachteilig der Mangel an planmäßiger Tätigkeit, an irgendeiner Arbeit, auf uns wirke, merkt man auf langen Vergügungsreisen, als wo man, dann und wann, sich recht unglücklich fühlt; weil man, ohne eigentliche Beschäftigung, gleichsam aus seinem natürlichen Elementen gerissen ist. Sich zu mühen und mit dem Widerstande zu kämpfen ist dem Menschen Bedürfnis, wie dem Maulwurf das Graben. Der Stillstand, den die Allgenugsamkeit eines bleibenden Genusses herbeiführte, wäre ihm unerträglich. Hindernisse überwinden ist der Vollgenuß seines Daseins; sie mögen materieller Art, wie beim Lernen und Forschen: der Kampf mit ihnen und der Sieg beglückt. Fehlt ihm die Gelegenheit dazu, so macht er sie sich, wie er kann: je nachdem seine Individualität es mit sich bringt, wird er jagen, oder Bilboquet spielen, oder, vom unbewußten Zuge seiner Natur geleitet, Händel suchen, oder Intrigen anspinnen, oder sich auf Betrügereien und allerlei Schlechtigkeiten einlassen, um nur dem ihm unerträglichen Zustande der Ruhe ein Ende zu machen. Difficilis in otio quies.



Zum Leitstern seiner Bestrebungen soll man nicht Bilder der Phantasie nehmen, sondern deutlich gedachte Begriffe. Meistens aber geschieht das Umgekehrte. Man wird nämlich, bei genauerer Untersuchung, finden, daß, was bei unsern Entschließungen, in letzter Instanz, den Ausschlag gibt, meistens nicht die Begriffe und Urteile sind, sondern ein Phantasiebild, welches die eine der Alternativen repräsentiert und vertritt. Ich weiß nicht mehr, in welchem Romane von Voltaire, oder Diderot, dem Helden, als er ein Jüngling und Herkules am Scheideweg war, die Tugend sich stets darstellte in Gestalt seines alten Hofmeisters, in der Linken die Tabaksdose, in der Rechten eine Prise haltend und so moralisieren; das Laster hingegen in Gestalt der Kammerjunfer seiner Mutter. - Besonders in der Jugend fixiert sich das Ziel unsers Glückes in Gestalt einiger Bilder, die uns vorschweben und oft das halbe, ja, das ganze Leben hindurch verharren. Sie sind eigentlich neckende Gespenster: denn, haben wir sie erreicht, so zerrinen sie in nichts, indem wir die Erfahrung machen, daß sie gar nichts, von dem, was sie verhießen, leisten. Dieser Art sind einzelen Szenen des häuslichen, bürgerlichen, gesellschaftlichen, ländlichen Lebens, Bilder der Wohnung, Umgebung, der Ehrenzeichen, Respektbezeugungen usw. usw. chaque fou a sa marotte: auch das Bild der Geliebten gehört of dahin. Daß es uns so ergehe, ist wohl natürlich: denn das Anschauliche wirkt, weil es das Unmittelbare ist, auch unmittelbarer auf unsern Willen, als der Begriff, der abstrakte Gedanke, der bloß das Allgemeine gibt, ohne das einzelne, welches doch gerade die Realität erhält: er kann daher nur mittelbar auf unsern Willen wirken. Und doch ist es nur der Begriff, der Wort hält: daher ist es Bildung, nur ihm zu trauen. Freilich wird er wohl mitunger der Erläuterung und Paraphrase durch einige bilder bedürfen: nur cum grano salis.

Die vorhergegangene Regel läßt sich der allgemeineren subsumieren, daß man überall Herr werden soll über den Eindruck des Gegenwärtigen und Anschaulichen überhaupt. Dieser ist gegen das bloß Gedachte und Gewußte unverhältnismäßig stark, nicht vermöge seiner Materie und Gehalt, die oft sehr gering sind; sondern vermöge seiner Form, der Anschaulichkeit und Unmittelbarkeit, als welche auf das Gemüt eindringt und desen Ruhe stört, oder seine Vorsätze erschüttert. Denn das Vorhandene, das Anschauliche wirkt, als leicht übersehbar, stets mit seiner ganzen Gewalt auf einmal: hingegen Gedanken und Gründe verlangen Zeit und Ruhe, um stückweise durchdacht zu werden; daher man sie nicht jeden Augenblick ganz gegenwärtig haben kann. Demzufolge reizt das Angenehmen, welchem wir, infolge der Ueberlegung, entsagt haben, uns doch bei seinem Anblick: ebenso kränkt uns ein Urteil, dessen gänzliche Inkompetenz wir kennen; erzürnt uns eine Beleidigung, deren Verächtlichkeit wir einsehn; ebenso werden zehn Gründe gegen das Vorhandensein einer Gefahr überwogen vom falschen Schein ihrer wirklichen Gegenwart, usf. In allem diesen macht sich die ursprüngliche Unvernünftigkeit unsers Wesens geltend. Auch werden einem derartigen Eindruck die Weiber oft erliegen, und wenige Männer haben ein solches Uebergewicht der Vernunft, daß sie von dessen Wirkungen nicht zu leiden hätten. Wo wir nun denselben nicht ganz überwältigen können, mittelst bloßer Gedanken, da ist das beste, einen Eindruck durch den entgegengesetzten zu neutralisieren, z. B. den Eindruck der Beleidigung durch Aufsuchen derer, die uns hochschätzen; den Eindruck einer drohenden Gefahr durch wirkliches Betrachten des ihr Entgegenwirkenden. Konnte doch der Italiener, von dem Leibniz (in den Noveaux essais, Liv. I. c. 2, § 11) erzählt, sogar den Schmerzen der Folter dadurch widerstehn, daß er, während derselben, wie er sich vorgesetzt, das Bild des Galgens, an welchen sein Geständnis ihn gebracht haben würde, nicht einen Augenblick aus der Phantasie entweichen ließ; weshalb er von Zeit zu Zeit io ti vedo rief: welche Worte er später dahin erklärt hat. - Eben aus dem hier betrachteten Grunde ist es ein schweres Ding, wenn alle, die uns umgeben, anderer Meinung sind, als wir, und danach sich benehmen, selbst wenn wir von ihrem Irrtum überzeugt sind, nicht durch sie wankend gemacht zu werden. Einem flüchtigen, verfolgten, ernstlich inkognito reisenden Könige muß das unter vier Augen beobachtete Unterwürfigkeitszeremoniell seines vertrauten Begleiters eine fast notwendige Herzenstärkung sein, damit er nicht am Ende sich selbst bezweifle.



Nachdem ich schon im zweiten Kapitel den hohen Wert der Gesundheit, als welche für unser Glück das Erste und Wichtigste ist, hervorgehoben habe, will ich hier ein paar ganz allgemeiner Verhaltungsmaßregeln zu ihrer Befestigung und Bewahrung angeben.

Man härte sich dadurch ab, daß man dem Körper, sowohl im ganzen, wie in jedem Teile, solange man gesund ist, recht viel Anstrengung und Beschwerde auflege und sich gewöhne, widrigen Einflüssen jeder Art zu widerstehn. Sobald hingegen ein krankhafter Zustand, sei es des Ganzen, oder eines Teiles sich kundgibt, ist sogleich das entgegengesetzte Verfahren zu ergreifen und der kranke Leib, oder Teil desselben, auf alle Weise zu schonen und zu pflegen: denn das Leidende und Geschwächte ist keiner Abhärtung fähig.

Der Muskel wird durch starken Gebrauch gestärkt; der Nerv hingegen dadurch geschwächt. Also übe man seine Muskeln durch jene angemessene Anstrengung, hüte hingegen die Nerven vor jeder; also die Augen vor zu hellem, besonders reflektiertem Lichte, vor jeder Anstrengung in der Dämmerung, wie auch vor anhaltendem Betrachten zu kleiner Gegenstände; ebenso die Ohren vor zu starkem Geräusch; vorzüglich aber das Gehirn vor gezwungener, zu anhaltender, oder unzeitiger Anstrengung: demnach lasse man es ruhen, während der Verdauung; weil dann eben dieselbe Lebenskraft, welche im Gehirn Gedanken bildet, im Magen und den Eingeweiden angestrengt arbeitet, Chymus und Chylus zu bereiten; ebenfalls während, oder auch nach, bedeutender Muskelanstrengung. Denn, es verhält sich mit den motorischen, wie mit den sensiblen Nerven, und wie der Schmerz, den wir in verletzten Gliedern empfinden, seinen wahren Sitz im Gehirn hat; so sind es auch eigentlich nicht die Beine und Arme, welche gehn und arbeiten, sondern das Gehirn, nämlich der Teil desselben, welcher, mittelst des verlängerten und des Rückenmarks, die Nerven jener Glieder erregt und dadurch diese in Bewegung setzt. Demgemäß hat auch die Ermüdung, welche wir in den Beinen oder Armen fühlen, ihren wahren Sitz im Gehirn; wehalb eben bloß die Muskeln ermüden, deren Bewegung willkürlich ist, d. h. vom Gehirn ausgeht, hingegen nicht die ohne Willkür arbeitenden, wie das Herz. Offenbar also wird das Gehirn beeinträchtigt, wenn man ihm starke Muskeltätigkeit und geistige Anspannung zugleich, oder auch nur dicht hintereinander abzwingt. Hiemit streitet es nicht, daß man im Anfang eines Spaziergangs, oder überhaupt auf kurzen Gängen, oft erhöhte Geistestätigkeit spürt: denn da ist noch kein Ermüden besagter Gehirnteile eingetreten und andrerseits befördert eine solche leichte Muskeltätigkeit und die durch sie vermehrte Respiration das Aufsteigen des arteriellen, nunmehr auch besser oxydierten Blutes zum Gehirn. - Besonders aber gebe man dem Gehirn das zu seiner Resektion nötige, volle Maß des Schlafes; denn der Schlaf ist für den ganzen Menschen, was das Aufziehn für die Uhr. (Vergl. Ergänzungen zur "Welt als Wille und Vorstellung", 217.) Dieses Maß wird um so größer sein, je entwickelter und tätiger das Gehirn ist; es jedoch zu überschreiten, wäre bloßer Zeitverlust, weil dann der Schlaf an Intension verliert was er an Extension gewinnt. (Vergl. Ergänzungen zur "Welt als Wille und Vorstellung", 247.) *)

Anmerkung *) Der Schlaf ist ein Stück Tod, welches wir anticipando borgen und dafür das durch einen Tag erschöpfte Leben wiedererhalten und erneuern. Le sommeil es un emprunt fait à la mort. Oder: er ist der einstweilige Zins des Todes, welcher selbst die Kapitalabzahlung ist. Diese wird um so später eingefordert, je reichlichere Zinsen und je regelmäßiger sie gezahlt werden.

Ueberhaupt begreife man wohl, daß unser Denken nichts anderes ist, als die organische Funktion des Gehirns, und sonach jeder andern organischen Tätigkeit, in Hinsicht auf Anstrengung und Ruhe, sich analog verhält. Wie übermäßige Anstrengung die Augen verdirbt, ebenso das Gehirn. Mit Recht ist gesagt worden: das Gehirn denkt, wie der Magen verdaut. Der Wahn von einer immateriellen, einfachen, wesentlich und immer denkenden, folglich unermüdlichen Seele, die da im Gehirn bloß logiertem und nichts auf der Welt bedürfte, hat gewiß manchen zu unsinnigem Verfahren und Abstumpfung seiner Geisteskräfte verleitet, wie denn z. B. Friedrich der Große einmal versucht hat, sich das Schlafen ganz abzugewöhnen. Die Philosophieprofessoren würden wohl tun, einen solchen, sogar praktisch verderblichen Wahn nicht durch ihre katechismusgerechtseinwollende Rockenphilosophie zu befördern. - Man soll sich gewöhnen, seine Geisteskräfte durchaus als physiologische Funktionen zu betrachten, um danach sie zu behandeln, zu schonen, anzustrengen usw., und zu bedenken, daß jedes körperliche Leiden, Beschwerde, Unordnung, in welchem Teil es auch sei, den Geist affiziert. Am besten befähigt hiezu Cabanis, Des Raports du pysique et du moral de l'homme.

Die Vernachlässigung des hier gegebenen Rats ist die Ursache, aus welcher manche große Geister, wie auch große Gelehrte, im Alter schwachsinnig, kindisch und selbst wahnsinnig geworden sind. Das z. B. die gefeierten englischen Dichter dieses Jahrhunderts, wie Walter Schott, Wordsworth, Southey u. a. m. im Alter, ja, schon in den sechziger Jahren, geistig stumpf und unfähig geworden, ja, zu Imbezillität herabgesunken sind, ist ohne Zweifel daraus zu erklären, daß sie sämtlich, vom hohen Honorar verlockt, die Schriftstellerei als Gewerbe getrieben, alos des Geldes wegen geschrieben haben. Dies verführt zu widernatürlicher Anstrengung, und wer seinen Pegasus ins Joch spannt und seine Muse mit der Peitsche antreibt, wird es auf analoge Weise büßen, wie der, welcher der Venus Zwangsdienst geleistet hat. Ich argwöhne, daß auch Kant, in seinen späten Jahren, nachdem er endlich berühmt geworden war, sich überarbeitet und dadurch die zweite Kindheit seiner viel letzten Jahre veranlaßt hat. -

Jeder Monat des Jahres hat einen eigentümlichen und unmittelbaren, d. h. vom Wetter unabhängigen, Einfluß auf unsere Gesundheit, unsere körperlichen Zustände überhaupt, ja, auch auf die geistigen.




 

                         Chapter 2
                   Our Relation to Ourselves.

              Section 4
   
 The mason employed on the building of a house may be quite ignorant of its general design; or at any rate, he may not keep it constantly in mind. So it is with man: in working through the days and hours of his life, he takes little thought of its character as a whole.
If there is any merit or importance attaching to a man’s career, if he lays himself out carefully for some special work, it is all the more necessary and advisable for him to turn his attention now and then to its plan, that is to say, the miniature sketch of its general outlines. Of course, to do that, he must have applied the maxim [Greek: Gnothi seauton]; he must have made some little progress in the art of understanding himself. He must know what is his real, chief, and foremost object in life,— what it is that he most wants in order to be happy; and then, after that, what occupies the second and third place in his thoughts; he must find out what, on the whole, his vocation really is — the part he has to play, his general relation to the world. If he maps out important work for himself on great lines, a glance at this miniature plan of his life will, more than anything else stimulate, rouse and ennoble him, urge him on to action and keep him from false paths.

Again, just as the traveler, on reaching a height, gets a connected view over the road he has taken, with its many turns and windings; so it is only when we have completed a period in our life, or approach the end of it altogether, that we recognize the true connection between all our actions,— what it is we have achieved, what work we have done. It is only then that we see the precise chain of cause and effect, and the exact value of all our efforts. For as long as we are actually engaged in the work of life, we always act in accordance with the nature of our character, under the influence of motive, and within the limits of our capacity,— in a word, from beginning to end, under a law of necessity; at every moment we do just what appears to us right and proper. It is only afterwards, when we come to look back at the whole course of our life and its general result, that we see the why and wherefore of it all.

When we are actually doing some great deed, or creating some immortal work, we are not conscious of it as such; we think only of satisfying present aims, of fulfilling the intentions we happen to have at the time, of doing the right thing at the moment. It is only when we come to view our life as a connected whole that our character and capacities show themselves in their true light; that we see how, in particular instances, some happy inspiration, as it were, led us to choose the only true path out of a thousand which might have brought us to ruin. It was our genius that guided us, a force felt in the affairs of the intellectual as in those of the world; and working by its defect just in the same way in regard to evil and disaster.

SECTION 5.

Another important element in the wise conduct of life is to preserve a proper proportion between our thought for the present and our thought for the future; in order not to spoil the one by paying over-great attention to the other. Many live too long in the present — frivolous people, I mean; others, too much in the future, ever anxious and full of care. It is seldom that a man holds the right balance between the two extremes. Those who strive and hope and live only in the future, always looking ahead and impatiently anticipating what is coming, as something which will make them happy when they get it, are, in spite of their very clever airs, exactly like those donkeys one sees in Italy, whose pace may be hurried by fixing a stick on their heads with a wisp of hay at the end of it; this is always just in front of them, and they keep on trying to get it. Such people are in a constant state of illusion as to their whole existence; they go on living ad interim, until at last they die.
Instead, therefore, of always thinking about our plans and anxiously looking to the future, or of giving ourselves up to regret for the past, we should never forget that the present is the only reality, the only certainty; that the future almost always turns out contrary to our expectations; that the past, too, was very different from what we suppose it to have been. But the past and the future are, on the whole, of less consequence than we think. Distance, which makes objects look small to the outward eye, makes them look big to the eye of thought. The present alone is true and actual; it is the only time which possesses full reality, and our existence lies in it exclusively. Therefore we should always be glad of it, and give it the welcome it deserves, and enjoy every hour that is bearable by its freedom from pain and annoyance with a full consciousness of its value. We shall hardly be able to do this if we make a wry face over the failure of our hopes in the past or over our anxiety for the future. It is the height of folly to refuse the present hour of happiness, or wantonly to spoil it by vexation at by-gones or uneasiness about what is to come. There is a time, of course, for forethought, nay, even for repentance; but when it is over let us think of what is past as of something to which we have said farewell, of necessity subduing our hearts —

[Greek: alla ta men protuchthai easomen achnumenoi per
tumhon eni staethessi philon damasntes hanankae],11

and of the future as of that which lies beyond our power, in the lap of the gods —

[Greek: all aetoi men tauta theon en gounasi keitai.]12
11 Iliad, xix, 65.]
12 Ibid, xvii, 514]

But in regard to the present let us remember Seneca’s advice, and live each day as if it were our whole life,— singulas dies singulas vitas puta: let us make it as agreeable as possible, it is the only real time we have.

Only those evils which are sure to come at a definite date have any right to disturb us; and how few there are which fulfill this description. For evils are of two kinds; either they are possible only, at most probable; or they are inevitable. Even in the case of evils which are sure to happen, the time at which they will happen is uncertain. A man who is always preparing for either class of evil will not have a moment of peace left him. So, if we are not to lose all comfort in life through the fear of evils, some of which are uncertain in themselves, and others, in the time at which they will occur, we should look upon the one kind as never likely to happen, and the other as not likely to happen very soon.

Now, the less our peace of mind is disturbed by fear, the more likely it is to be agitated by desire and expectation. This is the true meaning of that song of Goethe’s which is such a favorite with everyone: Ich hab’ mein’ Sach’ auf nichts gestellt. It is only after a man has got rid of all pretension, and taken refuge in mere unembellished existence, that he is able to attain that peace of mind which is the foundation of human happiness. Peace of mind! that is something essential to any enjoyment of the present moment; and unless its separate moments are enjoyed, there is an end of life’s happiness as a whole. We should always collect that To-day comes only once, and never returns. We fancy that it will come again to-morrow; but To-morrow is another day, which, in its turn, comes once only. We are apt to forget that every day is an integral, and therefore irreplaceable portion of life, and to look upon life as though it were a collective idea or name which does not suffer if one of the individuals it covers is destroyed.

We should be more likely to appreciate and enjoy the present, if, in those good days when we are well and strong, we did not fail to reflect how, in sickness and sorrow, every past hour that was free from pain and privation seemed in our memory so infinitely to be envied — as it were, a lost paradise, or some one who was only then seen to have acted as a friend. But we live through our days of happiness without noticing them; it is only when evil comes upon us that we wish them back. A thousand gay and pleasant hours are wasted in ill-humor; we let them slip by unenjoyed, and sigh for them in vain when the sky is overcast. Those present moments that are bearable, be they never so trite and common,— passed by in indifference, or, it may be, impatiently pushed away,— those are the moments we should honor; never failing to remember that the ebbing tide is even how hurrying them into the past, where memory will store them transfigured and shining with an imperishable light,— in some after-time, and above all, when our days are evil, to raise the veil and present them as the object of our fondest regret.

SECTION 6.

Limitations always make for happiness. We are happy in proportion as our range of vision, our sphere of work, our points of contact with the world, are restricted and circumscribed. We are more likely to feel worried and anxious if these limits are wide; for it means that our cares, desires and terrors are increased and intensified. That is why the blind are not so unhappy as we might be inclined to suppose; otherwise there would not be that gentle and almost serene expression of peace in their faces.
Another reason why limitation makes for happiness is that the second half of life proves even more dreary that the first. As the years wear on, the horizon of our aims and our points of contact with the world become more extended. In childhood our horizon is limited to the narrowest sphere about us; in youth there is already a very considerable widening of our view; in manhood it comprises the whole range of our activity, often stretching out over a very distant sphere,— the care, for instance, of a State or a nation; in old age it embraces posterity.
But even in the affairs of the intellect, limitation is necessary if we are to be happy. For the less the will is excited, the less we suffer. We have seen that suffering is something positive, and that happiness is only a negative condition. To limit the sphere of outward activity is to relieve the will of external stimulus: to limit the sphere of our intellectual efforts is to relieve the will of internal sources of excitement. This latter kind of limitation is attended by the disadvantage that it opens the door to boredom, which is a direct source of countless sufferings; for to banish boredom, a man will have recourse to any means that may be handy — dissipation, society, extravagance, gaming, and drinking, and the like, which in their turn bring mischief, ruin and misery in their train. Difficiles in otio quies — it is difficult to keep quiet if you have nothing to do. That limitation in the sphere of outward activity is conducive, nay, even necessary to human happiness, such as it is, may be seen in the fact that the only kind of poetry which depicts men in a happy state of life — Idyllic poetry, I mean,— always aims, as an intrinsic part of its treatment, at representing them in very simple and restricted circumstances. It is this feeling, too, which is at the bottom of the pleasure we take in what are called genre pictures.
Simplicity, therefore, as far as it can be attained, and even monotony, in our manner of life, if it does not mean that we are bored, will contribute to happiness; just because, under such circumstances, life, and consequently the burden which is the essential concomitant of life, will be least felt. Our existence will glide on peacefully like a stream which no waves or whirlpools disturb.

SECTION 7.

Whether we are in a pleasant or a painful state depends, ultimately, upon the kind of matter that pervades and engrosses our consciousness. In this respect, purely intellectual occupation, for the mind that is capable of it, will, as a rule, do much more in the way of happiness than any form of practical life, with its constant alternations of success and failure, and all the shocks and torments it produces. But it must be confessed that for such occupation a pre-eminent amount of intellectual capacity is necessary. And in this connection it may be noted that, just as a life devoted to outward activity will distract and divert a man from study, and also deprive him of that quiet concentration of mind which is necessary for such work; so, on the other hand, a long course of thought will make him more or less unfit for the noisy pursuits of real life. It is advisable, therefore, to suspend mental work for a while, if circumstances happen which demand any degree of energy in affairs of a practical nature.

SECTION 8.

To live a life that shall be entirely prudent and discreet, and to draw from experience all the instruction it contains, it is requisite to be constantly thinking back,— to make a kind of recapitulation of what we have done, of our impressions and sensations, to compare our former with our present judgments — what we set before us and struggle to achieve, with the actual result and satisfaction we have obtained. To do this is to get a repetition of the private lessons of experience,— lessons which are given to every one.
Experience of the world may be looked upon as a kind of text, to which reflection and knowledge form the commentary. Where there is great deal of reflection and intellectual knowledge, and very little experience, the result is like those books which have on each page two lines of text to forty lines of commentary. A great deal of experience with little reflection and scant knowledge, gives us books like those of the editio Bipontina13 where there are no notes and much that is unintelligible.
13 Translator’s Note. A series of Greek, Latin and French classics published at Zweibräcken in the Palatinate, from and after the year 1779. Cf. Butter, Ueber die Bipontiner und die editiones Bipontinae.]

The advice here given is on a par with a rule recommended by Pythagoras,— to review, every night before going to sleep, what we have done during the day. To live at random, in the hurly-burly of business or pleasure, without ever reflecting upon the past,— to go on, as it were, pulling cotton off the reel of life,— is to have no clear idea of what we are about; and a man who lives in this state will have chaos in his emotions and certain confusion in his thoughts; as is soon manifest by the abrupt and fragmentary character of his conversation, which becomes a kind of mincemeat. A man will be all the more exposed to this fate in proportion as he lives a restless life in the world, amid a crowd of various impressions and with a correspondingly small amount of activity on the part of his own mind.

And in this connection it will be in place to observe that, when events and circumstances which have influenced us pass away in the course of time, we are unable to bring back and renew the particular mood or state of feeling which they aroused in us: but we can remember what we were led to say and do in regard to them; and thus form, as it were, the result, expression and measure of those events. We should, therefore, be careful to preserve the memory of our thoughts at important points in our life; and herein lies the great advantage of keeping a journal.

SECTION 9.

To be self-sufficient, to be all in all to oneself, to want for nothing, to be able to say omnia mea mecum porto — that is assuredly the chief qualification for happiness. Hence Aristotle’s remark, [Greek: hae eudaimonia ton autarchon esti]14 — to be happy means to be self-sufficient — cannot be too often repeated. It is, at bottom, the same thought as is present in the very well-turned sentence from Chamfort:

Le bonheur n’est pas chose aisée: il est très difficile de le trouver en nous, et impossible de le trouver ailleurs.
14 Eudem. Eth. VII. ii. 37.]

For while a man cannot reckon with certainty upon anyone but himself, the burdens and disadvantages, the dangers and annoyances, which arise from having to do with others, are not only countless but unavoidable.

There is no more mistaken path to happiness than worldliness, revelry, high life: for the whole object of it is to transform our miserable existence into a succession of joys, delights and pleasures,— a process which cannot fail to result in disappointment and delusion; on a par, in this respect, with its obligato accompaniment, the interchange of lies.15
15 As our body is concealed by the clothes we wear, so our mind is veiled in lies. The veil is always there, and it is only through it that we can sometimes guess at what a man really thinks; just as from his clothes we arrive at the general shape of his body.]

All society necessarily involves, as the first condition of its existence, mutual accommodation and restraint upon the part of its members. This means that the larger it is, the more insipid will be its tone. A man can be himself only so long as he is alone; and if he does not love solitude, he will not love freedom; for it is only when he is alone that he is really free. Constraint is always present in society, like a companion of whom there is no riddance; and in proportion to the greatness of a man’s individuality, it will be hard for him to bear the sacrifices which all intercourse with others demands, Solitude will be welcomed or endured or avoided, according as a man’s personal value is large or small,— the wretch feeling, when he is alone, the whole burden of his misery; the great intellect delighting in its greatness; and everyone, in short, being just what he is.
Further, if a man stands high in Nature’s lists, it is natural and inevitable that he should feel solitary. It will be an advantage to him if his surroundings do not interfere with this feeling; for if he has to see a great deal of other people who are not of like character with himself, they will exercise a disturbing influence upon him, adverse to his peace of mind; they will rob him, in fact, of himself, and give him nothing to compensate for the loss.
But while Nature sets very wide differences between man and man in respect both of morality and of intellect, society disregards and effaces them; or, rather, it sets up artificial differences in their stead,— gradations of rank and position, which are very often diametrically opposed to those which Nature establishes. The result of this arrangement is to elevate those whom Nature has placed low, and to depress the few who stand high. These latter, then, usually withdraw from society, where, as soon as it is at all numerous, vulgarity reigns supreme.
What offends a great intellect in society is the equality of rights, leading to equality of pretensions, which everyone enjoys; while at the same time, inequality of capacity means a corresponding disparity of social power. So-called good society recognizes every kind of claim but that of intellect, which is a contraband article; and people are expected to exhibit an unlimited amount of patience towards every form of folly and stupidity, perversity and dullness; whilst personal merit has to beg pardon, as it were, for being present, or else conceal itself altogether. Intellectual superiority offends by its very existence, without any desire to do so.
The worst of what is called good society is not only that it offers us the companionship of people who are unable to win either our praise or our affection, but that it does not allow of our being that which we naturally are; it compels us, for the sake of harmony, to shrivel up, or even alter our shape altogether. Intellectual conversation, whether grave or humorous, is only fit for intellectual society; it is downright abhorrent to ordinary people, to please whom it is absolutely necessary to be commonplace and dull. This demands an act of severe self-denial; we have to forfeit three-fourths of ourselves in order to become like other people. No doubt their company may be set down against our loss in this respect; but the more a man is worth, the more he will find that what he gains does not cover what he loses, and that the balance is on the debit side of the account; for the people with whom he deals are generally bankrupt,— that is to say, there is nothing to be got from their society which can compensate either for its boredom, annoyance and disagreeableness, or for the self-denial which it renders necessary. Accordingly, most society is so constituted as to offer a good profit to anyone who will exchange it for solitude.
Nor is this all. By way of providing a substitute for real — I mean intellectual — superiority, which is seldom to be met with, and intolerable when it is found, society has capriciously adopted a false kind of superiority, conventional in its character, and resting upon arbitrary principles,— a tradition, as it were, handed down in the higher circles, and, like a password, subject to alteration; I refer to bon-ton fashion. Whenever this kind of superiority comes into collision with the real kind, its weakness is manifest. Moreover, the presence of good tone means the absence of good sense.

No man can be in perfect accord with any one but himself — not even with a friend or the partner of his life; differences of individuality and temperament are always bringing in some degree of discord, though it may be a very slight one. That genuine, profound peace of mind, that perfect tranquillity of soul, which, next to health, is the highest blessing the earth can give, is to be attained only in solitude, and, as a permanent mood, only in complete retirement; and then, if there is anything great and rich in the man’s own self, his way of life is the happiest that may be found in this wretched world.
Let me speak plainly. However close the bond of friendship, love, marriage — a man, ultimately, looks to himself, to his own welfare alone; at most, to his child’s too. The less necessity there is for you to come into contact with mankind in general, in the relations whether of business or of personal intimacy, the better off you are. Loneliness and solitude have their evils, it is true; but if you cannot feel them all at once, you can at least see where they lie; on the other hand, society is insidious in this respect; as in offering you what appears to be the pastime of pleasing social intercourse, it works great and often irreparable mischief. The young should early be trained to bear being left alone; for it is a source of happiness and peace of mind.
It follows from this that a man is best off if he be thrown upon his own resources and can be all in all to himself; and Cicero goes so far as to say that a man who is in this condition cannot fail to be very happy — nemo potest non beatissimus esse qui est totus aptus ex sese, quique in se uno ponit omnia.16 The more a man has in himself, the less others can be to him. The feeling of self-sufficiency! it is that which restrains those whose personal value is in itself great riches, from such considerable sacrifices as are demanded by intercourse with the world, let alone, then, from actually practicing self-denial by going out of their way to seek it. Ordinary people are sociable and complaisant just from the very opposite feeling;— to bear others’ company is easier for them than to bear their own. Moreover, respect is not paid in this world to that which has real merit; it is reserved for that which has none. So retirement is at once a proof and a result of being distinguished by the possession of meritorious qualities. It will therefore show real wisdom on the part of any one who is worth anything in himself, to limit his requirements as may be necessary, in order to preserve or extend his freedom, and,— since a man must come into some relations with his fellow-men — to admit them to his intimacy as little as possible.
16 Paradoxa Stoidorum: II.]

I have said that people are rendered sociable by their ability to endure solitude, that is to say, their own society. They become sick of themselves. It is this vacuity of soul which drives them to intercourse with others,— to travels in foreign countries. Their mind is wanting in elasticity; it has no movement of its own, and so they try to give it some,— by drink, for instance. How much drunkenness is due to this cause alone! They are always looking for some form of excitement, of the strongest kind they can bear — the excitement of being with people of like nature with themselves; and if they fail in this, their mind sinks by its own weight, and they fall into a grievous lethargy.17 Such people, it may be said, possess only a small fraction of humanity in themselves; and it requires a great many of them put together to make up a fair amount of it,— to attain any degree of consciousness as men. A man, in the full sense of the word,— a man par excellence — does not represent a fraction, but a whole number: he is complete in himself.
17 It is a well-known fact, that we can more easily bear up under evils which fall upon a great many people besides ourselves. As boredom seems to be an evil of this kind, people band together to offer it a common resistance. The love of life is at bottom only the fear of death; and, in the same way, the social impulse does not rest directly upon the love of society, but upon the fear of solitude; it is not alone the charm of being in others’ company that people seek, it is the dreary oppression of being alone — the monotony of their own consciousness — that they would avoid. They will do anything to escape it,— even tolerate bad companions, and put up with the feeling of constraint which all society involves, in this case a very burdensome one. But if aversion to such society conquers the aversion to being alone, they become accustomed to solitude and hardened to its immediate effects. They no longer find solitude to be such a very bad thing, and settle down comfortably to it without any hankering after society;— and this, partly because it is only indirectly that they need others’ company, and partly because they have become accustomed to the benefits of being alone.]
Ordinary society is, in this respect, very like the kind of music to be obtained from an orchestra composed of Russian horns. Each horn has only one note; and the music is produced by each note coming in just at the right moment. In the monotonous sound of a single horn, you have a precise illustration of the effect of most people’s minds. How often there seems to be only one thought there! and no room for any other. It is easy to see why people are so bored; and also why they are sociable, why they like to go about in crowds — why mankind is so gregarious. It is the monotony of his own nature that makes a man find solitude intolerable. Omnis stultitia laborat fastidio sui: folly is truly its own burden. Put a great many men together, and you may get some result — some music from your horns!
A man of intellect is like an artist who gives a concert without any help from anyone else, playing on a single instrument — a piano, say, which is a little orchestra in itself. Such a man is a little world in himself; and the effect produced by various instruments together, he produces single-handed, in the unity of his own consciousness. Like the piano, he has no place in a symphony: he is a soloist and performs by himself,— in solitude, it may be; or, if in company with other instruments, only as principal; or for setting the tone, as in singing. However, those who are fond of society from time to time may profit by this simile, and lay it down as a general rule that deficiency of quality in those we meet may be to some extent compensated by an increase in quantity. One man’s company may be quite enough, if he is clever; but where you have only ordinary people to deal with, it is advisable to have a great many of them, so that some advantage may accrue by letting them all work together,— on the analogy of the horns; and may Heaven grant you patience for your task!
That mental vacuity and barrenness of soul to which I have alluded, is responsible for another misfortune. When men of the better class form a society for promoting some noble or ideal aim, the result almost always is that the innumerable mob of humanity comes crowding in too, as it always does everywhere, like vermin — their object being to try and get rid of boredom, or some other defect of their nature; and anything that will effect that, they seize upon at once, without the slightest discrimination. Some of them will slip into that society, or push themselves in, and then either soon destroy it altogether, or alter it so much that in the end it comes to have a purpose the exact opposite of that which it had at first.
This is not the only point of view from which the social impulse may be regarded. On cold days people manage to get some warmth by crowding together; and you can warm your mind in the same way — by bringing it into contact with others. But a man who has a great deal of intellectual warmth in himself will stand in no need of such resources. I have written a little fable illustrating this: it may be found elsewhere.18 As a general rule, it may be said that a man’s sociability stands very nearly in inverse ratio to his intellectual value: to say that “so and so” is very unsociable, is almost tantamount to saying that he is a man of great capacity.
18 Translator’s Note. The passage to which Schopenhauer refers is Parerga: vol. ii. § 413 (4th edition). The fable is of certain porcupines, who huddled together for warmth on a cold day; but as they began to prick one another with their quills, they were obliged to disperse. However the cold drove them together again, when just the same thing happened. At last, after many turns of huddling and dispersing, they discovered that they would be best off by remaining at a little distance from one another. In the same way, the need of society drives the human porcupines together — only to be mutually repelled by the many prickly and disagreeable qualities of their nature. The moderate distance which they at last discover to be the only tolerable condition of intercourse, is the code of politeness and fine manners; and those who transgress it are roughly told — in the English phrase — to keep their distance. By this arrangement the mutual need of warmth is only very moderately satisfied,— but then people do not get pricked. A man who has some heat in himself prefers to remain outside, where he will neither prick other people nor get pricked himself.]

Solitude is doubly advantageous to such a man. Firstly, it allows him to be with himself, and, secondly, it prevents him being with others — an advantage of great moment; for how much constraint, annoyance, and even danger there is in all intercourse with the world. Tout notre mal, says La Bruyère, vient de ne pouvoir être seul. It is really a very risky, nay, a fatal thing, to be sociable; because it means contact with natures, the great majority of which are bad morally, and dull or perverse, intellectually. To be unsociable is not to care about such people; and to have enough in oneself to dispense with the necessity of their company is a great piece of good fortune; because almost all our sufferings spring from having to do with other people; and that destroys the peace of mind, which, as I have said, comes next after health in the elements of happiness. Peace of mind is impossible without a considerable amount of solitude. The Cynics renounced all private property in order to attain the bliss of having nothing to trouble them; and to renounce society with the same object is the wisest thing a man can do. Bernardin de Saint Pierre has the very excellent and pertinent remark that to be sparing in regard to food is a means of health; in regard to society, a means of tranquillity — la diète des ailmens nous rend la santé du corps, et celle des hommes la tranquillité de l’âme. To be soon on friendly, or even affectionate, terms with solitude is like winning a gold mine; but this is not something which everybody can do. The prime reason for social intercourse is mutual need; and as soon as that is satisfied, boredom drives people together once more. If it were not for these two reasons, a man would probably elect to remain alone; if only because solitude is the sole condition of life which gives full play to that feeling of exclusive importance which every man has in his own eyes,— as if he were the only person in the world! a feeling which, in the throng and press of real life, soon shrivels up to nothing, getting, at every step, a painful démenti. From this point of view it may be said that solitude is the original and natural state of man, where, like another Adam, he is as happy as his nature will allow.

But still, had Adam no father or mother? There is another sense in which solitude is not the natural state; for, at his entrance into the world, a man finds himself with parents, brothers, sisters, that is to say, in society, and not alone. Accordingly it cannot be said that the love of solitude is an original characteristic of human nature; it is rather the result of experience and reflection, and these in their turn depend upon the development of intellectual power, and increase with the years.
Speaking generally, sociability stands in inverse ratio with age. A little child raises a piteous cry of fright if it is left alone for only a few minutes; and later on, to be shut up by itself is a great punishment. Young people soon get on very friendly terms with one another; it is only the few among them of any nobility of mind who are glad now and then to be alone;— but to spend the whole day thus would be disagreeable. A grown-up man can easily do it; it is little trouble to him to be much alone, and it becomes less and less trouble as he advances in years. An old man who has outlived all his friends, and is either indifferent or dead to the pleasures of life, is in his proper element in solitude; and in individual cases the special tendency to retirement and seclusion will always be in direct proportion to intellectual capacity.
For this tendency is not, as I have said, a purely natural one; it does not come into existence as a direct need of human nature; it is rather the effect of the experience we go through, the product of reflection upon what our needs really are; proceeding, more especially, from the insight we attain into the wretched stuff of which most people are made, whether you look at their morals or their intellects. The worst of it all is that, in the individual, moral and intellectual shortcomings are closely connected and play into each other’s hands, so that all manner of disagreeable results are obtained, which make intercourse with most people not only unpleasant but intolerable. Hence, though the world contains many things which are thoroughly bad, the worst thing in it is society. Even Voltaire, that sociable Frenchman, was obliged to admit that there are everywhere crowds of people not worth talking to: la terre est couverte de gens qui ne méritent pas qu’on leur parle. And Petrarch gives a similar reason for wishing to be alone — that tender spirit! so strong and constant in his love of seclusion. The streams, the plains and woods know well, he says, how he has tried to escape the perverse and stupid people who have missed the way to heaven:—
Cercato ho sempre solitaria vita
(Le rive il sanno, e le campagne e i boschi)
Per fuggir quest’ ingegni storti e loschi
Che la strada del ciel’ hanno smarrita.

He pursues the same strain in that delightful book of his, DeVita Solitaria, which seems to have given Zimmerman the idea of his celebrated work on Solitude. It is the secondary and indirect character of the love of seclusion to which Chamfort alludes in the following passage, couched in his sarcastic vein: On dit quelquefois d’un homme qui vit seul, il n’aime pas la société. C’est souvent comme si on disait d’un homme qu’il n’aime pas la promenade, sous le pretexte qu’il ne se promène pas volontiers le soir dans le forêt de Bondy.
You will find a similar sentiment expressed by the Persian poet Sadi, in his Garden of Roses. Since that time, he says, we have taken leave of society, preferring the path of seclusion; for there is safety in solitude. Angelus Silesius,19 a very gentle and Christian writer, confesses to the same feeling, in his own mythical language. Herod, he says, is the common enemy; and when, as with Joseph, God warns us of danger, we fly from the world to solitude, from Bethlehem to Egypt; or else suffering and death await us!—
Herodes ist ein Feind; der Joseph der Verstand,
Dem machte Gott die Gefahr im Traum (in Geist) bekannt;
Die Welt ist Bethlehem, Aegypten Einsamkeit,
Fleuch, meine Seele! fleuch, sonst stirbest du vor Leid.
19 Translator’s Note. Angelus Silesius, pseudonym for Johannes Scheffler, a physician and mystic poet of the seventeenth century (1624-77).]

Giordano Bruno also declares himself a friend of seclusion. Tanti uomini, he says, che in terra hanno voluto gustare vita celeste, dissero con una voce, “ecce elongavi fugiens et mansi in solitudine“— those who in this world have desired a foretaste of the divine life, have always proclaimed with one voice:
Lo! then would I wander far off;
I would lodge in the wilderness.20
20 Psalms, lv. 7.]
And in the work from which I have already quoted, Sadi says of himself: In disgust with my friends at Damascus, I withdrew into the desert about Jerusalem, to seek the society of the beasts of the field. In short, the same thing has been said by all whom Prometheus has formed out of better clay. What pleasure could they find in the company of people with whom their only common ground is just what is lowest and least noble in their own nature — the part of them that is commonplace, trivial and vulgar? What do they want with people who cannot rise to a higher level, and for whom nothing remains but to drag others down to theirs? for this is what they aim at. It is an aristocratic feeling that is at the bottom of this propensity to seclusion and solitude.
Rascals are always sociable — more’s the pity! and the chief sign that a man has any nobility in his character is the little pleasure he takes in others’ company. He prefers solitude more and more, and, in course of time, comes to see that, with few exceptions, the world offers no choice beyond solitude on one side and vulgarity on the other. This may sound a hard thing to say; but even Angelus Silesius, with all his Christian feelings of gentleness and love, was obliged to admit the truth of it. However painful solitude may be, he says, be careful not to be vulgar; for then you may find a desert everywhere:—
Die Einsamkeit ist noth: doch sei nur nicht gemein,
So kannst du überall in einer Wüste sein.

It is natural for great minds — the true teachers of humanity — to care little about the constant company of others; just as little as the schoolmaster cares for joining in the gambols of the noisy crowd of boys which surround him. The mission of these great minds is to guide mankind over the sea of error to the haven of truth — to draw it forth from the dark abysses of a barbarous vulgarity up into the light of culture and refinement. Men of great intellect live in the world without really belonging to it; and so, from their earliest years, they feel that there is a perceptible difference between them and other people. But it is only gradually, with the lapse of years, that they come to a clear understanding of their position. Their intellectual isolation is then reinforced by actual seclusion in their manner of life; they let no one approach who is not in some degree emancipated from the prevailing vulgarity.

From what has been said it is obvious that the love of solitude is not a direct, original impulse in human nature, but rather something secondary and of gradual growth. It is the more distinguishing feature of nobler minds, developed not without some conquest of natural desires, and now and then in actual opposition to the promptings of Mephistopheles — bidding you exchange a morose and soul-destroying solitude for life amongst men, for society; even the worst, he says, will give a sense of human fellowship:—
Hör’ auf mit deinem Gram zu spielen,
Der, wie ein Geier, dir am Leben frisst:
Die schlechteste Gesellschaft lässt dich fühlen
Dass du ein Mensch mit Menschen bist.21
21 Goethe’s Faust, Part I., 1281-5.]

To be alone is the fate of all great minds — a fate deplored at times, but still always chosen as the less grievous of two evils. As the years increase, it always becomes easier to say, Dare to be wise — sapere aude. And after sixty, the inclination to be alone grows into a kind of real, natural instinct; for at that age everything combines in favor of it. The strongest impulse — the love of woman’s society — has little or no effect; it is the sexless condition of old age which lays the foundation of a certain self-sufficiency, and that gradually absorbs all desire for others’ company. A thousand illusions and follies are overcome; the active years of life are in most cases gone; a man has no more expectations or plans or intentions. The generation to which he belonged has passed away, and a new race has sprung up which looks upon him as essentially outside its sphere of activity. And then the years pass more quickly as we become older, and we want to devote our remaining time to the intellectual rather than to the practical side of life. For, provided that the mind retains its faculties, the amount of knowledge and experience we have acquired, together with the facility we have gained in the use of our powers, makes it then more than ever easy and interesting to us to pursue the study of any subject. A thousand things become clear which were formerly enveloped in obscurity, and results are obtained which give a feeling of difficulties overcome. From long experience of men, we cease to expect much from them; we find that, on the whole, people do not gain by a nearer acquaintance; and that — apart from a few rare and fortunate exceptions — we have come across none but defective specimens of human nature which it is advisable to leave in peace. We are no more subject to the ordinary illusions of life; and as, in individual instances, we soon see what a man is made of, we seldom feel any inclination to come into closer relations with him. Finally, isolation — our own society — has become a habit, as it were a second nature to us, more especially if we have been on friendly terms with it from our youth up. The love of solitude which was formerly indulged only at the expense of our desire for society, has now come to be the simple quality of our natural disposition — the element proper to our life, as water to a fish. This is why anyone who possesses a unique individuality — unlike others and therefore necessarily isolated — feels that, as he becomes older, his position is no longer so burdensome as when he was young.

For, as a matter of fact, this very genuine privilege of old age is one which can be enjoyed only if a man is possessed of a certain amount of intellect; it will be appreciated most of all where there is real mental power; but in some degree by every one. It is only people of very barren and vulgar nature who will be just as sociable in their old age as they were in their youth. But then they become troublesome to a society to which they are no longer suited, and, at most, manage to be tolerated; whereas, they were formerly in great request.

There is another aspect of this inverse proportion between age and sociability — the way in which it conduces to education. The younger that people are, the more in every respect they have to learn; and it is just in youth that Nature provides a system of mutual education, so that mere intercourse with others, at that time of life, carries instruction with it. Human society, from this point of view, resembles a huge academy of learning, on the Bell and Lancaster system, opposed to the system of education by means of books and schools, as something artificial and contrary to the institutions of Nature. It is therefore a very suitable arrangement that, in his young days, a man should be a very diligent student at the place of learning provided by Nature herself.
But there is nothing in life which has not some drawback —

nihil est ab omni parte beatum, as Horace says; or, in the words of an Indian proverb, no lotus without a stalk. Seclusion, which has so many advantages, has also its little annoyances and drawbacks, which are small, however, in comparison with those of society; hence anyone who is worth much in himself will get on better without other people than with them. But amongst the disadvantages of seclusion there is one which is not so easy to see as the rest. It is this: when people remain indoors all day, they become physically very sensitive to atmospheric changes, so that every little draught is enough to make them ill; so with our temper; a long course of seclusion makes it so sensitive that the most trivial incidents, words, or even looks, are sufficient to disturb or to vex and offend us — little things which are unnoticed by those who live in the turmoil of life. When you find human society disagreeable and feel yourself justified in flying to solitude, you can be so constituted as to be unable to bear the depression of it for any length of time, which will probably be the case if you are young. Let me advise you, then, to form the habit of taking some of your solitude with you into society, to learn to be to some extent alone even though you are in company; not to say at once what you think, and, on the other hand, not to attach too precise a meaning to what others say; rather, not to expect much of them, either morally or intellectually, and to strengthen yourself in the feeling of indifference to their opinion, which is the surest way of always practicing a praiseworthy toleration. If you do that, you will not live so much with other people, though you may appear to move amongst them: your relation to them will be of a purely objective character. This precaution will keep you from too close contact with society, and therefore secure you against being contaminated or even outraged by it.22 Society is in this respect like a fire — the wise man warming himself at a proper distance from it; not coming too close, like the fool, who, on getting scorched, runs away and shivers in solitude, loud in his complaint that the fire burns.
22 This restricted, or, as it were, entrenched kind of sociability has been dramatically illustrated in a play — well worth reading — of Moratin’s, entitled El Café o sea la Comedia Nuova (The Cafe or the New Comedy), chiefly by one of the characters, Don Pedro and especially in the second and third scenes of the first act.]

SECTION 10.

Envy is natural to man; and still, it is at once a vice and a source of misery.23 We should treat it as the enemy of our happiness, and stifle it like an evil thought. This is the advice given by Seneca; as he well puts it, we shall be pleased with what we have, if we avoid the self-torture of comparing our own lot with some other and happier one — nostra nos sine comparatione delectent; nunquam erit felix quem torquebit felicior.24 And again, quum adspexeris quot te antecedent, cogita quot sequantur25 — if a great many people appear to be better off than yourself, think how many there are in a worse position. It is a fact that if real calamity comes upon us, the most effective consolation — though it springs from the same source as envy — is just the thought of greater misfortunes than ours; and the next best is the society of those who are in the same luck as we — the partners of our sorrows.
23 Envy shows how unhappy people are; and their constant attention to what others do and leave undone, how much they are bored.]
24 De Ira: iii., 30.]
25 Epist. xv.]
So much for the envy which we may feel towards others. As regards the envy which we may excite in them, it should always be remembered that no form of hatred is so implacable as the hatred that comes from envy; and therefore we should always carefully refrain from doing anything to rouse it; nay, as with many another form of vice, it is better altogether to renounce any pleasure there may be in it, because of the serious nature of its consequences.
Aristocracies are of three kinds: (1) of birth and rank; (2) of wealth; and (3) of intellect. The last is really the most distinguished of the three, and its claim to occupy the first position comes to be recognized, if it is only allowed time to work. So eminent a king as Frederick the Great admitted it — les âmes privilegiées rangent à l’égal des souverains, as he said to his chamberlain, when the latter expressed his surprise that Voltaire should have a seat at the table reserved for kings and princes, whilst ministers and generals were relegated to the chamberlain’s.
Every one of these aristocracies is surrounded by a host of envious persons. If you belong to one of them, they will be secretly embittered against you; and unless they are restrained by fear, they will always be anxious to let you understand that you are no better than they. It is by their anxiety to let you know this, that they betray how greatly they are conscious that the opposite is the truth.
The line of conduct to be pursued if you are exposed to envy, is to keep the envious persons at a distance, and, as far as possible, avoid all contact with them, so that there may be a wide gulf fixed between you and them; if this cannot be done, to bear their attacks with the greatest composure. In the latter case, the very thing that provokes the attack will also neutralize it. This is what appears to be generally done.
The members of one of these aristocracies usually get on very well with those of another, and there is no call for envy between them, because their several privileges effect an equipoise.

SECTION 11.

Give mature and repeated consideration to any plan before you proceed to carry it out; and even after you have thoroughly turned it over in your mind, make some concession to the incompetency of human judgment; for it may always happen that circumstances which cannot be investigated or foreseen, will come in and upset the whole of your calculation. This is a reflection that will always influence the negative side of the balance — a kind of warning to refrain from unnecessary action in matters of importance — quieta non movere. But having once made up your mind and begun your work, you must let it run its course and abide the result — not worry yourself by fresh reflections on what is already accomplished, or by a renewal of your scruples on the score of possible danger: free your mind from the subject altogether, and refuse to go into it again, secure in the thought that you gave it mature attention at the proper time. This is the same advice as is given by an Italian proverb — legala bene e poi lascia la andare — which Goethe has translated thus: See well to your girths, and then ride on boldly.26
26 It may be observed, in passing, that a great many of the maxims which Goethe puts under the head of Proverbial, are translations from the Italian.]
And if, notwithstanding that, you fail, it is because human affairs are the sport of chance and error. Socrates, the wisest of men, needed the warning voice of his good genius, or [Greek: daimonion], to enable him to do what was right in regard to his own personal affairs, or at any rate, to avoid mistakes; which argues that the human intellect is incompetent for the purpose. There is a saying — which is reported to have originated with one of the Popes — that when misfortune happens to us, the blame of it, at least in some degree, attaches to ourselves. If this is not true absolutely and in every instance, it is certainly true in the great majority of cases. It even looks as if this truth had a great deal to do with the effort people make as far as possible to conceal their misfortunes, and to put the best face they can upon them, for fear lest their misfortunes may show how much they are to blame.

SECTION 12.

In the case of a misfortune which has already happened and therefore cannot be altered, you should not allow yourself to think that it might have been otherwise; still less, that it might have been avoided by such and such means; for reflections of this kind will only add to your distress and make it intolerable, so that you will become a tormentor to yourself —[Greek: heautontimoroumeaeos]. It is better to follow the example of King David; who, as long as his son lay on the bed of sickness, assailed Jehovah with unceasing supplications and entreaties for his recovery; but when he was dead, snapped his fingers and thought no more of it. If you are not light-hearted enough for that, you can take refuge in fatalism, and have the great truth revealed to you that everything which happens is the result of necessity, and therefore inevitable.
However good this advice may be, it is one-sided and partial. In relieving and quieting us for the moment, it is no doubt effective enough; but when our misfortunes have resulted — as is usually the case — from our own carelessness or folly, or, at any rate, partly by our own fault, it is a good thing to consider how they might have been avoided, and to consider it often in spite of its being a tender subject — a salutary form of self-discipline, which will make us wiser and better men for the future. If we have made obvious mistakes, we should not try, as we generally do, to gloss them over, or to find something to excuse or extenuate them; we should admit to ourselves that we have committed faults, and open our eyes wide to all their enormity, in order that we may firmly resolve to avoid them in time to come. To be sure, that means a great deal of self-inflicted pain, in the shape of discontent, but it should be remembered that to spare the rod is to spoil the child —[Greek: ho mae dareis anthropos ou paideuetai].27
27 Menander. Monost: 422.]

SECTION 13.

In all matters affecting our weal or woe, we should be careful not to let our imagination run away with us, and build no castles in the air. In the first place, they are expensive to build, because we have to pull them down again immediately, and that is a source of grief. We should be still more on our guard against distressing our hearts by depicting possible misfortunes. If these were misfortunes of a purely imaginary kind, or very remote and unlikely, we should at once see, on awaking from our dream, that the whole thing was mere illusion; we should rejoice all the more in a reality better than our dreams, or at most, be warned against misfortunes which, though very remote, were still possible. These, however, are not the sort of playthings in which imagination delights; it is only in idle hours that we build castles in the air, and they are always of a pleasing description. The matter which goes to form gloomy dreams are mischances which to some extent really threaten us, though it be from some distance; imagination makes us look larger and nearer and more terrible than they are in reality. This is a kind of dream which cannot be so readily shaken off on awaking as a pleasant one; for a pleasant dream is soon dispelled by reality, leaving, at most, a feeble hope lying in the lap of possibility. Once we have abandoned ourselves to a fit of the blues, visions are conjured up which do not so easily vanish again; for it is always just possible that the visions may be realized. But we are not always able to estimate the exact degree of possibility: possibility may easily pass into probability; and thus we deliver ourselves up to torture. Therefore we should be careful not to be over-anxious on any matter affecting our weal or our woe, not to carry our anxiety to unreasonable or injudicious limits; but coolly and dispassionately to deliberate upon the matter, as though it were an abstract question which did not touch us in particular. We should give no play to imagination here; for imagination is not judgment — it only conjures up visions, inducing an unprofitable and often very painful mood.
The rule on which I am here insisting should be most carefully observed towards evening. For as darkness makes us timid and apt to see terrifying shapes everywhere, there is something similar in the effect of indistinct thought; and uncertainty always brings with it a sense of danger. Hence, towards evening, when our powers of thought and judgment are relaxed,— at the hour, as it were, of subjective darkness,— the intellect becomes tired, easily confused, and unable to get at the bottom of things; and if, in that state, we meditate on matters of personal interest to ourselves, they soon assume a dangerous and terrifying aspect. This is mostly the case at night, when we are in bed; for then the mind is fully relaxed, and the power of judgment quite unequal to its duties; but imagination is still awake. Night gives a black look to everything, whatever it may be. This is why our thoughts, just before we go to sleep, or as we lie awake through the hours of the night, are usually such confusions and perversions of facts as dreams themselves; and when our thoughts at that time are concentrated upon our own concerns, they are generally as black and monstrous as possible. In the morning all such nightmares vanish like dreams: as the Spanish proverb has it, noche tinta, bianco el dia — the night is colored, the day is white. But even towards nightfall, as soon as the candles are lit, the mind, like the eye, no longer sees things so clearly as by day: it is a time unsuited to serious meditation, especially on unpleasant subjects. The morning is the proper time for that — as indeed for all efforts without exception, whether mental or bodily. For the morning is the youth of the day, when everything is bright, fresh, and easy of attainment; we feel strong then, and all our faculties are completely at our disposal. Do not shorten the morning by getting up late, or waste it in unworthy occupations or in talk; look upon it as the quintessence of life, as to a certain extent sacred. Evening is like old age: we are languid, talkative, silly. Each day is a little life: every waking and rising a little birth, every fresh morning a little youth, every going to rest and sleep a little death.
But condition of health, sleep, nourishment, temperature, weather, surroundings, and much else that is purely external, have, in general, an important influence upon our mood and therefore upon our thoughts. Hence both our view of any matter and our capacity for any work are very much subject to time and place. So it is best to profit by a good mood — for how seldom it comes!—
Nehmt die gute Stimmung wahr,
Denn sie kommt so selten.28
28 Goethe.]

We are not always able to form new ideas about; our surroundings, or to command original thoughts: they come if they will, and when they will. And so, too, we cannot always succeed in completely considering some personal matter at the precise time at which we have determined beforehand to consider it, and just when we set ourselves to do so. For the peculiar train of thought which is favorable to it may suddenly become active without any special call being made upon it, and we may then follow it up with keen interest. In this way reflection, too, chooses its own time.
This reining-in of the imagination which I am recommending, will also forbid us to summon up the memory of the past misfortune, to paint a dark picture of the injustice or harm that has been done us, the losses we have sustained, the insults, slights and annoyances to which we have been exposed: for to do that is to rouse into fresh life all those hateful passions long laid asleep — the anger and resentment which disturb and pollute our nature. In an excellent parable, Proclus, the Neoplatonist, points out how in every town the mob dwells side by side with those who are rich and distinguished: so, too, in every man, be he never so noble and dignified, there is, in the depth of his nature, a mob of low and vulgar desires which constitute him an animal. It will not do to let this mob revolt or even so much as peep forth from its hiding-place; it is hideous of mien, and its rebel leaders are those flights of imagination which I have been describing. The smallest annoyance, whether it comes from our fellow-men or from the things around us, may swell up into a monster of dreadful aspect, putting us at our wits’ end — and all because we go on brooding over our troubles and painting them in the most glaring colors and on the largest scale. It is much better to take a very calm and prosaic view of what is disagreeable; for that is the easiest way of bearing it.
If you hold small objects close to your eyes, you limit your field of vision and shut out the world. And, in the same way, the people or the things which stand nearest, even though they are of the very smallest consequence, are apt to claim an amount of attention much beyond their due, occupying us disagreeably, and leaving no room for serious thoughts and affairs of importance. We ought to work against this tendency.

SECTION 14.

The sight of things which do not belong to us is very apt to raise the thought: Ah, if that were only mine! making us sensible of our privation. Instead of that we should do better by more frequently putting to ourselves the opposite case: Ah, if that were not mine. What I mean is that we should sometimes try to look upon our possessions in the light in which they would appear if we had lost them; whatever they may be, property, health, friends, a wife or child or someone else we love, our horse or our dog — it is usually only when we have lost them that we begin to find out their value. But if we come to look at things in the way I recommend, we shall be doubly the gainers; we shall at once get more pleasure out of them than we did before, and we shall do everything in our power to prevent the loss of them; for instance, by not risking our property, or angering our friends, or exposing our wives to temptation, or being careless about our children’s health, and so on.
We often try to banish the gloom and despondency of the present by speculating upon our chances of success in the future; a process which leads us to invent a great many chimerical hopes. Every one of them contains the germ of illusion, and disappointment is inevitable when our hopes are shattered by the hard facts of life.
It is less hurtful to take the chances of misfortune as a theme for speculation; because, in doing so, we provide ourselves at once with measures of precaution against it, and a pleasant surprise when it fails to make its appearance. Is it not a fact that we always feel a marked improvement in our spirits when we begin to get over a period of anxiety? I may go further and say that there is some use in occasionally looking upon terrible misfortunes — such as might happen to us — as though they had actually happened, for then the trivial reverses which subsequently come in reality, are much easier to bear. It is a source of consolation to look back upon those great misfortunes which never happened. But in following out this rule, care must be taken not to neglect what I have said in the preceding section.

SECTION 15.

The things which engage our attention — whether they are matters of business or ordinary events — are of such diverse kinds, that, if taken quite separately and in no fixed order or relation, they present a medley of the most glaring contrasts, with nothing in common, except that they one and all affect us in particular. There must be a corresponding abruptness in the thoughts and anxieties which these various matters arouse in us, if our thoughts are to be in keeping with their various subjects. Therefore, in setting about anything, the first step is to withdraw our attention from everything else: this will enable us to attend to each matter at its own time, and to enjoy or put up with it, quite apart from any thought of our remaining interests. Our thoughts must be arranged, as it were, in little drawers, so that we may open one without disturbing any of the others.
In this way we can keep the heavy burden of anxiety from weighing upon us so much as to spoil the little pleasures of the present, or from robbing us of our rest; otherwise the consideration of one matter will interfere with every other, and attention to some important business may lead us to neglect many affairs which happen to be of less moment. It is most important for everyone who is capable of higher and nobler thoughts to keep their mind from being so completely engrossed with private affairs and vulgar troubles as to let them take up all his attention and crowd out worthier matter; for that is, in a very real sense, to lose sight of the true end of life — propter vitam vivendi perdere causas.
Of course for this — as for so much else — self-control is necessary; without it, we cannot manage ourselves in the way I have described. And self-control may not appear so very difficult, if we consider that every man has to submit to a great deal of very severe control on the part of his surroundings, and that without it no form of existence is possible. Further, a little self-control at the right moment may prevent much subsequent compulsion at the hands of others; just as a very small section of a circle close to the centre may correspond to a part near the circumference a hundred times as large. Nothing will protect us from external compulsion so much as the control of ourselves; and, as Seneca says, to submit yourself to reason is the way to make everything else submit to you — si tibi vis omnia subjicere, te subjice rationi. Self-control, too, is something which we have in our own power; and if the worst comes to the worst, and it touches us in a very sensitive part, we can always relax its severity. But other people will pay no regard to our feelings, if they have to use compulsion, and we shall be treated without pity or mercy. Therefore it will be prudent to anticipate compulsion by self-control.

SECTION 16.

We must set limits to our wishes, curb our desires, moderate our anger, always remembering that an individual can attain only an infinitesimal share in anything that is worth having; and that, on the other hand, everyone must incur many of the ills of life; in a word, we must bear and forbear — abstinere et sustinere; and if we fail to observe this rule, no position of wealth or power will prevent us from feeling wretched. This is what Horace means when he recommends us to study carefully and inquire diligently what will best promote a tranquil life — not to be always agitated by fruitless desires and fears and hopes for things, which, after all, are not worth very much:—
Inter cuncta leges et percontabere doctos
Qua ratione queas traducere leniter aevum;
Ne te semper inops agitet vexetque cupido,
Ne pavor, et rerum mediocriter utilium spes.29
29 Epist. I. xviii. 97.]

SECTION 17.

Life consists in movement, says Aristotle; and he is obviously right. We exist, physically, because our organism is the seat of constant motion; and if we are to exist intellectually, it can only be by means of continual occupation — no matter with what so long as it is some form of practical or mental activity. You may see that this is so by the way in which people who have no work or nothing to think about, immediately begin to beat the devil’s tattoo with their knuckles or a stick or anything that comes handy. The truth is, that our nature is essentially restless in its character: we very soon get tired of having nothing to do; it is intolerable boredom. This impulse to activity should be regulated, and some sort of method introduced into it, which of itself will enhance the satisfaction we obtain. Activity!— doing something, if possible creating something, at any rate learning something — how fortunate it is that men cannot exist without that! A man wants to use his strength, to see, if he can, what effect it will produce; and he will get the most complete satisfaction of this desire if he can make or construct something — be it a book or a basket. There is a direct pleasure in seeing work grow under one’s hands day by day, until at last it is finished. This is the pleasure attaching to a work of art or a manuscript, or even mere manual labor; and, of course, the higher the work, the greater pleasure it will give.
From this point of view, those are happiest of all who are conscious of the power to produce great works animated by some significant purpose: it gives a higher kind of interest — a sort of rare flavor — to the whole of their life, which, by its absence from the life of the ordinary man, makes it, in comparison, something very insipid. For richly endowed natures, life and the world have a special interest beyond the mere everyday personal interest which so many others share; and something higher than that — a formal interest. It is from life and the world that they get the material for their works; and as soon as they are freed from the pressure of personal needs, it is to the diligent collection of material that they devote their whole existence. So with their intellect: it is to some extent of a two-fold character, and devoted partly to the ordinary affairs of every day — those matters of will which are common to them and the rest of mankind, and partly to their peculiar work — the pure and objective contemplation of existence. And while, on the stage of the world, most men play their little part and then pass away, the genius lives a double life, at once an actor and a spectator.
Let everyone, then, do something, according to the measure of his capacities. To have no regular work, no set sphere of activity — what a miserable thing it is! How often long travels undertaken for pleasure make a man downright unhappy; because the absence of anything that can be called occupation forces him, as it were, out of his right element. Effort, struggles with difficulties! that is as natural to a man as grubbing in the ground is to a mole. To have all his wants satisfied is something intolerable — the feeling of stagnation which comes from pleasures that last too long. To overcome difficulties is to experience the full delight of existence, no matter where the obstacles are encountered; whether in the affairs of life, in commerce or business; or in mental effort — the spirit of inquiry that tries to master its subject. There is always something pleasurable in the struggle and the victory. And if a man has no opportunity to excite himself, he will do what he can to create one, and according to his individual bent, he will hunt or play Cup and Ball: or led on by this unsuspected element in his nature, he will pick a quarrel with some one, or hatch a plot or intrigue, or take to swindling and rascally courses generally — all to put an end to a state of repose which is intolerable. As I have remarked, difficilis in otio quies — it is difficult to keep quiet if you have nothing to do.

SECTION 18.

A man should avoid being led on by the phantoms of his imagination. This is not the same thing as to submit to the guidance of ideas clearly thought out: and yet these are rules of life which most people pervert. If you examine closely into the circumstances which, in any deliberation, ultimately turn the scale in favor of some particular course, you will generally find that the decision is influenced, not by any clear arrangement of ideas leading to a formal judgment, but by some fanciful picture which seems to stand for one of the alternatives in question.
In one of Voltaire’s or Diderot’s romances,— I forget the precise reference,— the hero, standing like a young Hercules at the parting of ways, can see no other representation of Virtue than his old tutor holding a snuff-box in his left hand, from which he takes a pinch and moralizes; whilst Vice appears in the shape of his mother’s chambermaid. It is in youth, more especially, that the goal of our efforts comes to be a fanciful picture of happiness, which continues to hover before our eyes sometimes for half and even for the whole of our life — a sort of mocking spirit; for when we think our dream is to be realized, the picture fades away, leaving us the knowledge that nothing of what it promised is actually accomplished. How often this is so with the visions of domesticity — the detailed picture of what our home will be like; or, of life among our fellow-citizens or in society; or, again, of living in the country — the kind of house we shall have, its surroundings, the marks of honor and respect that will be paid to us, and so on,— whatever our hobby may be; chaque fou a sa marotte. It is often the same, too, with our dreams about one we love. And this is all quite natural; for the visions we conjure up affect us directly, as though they were real objects; and so they exercise a more immediate influence upon our will than an abstract idea, which gives merely a vague, general outline, devoid of details; and the details are just the real part of it. We can be only indirectly affected by an abstract idea, and yet it is the abstract idea alone which will do as much as it promises; and it is the function of education to teach us to put our trust in it. Of course the abstract idea must be occasionally explained — paraphrased, as it were — by the aid of pictures; but discreetly, cum grano salis.

SECTION 19.

The preceding rule may be taken as a special case of the more general maxim, that a man should never let himself be mastered by the impressions of the moment, or indeed by outward appearances at all, which are incomparably more powerful in their effects than the mere play of thought or a train of ideas; not because these momentary impressions are rich in virtue of the data they supply,— it is often just the contrary,— but because they are something palpable to the senses and direct in their working; they forcibly invade our mind, disturbing our repose and shattering our resolutions.
It is easy to understand that the thing which lies before our very eyes will produce the whole of its effect at once, but that time and leisure are necessary for the working of thought and the appreciation of argument, as it is impossible to think of everything at one and the same moment. This is why we are so allured by pleasure, in spite of all our determination to resist it; or so much annoyed by a criticism, even though we know that its author it totally incompetent to judge; or so irritated by an insult, though it comes from some very contemptible quarter. In the same way, to mention no other instances, ten reasons for thinking that there is no danger may be outweighed by one mistaken notion that it is actually at hand. All this shows the radical unreason of human nature. Women frequently succumb altogether to this predominating influence of present impressions, and there are few men so overweighted with reason as to escape suffering from a similar cause.
If it is impossible to resist the effects of some external influence by the mere play of thought, the best thing to do is to neutralize it by some contrary influence; for example, the effect of an insult may be overcome by seeking the society of those who have a good opinion of us; and the unpleasant sensation of imminent danger may be avoided by fixing our attention on the means of warding it off.
Leibnitz30 tells of an Italian who managed to bear up under the tortures of the rack by never for a moment ceasing to think of the gallows which would have awaited him, had he revealed his secret; he kept on crying out: I see it! I see it!— afterwards explaining that this was part of his plan.
30 Nouveaux Essais. Liv. I. ch. 2. Sec. 11.]
It is from some such reason as this, that we find it so difficult to stand alone in a matter of opinion,— not to be made irresolute by the fact that everyone else disagrees with us and acts accordingly, even though we are quite sure that they are in the wrong. Take the case of a fugitive king who is trying to avoid capture; how much consolation he must find in the ceremonious and submissive attitude of a faithful follower, exhibited secretly so as not to betray his master’s strict incognito; it must be almost necessary to prevent him doubting his own existence.

SECTION 20.

In the first part of this work I have insisted upon the great value of health as the chief and most important element in happiness. Let me emphasize and confirm what I have there said by giving a few general rules as to its preservation.
The way to harden the body is to impose a great deal of labor and effort upon it in the days of good health,— to exercise it, both as a whole and in its several parts, and to habituate it to withstand all kinds of noxious influences. But on the appearance of an illness or disorder, either in the body as a whole or in many of its parts, a contrary course should be taken, and every means used to nurse the body, or the part of it which is affected, and to spare it any effort; for what is ailing and debilitated cannot be hardened.
The muscles may be strengthened by a vigorous use of them; but not so the nerves; they are weakened by it. Therefore, while exercising the muscles in every way that is suitable, care should be taken to spare the nerves as much as possible. The eyes, for instance, should be protected from too strong a light,— especially when it is reflected light,— from any straining of them in the dark, or from the long-continued examination of minute objects; and the ears from too loud sounds. Above all, the brain should never be forced, or used too much, or at the wrong time; let it have a rest during digestion; for then the same vital energy which forms thoughts in the brain has a great deal of work to do elsewhere,— I mean in the digestive organs, where it prepares chyme and chyle. For similar reasons, the brain should never be used during, or immediately after, violent muscular exercise. For the motor nerves are in this respect on a par with the sensory nerves; the pain felt when a limb is wounded has its seat in the brain; and, in the same way, it is not really our legs and arms which work and move,— it is the brain, or, more strictly, that part of it which, through the medium of the spine, excites the nerves in the limbs and sets them in motion. Accordingly, when our arms and legs feel tired, the true seat of this feeling is in the brain. This is why it is only in connection with those muscles which are set in motion consciously and voluntarily,— in other words, depend for their action upon the brain,— that any feeling of fatigue can arise; this is not the case with those muscles which work involuntarily, like the heart. It is obvious, then, that injury is done to the brain if violent muscular exercise and intellectual exertion are forced upon it at the same moment, or at very short intervals.
What I say stands in no contradiction with the fact that at the beginning of a walk, or at any period of a short stroll, there often comes a feeling of enhanced intellectual vigor. The parts of the brain that come into play have had no time to become tired; and besides, slight muscular exercise conduces to activity of the respiratory organs, and causes a purer and more oxydated supply of arterial blood to mount to the brain.
It is most important to allow the brain the full measure of sleep which is required to restore it; for sleep is to a man’s whole nature what winding up is to a clock.31 This measure will vary directly with the development and activity of the brain; to overstep the measure is mere waste of time, because if that is done, sleep gains only so much in length as it loses in depth.32
31 Of. Welt als Wille und Vorstellung, 4th Edition. Bk. II. pp. 236-40.]
32 Cf. loc: cit: p. 275. Sleep is a morsel of death borrowed to keep up and renew the part of life which is exhausted by the day — le sommeil est un emprunt fait à la mort. Or it might be said that sleep is the interest we have to pay on the capital which is called in at death; and the higher the rate of interest and the more regularly it is paid, the further the date of redemption is postponed.]

It should be clearly understood that thought is nothing but the organic function of the brain; and it has to obey the same laws in regard to exertion and repose as any other organic function. The brain can be ruined by overstrain, just like the eyes. As the function of the stomach is to digest, so it is that of the brain to think. The notion of a soul,— as something elementary and immaterial, merely lodging in the brain and needing nothing at all for the performance of its essential function, which consists in always and unweariedly thinking — has undoubtedly driven many people to foolish practices, leading to a deadening of the intellectual powers; Frederick the Great, even, once tried to form the habit of doing without sleep altogether. It would be well if professors of philosophy refrained from giving currency to a notion which is attended by practical results of a pernicious character; but then this is just what professorial philosophy does, in its old-womanish endeavor to keep on good terms with the catechism. A man should accustom himself to view his intellectual capacities in no other light than that of physiological functions, and to manage them accordingly — nursing or exercising them as the case may be; remembering that every kind of physical suffering, malady or disorder, in whatever part of the body it occurs, has its effect upon the mind. The best advice that I know on this subject is given by Cabanis in his Rapports du physique et du moral de l’homme.33
33 Translator’s Note. The work to which Schopenhauer here refers is a series of essays by Cabanis, a French philosopher (1757-1808), treating of mental and moral phenomena on a physiological basis. In his later days, Cabanis completely abandoned his materialistic standpoint.]

Through neglect of this rule, many men of genius and great scholars have become weak-minded and childish, or even gone quite mad, as they grew old. To take no other instances, there can be no doubt that the celebrated English poets of the early part of this century, Scott, Wordsworth, Southey, became intellectually dull and incapable towards the end of their days, nay, soon after passing their sixtieth year; and that their imbecility can be traced to the fact that, at that period of life, they were all led on? by the promise of high pay, to treat literature as a trade and to write for money. This seduced them into an unnatural abuse of their intellectual powers; and a man who puts his Pegasus into harness, and urges on his Muse with the whip, will have to pay a penalty similar to that which is exacted by the abuse of other kinds of power.
And even in the case of Kant, I suspect that the second childhood of his last four years was due to overwork in later life, and after he had succeeded in becoming a famous man.

Every month of the year has its own peculiar and direct influence upon health and bodily condition generally; nay, even upon the state of the mind. It is an influence dependent upon the weather.

          只看德语(German Only)                                                 只看英语(English Only)                                               只看汉语(Chinese Only)


 

       分类:             国芳多语对照文库 >> 德语-英语 >> 叔本华 >> 散文集      
    Categories:  Xie's Multilingual Corpus >> German-English >> Schopenhauer >> Essay Collection                                                
    

 

 



                              Copyright © 2001-2012 by Guofang Xie.    All Rights Reserved. 

                   谢国芳(Roy Xie)版权所有  © 2001-2012.   一切权利保留。
浙ICP备11050697号